Dienstag, 30. April 2013

I Am Not Real!

28. April 2013 - Inverness - Dundee

In Schottland wimmelt es nur so von Sagen und Geschichten. Die berühmteste davon ist unumstritten die vom Seeungeheuer vom Loch Ness, auch Nessie genannt. Es handelt sich dabei um ein Tier oder eine Gruppe von Tieren, die noch heute im Loch Ness, hier hoch oben im Schottischen Hochland leben. In gross angelegten Suchaktionen sollte bewiesen werden, dass es existiert - nie wurde etwas entdeckt - doch nicht alle Augenzeugen lügen. 

Als wir unsere Karre auf den Parkplatz stellten und den ersten Blick über die Böschung hinunter werfen, wird einem klar, woher dieser Mythos wohl kommt. Der See ist tiefschwarz und spiegelt so ziemlich alles, was am Himmel auch zu sehen ist. Das ergibt eine irgendwie leicht beklemmende und unbehagliche Stimmung, die ich gekonnt mit ungekonntem Gelabere überdecke... Es beginnt zu regnen. 

Unten am Wasser erhebt isch das majestätische Urquhart Castle auf dem sich einige Touristen tummeln. Flurina, die wie immer alles arschcool herunterspielt (denn ich bin mir sicher sie spürt die übernatürliche Präsenz ebenso, wie ich ;-) meint souverän, dass wir unserer Meinung treu bleiben sollten, dass die Burgen von aussen sowieso mehr Charme haben. Aber ob die Einwohner damals die Burg verliessen, weil sie von Nessie angst hatten?... huuuuhhhhh. 

Klar wird dieser Mythos in der Region schonungslos vermartet. Es gibt die Nessie Experience, das Nessie Museum und Hotel. Im Shop gibts Nessie für Zuhause zu kaufen. Wenn die wüssten mit was sie es zu tun haben... Nessie gehört nicht umsonst zu den "von Menschen nicht zugänglichen Arten", den sogenannten Kryptiden, zu denen auch der Yeti und Big Foot einreihen. 

Ich denke daran, wie wir gleich weiter fahren werden. Wir müssen zurück nach Edinburgh. Heute werden wir alles der Küste entlang cruisen, auf der Suche nach etwas Sonne und einigen schönen Schlössern und Landschaften auf dem Weg. Wir werden Menschen sehen, die Drachen in den Himmel steigen lassen und sich wie wir vor den Sehenswürdigkeiten Fotografieren um danach entspannt Eis zu essen. Das uns eine kleine, schwarze Regenwolke folgt, die immer dann regnet, wenn wir  aus dem Auto steigen - auch wenn es vorher noch so schöner Sonnenschein war, ist auch klar. Die haben wir ja bereits seit Skye gepachtet. 

Ich bin in Gedanken versunken. 

Oh, da war doch was! Da! Hinter der Welle! Hab ich dich!

Soll ich es Flurina sagen? Nein, die hällst mich für bekloppt. Ich habs gesehen, da bin ich mir ganz sicher =)









Montag, 29. April 2013

Protect Me!


27. April 2013 - Kyleakan - Inverness


Das wir hier Papageientaucher sehen, sei eine grosse Überraschung findet die Besatzung der Bella Jane, dem kleinen Boot, welches uns von Elgol aus übers Meer bringt. "Durch den Rückgang des Futterfisches ist die Pupulation hier auf Skye merklich betroffen und konnt später an." Hier haben sie also das selbe Problem wie auf den Färöeren. Die Wassertemparatur ist gestiegen und in den letzten Zwei Jahren sei es schwierig geworden in der Gegend dieses tolle Tier zu spotten. 

Ich habe ja für mich entschieden, dass die Isle of Skye einer der schönsten Plätze der Erde ist. Als wir an den Robben vorbei an Land gehen, sind wir erneut begeistert von was wir sehen und unter unseren Füssen spüren. Wir gehen jedoch ein anderes Tempo an, wie unsere Mitfahrer und setzen uns hin und nehmen den Moment auf und vergessen, wie wir gekonnt den Preis für die überfahrt von 24 auf 20 Pfund gehandelt haben. 

Wir erfahren von einem Touristen, der in diese Abgelegene Gegend wandern ging und seid gut einer Woche gesucht wird. Wir erinnern uns an die Steckbriefe, die überall hingen. Wer hat diesen Mann gesehen? Es packt mich und ich fange an aus den umliegenden Steinen einen Haufen zu formen. Flurina steigt mit ein und zusammen vollenden wir einen Stonepile, der von nun an alle vorbei kommenden, die so schlau sind und einen weiteren Stein hinzufügen, vor Gefahr schützen wird. 

Als wir später zurück sind heisst es mal wieder die Road zu hitten und diesen tollen Flecken Erde mit seinen aufgestellten Menschen zu verlassen. Wir nehmen den Umweg über Berg und Tal um auch ja nicht zu früh in Inverness an zukommen, wo wir die Nacht verbringen wollen. 

Weil wir immer der Nase nach fahren, haben wir es versäumt, die Adresse des angepeilten Hostels auch auf einer Karte zu prüfen. Mit anderen Worten, wir hatten keine Ahnung wohin in der Stadt, waren müde und suchten erst mal Unterschlupf in der Shopping Mal - genaur DIESER Shoppingmall, in der ich vor Jahren schon mal mit Cédric mich fürchterlich über die Preise von Pizza Hut aufgeregt habe, die sich, was mich noch mehr aufregt, nicht geändert haben. Bah, ich hasse Shoppingmalls. Durch eine Karte im angrenzenden Bahnhof finden wir uns dann glücklicherweise zurecht und der Abend endet mit grandiosem Barfood und einem wohltuenden Bier. 

Ich bin etwas verwirrt gewesen später am Abend. Das liegt wohl daran, dass mein Kopf und Körper gerade verarbeitet, was bald passieren wird. Sicher auch am Depressiv machenden Wetter. Mein Blick wird erst klarer, als ich mich mit Gordon, einem Waschechten, Rock tragenden Shotten in die Nacht plappere. Er motiviert mich, mich noch hin zu setzen und mit einigen Altlasten aufzuräumen. Es folgen zig lange Emails an Menschen, bei denen ich noch Leichen im Keller habe. Diese sind wohl immer noch da, aber immerhin ist mal wieder Worte dazu gesagt worden - damit es vorwärts geht. Zimmer aufrüumen, hat Mutti immer gesagt. 








Sonntag, 28. April 2013

Sonne, du bist son Arsch!

26. April 2013 - Portree - Kyleakan

Es ist schon beinahe zur Tradition geworden, dass Flurina und ich jeden Morgen wie Zombies nach einem Kaffee oder Red Boll lächzen. Weil gestern Abend relaxen angesagt war, waren wir heute besonders fit und früh unterwegs was heisst mehr Kaffee und mehr Red Bull. 

Wir waren noch nie so lange zusammen unterwegs und ich frage mich manchmal, ob ich ihr auch gerecht werde. Denn wie erwartet, bin ich sehr gechillt und mir ist gänzlich egal, wohin die Reise führt. Ich wäre auch schon soweit, einfach irgendwo zu sitzen und mich ab mir selbst und meiner Umwelt zu erfreuen hehe. Ich weiss aber auch, dass ich mein bestes gebe und mich selber bin und Flurina würde es sagen, wenn sie was stört. 

Heute haben wir Skye unsicher gemacht. Wow, was für ein Ort. Und was für ein Wetter.  Kurze zusammenfassung:

The Old Man of Storr - Während der Anfahrt super vom Licht in Szene gesetzt, kaum angekommen sträzt der Regen vom Himmel. Wir entscheiden nicht hoch zu steigen. Kaum weggefahren strahlt wieder die Sonne.
Kilt Rock - Toller Wasserfall, doch kaum steigen wir aus dem Auto beginnt es wieder zu regnen. Wir sind innert Minuten pitschnass. Fahren weiter, die Sonne scheint. 
The Quiraing - Bergkette im Zentrum der Insel. Fotogenes Schaf und pervers geile Aussicht auf Felsklippen. Nach 10 Minuten einsetzen von starkem Hagel. Zurück ins Auto. Bei runterfahrt... ich muss es nicht sagen. 
Coral Bay - Wunderschöne Bay mit aussicht auf Seehunde, die sich auf dem Stein tollen. Kaum da. Sturmhafter Regen. Pitschnass zum zweiten Mal. Nach weiterfahrt Sonne. 
Neist Point - Toller Leuchtturm und Felsklippen. Wiedersehen mit den Schweizern von gestern... natürlich im Regen!  Rest der Fahrt schönster Sonnenschein. Echt, fick dich, Bitsch :D

Wir fühlen uns wie Chinesische Touristen, die nur aus dem Bus kommen, Knippsknipps, zack, weiter :D






Samstag, 27. April 2013

On the Road to Skye

25. April 2013 - Oban - Portree


Und hier stellen wir definitiv fest: Schottland ist anders. Anders wie alles, was wir bisher gesehen haben. Die Berglandschaft der Highlands erinnert etwas an Island, wohl wegen des Vulkanischen Ursprungs. Jedoch sind die Berge hier grösser und kantiger. Es gibt klippen, die aussehen wie umgekippte Tische, die ich von den Färören kenne und lusches Grün wie in Irland. Am meisten erinnert es mich aber an den - überraschung - Himalaya. Am ehesten den auf Chinesischer Seite von Tibet. Doch wir sind uns einig. Das so etwas in Europa existiert, wird zu oft vergessen. Warum so weit weg, wenn das gute liegt so nah? 

Mir ist bewusst, dass ich das ich seid Wochen nur noch das gleiche Schreibe, aber es ist einfach so und steigert sich auf hohem Nivau nur noch weiter. Die Strasse schlängelt sich durchs Gebirge und der Ausblick ist fantastisch. Doch leider hat das auch seine Schattenseiten. Die tolle Stimmung, die durch das Licht und Schattenspiel hervorgerufen wird, bringt Wolken und wechselhaftes Wetter mit sich, was sich für uns Gfrörlis in merklich kürzeren Exkursionen ausserhalb des Wagens auswirkt. 

Flurina und ich sind uns in einem Punkt einig. Schlösser sehen von aussen viel besser aus wie von innen. Deswegen sehen wir auch keinen Grund Eintritt zu bezahlen. Das gilt auch für Eilean Donan Castle. Das Picture Book Perfect Schloss auf einer kleinen Insel im Wasser, ist nur über eine steinerne Brücke erreichbar. Im Besucherzentrum hängen fantastische Bilder aus dem Film Braveheart, der hier gedreht wurde. Gut, Braveheart wurde so zu sagen überall in Schottland gedreht. Aber hier sieht man doch am besten, wie es damals zu und her ging, zu Zeiten der Clands MClaud Maxwells, Johnstones, Turnbull oder wie sie alle heissen.  

Viele Menschen treffen wir nicht an. Das ist auch gut so, denn die Isle of Skye funktioniert am besten ohne jegliches Leben. Schafe akzeptiert. Woah, wie wuchtig die Berge und wie heftig die Farben. Uns wird klar, warum dies das Highlight vieler Schottlandreisenden ist. Mal wieder komme ich oder besser gesagt, die Kamera, nicht klar damit . Flurina fragt sich wie auch viele andere, warum ich das überhaupt mache. Sie kann damit gar nichts anfangen. Bloggen, Fotografieren, die stete Suche nach dem perfekten Bild. Ich weiss nicht genau was antworten. Einerseits, weil ich es seid bald 2 Jahren mache, andererseits weil ich jetzt nicht so kurz vor Ende alles fahren lasse. Nene, das Ding wird fertig gemacht - in best möglicher Qualität. :D

Wir crashen heute in Portree, der grössten Stadt auf Skye. Das finde ich super, denn so war es möglich, das grosse Spiel heute live im Pub zu sehen. Basel gegen Chelsea. Jamann, was gibts besseres als Pubfood, Bier und Fussball :D Auch wenn Basel verlor, die Erfahrung als einziger im Pub auszuflippen, während alle anwesenden lächelnd auf den rumjuckenden Schweizer gucken. Wir treffen auf einige Zürcher, die ihr Ferierabendbier tranken, die wussten kaum wo Basel liegt. Aber freundliche Menschen waren sie trotzdem, hehe.






Freitag, 26. April 2013

Unfotografierbar

24. April 2013 - Balmaha - Oben

9 Uhr... Wow, so früh sind wir noch selten aufgestanden in den letzten Jahren (Haha). Wir sind in Schottlands Natur angekommen. Wie schon gestern angekündigt, ging es heute auf den Conic Hill. Unser Wissen über Schottland hört bei Braveheart auf, aber das Verständniss das man dieses Land für sich haben will, verstehen wir voll und ganz. Während dem Bergsteigen sehen wir den Moosüberwachsenen Waldboden. Ich kann mich nicht zurückhalten und muss durchtollen wie ein kleines Kind. 

Auf dem Weg nach oben heben wir auch noch einen Geocache, der wunderbar in einem alten Baumstumpf versteckt war. Dann wirds rau. Der Wind blässt aus dem Tal den Berg hinauf und lässt sogar die kleinsten Gräser und Sträucher rhythmisch im Wind liegen. Das wandern durch Schäfchenweiden ist gerade besonders schön, weil auch hier grad Lammsaison ist und überall ganz fluffige Lämmchen rumrennen. Afff.... Füüüüüüffff!  Wir treffen auf einige Hiker, die den West Highlands Trail machen. Das ist ein 170 Km langer Trek, der hier so ziemlich jeder zu machen scheint. Ausser uns. Wir erklimmen nur Berge. 

Die Aussicht ist riesig. Orkanmässig blässt es einem um die Ohren. Geht man nur ein wenig auf die Schattenseite ist es windstill. Da setzen wir uns und schauen uns Schottland von oben an. Apropos "Oben" Da schlagen wir eine kurze Autofahrt später unsere Zelte auf. Ein Fischerdorf an der Westküste und Heimat des berühmten Oben Single Malt Whiskeys. 

Natürlich statten wir der Destillerie einen Besuch ab. Flurina arbeitet seid Jahren im Gastgewerbe und geht das ganze sehr professionell an, während ich mich hauptsächlich auf die Degustation am Ende freue :D Wir probieren einen Whiskey, der erst 3 Jahre gealtert hat mit stolzen 56 Volumen Prozent. Boah, der geht schwer runter. Aber bereits hier schmeckt man die verschiedenen Geschmacksrichtungen, die erreicht werden wollen. Bei Oben sind das Rauch, Orangenschalen, Meersalz und Honig. Witzigerweise erkenne ich davon gar nichts. :D 

Ich bleibe lieber beim Bier. Davon gabs abends im Pub genug. :D Bier, Fussball und Flurina. Das ist doch gut. :D Das hilft mir auch drüber hinweg, dass ich mich den ganzen Tag irgendwie gestresst fühlte. Die Landschaft ist so riesig. Aber der Gigantismus hat seine Schattenseiten. Ich kriege es nie auf ein Foto. Wie gerne würde ich euch die ganze Schönheit zeigen, aber es ist schlicht nicht möglich diese Stimmung einzufangen. Das hat mich ziemlich erledigt heute. Dieses Land ist einfach unfotografierbar.






Donnerstag, 25. April 2013

Glases of Saphir

23. April 2013 - Edinburgh - Balmaha (Loch Lomond)

Es kommt uns vor, als wären wir schon Tage lang hier draussen. Die Stadt liegt hinter uns und Flurina kommt mit der linken Seite bereits sehr gut zurecht. Es braucht echt nur einige Stunden und man ist drin. Bis dahin betet man, dass nichts passiert, weil man ja bei der Versicherung gespart hat. Doch heute ist das alles Egal, denn heute sehen wir alles durch die Saphir Brille. 

Ich hätte sie kaufen sollen, damals in Dublin, als mir dieses perfekte Stück ins Auge stach. Zum Bluten brachte mich der Preis. Der war zu hoch. Nie aber liess mich der Gedanke los. Doch Dublin ist weit, gestern war Edinburgh. Die Brille nicht die selbe. Doch als ich sie heute aufsetzte, erschien mir alles plötzlich in Feuerroten Farben und der Himmel schien zu brennen. Beinahe den ganzen Tag habe ich sie auf und fühle mich wie im Kaleidoskop beim Sonnenyoga, wenn das dritte Auge kanalisiert. 

Die Natur hier um den Loch Lomond findet im Kopf und der Fantasie statt. Die Tektonik hat hier faszinierendes Geschaffen und das Land mit Bergen und mit Wasser gefüllten Furchen, den Lochs gesegnet. Von Oben sieht das ganze aus wie die von Runzeln überzogene Haut eines älteren. Man siehts nicht, aber spürt es bei jedem Schritt. Diese Energie spürst du, wenn dus zulässt. Das Farbenspiel des tiefen Lichteinfalles wirkt sich in starkem Kontrast aus. Die kleinen mit Bäumen bewachsenen Inseln im klaren Wasser wirken wie Magnete und der Wind erinnert einem daran, dass es kein Traum ist. 

Seid meiner "Erleuchtung" in Dublin habe ich Urlaub. Ich hab Flurina erzählt, dass es mich nicht interessiert, wo wir hin fahren, so lange wir zusammen eine starke Zeit haben. Ich bin fertig, angekommen. Diese Zeit nun ist eine neue Ebene von Freiheit. Die Freiheit das zu tun und zu denken was ich will, ohne irgend ein verzerrenden Einfluss, der einen Gedanken so formt, dass man sich selbst anlügt und sagt: Wow, was für ein Tag, obwohl er eigentlich ziemlich Scheisse war. Aber man ist ja im Urlaub, da ist jeder Tag super. Zumindest auf Facebook. 

Das ganze Interessiert mich nicht. Es geht um die Befriedigung und Festigung einer Freundschaft. Zwei Menschen mit dem Auto unterwegs. Roadtripping mit der Roten Brille auf. Dann Pasta zum Znacht und ein kurzes Cluedo-Spiel. Dazu Cider und Ideen für die nächsten Tage sammeln. Wenn die Sonne schon so schöne Schatten wirft, dann soll man sich auch bedanken. WIr werden ihr etwas näher kommen, wenn wir morgen den Conic Hill besteigen. Sonnenkinder sind selten.






Mittwoch, 24. April 2013

Edinburgh

22. April 2013 - Edinburgh

Flurina fühlt sich wie daheim. Mit einer riesen Freude stolziert sie durch die Stadt und steckt mich mit ihrer Euphorie an. Mir ist das gerade recht, denn ich weiss, dass es bald nach Hause geht und seid meiner "Erleuchtung" gestern, muss ich erst noch etwas den Tritt wieder finden. 

Eins aber mal vorweg: Edinburgh ist eine wahnsinns schöne Stadt. Nicht umsonst wurde auch J.K Rowling von ihr so dermassen inspiriert, woraus die zauberhafte Welt um einen kleinen Zauberer namens Harry Potter entstand. Während unserem Marsch durch die Stadt kommen wir an einem College vorbei, welches Hogwarts sehr ähnlich sieht und auf einem Grabstein entdecken wir... Thomas Riddels Grab. Hach wie schön, wenn sich so ein Schleier des mystischen über einen Ort legt. Der verbaute Stein, der sich nach Jahren immer dunkler färbt, gibt Edinburgh seinen einzigartigen Look. 

Im Zentrum der Stadt ragt das berühmte Castle über alles hinaus. Auf einem Berg, einst ein Vulkan, wurde es bis an den Rand der Klippen gebaut. Wie spektakulär das aussieht, sehen wir beim erklimmen des Arthurs Seat, dem Hausberg. Wie überall auf den Inseln hier stürmt es mal wieder heftig - jedoch in einer angenehm erfrischenden Temparatur und so hat Flurina nun auch ihre ersten Klippenbilder :D 

Was mich hier sehr begeistert ist mit Abstand die Mächtigkeit der Häuser. So viel Liebe, Details und Grösse... Das hat echt etwas.






Dienstag, 23. April 2013

Kreise schliessen

21. April 2013 - Cork - Edinburgh

Das ist ja noch ein ganz lustiger Abend geworden gestern. Cork ist gegenüber den Aussagen vieler gar nicht so hässlich wie erwartet. Und die Pubs waren um einiges Urchiger und weniger von Ausländern überlaufen wie noch in Temple Bar. Das wirkt sich auch auf die Stimmung nieder. An den Wänden hingen schawrz-weiss Bilder aus der Vergangenheit und überall gibt es kleine Sitznischen und das Bier fliesst in Strömen. An den Wänden der Geruch vieler trinkfreudiger Nächte. Genau das haben wir gebraucht. Eine Ur-Irische Bar mit Ur-Irischer Life Musik mit Fiedel, Banjo, Gitarre und Gesang. 

Wir waren gerade noch so dabei als Céline plötzlich von der Bar kommt und erzählt, dass es kein Bier mehr gibt! Und wieder ist es uns passiert, wir haben die Sperrstunde verpasst. Um 2 Uhr nachts macht hier in Irland nämlich alles zu. "To many drunk Irish" wie der Security meint. Doch wir haben noch nicht genug und tun etwas vom niedrigsten, was wir je angestellt haben. Bevor der Aufräumer all die halb leeren Bierflaschen und Gläser abräumte, haben wir uns die geschnappt und uns mit abgestandenem, lauwarmem Bier uns noch das gegeben, was wir wollten. Einen hässlichen Suff, von dem wir heute früh noch Träumten. Wie war das noch? In der Not frisst der Teufel Fliegen :D

Von Céline habe ich mich so herzlich wie möglich verabschiedet. Ich wünsche mir, dass dieser tolle Mensch noch etwas in meinem Leben bleibt. Die Grundlage ist gelegt. Sie hat mich bewegt. 

Nun, der Flug nach Edinburgh war easy. Flüge sind bei mir ja inzwischen so Routine, das ist ja schon fast nicht mehr gut. Nichtsdestotrotz ist es der zweit letzte Flug dieser Reise und etwas sentimental werde ich da schon. 

Flurina und ich werden die nächsten Tage noch die Schottland erkunden. habe ich euch überhaupt schon erzählt dass sie kommt? Wenn nicht, denn bitteschön :) Es ist schon witzig, wie isch im Moment so viele Kreise schliessen. Flurina war ja für mich damals die Person die mir geholfen hat die Angst vor dem Reisen zu verlieren. Fleissige Blogleser kennen sie auch noch aus Bangkok, wo wir zusammen die Kao San Road Kaputt gemacht haben. 

Unterkommen tun wir bei der Anna. Ja genau! Die Anna die damals mich veranlasste mit der ganzen Gruppe von Deutschen Studenten Thanksgiving in Lake Tahoe verbrachte. Sie hat auf Facebook kombiniert, dass wir nach Schottland kommen und uns gleich zu sich auf die Luftmatratze im Studentenheim eingeladen. WOW! :D 

Von Edinburgh weiss ich nicht allzuviel, ausser das es schön sein soll und Harry Potter dort geschrieben wurde. Mal sehn, was da auf uns zukommt.

Ich freue mich :) 

Retrospektive

21. April 2013 - Intermezzo

Wenn ich mich an die Reise mit Lukas erinnere, die für mich zu der intensivsten Phasen meines Lebens zählt, erinnere ich mich, wie ich damals zu diesem Menschen aufgeschaut habe. Lukas hatte etwas spezielles, eine Aura, die daher kam, dass er ein gefestigter Mensch, ein Charakter war. Wir waren nicht ebenbürtig. Oft stand ich im Schatten seiner Aura und oft fragte ich mich, warum mich gerade so ein Mensch in seiner Gesellschaft will. 

Dann kam Céline in mein Leben. Die erst unscheinbare Dame mit dem Funkeln in den Augen. Sie schaute zu mir auf. Schon damals, während unserer 20 Minuten, die wir uns in Medellin gesehen haben. Weil ich so viel gereist bin, alles zurückgelassen habe um die Welt und mich selbst zu entdecken, schaut sie zu mir auf. Auf der Suche nach dem Ich, was ich mir lange nicht eingestehen wollte, mir aber durch unseren Austausch immer klarer wird. Wir sind in der gleichen Konstellation wie damals Lukas und ich! Sie kommt mit mir, weil sie weiss, dass ich ihr mit meiner Erfahrung bei ihrem eigenen Prozess helfen kann. Ich war blind aber jetzt verstehe ich, dass es bei Two and a Halfmann genau ums Gleiche ging. Wir reisten zusammen um voneinander zu lernen. 

So hat jeder Mensch, den man trifft, irgendwo seinen Platz und seinen "Nutzen". Für mich brauchte es die Beiden um zu erkennen, das ich nun einen Level erreicht habe, auf dem Lukas damals für mich war. Das heisst für mich, dass die Zeit des Leidens in Central- und Südamerika, wo ich oft alleine war, wo es mir schwer viel gute Menschen zu treffen und ich schwer verletzt oftmals gar keine Lust mehr hatte, absolut notwendig war. 

Weil es alleine mir überlassen war, daraus Konsequenzen zu ziehen. 

Damals habe ich Island gebucht. Ich wusste nicht genau warum und wie ich es zum Beispiel Jenny erklären wollte. Im Nachhinein war es genau die richtige Entscheidung, das Motto von Operation Rückenwind von "Entdecken" zu "Freundschaft" zu ändern. Ecuador mit Selina, Peru mit Elodie, Brazil mit Jenny, Island mit Stéph, die Treffen mit Frida und Lukas und jetzt Irland mit eben Céline. Jeder von diesen Charakteren habe ich gebraucht um das Puzzle zusammen zu fügen und endlich zu begreifen.

Wenn man meine Reise in Kapitel unterteilen würde, dann wäre das erste Jahr wohl die Erkenntnis. Dort habe ich gelernt, wer ich bin. Im Zweiten habe ich gelernt, das zu werden, was ich sein kann. 

Als mir Lukas letzte Woche sagte, dass ich mich verändert habe, dass ich viel gefestigter und stärker wirke, waren wir plötzlich auf gleicher Ebene. Das war das grösste Kompliment, dass er mir unbewusst machen konnte. Céline's Wunsch, mit mir zu Reisen, dann der Schlüssel zur Erkenntnis.

Alles macht jetzt Sinn. 

Montag, 22. April 2013

The Karma Strikes Back!

20. April 2013 - Doolin - Cork

Es gibt andere gute Gründe um zu Frühstücken. Aber nicht, dass einem gerade die ach so heiss geliebte Karre unterm Arsch weggestorben ist. "De Schäiss mann, lieht eus eifach de Charre ab!" Bigge, may you or your Kupplung Rest in Peace. Du hast schon zu Beginn der Reise einen seltsamen Geruch verbreitet. Doch das machen wir ja auch. Wir dachten eher an eine Ratte in der Klimaanlage wie an eine kaputte Cludge. Nun fährst du nur noch 50 und riechst wie Arschwasser. Das gefiel dem Garagisten genausowenig wie der Autovermietung am Telefon, dass sie uns jetzt einen ersatz vom nahegelegenen Shannon-Airport schicken. Ja Biggie, übernimmst du die Rechnung? 

Schade, dass wir uns so trennen müssen. Bigge du warst grossartig, aber auch alt. Wir wünschen dir alles Gute. Mögen die Autogötter mit dir sein. 

Auch heute Morgen war niemand im Hostel. Zwar lugte mal eine ältere Dame ins Zimmer, die uns fragte, ob wir spät angekommen waren. Das war es dann aber auch. Auch in der Rezeption war niemand und im Haus nebenan erst recht nicht. Da waren wir rebellisch und zogen von Dannen. Das wir nun hier in Millton festsitzen scheint der Ausgleich des Karmas zu sein. Oh ja, das Karma ist überall! Wenn du es wirklich brauchst und verdienst, dann ist das Glück auf deiner Seite... oder eben nicht. 

Es dauerte geschlagene 3 Stunden bis Ersatz da war und wir müssen noch Abwarten, was die Firma entscheided, ob es unser Fehler war oder ob Biggie einfach nicht mehr konnte. Trotzdem war unser Tag gelaufen. Der Ring of Kerry, weitere Naturschönheit und für viele der Grund nach Irland zu kommen... liegt nicht mehr drin. 

Etwas genervt und Müde vom Stress begeben wir uns auf die Fahrt. Das neue Auto tut einen guten Job und wir crashen in Sheilas Hostel in Cork. Von hier aus werde ich morgen Fliegen, während die Dame nach Dublin zurück kehrt um noch eine Woche Englisch zu lernen. Wie Céline zu sagen pflegt, der Abend ist noch nicht geschrieben. Desswegen tun wir das auch nicht und werden es wohl auch nicht. Denn es ist unser letzter. Denn lassen wir uns nicht verderben.


Sonntag, 21. April 2013

The J-Moment (by Céline)

19. April 2013 - Killcar - Doolin


Oke, 7Uhr aufstehen... Ziel verfehlt. 
Aber wir staunen am Schluss des Tages doch nicht schlecht; dass wir auch mit 2stündiger Verspätung das vorgenommene Programm trotzdem durchbringen. Und wie wir das Durchbringen!
Doch zuerst mussten einige Kilometer vom schönen Donegal und damit weg von Shaun und seinem leicht spitzen snoopdog "Lucky" - runter der Westküste nach, zurückgelegt werden. 

Nach 3,5h erreichen wir Galway und lächzen nach Essen und Toilette.
Eigentlich sind wir wiedermal scharf auf Mc,... steuern aber zuerst doch einige irische Pubs an. Langsam schleicht sich nämlich doch ein wenig das schlechte Gewissen ein; Mc- Essen kriegt man schliesslich überall!
Nachdem aber die Pubs vor allem und meist ausschliesslich Bier anbieten und der Mc dann auch noch zufälligerweise; und ich meine wirklich zufällig! – vor uns auftaucht; können wir dann doch nicht widerstehen. Nicht nur wir, sondern vor allem der Mut von Lukas scheint dadurch gestärkt, dass der Moment – den Bart zu stutzen – jetzt gekommen ist. Und es lohnt sich!

Auf dem Weg zu unserem Tagesziel – den Cliffs – liegen zwei weitere Sehenswürdigkeiten, die wir uns nicht nehmen lassen. Schliesslich lassen wir uns nicht lumpen!:-)
Zuerst steigen wir in die A… Cave – keine Ahnung mehr wie die hiess – runter. 
Diese Höhle wurde von einem Bauern entdeckt, der seinem ausgebüxten Hund hinterher hechtete, während dieser wiederum einen Hasen zu jagten versuchte. Der Bauer behielt diese Entdeckung aber stinkfrech für sich – geschlagene 30 Jahre lang!
Jetzt jedoch, können auch wir uns von den unterirdischen Stalagmiten und Stalaktiten, sowie von den runterplätschernden Wasserfällchen berieseln lassen. 
Super…, der erste richtig richtig strahlend schöne Tag in Irland – und wir gehen unter die Erde!
Aber Sonnenschein gibt’s heute dennoch genug, wie sich rausstellt.
Weiter geht’s, dem Burren entlang. So heisst diese Gegend hier und wird seinem Namen „steiniger Ort“ richtig gerecht. Die Hügel sind mit glatten Kalksteinen überzogen und lassen Poulnabrone Dolmen, oder auch „Hühnerbeinchen“, wie wir das Steingebilde liebevoll nennen, zuerst nur schwer erkennen.
Dass Hinkelstein- ähnlich aufgestellte Dings mit Deckel drauf ist zudem nämlich auch gar nicht so gross, wie es auf Bildern erscheint… Aber trotzdem erfreuen wir uns natürlich auch an diesem Ort, zumal es sich auch noch so wunderbar für die nächsten Jumper- Fotos eignet.

Ca. 2h vor Sonnenuntergang, treffen wir dann – trotz nicht ganz richtig klingendem bzw. aufheulendem Motor?! – bei unserem Ziel ein… den Cliffs of Moher!
Schon wieder Cliffs? Klaar, die hat man schliesslich sonst nicht grad so vor der Hütte stehen; und nachdem die Slieve Cliffs die Höchsten in Europa waren, lassen wir natürlich auch die längsten der Welt (oder so…) nicht aus.

Und wiedermal überwältigt uns der Anblick; vor allem da es nun die gewünschten Pics mit dem klassischen Motiv gibt – grüne Wiesen vor dem Abgrund zum blauen Meer. Und dazu auch noch blauer Himmel, der sich immer roter färbt durch die untergehende Sonne und sogar einem Ruinchen auf den Cliffs. 
Wiedermal kitschig? Schon ein bisschen… Ist aber so!
Schliesslich befinden wir uns auch im Land der Leuchttürme und Regenbögen. 
(Und im Land der Kreisel – was an dieser Stelle mal erwähnt werden sollte!!)

Und dann ist er endlich da… Der J Moment. Unbeschreiblich, aber genau zur richtigen Zeit  am richtigen Ort. Und das Bier dazu darf natürlich auch nicht fehlen!
Den Leuten scheints allesamt zu kalt zu werden. Obwohl dieser reichbesuchte Touristenort zu dieser Tageszeit doch eigentlich am schönsten ist (?!), bleiben wir alleine.  Doch… Zwei Japsen schaffen es zu später Stunde, mit ihren Kamerastativen – aber halt verpasstem Sonnenuntergang, auch noch auf die Hügel.
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Der Tag könnte jetzt eigentlich perfekt abgerundet sein, doch ein Schlafplatz muss ja auch noch her. 
Und so treffen wir im nahegelegenen Doolin auf ein Hostel mit dem wunderbar passenden Namen „Rainbow- House.“ Nur blöd ist es verlassen. Oder irgendwie auch nicht…, einchecken ging schliesslich noch nie schneller. Das Bettchen kann man sich so gleich selber aussuchen, ohne das lange Geplapper an der Rezeption.
Aber natürlich nicht, bevor wir ein extrem nötiges und deftiges Pup- Nachtessen vertilgen, dass – soweit ich mich erinnern mag – noch nie besser geschmeckt hat. 
Inklusive Livemusik versteht sich. Yes, wir haben’s also doch noch in ein Pup geschafft heute.
Na dann, good night!