Montag, 31. Dezember 2012

Wo Moderne auf Slums trifft

30. Dezember 2012 - Lima


Wir haben ja grosses Angekündigt, aber dass wir trotzt langer Reise in unseren Knochen noch so abgehen, dass haben wir nicht erwartet. Elos hat gestern Abend aus ihrer magischen Tasche einen Jägermeister hervorgezaubert, der seinen Sinn und Zweck definitiv erfüllt hat. Oder wann ist es euch schonmal passiert, dass ihr Auf der Toilette einschlaft und in einem Bett, das nicht das eure ist und auch nicht in eurem Zimmer steht, erwacht? Ich habs mir noch gedacht, die Leute hier sehen nicht aus wie Elo ^^ Defenätly nät.

Zurück im dieses Mal richtigen Zimmer Fragen wir uns, was zum Täufel uns gestern geritten hatt, dass wir so zäpfchenhaft abgingen. Wir sind schliesslich alt und grau, da macht man sowas nicht mehr =) Zudem hat es Elo wohl souverän fertig gebracht noch im Flieger etwas falsches zu Essen, was ihr hoch Frequentierter Toilettengang bezeugt.

So gegen 4 Uhr fühlten wir uns Fit genug um mal nach draussen zu gehen. Lima ist nicht auf Meereshöhe gebaut. Als Pizarro damals ankam, ist ihm wohl auch der Natürliche Schutzwall, der die hohen Klippen bilden, aufgefallen. Als wir am Strand flanieren, fällt uns das ganz krass ins Auge. Fantastisch!

Wir springen spontan in einen Bus (Ich bin immer wieder überrascht wie die Busse die neben uns halten, immer dahin fahren, wo wir hin wollen^^) und Tuck Tuck um die von Elo erspähte Jesusstatue zu besuchen. Ich mag es in einer Stadt erst in die Höhe zu gehen. Es gibt einem einen Überblick und ein Gefühl, wo man sich befindet. Der Ausblick war fantastisch. Trotzdem ist es eindrücklich, wie sich die Slums bis fast zur Statue hoch ziehen. Zum ersten Mal erhaschen wir einen Blick von oben in das Leben in der Armut. Überall Katzen, Hunde und anderes Getier und auf den Dächern liegen alte Plüschtiere, Schaufensterpuppen und viel anderer Krimskrams, der wohl längst vergessen ging. Ein reichlich skurriler Anblick. Das wird sich wohl auch der Taxifahrer gedacht haben, der uns aufliesst und kostenlos zurück den Berg runter fährt - es sei hier einfach zu gefährlich.

Leider spielt elos Magen nicht mehr mit und wir ziehen uns nach Sonnenuntergang ins Hostel zurück, wo sie sich schlafen legt. Wir hoffen auf Besserung die nächsten Tage. Jetzt ist ja noch Zeit, wir bleiben bis am 1. Januar erstmal hier.






Sonntag, 30. Dezember 2012

Die Reise zur Elo - Tag 3

28. Dezember 2012 - Grenze zu Peru - Lima

Teil 1 - Der letzte Weg

Mein Kopf tut weh. Klar, ich hab ihn auch die ganze Nacht gegen das Fenster  des Schwankenden Busses gehalten. Doch ich sehe schon richtig, vor dem Fenster hat sich das Trübe noch noch Trüberem geändert. Ich hab keine Ahnung wo wir genau sind, aber ich würd mal sagen das ist ganz klar Wüste hier drausen. Helles Licht, heller Sand und einige Berge und Sanddühnen.

Bereits bin ich an die 16 Stunden unterwegs. Weit ist nicht mehr bis Lima. Meine Knie halten noch, was mich überrascht. Doch da, was sehe ich? Möven? Die gibt es doch nur in Küstennähe, oder ist das die seltene Rasser der Suizidmöven? Nein, da ist tatsächlich der Ozean. Als der Bus um eine Kurve gibt, ist es ganz klar zu sehen. Das Strassenschild erzählt mir, dass der Ort Tortuga heisst, wie die Schildkröten. Bah, vorbei gehfanren.

Weiter gehts in die Wüste. Ab und an sehe ich Schilder mit denen eine Firma ziemlcih verzweifelt Land verkaufen will - in der Wüste - das icht nicht lache. Doch da, tatsächlich hat jemand gekauft und ich sehe sogar etwas grün um sein Haus, aber besonders Glücklich scheint er mit seiner Ernte zu sein, konnte auf jeden Fall kein Lächeln erkennen. Das Leben ist hart hier draussen, auch wenn diese Gegend in meinen Augen unglaublich schön ist, weil ich diese Weite und Rauheit liebe, sehe ich hier wirklich keine Zukunft für Agrikultur.

So, ich lehne mich jetzt noch ein wenig zurück und entspanne. Ich habe noch keinen Soles in der Tasche und auch keine Idee, wo der Bus ankommt und wo der Flughafen ist, geschweige denn, was es kosten wird. Das ist gefährlich, denn in Peru sind die Menschen gerne wieder etwas weniger ehrlich, wie noch im humanen Ecuador.



Teil 2 - Die Ruhe vor dem Sturm

Ich habs geschafft. Ich sitze am Flughafen, es ist 17 Uhr 10. Genau 2 Stunden vor der Ankunft von Frau Dr. Dent blabla Elodie, in Zukunft wohl Elo genannt. Der Taxifahrer meinte es mal wieder sehr gut und liess sich um gut 50% drücken. Trotzdem bin ich bereits mal quer durch die Stadt gefahren und finde sie... Hässlich ^^ Na gut, bisher habe ich noch selten eine Südamerikanische Stadt richtig Schön gefunden, aber Lima ist schon recht hässlich. Trotzdem, die Leute sind Freundlich und verstehen es an stratetgisch wichtigen Punkten Geldautomaten aufzustellen, dass der Arme Lukas sich seinen Big Mac 141 leisten kann.

Endlich bin ich in Peru. Irgendwie das geheime Ziel meiner Reise.

Ich habe die Stadt von Norden her getreten. Die letzten Kilometer folgt die Strasse einem Berghang, der eigentlich mehr wie eine Sanddüne aussieht, wie ein Berg. Darunter der Strand. Aber nix von Touristen, nein, kleine Hütten, meist in sich zusammengefallen zeugen von Fischern, die gerade in ihren Ruderboten gegen die Wellen kämpfen um etwas für sich und den Markt zu angeln. Viel Platz bleibt da nicht für nen Flatscreen in den Wellblechhütten. Ein trister Anblick. Ebenfalls bin ich froh, dass unser Fahrer nicht seit 14 Stunden hinter dem Lenkrad sitzt, was mich auf dieser Todesstrasse gut schlafen lässt. Anyway, ich hab Indien und Sichuan überlebt, dann bringt mich kein Peruaner um die Ecke.

Wir kommen in die Stadt. Die Slums sind nochmals eine Runde trister. Man erinnert sich, dass in Rio viele Häuser Bunt angemalt wurden, um Locals und Touristen Glücklicher zu machen. Das gleiche auch hier. die Vorstadt klebt ihre Häuser lieblos an die Hänge der Wüstenberge. Das bisschen Farbe hilft da auch nicht - es zeigt einfach die Realität.

Jetzt gehts auf die Suche nach einer Steckdose, damit ich noch ein wenig Bilder bearbeiten kann, denn heute Abend wird sicher nicht am Laptop gesessen. Ich bin gespannt auf das Hostel, auf die Menschen, auf Peru. Ecuador war ein guter Gastgeber mit ehrlichen, freundlichen Menschen - gibts nur zu selten hier draussen. Was mir wieder bestätigt, entweder isnd es die Reichen, die einem Willkommen heissen, oder die ganz armen. Die Mittendrin kann man echt rauchen.




Teil 3 - Imediätly

Diese Stadt ist gross. Und hat ein unfassbar schlechtes Verkehrsnetz. Da ist kein Bus, ich habe lange genug gewartet um das zu realisieren. Das Taxi war schweineteuer. Doch da bin ich nun am Flughafen. Pünktlich stehe ich in Hippyoutfit mit meinen beiden Rucksäcken aufm Rücken in der Empfangshalle und sehe dass der Flieger aus Amsterdam, der Elodie zusammen mit unglaublich hässlichen und arrogant anmutenden Menschen transportiert, gelanget ist. 

Nach 50 Minuten Warten lege ich dan mal mein Gepäck ab... es ist wie mit der Zigarette an der Bushaltestelle, zäck steht sie da, die Elo, sie ist tatsächlich da. :D Lustigerweise beklagt sie sich auch über ie Arroganten mitreisenden und über das Drängeln zur Gepäckausgabe... Das ist immer os ne Geschichte. Jeder rennt quasi zur Gepäckausgabe, was das Gepäck jedoch nicht schneller ankommen lässt. Dann stehen sie alle da und Drängeln erneut, was wiederum den eigenen Koffer auch nicht schneller kommen lässt. ^^

Ich bin so Glücklich, dass alles geklappt hat. Wir nehmen das Taxi zum Hostel. Nein, der Wohlstand ist noch nicht ausgebrochen... wobei, nicht ganz! Elo hat nämlich was dabei. Landjäger, Zweifel Chips und Käse! Echten Schweizer Käse! Was ein Festschmaus. Ein Kühlschrank muss her! Das werden tolle 3 Wochen! Halleluja!


Die Reise zur Elo - Tag 2

28. Dezember 2012 - Guayanquil - Grenze zu Peru

Der ganze Bus ist mehr oder weniger leer. Entweder ist niemand so Crazy über Neujahr nach Lima zu reisen oder es will ganz einfach niemand. Ich halte die Flagge hoch und los gehts! Einer der wenigen besetzten Plätze ist natürlich der neben mir. Ich sitze am Fenster, schaue hoffend nach draussen, auf das sich im Fensterkino bald was ändert. Der Ausbick ist ziemlich trist und hässlich. Flach und trocken. Es ist ein Kampf auf überleben da draussen, dass es mir fast Weh tut. Die übermässig grossen Bananenplantagen, die sich danach über 100 Kilometer weit ziehen, machen es auch nicht besser, dafür grüner.

Anna hat sich voller stolz neben mich gesetzt. Zurück ist die Trophäe Lukas, das Opfer der Latinas im Autobus. Na gut, mir sollst recht sein, denn draussen geht wirklich nichts und das Anna einige fetzen Englisch spricht, macht sie zur besten Lehrerin die ich bisher hatte. Sie lebt in Montanita, einem Küstenort der bekannt ist das Malle Nord-Südamerikas zu sein. Sie hat drei Kinder, die bei ihren Verwandten in Guyanquil leben, während sie... - ich will irgendwie noch gar nicht wissen, was sie genau macht um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auf jeden Fall erzählt sie mir, ist sie auf dem Weg nach Manaus, Brasilien, wo sie in den Amazonas reisen möchte. So sieht sie nicht aus, aber das Abenteuer hat sie definitiv im Gesicht und der Rest kann ja noch werden.

Wir überqueren nach wenigen Stunden die Grenze nach Peru und wir rauchen eine letzte Ecuadorianische Zigarre. Da entdecke ich wieder diese Papmaschéfiguren, die mich von überall her Penetrierend angucken, als wollen sie mich umarmen und nie mehr loslassen. Kennt ihr Elvira von den Tiny Toons noch? Ich schon, Anna auch und die Ecuadorianer auch, denn da steht eine Elvira aus Pappe, die förmlich nach uns greift.

"Mach dir keine Sorgen Lukas", sagt Anna, "die Kerle sind alle voll mit Schiesspulver und werden an Sylvester angezündet". Zur vertreibung der Bösen Geister udn förderung des Glücks. Was bin ich erleichtert! STIRB ELVIRA, STIRB MARIO, STIRB WHINNY POO! Obwohl ich mich noch nicht sicher bin, ob ich mich wohler fühlen soll, dass diese Ficher mich nicht nur psychedelisch anstarren sondern auch noch explodieren können. Daher wohl der Blick des Terrors in ihren AUgen.

Anna ist ein echter Glückstreffer. Wir labern Stundenlang, schauen Filme aufm Laptop und ich profitiere von ihrem fast unendlichen Wissen über die Gegend und auch über Weltreligionen. Für jede Spanisch-Lücke gibt es ein passendes Englisches Wort und so merken wir erst nachts um zwei, dass sie bereits vor 2 Stunden hätte aussteigen müssen. So ging es dann schnell und sie stand auf der Strasse... HAHA die spinnt doch.




Donnerstag, 27. Dezember 2012

Die Reise zur Elodie - Tag 1


27. Dezember 2012 - Canoa - Guayanquil


Während Tabea und Selina bereits früh Morgens ihr Gepäck auf einen Pickup laden konnten, der in ihre Richtung fuhr, ging es für mich die Strasse hoch und um die Ecke auf der Suche nach einer Möglichkeit das Küstendorf Ganoa zu verlassen. Es waren besinnliche und intensive Tage hier. Meine Kamera blieb gänzlich im Zimmer, während das Hirn etwas mehr speicherte wie auch schon. 

Mein Tagesziel heute war das etwa 500 Km entfernte Guayaquil. Von dort aus geht morgen um 12 mein Bus nach Lima, Peru. Weitere 25 stunden um die Elo ab zu holen. Aber daran will ich noch gar nicht denken, erst muss ich hier weg. Wir sind hier in der Provinz, fern ab von den grossen Städen. Noch während ich mir eine Odysee aus Hitchhiken und tausend Bussen vor mir sehe, braust um die Ecke ein grosser Autobus heran, den ich gar nicht gesehen habe. Erschrocken trete ich zurück um nicht überfahren zu werden, doch der Fahrer hat bereits die Bremse getreten und ich höre das Gepäck im Laderaum förmlich purzeln. Noch während der Steward mich anflucht, erspähe ich etwas, dass ich zuerst gar nicht glauben will... an der Frontscheibe steht, als wäre es das normalste in der Welt, dass es da steht, "Guayaquil". Anstatt weiter zu fluchen, drücke ich ihm Geld in die Hand und schon sitze ich im direkten Bus an mein Ziel. Ich grinse aus dem Fenster und kann mein Glück kaum fassen :) 

Die Fahrt dauert dann ziemlich lange, weil wir in jedem Provinzkaff anhalten und kaum wird ein Platz frei, wird am Strassenrand fleissig nach Interessenten gesucht. Guaya! Guaya! Schreit der Steward aus der offenen Tür, in die er sich lässig hängt. Schon ein witziger Kerl mit seiner gegelten Mittelscheitel. 

Wir durchquären hauptsächlich trockenes Gebiet. Der Staub wirbelt nur so auf hinter dem Bus und überall in meinem Gesicht setzt er sich fest. Die Bäume sind dürr und Blattlos. Einzig einige Skurile Bäume, die mehr aussehen wie eine ausserirdische Lebensform, denn Bäume tragen Grün. Wohl wieder das Wasser von den anderen geklaut, die Bastarde. Auch die Wohnqualität ist hier sichtlich tiefer. Da sind sie wieder, die Menschen, die in ihren Lehm oder Holzhütten wohnen, auch unterstem sozialen Nivau steigen sie ab und an in den Bus um fritiertes, gekochtes oder gegrilltes zu verkaufen. Die Preise zeigen, dass hier draussen die Lebenserhaltungskosten nicht hoch sind. Die Wäsche, die vor den Häusern hängt ist mehr braun den weiss und die Hunde ziehen es vor am Strassenrand zu liegen, denn im Dreck vor dem Haus. Trotzdem sieht man den eint oder anderne Hausmann fleissig die Blätter vom Bastardbaum wegfegen, wobei noch mehr Dreck an die Wäsche fliegt. 

Es ist echt ein Anblick, den ich bisher von Ecuador nicht zu sehen bekam und mich sichtlich fläsht. Die Armut findet man hier weder an der Küste noch in den Bergen, sie ist mittendrin. Was mir auffällt sind die Vielen Figuren Aus Papmaché die auf der Strasse Feil geboten werden. Von Mickey Maus über Super Mario ist alles dabei. Auch vor einigen Häusern stehen diese skurilen Dinger und Grinsen mich an. Wenn jemand herausfindet, was die bedeuten, bitte mitteilen. 

Gegen 18 Uhr erreiche ich das Bus Terminal, direkt beim Flughafen. Als ich eintrete trifft mich beinahe der Schlag. Top Modernes Einkaufszentrum mit Foodcourt aus dem mich der Big Mac nur so anlacht. Ich kann nicht widerstehen. Nr 140 oder so ^^. Heute ging echt noch mal alles glatt. Morgen um 12 Uhr werde ich für 25 Stunden (geschätzt) im Bus verbringen und hoffe dann pünktlich zu Elos Ankunft in Lima zu sein. Jetzt wird hier erst mal geschlafen, in einem komischen Hotel, das beinahe nix kostet aber Free Wifi hat. Perfekt um neue Mucke zu laden und das hier zu schreiben. 






Um einen Tag verlängert.

26. Dezember 2012 - Canoa

Bah, der Luke und Emotionen, das kommt nie gut. Klar, es ist schwierig zu akzeptieren, dass man mit seinem wichtigsten Menschen im Leben, der einem bisher den Rückenwind verlieh, keinen Kontakt mehr haben soll bis... ja bis wann?

Nun, es gibt keinen besseren Ort den traurigen Moment auszuleben, wie ein kitschiger Strand mit kitschigem Sonnenuntergang. Aber wären die Selina und Tabea nicht da, wärs nicht bei weitem so gut gelaufen. Gerne steigere ich mich in so Situationen ins unermässliche. Dank den Mödels konnte ich nach kurzer Zeit wieder ins reale Leben zurückkehren und vorallem darüber nach denken, wie das passsiert konnte. Seine eigenen Fehler einzusehen ist so unglaublich schwierig manchmal - auch wenn man gute Gründe hatte zu handeln, in meinem Fall, die Reiselänge und Route, lag die Entscheidung schlussendlich bei mir und ich hoffe, ich werde es nicht mein Leben lang bereuen.

Nichtsdestotrotz fühle ich mich irgendwie erleichtert, als wäre ein grosser Balast von mir abgefallen, in der Hoffnung, dass dies daheim auch passierte und dies der richtige Weg ist. Wer weiss, vielleicht war diese Belastung mit der Grund für mein zwischen Zeit und Raum schweben, für all meine Beschwerden (Man erinnere sich an Zentralamerika)

Wo ein Herz ist, ist Hoffnung. Wo Zwei Herzen sind, ist noch viel mehr. Und darauf baue ich.

So genug gesülze.

Aber heute war genügend Zeit dafür. Es war so unglaublich heiss draussen. Eine Halbe Stunde am Strand hat meine goldene Rückseite in rot getaucht. Krass, dass mir dass noch passiert, denn meine Hautfarbe könnte durch die andauernde Sonne bereits in die Gene eingebrannt sein. Doch 35 Grad am Ekuator waren dann zu viel und ich zog mich zurück zum Schnulzen in die Hängematte, wo ich auch den Rest des Tages blieb. Wir konnten unseren Aufenthalt spontan um einen Tag verlängern, weil unser Zimmer nun heute doch nicht gebraucht wird.

Während Leticia mit ihrem Loverboy verschollen blieb, genossen die Mädels und ich, was dank ihren Psychotherapeutischen Fähigkeiten sehr gut ging, einen gemütlichen Abend mit Cuba Libre und Cerveza in einer Strandbar.

Während ich die letzten Tage, vielleicht Wochen, Monate, von meinen Gefühlen getrübt war und oft Blind durch die Welt lief, fühlte ich zum ersten Mal die lang vermisste Intensität. Das Rauschen des Meeres und das Knacken der Bambusstühle, wenn man sich drauf setzt. Der leichte Wind lässt die Palmen knistern und man vergräbt seine Füsse im kühlenden Sand der Coco-Loco-Bambus-Bar.

Ich wünsche mir in Zukunft etwas intensiver und bewusster durch die Gegend zu wandern. Etwas losgelöster. Und das hoffe auch für meine Liebste daheim.






Mittwoch, 26. Dezember 2012

Besinnung

25. Dezember 2012 - Canoa

Weihnachten ist immer speziell. Jedes Jahr ist es wohl der grösste Emotionsausfluss der Menschheit. So trifft es nicht nur die im behüteten Daheim, auch mein Leben wird grad erschüttert in diesen Tagen.

Ihr erinnert euch, eigentlich wäre für mich und Leticia ja der Nachtbus am 22 Dezember vorgesehen gewesen. Heute stürmt sie beinah ein mein Hostel und erzählt mir, dass genau dieser Bus in der Nacht überfallen worden war. Das Herz steckt noch immer etwas in der Hose. von schwer Bewaffneten sein alle Gäste, nach draussen gebeten worden, während den hauptsächlich Ecuadorianern alle Weihnachtsgeschenke abgenommen wurden. Das ist einerseits speziell, denn am nächsten Tag war der Bus mehrheitlich mit reichen Touristen - uns - gefüllt. Es hätte also grad so gut auch uns treffen können, es wäre auf jeden Fall lukrativer gewesen, wie kleinen Kindern Weihnachten zu vermiesen und ihnen einen Schock auf Lebenszeit zu geben.

Idioten.

Zudem kommt die Feststellung, dass nicht alles so hält wie es sollte. In Manchen Fällen ist die Distanz zu gross um Normal und konstruktiv miteinander umzugehen, auch wenn man es noch so versucht. In solchen Momenten ist es besser, einfach mal nichts zu sagen. Und damit haben wir den Konsens gefunden, der uns hoffentlich am Leben hält und das was wir haben. Man erhofft sich davon, endlich wieder mit einem Lächeln durchs leben gehen zu können. Wer zwischen den Zeilen liesst bei mir, der weiss, dass da was war und das ist nur ein Bruchteil von dem was daheim ist. Ein leben mit weniger schmerz und endlich loslösen um nicht hin und her gerissen zu sein mit etwas das man nicht ändern kann. In der Hoffnung, dass alles gut kommt.

"Everybody should know that a broken heart is blind" - the black keys

Und mal wieder ist mein Tagebuch mein Bester Freund, der mich versteht.

Ich bin sehr traurig und besinnt. Dafür ist Weihnachten da. Um zu erkennen, das man alles richtig und falsch gemacht hat.

Frohe Weihnachten an alle!

Dienstag, 25. Dezember 2012

Weihnachten am Strand

24. Dezember 2012 - Quito - Canoa


Für mich eine der unwirklichsten Vorstellungen ist es seit Kindheit, Weihnachten in der Wärme zu verbringen. Wenn wir am 25. bei meinen Grosseltern Weihnachten feiern, dann kommt früher oder später immer "Kevin allein in New York" Wo die Eltern nach Kalifornien fliegen und dabei ihren Sohn vergessen. Ein Klassiker, wegweisend für meine Wärmephobie an Weihnachten. Es fühlt sich alles so unreal an.

So fern vom Tischgrill, dem Weihnachtsbaum und einem der wenigen regelmässigen Zusammenkommen der Familie und meiner liebsten Dame, das mir von ganzem Herzen fehlt und mir ab und an ein heimliches Tränchen in die Augen treibt. Weihnachten am Strand super, aber die Macht der Liebe und Gewohnheit sagt mir, dass ich an so einem Tag nicht hier her gehöre.

Die Busfahrt über Nacht war ein Klax, sogar die Leticia hats überlebt und ist inzwischen bei Ihrem Loverboy irgendwo in einer Villa auf dem Berg und ich bei Selina und Tabea, die sich RIESIG über meine Ankunft morgens um 6 gefreut haben. So fest man das morgens um 6 halt kann ^^

Weihnachtsstimmung gibt es hier nicht wirklich. Das muss sich ändern. Noch in Quito habe ich Lichterketten gekauft. Während den staunenden Blicken der Mädels, installierte ich diese um die Hängematten. Als ich dann den Stecker in die Dose steckte und die 100 Lämpchen in Psychedelischem Rhythmus zu funkeln beginnen, packt es uns alle und spontan wird "O-Tannenbaum" zur herzergreifenden Ballade.

Der Strand hier ist so ein richtiger untouristischer Strand, fernab von glasklarem Wasser und fern ab von sauber. Das hat aber trotzdem seinen Charme, denn die Streuner sind alles andere als gefährlich und kuscheln sich gerne mal zum Sonnenbadenden. Die Ecuadorianer planschen in der Brandung und westliche Touristen gibt es kaum, dafür Palmen und viel Strandfussball. Kleine Shaks vermieten Surfboards und verkaufen frisch gefangenes Essen, gekocht, grilliert oder frittiert. Weiter vorne trifft sich das Wasser mit einem grossen Felsen und auf der anderen Seite zieht sich der Strand Kilometerweit gen Süden, während das Stätdchen dort sein Ende findet... Und genau da befindet sich unser Bambus Bungalow. Schuhe braucht man hier nicht.

Der Pokal als "Held des Tages" geht mit Abstand an Selina, die sich beim Versuch zu Surfen, von einer Welle überraschen liess (Freund und manchmal Feind) die zwar dem Board Auftrieb verlieh, der daneben stehenden Selina jedoch nicht. Das Brett schnellte nach oben und das nächste was wir sehen ist eine Selina mit blutiger Lippe.

Der Cut erwies sich als ziemlich tief. Ihr hättet ihr Gesicht sehen sollen, als sie realisierte, dass man das vielleicht besser nähen sollte. Gruppenknuddel! Zusammen mit Tabea suchten sie dann einen Arzt auf. Für alle Versicherungswütigen Menschen daheim, kommt jetzt etwas belehrendes. Der Arzt hat seinen Job erledigt. Die Nadel kaufte er in der Apotheke Vis-a-Vis und so kommt nach gut 2 Stunden eine zusammengeflickte Selina hier an. Versicherungsdokumente? Vergiss es. Die ganze Prozedur kostete 15 Dollar. :D

So schlürft sie nun ihren Fruchtsaft durchs Röhrchen und lässt sich nicht davon abhalten bis halb 2 auf zu bleiben und mit ein paar Engländern um die Wette zu brabbeln. Zudem hat sie souverän ihren gekochtes, gegrilltes oder frittiertes Weihnachtsmenü verdrückt, das fern ab von Fondue Chinoise gar nicht übel war.

So geht für uns Heilig Abend zu Ende. Wir sind alle froh, ein paar gute Seelen um uns zu haben. Nichtsdestotrotz gehört Weihnachten der Familie daheim. Das ist für mich nun sowas von klar wie Klosbr... äh Fondue Chinoise.



Bah, Bus fahren...

23. Dezember 2012 - Quito

Was gibt es schöneres als an einem Ort leicht betrunken einzuschlafne und am nächsten Tag am Strand zum allgemeinen ausnüchtern aufzuwachen? Mit fällt grad spontan nichts ein.

Leider war es heute nicht so und die Hellblaue Decke des Hostels erinnerte mich knallhart daran, dass wir immer noch in Quito sind. Nichts gegen Quito, tolle Stadt, aber eben: Strand - Stadt, Strand - Stadt? Was würded ihr wählen. Das Ticket halten wir in den Händen. Doch wir sind so faul und haben überhaupt keine Lust auf diese Busfahrt. Auch ein erneutes Augenschliessen und öffnen, wirkt keine Wunder. Die Decke ist immer noch Blau. Es dauert gut an die 3 Stunden bis sich eine kleine Gruppe von Menschelchen aufrafft um noch mal etwas in die Stadt zu gehen.

Es ist schön mal einige Tage die gleichen Menschen um sich zu haben. Seid Cotopaxi sind wir in etwa die gleichen Seelen und das ist gut, stellen wir fest, während wir durch die Altstadt schlendern. Heute ist grosser Aufmarsch der Ecuadorianer. In prächtiger Vorweihnachtsstimmung schländert die ganze Stadt, so scheint es jedenfalls, durch die Gassen und hört den Peruanischen Panflötenbands zu, die gekonnt Stille nacht ins Gehölz pusten.

Wir halten unsere Taschen fest, nicht nur ein Fest für Jesus, sondern auch ein Fest für Taschendiebe.

Letitia und ich haben Kohldampf und wir gönnen uns in einem Süssen Ecuadorbeizchen eine Maissuppe und einen Teller mit Lecker Schnitzel und fritiertem Hühnchen, Bohnen, Reis und Salat. Wenn die was können hier, dann ist es Bohnen kochen. Leticia hats nicht gemerkt, dass auch ihre Portion Bohnen langsam weniger wurden, wenn sie sich umdrehte...

Doch irgendwie sind wir so unglaublich faul, dass wir am liebsten hier den ganzen Tag im Garten sitzen bleiben möchten und den wuseligen Locals beim Weihnachtsstress zusehen wollen. Erstmals sehen wir auch Guccitaschen und Armani Anzüge. Das gibts hier also auch.

Bäh, Bus fahren...










Montag, 24. Dezember 2012

Spiessrutenlauf

22. Dezember 2012 - Cotopaxi - Quito

Zurück in Quito. Das ging schnell. Selina und Tabea warten in Canoa, einem kleinen, verschlafenen Küstendörfchen auf mich. Noch in Cotopaxi habe ich die Letitia kennengelernt. Wir bilden heute ien Team, denn auch sie sollte heute noch den Bus erwischen.

Der Tag entwickelte sich zu einem Spiessrutenlauf, denn nicht nur wir wollen an die Küste, sondern auch der ganze Rest Ecuadors. So schien es jedenfalls, denn sämtliche Tickets für die Busse während Taegeslicht waren bis Neujahr (!) ausverkauft. Während ich den Gentleman miemte und Letitia vom Warten erlösste (sie wollt eunbedingt noch den Ekuator besuchen) rannte ich von Busstation zu Busstation auf der Suche nach einer Möglichkeit doch noch heute weg zu kommen. Es half nix. Mit müh und ganz viel Verhandelgeschick (in Spanisch wohlgemerkt) ergatterte ich wohl das letzte Ticket für Morgen Abend mit ankunft übermorgen früh. Mist! Dabei ist das Hotel doch bereits morgen gebucht.

Dazwischen habe ich für 1.60 riesen Portion Burger, Pommes und Salat verdrückt und mir die Haare schneiden lassen. Auf dem Weg zurück in die Sexyness. Ich fühle mich nicht sehr Gutaussehend auf dieser Reise. Das liegt daran, dass all meine Lieblingsklamotten entweder kaputtgewaschen wurden oder gar nicht erst den Weg aus der Wäscherei zu mir zurück gefunden haben. Ich trage meistens meine Fischermanspants oder Mel's Kurze Hosen, Zusammen mit den verzogenen Tshirts und ohne mein tolles Beanie von Ulla, seh ich etwas lumpig aus. Die leute werden sich auch denken. Dafür wird sich wohl kein Dieb mit mir anlegen, denn bei mir siehts wirklich nicht nach irgendwelchem Reichtum aus =)

Irgendwie wollte mich heute kein Taxifahrer mitnehmen (lag wohl an meinem ausdrucksstarken Pennelook) so blieb mir nichts anderes übrig als zu laufen. Geschlagene 5 Stunden Stadtmarsch hatte ich auf dem Tacho. Dafür habe ich grossräumiges Sightseeing Gemacht. Die Kathedrale hat es mir besonders angetan. Vom Turmspitz hat man einen Wahnsinnsausblick auf die Stadt. Zudem habe ich auch mein Ticket nach Lima gekauft. 25 Stunden, pünktlich um die Elodie vom Flughafen abzuholen :D Die Elodie ist niht nur meine Zahnärztin, sondern auch eine meiner Besten Freundinnen. Wir haben uns damals in Island kennengelernt und vor kurzem spontan entschlossen, dass es Zeit ist, dass wir zusammen durch Peru reisen. Bähm, gebucht, am 29 kommt sie an.

Nun blieb nur noch ein Problem zu lösen. Wie informiere ich Selina und Tabea? Es war aussichtslos. Im Hostel funktionierte das Internet mal wieder nicht und die Internetkaffes waren wohl im Generalstreik. Die werden auch gucken wenn morgen kein Lukas aus dem Bus steigt. Phu. Das muss begossen werden. Ab in die Gringopartymeile ins Irishpub - zum besten Töggelikasten Ecuadors. So endet der Tag doch noch mit einem Erfolgserlebnis, bei dem mehr wie einmal Quitos Töggelielite einsehen musste, dass ihre Nachwuchsförderung zu wünschen übrig lässt.

Das Ende der Welt

21. Dezember 2012 - Cotopaxi

Selten habe ich so einen sternenklaren Himmel gesehen. Als hätte das Schicksal den Himmel aufgetan für das Ereignis unserer Generation. Heute um 11 Uhr Ortszeit endet der Mayakalender. Es war mal mein Ziel gewesen, an diesem Datum auf einer Maya Ruine zu sitzen. Wenn die Welt schon untergeht, dann bitte mit Stil!

Je näher der Zeiger der 11 kam, umso nervöser wurde ich. Während alle anderen bereits schliefen, zog es mich nach draussen. Da sass ich nun, schaute in den Himmel. Es waren erstaunlich viele Sternschnuppen heute. Ich spürte, wie mein Herz zu schlagen begann. Diesmal nicht wegen der Höhe.  Nicht nur ich war nervös. Die Pferde waren ganz Unruhig und die Hunde bellten, völlig ungewöhnlich für diese Uhrzeit. Dann wurde es 11. Die Milchstrasse hatte sich perfekt über mir ausgerichtet. Ich höre einige Vögel zwitschern und nervös flattern... Hier lag etwas in der Luft, das ich noch nie erlebt habe.

Ich hielt es nicht mehr aus, vom Hostel weg rannte ich hinaus ins Feld auf den kleinen Hügel mit dem schrägen Baum. "Na wo bist du jetzt, du Weltuntergang?" Ich denke an all die Spirituellen, die sich in den Mayastädten für dieses Ereignis versammelt haben. In der Schweiz wird sicher live berichtet aus Tikal oder Chetumal. Wie sich die Promis die Hand geben und die Freaks in Ekstase fallen. Ich werde es nicht mitbekommen. Hier gibt es kein Internet und keine Verbindung nach draussen. Es gibt nur den Himmel und mich.

Am Horizont erscheint Orion. Mein bester Freund in harten Zeiten. Immer wenn ich ihn brauche, ist er für mich da. Ich richte meine Frage an ihn. "Was denn nun?" Er grinst mich nur an, steckt sein Schwert in die Scheide und meint "Ruhig Blut! Die Welt hat noch Zeit!"

Völlig hinüber und Todmüde zeihe ich mich zurück ins Haus lasse es mir aber nicht nehmen, das Fenster zu öffnen, damit ich direkt von meinem Bett den Himmel beobachten kann. Wünsche habe ich keine mehr, die ich noch nicht an die Sternschnuppen gerichtet habe. Wir sind noch da. Auf jeden Fall hier.

Ich bin gespannt, was es morgen in den Zeitungen Quitos zu lesen gibt. Ist irgendwo eine Atombombe gefallen? Ein Supervulkan ausgebrochen? Wir werden sehen. Auf jeden Fall schlafe ich ungut und spüre auch von den andern im Zimmer, wie sie sich immer umdrehen und unruhig schlafen. Was für eine Kraft in dieser Luft liegt. Was für eine Vibration. Ich hoffe es geht allen gut.


Cotopaxi Basecamp

20. Dezember 2012 - Cotopaxi

Wo ein Berg ist, ist auch ein Wille ihn zu besteigen. Schon morgen früh, wenn man aus dem Fenster schaut, sieht man den Cotopaxi. Ein klassicher Vulkan mit einer Schneekuppe, die einen an den Fujijama erinnern könnte. Zusammen mit einer gut gelaunten Gruppe und dem Hostel haben wir einen Trip zur Schneegrenze organisiert.

Es wurde der erwartet harte Hike aufwärts. Die meisten von uns waren noch nicht wirklich akklimatisiert, trotzdem verlief alles erstaundlich gut. Zuerst läufst du über Schwarzes Lavagestein, das bei der letzten Erruption im 18 Jahrhundert vom äusseren des Vulkanes dort abgelagert wurde. Während man Meter für Meter nach oben steigt, wird der Herzschlag von Schritt zu Schritt schneller und wir legen öfters Pausen ein. Das ist auch kein Problem, denn der Blick ins Tal ist einfach Atemberaubend. Man kann richtig erkennen, wie sich damals die Lava hinunter geschlängelt hat. Die Strukturen und Felskanten, die daraus hervorgingen, kämpfen um den Titel der grössten Farbpracht.

Auf etwa 4500 Metern wandert man durch rotes Lavagestein. Es hat mehr Eisengehalt und kommt tief aus dem Inneren der Erde. Ich überlege mir ob man von hier oben wohl Paragliden könnte. Dazu nehme ich einen dieser Steine in die Hand und lasse ihn fallen. Wegen seines geringen Gewichtes wird er vom Wind erfasst und davon geblasen. Hier werde ich wohl besser nicht fliegen, denke ich mir, während ich den Flug des Steines beobachte, der nur mit Schwierigkeiten wieder auf die Erde zurück findet.

Unsere Gruppe hällt sich erstaundlich Gut. Keine Anzeichen von Höhenkrankheit, was mich sehr überrascht. Wir sind alle erstaundlich Fit, als wir die Schneegrenze auf etwa 5000 Metern über Meer erreichen. Von hier aus starten die Gipfelexpeditionen. Ich fühle mich nicht fit und aklimatisiert genug, als dass ich das tun würde. Viele die es Versuchen schaffen es nicht. 5800 Meter zollen ihren Tribut. Eisklettern und Gletscherspalten machen es zusätzlich schwierig.

Wir haben uns den exzessiven Rotwein-Jakkuzzi Nachmittag definitiv verdient :D Was mir hier gefällt, ist das es kein Internet hat. Die Leute sprechen Miteinander und es ergeben sich gute Zwischenmenschliche Kontakte mit guten Menschen. Es war es wert hier her zu kommen. Ich mein, seht euch die Bilder an - ist es nicht schön hier? Spontan-Entscheide sind die besten Entscheide.








"Taxi nach Cotopaxi" oder "Viertel vor 10"

19. Dezember 2012 - Quito - Cotopaxi

Eine Viertelstunde dauerte es, bis ich mich entschied, dem Frohlocken der Bikinischönheiten noch nicht zu folgen.
Eine Viertelstunde dauerte es, bis sich mir eröffnete, was ich wirklich will.
Eine Viertelstunde dauerte es, bis ich im Bus sass. Es war Viertel vor 10.

Wir fahren aus der Stadt, immer weiter den Berg hinauf. Aus Asphalt wird Kopfstein, aus Kopfstein wird Schotter. Die Bauern winken uns zu, als wollen sie mit uns lachen. So fest wie wir durchgeschüttelt werden, muss das auch witzig aussehen. Ihr Grinsen ist so breit, wie meines, als ich erkenne, wie weit weg wir von der Stadt sind. Selina und Tabea fahren an den Strand, der Lukas in die Berge.

Eine Viertelstunde dauerte es, bis es Mittagessen gab. In der Lodge, am Fusse des Hügels, mit dieser Atemberaubenden Aussicht auf die Berge. Vor mir ein weites, hügeliges Feld, in dem sich Kühe und Lamas zusammen mit den Pferden tummeln. Dahinter erhebt sich ein Berg, ein unglaublich hoher Berg. Noch ein bisschen weiter links noch einer, der in seiner Höhe und Pracht alles andere nochmals überragt. Der Cotopaxi, der mit 5900 Metern höchste Berg Ecuadors.

Eine Viertelstunde dauerte es, bis die Karten gezückt waren und die ganze kleine Belegschaft der Lodge sich Runde um Runde Yanif gab.

Eine Viertelstunde dauerte es, bis ich mich traute, ganz in den Jakuzzi zu steigen, denn das Wasser war so heiss. Reines Quellwasser, aufgewärmt durch einen Feuerofen. Der Sternenhimmel öffnete sich und der Mond liess alle Silluetten erstrahlen. Der Nebel, der über dem Tal liegt kommt langsam näher. Es ist kühl, nur das Feuer hält uns warm.

Es war richtig hier her zukommen. In die Natur, raus aus der Stadt, hier wo es kein Internet gibt, wo man noch miteinander spricht. Es wird zusammen gegessen, gespasst, getrunken. Ohne Einfluss von draussen, nur dass was man grad hat. Wie oft man dass vergisst.

Nun lieg ich im Bett. Das Feuer flackert und knistert leise. Draussen quaken die Frösche und Grillen zirpen um die Wette. Man ist Müde hier auf 3500 Metern über Meer. Die Augen fallen langsam zu und Sigur Ros wird uns in den Schlaf begleiten...

Eine Viertelstunde hats gedauert =)







2872 Meter

18. Dezember 2012 - Quito

Es war ja nicht so, dass ich vorbereitet nach Ecuador gereist bin. Schon gar nicht klar war, wo geh ich hin? Wo sind hier die Unterkünfte und vor allem, in welcher sind meine Freunde? Doch das Schicksal meinte es gut mit mir. Das Erste Hostel, das ich mir vom Taxifarher zeigen liess, war ein Volltreffer, denn auf der Anwesendenliste erspähte ich die Namen meiner zwei Freunde, Selina und Tabea. Und wieder meine ich: Irgendwas geht immer =)

Quito ist eine extrem spannende Stadt. Von der Terasse des Guesthouses ist das einfach zu erkennen. Vor uns liegt ein Teil der Altstadt und die Kathedrale, die mayestätigsch die anderne Häuser überragt. Auf den Dächern wird Wäsche aufgehangen, Kinder spielen und Hunde kleffen. Am Hügel ziehen sich die Wohngebiete nach Oben und weiter links auf einem Hügel befindet sich eine Grosse Jesus-Engelsstatue, die über die Stadt zu wachen scheint. Richtet man seinen Blick weiter nach links, erkennt man, dass sich Quito weiter zieht, ins Tal hinein, um die Ecke herum. 40 Kilometer lang soll sie sein und wir befinden uns auf 2872 Meter über Meer, wenn man der Angabe der obersten Stufe des Hauses Glauben schenken darf.

In der Stadt trifft man auf viele Indigen aussehende Menschen, die in ihren Trachten auf der Strasse gehen und kleine Dinge verkaufen. Ihre braune Hautfarbe lässt auf viel draussen sein in grosser Höhe schliessen und ihre leicht zusammengekniffenen Augen ebenfalls. Klar hat in Quito der Moderne Mensch die überhand, aber schön, dass man so nebeneinander leben kann.

Es ist toll, bekannte von zu Hause zu treffen und mal wieder ungehemmt Schweizerdeutsch zu sprechen. Wir ziehen dann auch gleich los, denn wenn man schon mal in Ecuador ist, dann muss man sich ja auch den Äquator angucken. El Mida del Mundo oder so heisst der Ort, in den wir mit dem Stadtbuss fahren. 45 Cent kostet uns der 60 Minuten Tripp.

Auf dem Weg erzählen mir die Mädels, dass man sich jedoch beim Erstellen dieses Parkes um 300 Meter verrechnet hat und der Nullpunkt eigentlich irgendwo weiter oben im Gebüsch liegt. ja super haha. Da hatte jemand einen Auftrag, nur einen winzig kleinen Auftrag :D So sind wir nun am Äquator, der eigentlich gar keiner ist und tun so, als obs uns nicht interessiert ^^

Ich mag es an solch speziellen Orten zu sein. Sie ziehen mich magisch an. Den Polarkreis Trag ich auf dem Arm. Ich erwische mich wie ich Schwierigkeiten habe über die ominöse zu steigen, als ob eine magische Kraft mich zurück halten würde.

Das war ein toller Tag mit viel lachen und einem nicht gefundenen Meteorkrater. Es muss sehr schwierig sein, einen Meteorkrater zu übersehen, aber wir haben es geschafft. Das begossen wir mit Bier und reichlich gutem Thaifood. :D

Selina und Tabea haben bereits morgen vor nach Canou zu Reisen. Das ist ein Strandort an der Atlantikküste Ecuadors. Dort würden wir gerne zusammen Weihnachten verbringen. Ich selbst bin mir aber nicht sicher ob ich Lust habe bereits jetzt da hin zu fahren und 8 Tage irgendwo am Strand zu liegen. Ich muss mir was überlegen, wie ich noch mehr von diesem schönen Land sehen kann.