Es ist gerade nicht so einfach hier. Nachdem mich die Sandrine heute abgeholt hatt und mir ihre Situation schilderte, war mir auch klar, warum das ganze so eine Zangengeburt war. Auf jeden Fall "durfte" ich den abend mit Ihr und Ihren freunden verbringen, aber ich fühlte mich nie richtig willkommen und fehl am Platz wie noch selten. Ganz ehrlich, das hätte ich mir sparen können. Ich könnte jetzt irgendwo auf der Route 66 rumgurken oder in Vegas mein Geld verspielen. Aber ich habe mich für die Freundschaft entschieden und wurde bitter enttäuscht, wobei ich ihr Problem nicht recht verstehe. Nun, was will man machen. Wir haben uns am Freitag nochmals verabredet, aber ich habe gerade überhaupt keine Ideen und Lust, was ich die nächsten Tage so machen könnte. Es kostet einfach alles so viel Geld, das ich nicht ausgeben möchte und hier im Hostel hats nur doofe Leute und ins teurere möchte ich auch nicht umziehen, weil mir das Geld zu schade ist. Dass es mich nach diesem tollen Anfang auf meinem US-Abenteuer so runterdrückt, hätte ich nicht gedacht. Ich bin sehr enteuscht und würde zu gerne verstehen, warum man mich einlädt und dann sitzen lässt.
Ich gehe jetzt erst mal Schlafen und schecke die Situation morgen noch mal.
Back in China, war da dieser Australier, von dem ich mir die grandiose TV Serie "Man vs. Food" kopierte. Ein Mann der durch die Staaten reist und überall Food Challanges absolviert. Der Grösste Burrito, der fettigste Hamburger, die schärfsten Hot-Wings, man sieht in welche Richtung das geht.
Nach einer Horror Nacht an der Greyhound Station in Los Angeles, in der gar nichts klappte, wie es sollte, bin ich nun wieder in SF. Um einen erneuten Versuch zu starten, die Sandrine zu treffen. Sie war ja weg, als ich zum ersten Mal hier war und gestern hat sie mir wieder einen rein gedrückt. Sie hatt anscheinend keinen Platz bei sich daheim, weil schon ein anderer Freund da schläft. Ich teile gerne mit, dass wir eine feste Abmachung hatten. Immer mehr beginne ich zu schätzen, was die Wai in Hong Kong für mich tat. Sie hatte auch heute keine Zeit mich zu treffen, aber morgen, morgen um drei haben wir uns verabredet. Obwohl ich der kleinen am liebsten die Leviten lesen würde um ihr nochmal klar zu machen, das wenn man mich fragt, ob ich kommen möchte, meine ganze Reise umstelle und viel Geld ausgebe um einen Menschen zu sehen, den ich mag, ich das dann auch tue. Sie ist sich dem Ausmass des Ganzen definitiv nicht im klaren. Das enttäuscht mich sehr, weil so kenne ich sie nicht.
Nun, der Bus sollte um 1.20 Nachts abfahren. Mir wurde gesagt, das er verspätet sei. Also setzte ich mich hin und versuchte wach zu bleiben. Das ging auch eine Stunde lang gut, als ich dann aber um 5 Uhr morgens wieder aufwachte und alle Menschen um mich weg waren, wurde ich stutzig. Der Bus ist tatsächlich um 3 dann gefahren, aber niemand war sich gut genug mich auf zu wecken, obwohl einige wussten, dass ich auf diesen Bus musste. Nun, ich erwischte dann einen um Sieben Uhr... schlussendlich. Im Bus stellte ich dann fest, dass ich meinen Hoody und mein Nessesaire an der Bushaltestelle habe liegen lassen. Die waren beide in der Oberen Tasche meines Rucksackes, welche zu meinem Schrecken offen waren. Es muss rausgefallen sein, er klaut schon Zahnpasta? Und ich habe sonst kaum warme Kleidung, das ist noch nerviger. Ach Sandrine, wenn du das lesen könntest und wüsstest, was ich hier für dich für nen Aufwand mache, nur um zu beweisen, dass ich zu meinem Wort stehe.
Also gönnte ich mir heute etwas spezielles und fuhr durch die ganze Stadt zu La Cumbres, die laut Man vs. Food die besten Mission-Style Burritos anbieten. Unterwegs lief mir plötzlich noch Hektor über den Weg, mein Puerto Ricanischer Kumpel, mit dem ich in LA viel geschwatzt habe. Er ist hier her gekommen um sich einen Job zu suchen. Er kam dann auch gleich mit und wir genossen einen Burrito mit Reis, Bohnen super Sauce und einem zerhackten Steak... TV lügt nicht... das Ding schmeckte galaktisch. Zum Weinen, wie der Lukas sagen würde. MMMMMMMMM. Und die Portion riesig! Obwohl ich die Challange, den Super Giant Burrito, 6 Pfund schwer, nicht angegangen bin. Echt, La Cumbres an der Victoria Street im Mission-District, die Reise auf jeden Fall wert. This Time, Food won!
Auf dem Weg dahin fiel mir auf, wie viele Homeless und Scumm auch hier rumlungern. Die Strasse ist beinahe überfüllt. ich kann nicht jedem was geben, da wär ich locker 100 Dollar los nach einer Stunde. Ich kann auch verstehen, dass sich da einige Westliche Touristen nicht wohl fühlen. Mich stört das Ganze nicht mehr, sehe ich aufgrund fehlendem Kulturbeutel nicht viel anders aus :P Für Sandrine mache ich mich dann Schick. So gut es eben geht :P
Später Abends habe ich mich noch in die Hostelbar begeben. Ich wusste aber innert kurzer Zeit nicht mehr, was ich da sollte. Ich hätte mich ja mit einigen Deutschen Jungs treffen können, die ich gestern noch im Hostel kennenlernte, aber ich wollte gar nicht. Es ist mal wieder einer dieser Tage, wo man merkt, wie gut man es doch hatte. Der Lukas, der Michael, der Jallale, die Wai, die Lee, die Verena, Albert, Emma, meine Truppe aus Neuseeland, die Annina und die Frida... was habe ich alles für tolle Menschen kennen gelernt auf meiner Reise. Sie haben mich bewegt und sind gute Freunde geworden. Und wie ich da auf diesem Stuhl sass, haben sie mir alle zur gleichen Zeit zu fehlen angefangen. Wenn ich hier zu erzählen beginne, versteht mich auch gar niemand. Es ist zu tief. Ich weiss nun, wie sich der Michael in Japan gefühlt hat und warum er geflohen ist. Nun liege ich im Bett und betäube mich mit dummen Filmen.
Rom wurde nicht über Nacht erbaut, die Tribüne für die Weihnachtsparade aber schon. Ein Blick aus dem Fenster meines 20 Dollar Dorms erschreckt mich. Päff!!! Plötzlich war sie da, die ganze Weihnachtsdeko. Päff!!! Es ist Advent. Von heute an. Immer habe ich mich gefragt, wies wäre Weihnachten unter Palmen zu verbringen. Ein abstruser Gedanke, von dem ich nun im Sonnigen Californien eine Kostprobe erhalte.
Zusammen mit Raphael, einem Bewohner des Hostels, mit dem ich gestern Abend kurz geschnackt hatte, gings auf eine Hollywood "Wo wohnen die Stars"-Tour. Ich wollte das ja eigentlich vermeiden. Aber ich bin heute faul und hab keine Lust durchs ganze Valley zu laufen (LA ist wirklich groooooooooossss) und so lassen wir uns chauffieren. Beim Playboy Manssion wollten wir dann aussteigen, jedoch guckte der Typ an der Tür so grimmig und machte uns angst und aus dem Mikrophon-Stein erklang ein "bitte gehen sie weiter". Besser gepasst hätte: "no coming here". Nette Tour und endlich mal das Hollywood-Sign gesehen. Das berühmte. Huiuiuiuiui. Ueber Beverly Hills und Melrose ging es dann zurück in die Stadt. Da draussen passiert das Hollywood, das man aus den Klatschheften kennt. Komischerweise sahen wir keine Stars oder Paparazzi, waren fast ein bisschen enteuscht. Was uns aber begeisterte, war die Schönheit dieser Gegend. Natürlich lassen die Stars ihre Häuser von massig Pflanzen umwachsen, damit nicht jeder reinguckt. Das sieht in einer Betonstadt zusammen mit den tollen Mansions ein schönes Gesammtes, auch wenn man genau spürt, dass die Leute da alleine sein wollen. Erstaunt bin ich aber darüber, wie klein und Intim diese Nachbarschaft ist. Es kommt das Gefühl auf, dass sich die Schreiber von Desperate Housewives mehr wie einmal da oben bei den Celebs bedient haben...
Endlich habe ich mir auch den Walk of Fame reingezogen. Von Oben bis unten habe ich meine Lieblinge gesucht und dabei das eint oder andere Mal herzlich gelacht. :D Seht selbst...
Nun sitze ich hier, warte auf die Weihnachtsparade, die ich aus meinem fenster beobachten werde. Neute Nacht fährt mein Bus zurück nach San Francisco. Ich wollte ja eigentlich ganz anders Reisen, aber über Vegas zum Grand Canyon oder noch weiter mit dem Bus und ohne Auto ist einfach zu teuer. es würde mich alles in allem etwa 350 Dollar kosten, ohne Essen. Das ist es mir nicht wert. Ich werde am Dienstag die Sandrine treffen und hoffe, dass ich mit ihr da rausfahren kann. Sonst werde ich ne Tour vom Hostel aus machen.
Mit mir im Computerraum sitzen einige extrem komische Franzosen, die hier Business machen und Touren anbieten, selber aber erst seit 2 Wochen im Land sind und extrem komisch aussehen, ich kann kaum meinen Blick abwenden. Die toppen sogar den anderen Franzosen bei mir im Zimmer, ein älterer Mann, der ein geschäfft eröffnet und Solarlampen, die man in den Boden einlassen kann, verkauft - und der Hostelbesitzer spricht auch plötzlich franzsösisch... Was ist auch los, so ein Freakplatz.
Stars und Sternchen, Trittbrettfahrer und ganz viel Scumm. Hollywood at its best. Obdachlose schlafen im Kodak Theatre, schnuppern am Sternenstaub. Was ist es, was diese Menschen hier her bringt? In die Traumfabrik? Etwa der Gedanke, das Brad Pitt während der Arbeit in einem Hühnchenkostüm entdeckt wurde, oder das Gefühl, durch die Nähe des Ruhmes, ein Blatt der Blume auf sie herabfallen könnte? Den Tag vergnügte ich mich im Themenpark zu Universal Studios, der grössten Studioanlage in der Gegend und entdeckte dabei auch die Originalsets von Desperate Housewives als einziges Outdoorset, das man besichtigen konnte, weil gerade Pause war. Die grossen Hallen sind natürlich strickt verschlossen (was habe ich mir auch gedacht) und nur mit VIP-Pass für 300 Dollar ergibt sich die Chance als Statist in ner Serie mit zu wirken.
Sterne habe ich keine Gesehen, ausser Shrek und Spongebob. Aber ich wurde 1 Mal als Bradley Cooper erkannt. das ist insgesammt nun das sicher 10te Mal auf dieser Reise und ich verstehe es immer noch nicht. Vielleicht sollte ich echt mal gucken, ob ich mit meinem Aussehen etwas anfangen kann und den prüden Schweizer ein für alle Mal ablegen.
Hollywood Freaks in a Hollywood Scene.
Sunset Blv, es ist spät abends. Mit zwei Fransösinnen bin ich ziemlich beduselt im Whiskyagogo am Tanzen. Es läuft Raggae, gespielt von ner typischen LA Band, die mehr wie Ganstas aussehen als Rastafaris. Meine Begleitung agierte verwirrt. Sind wohl zu jung. Rennen nur umher und vergessen zu geniessen. Dann sollen die halt, ich hab die Musik und den Vibe. 8 Bands für 10 Dollar im geschichtsträchtigsten Saal LA's. Was für ein Geschenk an mich selbst.
25. November 2011 - Fullerton - Anaheim - Hollywood
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich begrüsse sie ganz herzlich zum heutigen Spiel in der NHL der Mighty Ducks aus Anaheim gegen die Chicago Blackhawks. Die Enten mit den beiden Schweizern Luca Sbisa in der Defence und Jonas Hiller im Tor, brauchen dringend den Sieg gegen einen direkten Konkurenten, um in der Tabelle nicht den Halt und die Gunst der Fans zu verlieren.
Das Spiel hat dann auch vorzüglich begonnen. Bereits nach wenigen Minuten führten die Ducks mit 2:0. Sbisa erhielt sehr viel Eiszeit und hielt hinten alles dicht. Das ganze änderte jedoch im zweiten drittel, als das Ganze zu einem offenen Schlagabtausch mutierte, wobei beide Teams ihre Chance hatten. Die Ducks gingen mit einer 4:3 Führung ins letzte Drittel.
Jonas Hiller hatte bei allen Gegentreffern keine Chance und stand seinen Mann. Luca Sbisa hatte mit seinem Assist zum 4:3 erheblich zum guten Dastehen der Ducks beigetragen und wirkt bei allem was er tut souverän. Seine Ausfstellung in der Startformation ist durchaus gerechtfertigt, selbst für seine noch jungen Jahre. Das er mehr Männlichkeit hat, wie viele denken, sieht man an seinem Moustache, der Dicht und Fett von der Oberlippe prangt. Es ist ja auch Movember.
Die Chicago Blackhawks kamen wie auf den Kopf gestellt aus der Kabine und gaben nun richtig Gas. Zu viel für Die Ducks, die in nur wenigen Minuten den Score auf 4:5 wuchsen sahen und das kollektive Zusehen beim 4:6 war nur der Punkt auf dem I, das die Stimmung der Fans zum überlaufen brachte. Während die einten Tanzten und das Team anfeuerten, verliessen die ersten bereits das Stadion und verpassten so einen fulminanten Schlussspurt in dem die Enten noch mal alles nach Vorne warfen und 7 Sekunden vor Ende zum Anschlusstreffer kamen - Das war aber leider zu wenig und so verlor das Disney-Team erneut.
Damit zurück ins Studio ins Hollywood Youth Hostel.
Da stehen wir nun auf dem Pier von Santa Monica, schauen aufs Meer, den Sonnenuntergang und wie sich die Farben an den Häusern von Venice Beach spiegeln. Da drüben ist Malibu Beach und Charlie Harper Haus. Die Freaks und die Kinder vergnügen sich im Rummel, fahren Achterbahn, Riesenrad und lassen sich die Zukunft lesen. In was bin ich hier nur wieder geraten? Was für einen Traum darf ich hier leben? "a Nice Ice in Venice with Enis"
Untergekommen bin ich daheim bei meinen Deutschen Studenten in Orange County, denen ich das alles zu verdanken habe. Ohne Auto ist es hier nämlich schwierig bis unmöglich an die Spots zu kommen.
Ich sehe zwar nix von OC oder Californication, aber wie das hier aussieht und die Freaks die einem hier über den Weg laufen, lassen auf einigen Wahrheitsgehalt in den Serien schliessen. Ich komme mir vor, selbst ein Teil einer Serie zu sein, ein Teil einer Serie, in der sich der Hauptcharakter gerade Tickers fürs Spiel der Annaheim Mighty Ducks (mit den zwei Schweizern Jonas Hiller und Luca Sbisa) gekauft hat und nach dem Spiel morgen dann gleich weiter an den Hollywood Blvrd fährt, wo er ein Hotel hat.
Vor den Supermärkten stauen sich die Menschenmassen, um die Nacht hier zu verbringen. Morgen ist Black Friday, der Tag an dem alle Schwarze Zahlen zu schreiben beginnen und dies durch Sonderrabatte einzudämmen versuchen. The American Way of Life. Es ist Thanksgiving und alle sind gut gelaunt. Sie treffen ihre Familien, essen Truthan, so wie wir vor zwei tagen.
Nun gehen wir essen, in ein Cheesecake Restaurand. (Nachtrag: Aufgrund von TG hatte natürlich alles geschlossen, sogar McDonalds) Kriegt ihrs gebacken? Ich nicht. Und ja, in einem Monat ist Weihnachten :D
Der Titel ist berauschender, als der Tag, den Wir erlebten. Nach Aufteilen in die verschiedenen Autos ging es los. Die einten fuhren zurück nach SF, andere sonst wo hin und ich ging mit in den Wagen nach Los Angeles. Dies sollte ein 10 Stunden Ritt werden, der es in sich hatte. Weil unsere Fahrerin, die Anna, selten so lange fährt, haben wir die kurze Strecke über Land gewählt - und sind dabie schier verblödet. Endlose Weiten, Mal ein Hügel und ein Haus, mal ein McDondals, alles auf Spanisch wegen den Mexicanern und natürlich nur eine Strasse, die schnurstracksgerade durch die Prärie führt.
Der Freeway ist voll von Menschen, die nach Hause oder zu besuch fahren. Morgen ist ja Thanksgiving. Das füllt die Strasse hier sehr und fahren können sie nicht wirklich. Das es heir erlaubt ist, rechts zu überholen, fördert die Sicherheit auch nicht wirklich und sie treten gerne auch mal ohne Vorwarnung auf die Bremse, wenn das Ende des Staus kommt ^^ Alles Penntüten :D
Als Highlight gab es ab und an ne Verfolgungsjagt der Polizei, so richtig wie im Film hehe, das hatte schon was. Es ist auch krass, wie es an den Raststätten hier nur Fastfood gibt. Obwohl jeder Essensladen hier die Kalorien seiner Produkte angeben muss, gibt es gar keine andere Möglichkeit. Ich nehme einen Salat bei McDonalds mit 20 Kalorien :D
Was raschelt denn da draussen? Gespannt schauten wir aus dem Stubenfenster und staunten, was wir da sahen. Da machte sich doch ein waschechter Waschbär an unseren Getränken zu schaffen! Ein riesen Ding, so wie man ihn von den Bilder kennt. Ich rannte raus um ihn zu verjagen, aber dieses Tier hatte keine Lust zu gehn, da ist doch klar, das ich noch bleib und ihm die Stirn biete. Angriffsposition beider Parteien und ich kannte kein Erbarmen, nach dem das Tier mich ansprang, mal kurz mit den Füssen zu stampfen und mich wild zu bewegen. Darauf verzog er sich, verschwand aber nicht. Erst als er hatte, was er wollte - eine Kartonschachtel - verzog er sich.
Das wir hier in der Wilden Natur sind, haben wir auch bei unserem Spaziergang gemerkt. Alles ist wunderschön unberührt. Der See liegt ruhig da und vor jedem Haus liegt ein Bötchen. Die Szenerie erinnert stark an Alan Wake, das Xbox-Spiel, das man bestimmt nach der Vorlage dieser Gegend generiert hat. Das haben wir auch bei der Nachmittaglichen Ausfahrt gemerkt, wo wir mit zwei Fahrzeugen einige tolle Viewpoints abfuhren. Die Stimmung ist ausgezeichnet. Weil Winter ist, sind fast keine Leute da. Die kommen wenn, denn erst auf Tanks Giving, den klassichen Feiertag. Die Lokaly Trucker-Radiostation (Geiler Bluesrock, boah.) betet schon beinahe gutes Wetter hervor... und keine Bigfootwarnungen :D
Apropos Thanksgiving, Die Mädels hatten gestern ne Idee und haben einen 15 Pfund Truthahn in den Kühlschrank gestellt. Was hatte ich für ne Freude. Ich muss zugeben, das kam meinem Wunsch von einem Tisch mit Familie und eben Truthahn schon ziemlich nahe. Ich finds wunderschön. Es war dann auch eine riesen Arbeit das Ding zu zubereiten - Wir sind ja darin nicht so erfahren, wie die Amis. Aber es schmeckte herrlichst. Der Abend wurde mit einem Bier im Jaccuzi abgerundet. In was für eine Welt bin ich hier wieder geraten, ich kann mir das doch gar nicht leisten.
Morgen gehts bereits weiter. Ich werde mich einigen Anschliessen, die nach LA fahren, bzw nach Fullerton, wo sie studieren und schaue dann, wie ich von dort weiter komme. Ich überlege mir nicht nach Las Vegas zu fahren, oder nur kurz. Mal sehen. Auf jeden Fall hat mich der Travelbug wieder. Es ist einfach zu geil, endlich mal all die Sachen zu sehen, die man nur ausm Tv kennt. Es war die richtige Entscheidung her zu kommen.
21. November 2011 - San Francisco - South Lake Tahoe
Alles kommt anders und nichts wie man denkt. Nach dem Motto bin ich heute spontan mit meinen Zimmergenossen, einer Gruppe Studenten aus Germany, in den Norden aufgebrochen. Die Kiwis haben versagt. Nichts war von ihnen zu sehen, vielleicht haben sie Prostituierte geheiratet, meine freunde sind sie auf jeden Fall nicht mehr. Vom Sonnigen San Francisco gehts an den Lake Tahoe, das liegt Schnee. Aber das ist alles Sekundär, denn ihr glaubt gar nicht, wie geil das Gefühl war, mal wieder 4 Räder unterm hintern zu haben - einen Ford Pickup!
Die Menschen hier kennen sich alle aus LA und Studieren da. 15 an der Zahl. Mal gucken, vielleicht krieg ich sogar noch nen Ride, das wäre ja perfekt.
Auf jeden Fall sitzen wir jetzt in einem Mega-Haus, nicht nur ner Hütte. Die musik dröhnt, die Spaghetti kochen und der Kamin brennt. Der Jaccuzi draussen ist mit 35 Grad perfekt geheizt und ja, es liegt Schnee. Am Kühlschrank hängt ne Bärenwarnung und überall ist Wald. Auch die Fahrt hier her war richtig geil. Leider wurde es schon sehr früh dunkel und kalt. Ein Grund die Party früher zu starten. :D
Morgen geh ich mir die Gegend hier angucken. Daher ich glaube, dass nicht alle Skifahren gehen, werde ich das auch nicht alleine tun. Bin ja gespannt. Die Sandrine hat mir gesagt, das dies ihr Lieblingsort auf der Welt ist... ich muss sie ausfragen.
Ich fühle mich richtig gut. Der Klimawechsel war nötig und die absolut richtige Entscheidung.
Noch nie war ich im Knast, noch nie habe ich schwedische Gardienen von innen gesehen und es ging einiges durch meinen Kopf, während ich mit meinem Audio-Guide durch das vielleicht berühmteste Gefängnis der Welt ging - Alcatraz!
Wow, das fühlte sich richtig heftig und gut an. Wie ein Hörspiel wurde ich von den Stimmen von ehemaligen Gefangenen und Wärtern Stimmungsvoll von Zelle zu Zelle, von Stock zu Stock geleitet. Das hat Spass gemacht und war das Geld auf alle Fälle wert und unterstützt den Mythos, der sogar Al Capone zum erliegen brachte, die Intensität und Wucht von The Rock. Ich will nicht wiessen, wie es war, als vom Festland die Stimmen zu hören waren...
Was war ich mal wieder motoviert heute. Gabs selten. Leider regnete es und meine Converse haben voll versagt. Trotdem lasse ich mich nicht davon abhalten, die Stadt weiterhin zu Fuss zu erkunden. Ich erklimme die Hügel in der Stadt, folge den berühmten Cablecar-Strecken und gucke mir die typischen San Francisco Häuser an - ach Full House war schon ne tolle Serie ;-)
Als wäre ich nicht schon genug gelaufen (Jap, es geht hoch und runter, das es kracht und meine Füsse wurden auch nicht trockener) suche ich den Bus um mir das letzte Highlight des Tages auch noch zu geben. Es ist alles so toll und einfach struckturiert hier. Kein undurchsichtiges Bussystem, die Strassen einfach und der Stadtplan korrekt. Westliche Welt, du hast mich wieder *hihi* Ich denke ab und an die Sandrine und die Wai und an ganz viele andere Menschen. Es ist toll auch endlich mal wieder Zeit dafür zu haben. Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, als der Bus abbrubt hält, ach, da ist sie ja, die Golden Gate Bridge!!! :D
Ich muss sagen, die USA überrascht mich bisher positiv. Ein jeder ist Saufreundlich, das Essen ist billig und es ist ein geiles Gefühl, all diese Dinge zu sehen, die man nur aus dem Fernsehn sieht. Und ja, die Bridge ist nicht nur im TV heeeeftig! Ich habe die USA nie als Reiseziel gesehen, die Bad Reputation im Tv, wisst ihr, aber ist man mal hier, fühlt sich das Ganze einfach stark an!
Heute abend geht nicht mehr viel, was bin ich auch Platt. Ich hoffe, dass die Zwei Kiwis noch auftauchen, mit denen ich eventuell morgen weiter fahre. Ich hoffe sie kommen, sonst wird mein Zeitplan etwas eng... Mal sehen. Theoretisch hätte ich keine Probleme hier noch länger zu bleiben :)
Jap, liebe Kinder, heute ist es soweit. Das Rätsel um den verschwundenen Lukas wird aufgeklärt.
But first, an extraordinary THX to Wai, my host for the last days. It was like having Vacation in Vacation, an Microcosm in a Bubble, where all the People around bounce back, when they touch it. Well meet again. Somewhen, Somehow.
Huch, da geht er ja schon, mein Flug! Die Wai ist noch mit an den Flughafen gekommen.
12 Stunde, raus aus asien hinein in neune neue Kultur, westlich und mit viel junger Geschichte, ja liebe Leute, es geht in die USA. Da ist die Katze aus dem Sack hihi. Hostel ist gebucht in north Beach, bei den Cablecars. Ich weiss noch gar nicht was denken, bin heute ziemlich durch werde die nächsten Stunden gut schlafen :D
Mist! Hätte ich mal nicht auf mein Glück gehofft. Hätte ich nicht weitergespielt, sondern einfach das Geld genommen und mit der Wai eins saufen gegangen. Der Lukas musste natürlich weiter spielen, bei ner Chance von Fifty-Fifty nicht unverlockend, natürlich alles verlieren. Bah, gibts ja gar nicht! Gibts ja wohl! Das ist Macau, das Las Vegas des Ostens. Stolz sind wir auf uns. Obwohl wir den Wecker etwa 10 Mal haben klingeln lasse, sind wir um 10 aufgestanden, bereit gemacht und los, ab in den China Ferry Terminal auf Kowloon, wo wir ja wohnen. Natürlich ging keine Fähre, warten hiess es. So war es dann 13 Uhr, als wir Macau betraten. Ein neues Land, Custom Immigration pur, die Wai kauft sich eine Stange Zigaretten für 120 HKD. So viel kostet in der Stadt eine Packung.
Was für ein Lärm! Was ist das? Das klingt nach... ist doch nicht etwa... Doch es ist! Es ist Grand Prix hier in Macau! Formel 3000 irgendwas. Voll posh mit Boxenludern und allem was zu einem Werbeevent gehört. Niemanden hat das Rennen interessiert, den grössen Sportevent des Landes. Nur der verunfallte Schwiezer klagt über die schlechte Organisation seiner Bergung. Kann ich mir vorstellen. Chinesen können nix. Hat man ja im Falle des tod gefahrenen Mädchens letzthin gehört. Uns auch nicht. Wir wollten nur in die Stadt. Die Shuttles waren Frei! Zu jedem Hotel konnten wir fahren.
Angekommen stellten wir fest, das es hier alles gibt, was Chinesen lieben. Kaputte Dinge, Strassen so eng und unübersichtlich blöde gebaut, das man gar nix findet und Luxusläden üebrall. China. Wir machten unseren Weg in die Altstadt. Richtig geil! Der Boden, wie in Lissabon mit Steinmustern aus Kopfsteinpflaster. Bunt, Kollonial. Das land ging erst 2006 offiziell an China über. War wohl der Anfang der Wirtschaftskriese für Portugal, denn was da eins an Geld in die Kasse floss... Die Highlights sind dann auch zusammengefallene Kirchen und Forts mit Kanonen. Richtig geil, lange nicht mehr gesehen.
Ich versuche mit meiner neuen Porno-Linse umzugehen, scheitere kläglich und muss wohl viel Fotoshoppen. Die Wai haut mit ihrer Minicam Bilder raus, dass es kracht. Die hat auch Fotografie studiert. Ach was mögen wir uns. Es wird gekuschelt, Händchen gehalten und Spass gehabt - auf freundschaftlicher Basis. Man muss diese Wildkatze einfach lieben.
Als Penis in der Landschaft steht das Grand Lisboa Casino. Als Form einer Blüte erstreckt es sich in den Himmel und seine Fallus-Artige Erscheinung ist ein weiteres Beispiel des neu chinesischen Reichtums. Sowas zu bauen ist ja wohl krank. Wir konntens nicht lassen. Fancy wie wir gedressed waren (Flipflops und Strandhosen) schmuggelten wir uns rein. Ich gewann bei nem Roulettähnlichen Würfelspiel 300 Dollar... den Rest kenn ihr ja. *hihi*.
Its was the first day of Wai's wise wild wet weekend. Wet because the Rain hasnt stop the whole day, because of me and because of the fact, that Hong Kong redidents do not have day off very often. Its end of the Wet Season here in the City and the Umbrella is the biggest gift. Dont mess with Wai's Umbrella unless you are a Bus, Truck or Ninja. This is how we dived into the Streets of Mong Kok.
And dont mess with Luke when it comes to buy something expensive like a new Camera or even only a Lens. Wai means that i totally fit into Hong Kong's frenzy of shopping and eating. A new Camera was needed. The Mission began, an Odyssey it became. A Successful one. But it did not look like it first.
Well, as you might know, there are floods in thailand. therefore it was impossible for Sony to keep deliver their fancy new Cameras that were my main Target. So i decided to Check what is actually broken with my old, old precious Camera. The well educated Boy behind the Counter of the Repaircenter told me, that the Body was fine, but the lens, yeah, the lens was broken. A new one required to be purchased.
After 2 hours of questing through the crowds of Mong Kok, the Shopping-Capital of Hong Kong, we've found a lens - THE LENS. This is what its price says it is. Well, it was a fancy 18-200 Zooming wide-angled Masterpiece and the last of its kind in maybe the whole city. So i took it, because i definitely want to take pictures again. Its now more a Lens with a Camera attached to it. Heureka! What a Day.
Now we're sitting here, right after our fantastic self cooked Spacks-Bolo. Her Legs on my Hips and my Laptop topping the sculpture. It just came in my mind that Wai torn her ligaments back in Tibet... She is still complaining some pain sometimes, the rest is fine. Tomorrow we'll go to Macau to win a million dollars. Wai says that shes very lucky.
Ich habs heute morgen nicht so recht gebacken gekriegt, dass ich in ner geilen Stube aufwache und draussen Hong Kong ist. Ich hab mich gleich nochmal umgedreht und den Luxus des Bettes genossen :D Wai ging arbeiten, die Arme, an ihrer Stelle will ich nicht sein, denn sie hat diese Nacht nicht viel geschlafen :D
Der grosse Vorteil, dass draussen Hong Kong ist, liegt darin, dass ich mich endlich auf die Suche nach ner Kamera machen kann. Dann passierte aber etwas undenkbares. An der Nathanroad wimmelt es nur so von Indern, die dich in ihren Läden abzocken wollen (Die können nix dafür, die werden so geboren). Ich wollte ja primär in einen Kamerashop und alle um mich herum wurden angesprochen, aber ich huschte, als wäre ich unsichtbar, durch die Menschenmassen. Um zu sehen, wie lange mein unfassbares Glück anhält, lief ich weiter, bis in den Hafen. Unglaublich! Nichtmal Drogen wollten sie mir verkaufen. Sehr ich schon so Local aus, dass mich der Scumm in Ruhe lässt? :D
Und dann strahlte sie wieder vor mir, die Skyline Hong Kongs verzauberte mich ein weiteres mal, so dass ich mich setzte, mir die kühle Biese um die Ohren sausen liess um dabei diesen Moment voll und ganz auf zu saugen. Dazu hörte ich den Soundtrack zum Beatles-Musical *Love*. Der Sonnenuntergang setze bereits ein - es ist noch nicht mal 4 Uhr? Die Spinnt ja, die Sonne
Bisschen Business hab ich dann auch noch gemacht. Ich schaute mir die Nex5 noch mal an, die ich ja bereits hatte und auch die D60 Spiegelreflex. Die Preise sind gut, nur muss ich es mir noch genau überlegen, ob ich in meinem Rucksack Platz habe für so ein Monster. Gerne würde ich auch Preise und Fähigkeiten vergleichen, doch leider funktioniert Wai's Internet auf meinem Rechner noch nicht. Das kriegen wir aber schon noch hin.
Es ist schon ein komisches Gefühl im Airportshuttle zu sitzen, mit der Wai zu quaseln und zum zigsten Mal in die Stadt hinein zu fahren. Nie hätte ich gedacht, dass Hong Kong einmal so zu meinem Wohnzimmer werden würde und nie hätte ich gedacht, dass mich die Wai in ihrem Wohnzimmer resideren lässt.
Gut, Wohnzimmer ist übertrieben. In Hong Kong gibt es ja keinen Platz und die Indischen Landlords wollen das auch nicht ändern :) So teilt sie ihre Kleinen Vier Wände mit mir und hatte mich am Flughafen erst noch mit nem Bradley-Cooper-Schild (Ihr Spitzname für mich) und nem, haltet euch fest, Chicken-Celery-Sandwich begrüsst - Dem besten Sandwich der Welt, es lebe 7-Eleven.
Es ist schön zu spüren, dass ihre Einladung damals wirklich ernst gemeint war. Nicht nur das - es ist ein tolles Gefühl, sich daheim zu fühlen und bei der Wai kann ich dass, wie ich schnell feststellte. Wir gönnten uns einige Biere und haben den Curfew im Park an der Nathan Road verpasst, so dass wir über die Gitter nach draussen klettern mussten :)
Ihre Wohnung befindet sich an der Kimberly Street, gleich neben dem HelloKittyMurderHouse (dazu später mehr) im 7 Stock und hat keine Aussicht. Aber egal, besser und gemütlicher wie Chungking Mansion sowieso und endlich mal ne Chance Hong Kong aus der Sicht von Locals zu erleben. Das wird geil. Das wird nochmal richitg toll.
In Bangkok zurückgelassen habe ich den Albert, die Raquel, die Ewa und die Flurina, die ich da zusammen gebracht habe und sich alle gut verstanden haben. Wie schön. Grosse Herzen für Grosse Menschen.
So, ich brauch ne Dusche. Der Grosstadtdunst klebt an mir.
Wir kommen endlich dazu, einmal über die nächsten Wochen zu reden. Wer schon mal etwas länger im Urlaub war oder einfach Glück hatte, nette Menschen kennenzulernen, wird früher oder später damit konfrontiert, das wenn man sich mal in der Nähe des anderen aufhaltet, man doch vorbei kommen könnte. Couchsurfing aber persönlich. Die Philosophie dahinter ist super, doch die Gefahr das die Füsse kalt werden ist gross.
Das bereitet mir gerade etwas Schwierigkeiten in meinen nächsten Destinationen, die ich hauptsächlich wegen/für diese Menschen gewählt habe. Der Plan sieht folgendermassen aus: Heute werde ich nach Hong Kong fliegen. Mal wieder :D Mit dem Ziel eine Kamera zu kaufen und nochmal etwas China zu schnuppern. Die Wai (vom Tibet-Trip) hat mir versprochen, mich unterkommen zu lassen. Ich habe aber länger nichts mehr gehört. Ob das nun klappt?
Am 19. gibt es einen grossen Stilbruch. Ich werde Asien ein für alle Mal verlassen und über den grossen Teich fliegen. Hoffentlich mit voller Motivation und Reisemoral um im nächsten Schritt noch mal richtig Rückenwind zu erfahren.
Dabei werde ich bei der Sandrine crashen. War auf jeden Fall so geplant, bis sie mir heute mitteilte, dass sie für Thankgiving (jawoll, dieser geile Feiertag mit Truthahn und so) und die ganze Woche, nicht zu Hause sein wird. Das ist jetzt natürlich Blöde. Zuerst habe ich mir riesig gefreut, zweitens muss ich jetzt umdenken. Aber lasst euch überraschen. Ich freue mich auf jeden Fall trotzdem riesig.
Der Fahrstuhl saust nach oben. Endlich. Beinahe hätten wir uns im Grand Plaza zu Bangkok verlaufen. So viele Winkel und Ecken, dabei wollen wir doch nur hoch, hinauf in die Skybar.
Man wird sensibel für Dinge, die man daheim gar nicht mehr schätzen konnte. Wir traten ein, um uns von der Waitress an unseren Tisch führen zu lassen, wo wir die nächsten 3 Stunden bei zwei Glas Wein verbringen sollten. Es wurde uns klar, was Luxus wirklich ist. Dazu gehört 1000 Baht für ein Glas Champagner ausgeben (zu können) oder einfach über den Anderen zu stehen, hoch oben über Bangkok, einer Stadt der Gegensätze. Unter uns die alten Häuser der Armen und neben uns die Glasriesen der Moderne und über uns die Sonne, die sich langsam ihren Weg zum Horizont bahnt.
Es war unser letzte Abend. Die Flurina, meine gute Freundin, muss morgen weiter. Wir habens mal wieder geschafft uns einen Moment zu generieren, der uns unsterblich macht. Es keinen Zentimeter mehr zwischen uns. Ein Fleck ohne Kontur.
Es ist so schön, dass die Flurina da ist. Ein bekanntes Gesicht neben einem, wenn man morgens aufwacht, zusammen den Tag meistert und dabei erst noch einen riesen Spass hat, als hätten wir uns nur ne Woche nicht gesehen. Es ist so wie früher. Das habe ich gehofft und unser Aufwand hat sich gelohnt.
Obwohl sie schon öfters hier war, hat die Flurina den Königspalast noch nie gesehen. Ihr hättet mein Grinsen sehen sollen - Na dann auf ein Neues! Wir kennen die Gegend inzwischen so gut, dass wir zu Fuss gehen können. Trotzdem sind wir einige extraschlaufen gelaufen, weil wir den Eingang einfach nicht finden konnte. Weil das Ding so gross ist, war dieser Umweg Kilometerlang (Gefühlte)... so kamen wir bei brutaler Hitze, (Wir warens uns ja gewöhnt, aber die Flu, die arme) beim Palace an, um dann fest zu stellen, dass in den letzten Tagen von Hand das Eintrittspreisschild überklebt wurde und das ganze nun statt 200 Baht brutale 400 Kostet. Diese Asiatische Freizügigkeit ging uns dann so sehr auf den Sack, dass der Royal Palace für uns alle ein weiteres Mal ein Mythos bleiben wird *lach*
Als Ausgleich besuchten wir den Wat Phron, den liegenden Buddha nochmal. Erneut schlenderten wir für Stunden rum und sogen die Ruhe in uns auf, wobei uns die allabendliche Mönchszeremonie im Haupttempel nochmal ein tief gehendes Feeling dieses anziehenden Flecken Erde gab. Ich bin froh, hier noch mal Zeit zu verbringen.
Raquel fühlte sich nicht so gut, womit wir dann zu dritt los zogen. Nach einigen Bieren traute ich mich dann zum ersten Mal über seine Beziehung zu sprechen. Da wurde mir gleich wieder klar, warum ich diesen Menschen so Mag.
Ich schildere ihm, wie ich die Raquel wahrnehme und erzähle ihm von der warmen, herzlichen Aura voller Freude, Ehrlichkeit und Liebe, die sie ausstrahlt. Albert hört und erzählt uns, dass genau das ihn so Glücklich macht und die beiden seit Fünf Jahren zusammen sein lässt. Dabei hat er ein funkeln in den Augen, wie nur Liebende sie haben. Sie sind nur wegen mir so lange nach Bangkok gekommen. Das tut gut. Das tut so gut. Wir haben noch viele gemeinsame Pläne. Nicht auf diesem Tripp, aber die Zukunft passt - wie der Vibe, der hier unter uns herrscht.
Ich war als erster Wach. Die Emotionen liessen mich nicht wirklich schlafen. Ich setzte mich ins Wifi und begann ein wenig an Lee's Bildern der letzten Tage zu schrauben. Ich durfte die Kamera halten und habe einige herrliche Shots gemacht. Das ist toll und lenkt ab. So erlebte ich mein persönlichen elften November zweitausend und elf, elf uhr elf Minuten und elf Sekunden. Elf Minuten... gutes Buch. Ich war entspannt.
Ich habe bisher meine Gefühle versteckt, aber heute Nacht spürte ich, wie leer meine Batterien sind. Sie reichen genau noch für Flu und danach muss ich irgendwie aufladen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich freue mich so, alle diese Menschen zu sehen. Mehr wie alles andere. Aber es geht mir an die Substanz. Ich bin froh, ist nachher erst mal Pause ;-)
Vielleicht helfen ja die Zweifel Paprikachips etwas nach, die Furina mir versprochen hat :D DROOOOOGEN :D
Ihr habt ja recht, wir habens nicht zum Königspalast geschafft. Die Mädels und ich zogen es vor, gemeinsam ein letztes Mittagsmal zu nehmen, bei unserem liebsten Strassenkoch, der das Beste Pad-Thai aufn Teller knallt und die beste Morning-Glory in Oystersauce serviert :D Der Albert war nicht da, der schläft wohl noch *hihi* Dann hiess es Abschied nehmen. Es kullerten die Tränen, aber nicht bei mir. Ich bin schon so platt, mich liess es beinahe kalt. Lee wollte mir unbedingt ihren Ring zum Geschenk geben. Ich verneinte, weil ich weiss, dass sie den seit 6 Jahren an ihrem Finger hat. "Nur geliehen, bis wir uns wieder sehen" meinte sie. Hei! das ist doch mein Spruch *hihi* Ich habe dankend zurückgegeben. So ein Geschenk kann ich nicht annehmen.
Nun sitze ich hier am Flughafen. Habe sogar einen billigen Shuttle aus der Stadt erwischt. 120 Baht anstelle von 400 fürs Taxi. Flurina hatte mir geschrieben, sie käme über Mumbai mit Emirates. Leider spuckt die Infotafel aber nur Dubai aus :D Da ist wohl jemandem ein Missgeschick unterlaufen oder die liebe Flu fliegt heute wo anders hin. *lach*
Oh nein, ich habe gerade Lees Ring in meiner Tasche gefunden... mit einem Brief: "Ich WILL, dass du ihn hast." Kinder, ihr macht mich fertig.
DA IST SIE!!!! Die Flurina :D Was für eine herzliche Umarmung. Das ist richtig schön! Weil sie in einem Luxusresort in Krabi arbeiten wird, hat sie auch hier in Bkk Luxusunterkunft, gesponsert vom Arbeitgeber... Das war super, weil es gab einen gratis Airporttransfer und ein gutes Zwischenlager für die grossen Koffer, bevor sie zu mir an die Kao San Road zog :D
Zusammen mit Albert und Raquel gab es dann einen wunderbaren, ausgelassen Abend. Wiedersehen macht freude! :D Und die Paprikachips hat sie auch gebracht :D
Was ich mit einem geliebten Menschen daheim gemeinsam habe, ist das wir gerade intensive Momente erleben. Auf ihre Geschichte gehe ich nicht näher ein, meine dagegen, beschreibe ich gerne.
Die Zeit mit meinen Israelimädels ist wunderschön und intensiv. Gute Gespräche und ganz viel Tiefgang. Nicht anders, wie damals in Tadong. Heute Morgen kam der Albert in Bangkok an. Zusammen mit seiner Freundin Raquel, werden sie hier ebenfalls Visa für Burma beantragen und auch den dreissigsten Albets nachfeiern. Auch diese Begegnung beschreibt man am besten mit dem Austruck eines grossen Lachens, einer festen Umarmung und permanent den Freudentränen nahe. Freude und Intensität. Ich war am Abend richtig, richtig geschafft und konnte mich kaum mehr erheben, mit den Mädels noch weg zu gehen.
Wenn du jedem ein Stück von deinem Herz gibst, hast du bald keines mehr für dich selber und für andere. Es macht einem richtig kalt, emotionslos und müde. Das Zauberhafte Bangkok ist ein idealer Ort für jegliche Gefühle.
Das letzte Teil von meinem Pumporgan gehört aber der Flurina, die ich morgen am Flughafen abholen werde. Davor gehe ich mit den Mädels noch den Royal Palace besichtigen und dann steht das Abschiednehmen an. Meine Freunde, ich weiss nicht, wieviel ich noch geben kann. Mein Herz ist wie ein Videospiel, es füllt sich nur langsam wieder auf. Es ist die Freude die mich stehen lässt. Die Freude auf die gute Zeit, mit der ich zu vergessen versuche, dass der Abschied sogleich näher kommt. Kinder, das ist richtig hart und wie mit dem Menschen zu Hause gemein, habe ich dafür keine Lösung.
Bangkok behandelt mich gut. Bis jetzt hat alles geklappt wie es sollte. Die Mädels haben ihr Visum und ich habs mal wieder geschafft meinen Hintern zu heben und einen Teil dieser faszinierenden Stadt zu erkunden.
Gerne erwähne ich die Gal nochmal, die es auf einfachste Art und Weise fertig bringt, jedem auf die Eier zu gehen. Inzwischen stellte ich fest, das es nicht nur mir so geht. Einen grossen Respekt an Lee und Keren, die es mit ihr aushalten. Es überrascht mich ja immer wieder, das so viele Israelis reisen. Das liegt daran, dass es beinahe Gruppenzwang ist, nach dem Armeedienst in die Welt zu gehen. Da geht dann halt jeder. Auch die, die besser zu Hause geblieben wären. Wie die Gal. Ich habe dieses Bild vom haarigen, bärtigen Menschen, der von oben herunter lehnend den armen Asiaten anschreit, weil dieser einfach nicht versteht, was der böse Mann von ihm will.
Nach 2 Stunden diskutieren, wo es hingehen soll, hatte ich dann genug, erhob mich und sagte: "ich geh zum Buddha, wer will kann kommen, ich geh in fünf Minuten!" Das wirkte und alle kamen.
Dann gings wirklich zum Buddha, dem berühmten liegenden Buddha in Wat Phrom, nahe am Königspalast. Eine wunderbare Tempelanlage, voller wunderbarer Tempel (ach neiiiin), die zum Verweilen einlädt, was wir dann auch getan haben. Stunden verbrachten wir nur mit Schlendern und gucken, Sitzen, Buddhas anbeten und Fotos machen - bis dann die Gal weg war. Na wo war sie bloss. Sie nervte schon beim Eingang, wo sie frei à la Carsten Alex sich die 50 Baht sparen wollte und an der Wache vorbei schlich, wobei sie kläglich scheiterte, weil unser ungläubige und verachtende Blick sie verfolgte und dem Wachmann nicht verborgen blieb. Hihi. Sie tauchte dann auch wieder auf. Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Wen kümerts.