Mittwoch, 31. August 2011

Chill-Bill

31. August 2011 - Siam Reap

Gestern noch stand die Idee im Raum, bereits heute die Angkor-Tempel zu besichtigen. Irgendwas sagte uns aber, dass es noch nicht an der Zeit ist. Nun sitzen wir hier im Café, draussen regnet es in Strömen. Als hätten wirs gewusst.

Wir nutzten gestern noch die Chance, ins Nachtleben zu tauchen. In Siam Reap gibt es die sogenannte Pub-Street. Ein Zeichen des Westlichen Massentourismus aber auch ein Ort des frivolen Spasses. Auf dem Weg nach Hause war es ein Spiessrutenlauf zwischen aufdringlichen Tuck Tucks, die gleichzeitig auch Drogendealer sind. Crystal-Meth, Koks und Gansha, kein Problem. Auch vereinzelte Ladyboys wollten uns an den Leib. Ebenfalls wurde uns klar, dass wir als Touristen in diesem Land kaum eine Chance haben dem zu entfliehen. Sogar im Markt wird uns das Mehrfache des Normalpreises verrechnet. Es ist frustrierend manchmal.

Nun, im Moment stöbern wir in einem sautrockenen Schmöcker über die Tempel und sind gespannt, was uns morgen erwartet. Viel Tourismus und viel Tiefgang. Mal sehen, wies wird. Noch eine Cola, bitte! Heute wird entspannt. Vielleicht später noch eine Fischmassage? :D



Beatocello

30. August 2011 - Battambang - Siam Reap

4 Dollar hat uns das Busticket gekostet. Geht ja noch. Aber Mensch, was sind wir faul. Der gestrige Tag war anstrengend und lange. Umso härter uns heute aus dem Bett zu bewegen und den Bus um 9:30 Uhr zu erwischen. Ja, wir gehen bereits weiter. Mit erschrecken und leichter Faszination haben wir festgestellt, dass uns immer noch gut 5 Tage zur Verfügung stehen. Das gibt Zeit zum Reläxen und mehr.

Vielen Schweizern ist der Name "Beat Richner" ein Begriff. Für all die Anderen: Der Schweizer Kinderarzt hat über die Jahre mehrere Kinderspitäler in Kambodscha eröffnet und hat damit massgeblich dazu beigetragen, dass die Kindersterblichkeit zurück ging. Er entzückt die Kinder oft durch kleine Cello-Konzerte. In der Schweiz sammelt er damit Geld.

Seit mein damaliger Arbeitgeber sich entschloss, 5% seines Umsatzes der Beat Richner Stiftung zu spenden, war das Thema für mich wieder aktuell. Während unserer Zeit hier in Kambodscha, führten wir einige Gespräche mit Guides oder TuckTuck-Fahrern zu dem Thema. Dabei kam Erstaunliches zum Vorschein. Praktisch jeder kennt die Stiftung und war mit seinem Kind einmal da. Jüngere Menschen waren selbst in Behandlung und erzählten voller Zufriedenheit, dass seiner Familie die Busfahrkarte bezahlt wurde und sie 4000 Riel (1USD) pro Tag zum Leben erhielten, während das Kind für frei behandelt wurde. Anscheinend erhalten die Kinder selbst einen kleinen Beitrag, womit sich Amina, unser Guide von Gestern, ein Spielzeug gekauft hat. Als er uns das erzählte, war ich den Tränen nahe.

Von einem alten Khmer-Mann geben wir mit Freude ein herzliches Dankeschön an jeden, der Beat Richner unterstützt oder unterstützt hat. Sein Kind verdankt diesen Menschen sein Leben. Mir ist es nicht möglich, das Funkeln und die Dankbarkeit in seinen Augen zu beschreiben, als diese Worte über seine Lippen kamen.

Ein Leben für die Kinder in Not. Beat Richner, für mich ein echter Held.






Das fast TukTuk-freie-Paradies (by Mel)

29. August 2011 - Battambang

Als wir gestern Abend Battambang mit dem Bus erreichten, sprangen die TukTuk-Fahrer mit ihren Royal Hotel Schildern schon den Bus hoch. Na toll, haben wir denn nirgends Ruhe?!

Lukas entschied sich für Tong, einen 22-jährigen, sehr symphatischen TukTuk-Fahrer. Den ganzen Abend hat er uns gratis durch die Stadt gefahren, damit wir am nächsten Tag dafür eine Tour mit ihm machen. Es stellte sich heraus, dass Battambang eine karge TukTuk-Landschaft hat. Der Grund dafür liegt darin, dass erst um 2007 TukTuk's eingeführt worden waren und darum gibt es auch nur wenige Fahrer - unser kleines, ruhiges Paradies!

Da wir nur einen Tag haben, standen wir heute auch früher auf, und gingen um 08.30 Uhr los - mit Tong! Unseren ersten Halt machten wir bei der Norri (Bamboo Train) - eine alte Bahnstrecke, die von den Franzosen in den 20er gebaut worden war, um den Transport zwischen Battambang und Phnom Penh zu erleichtern. Ich muss sagen, die Fahrt war holprig, aber lustig.

Nach einem kurzen Stopp bei der einzigen Winery in Kambodscha gings weiter zu einem Tempel namens Banan im Süden. Da gabs fünf Türme auf einem kleinen Hügel, alle verziert mit Hindu-Statuen, deren Kopf abgerissen wurde. Auch die Hindu-Statue wurde entfernt und durch einen Buddha ersetzt. Nett.

Das nächste Ziel waren dann die Killing Caves in Phnom Sampeou - ähnlich wie die Killing Fields, nur das die Toten in eine Höhle, statt in eine Grube geworfen wurden. Tong empfiehl uns einen 15-jährigen Jungen als Guide mitzunehmen, was wir dann auch taten. Amina war sein Name. Ein aufgestellter, eher kleingewachsener Junge, der mit seinem perfekten Englisch uns viel erzählen konnte. Beeindruckend war der Kleine allemal!
Und Affen gabs natürlich auch, nur leider waren die zu scheu, um mit uns zu spielen. Der Papa-Affe hat mich sogar angefaucht - Frechheit :) Der Lukas war dafür beeindruckt, wie der Affe den Chips-Sack ohne Probleme aufmachen konnte.

Zurück in der Stadt genossen wir noch einen gemütlichen Abend mit Film, Skype, Fotos hochladen und schlafen - bevor wir dann nach Siem Reap fahren werden.





Sonntag, 28. August 2011

Die Roten Khmer

27. August 2011 - Phnom Penh

Zusammen mit unseren neuen German Friends, der Katrin und der Liz, ging es viel zu früh morgens back on the Road. Die Augen waren noch klein und die Konversationen karg. Was sind wir doch für Siebenschläfer und Morgenmuffel :D

In den letzten Tagen hat mich ein Thema sehr bewegt. Es fing an mit Marc Forsters "Kite Runner" und "Hotel Rwanda" machte es auch nicht besser. Es ist als Tourist schwierig nach zu vollziehen oder überhaupt wahr zu nehmen, was auf diesem Boden vor zirka dreissig Jahren vor sich ging. Als die Khmer Rouge an die Macht kamen und am eigenen Volk einen unfassbaren Genozid verübten.

In nur wenigen Jahren sollte die Struktur des Landes verändert werden. Die Menschen wurden von den Städten aufs Land umgesiedelt und dabei systematisch von ihren Verwandten getrennt. Danach gabs Zwangsarbeit auf den Feldern, alles im Sinne des Kommunismus. Tempel wurden niedergerissen und jeder Anschein von Intellekt (Eine Brille konnte reichen) ausradiert. Dies endete erst, als die Vietnamesen 1979 einmarschierten und dem Ganzen ein Ende setzten.

In Phnom Penh gibt es einige Reliquien aus der Zeit. Das S21, eine ehemalige Schule, umgewandelt zum Gefängnis und Folterhaus und die Killing Fields, wo heute noch Massengräber liegen. Wir haben diese zwei Orte besucht und fühlten Demut. Man könnte meinen, man hat aus dem Holocaust gelernt.






Busfahrn

28. August 2011 - Phnom Penh - Battambang

Huiuiui, was war das für ein Abend gestern. Buckets getrunken, Karaoke gesungen (ja, endlich! leider hat Mel das Video vergessen...) und als das Ganze dann etwas gar wild wurde, auch noch die Zeche geprellt. Die Mel hat sich noch mit dem TuckTuck-Driver angelegt und eine Freifahrt rausgeholt. Es drehte wohl so nicht nur mir etwas im Kopf, als ich im Bett lag und die Decke anstarrte und zur Sicherheit mal Anker warf. Hier war sie, die Night-Out, die ich mir gewünscht habe.

Ihr kennt ja diese Filmszenen, wo der Akteur schweissgebadet im Bett liegt, das Geräusch des Ventilators im Raum und man fühlt die Hitze durch den Bildschirm. So kann man sich unseren Morgen vorstellen. Gegen 11 trafen wir uns dann aber doch mit Katrin und Liz im Café und holten unsere Busfahrkarten. Es geht weiter nach Battambang, unsere letzte Station vor Siem Reap.

Als Liz erwähnte, dass es schade wäre, dass wir jetzt schon gehen würden, wurde mir klar, dass wir hier mal wieder eine gute Zeit hatten. Die Leute machen den Ort (Zitat aus I am Number Four).



Same Same but different


26. August 2011 - Phnom Penh

Es war Sightseeing angesagt. Auf zum Liberty-Symbol, mitten auf einem Kreisel in der Hauptverkehrsstrasse (Ja, hier gibts Kreisel). Anschliessend passierten wir die Riverside, die erstaunlich gehoben daherkommt. Danach besuchten wir den Wat Phnom, etwas im Norden der Stadt, auf einem Hügel gelegen. Das erstaunliche daran - wir sind alles gelaufen. Die Stadt ist zwar gross, aber nicht zu gross und das von den Franzosen eingeführte numerische Strassennamensystem hilft einem bei der Orientierung.

Kambodscha entpuppt sich als anders, wie Thailand oder Laos. Es ist nicht ganz so crowdet wie erster und nicht so unentwickelt wie der östliche Nachbar. Das leben hier fühlt sich recht gut an und die Stromleitungen, die über die Strassen hängen, machen den Charme. Hart sind die aufdringlichen TuckTuck-Driver und die doppelten Preise für Ausländer selbst in den Local-Restaurants. Trotzdem, genauso hab ichs mir vorgestellt. Wie im Film. Same Same, but different.

Gerne würde ich den aus dem Streifen bekannten Girlie-Club besuchen. Einer diesr Orte, wo die Mädchen entweder Vollblut-Prostituierte sind oder Mädchen auf der Suche nach nem Boyfriend (Der dann alles zahlt). Jaja, Love you long time. Ich bin nicht auf sowas aus, aber den Vibe würde ich gerne mal um mich spüren.

Am Abend trafen wir die Katrin und Liz wieder. Wir haben uns auf der Fahrt von Don Det getroffen und auf unsere Idee haben wir im selben Guesthouse eingecheckt. Wir gingen Essen und etwas Trinken. Das Highlight dann war unser Spiel am einzigen Töggeli-Kasten in Kambodscha. Jawoll, der Einzige! Und dementsprechend war auch sein Zustand :)





Freitag, 26. August 2011

Grenzkontrolle

25. August 2011 - Don Det - Phnom Penh

Es wird ja viel geschwatzt über die Grenzpassage von Laos nach Kambodscha (Jawoll, wir fahren nach Kambodscha :D) Man kann es schlussendlich drehen und wenden, wie mans will, du bist ein Tourist und jeder möchte ein Stück von deinem Kuchen haben. Da wäre der erste Busstopp wo ein dubioser Mann für einen Dollar Aufpreis dich von all dem Stress an der Grenze befreit. Das stimmte dann auch wirklich. Für alle anderen hiess es: Anstellen, 2 Dollar für den Ausreisestempel, 1 Dollar für Gesundheitscheck (Fiebermessen  auf der Stirn mit nem noch dubioseren Gerät) und 25 Dollar fürs Visum. Was dann nur halbwegs stimmte, war dass wir uns an der Grenze nicht anstellen mussten. Wir konnten straight forward durch. Aber uns sagte natürlich niemand, dass unser Bus erst in einer Stunde fährt. So waren wir alle bald wieder vereint. Also kann man es drehen und wenden, wie man will. Man kommt immer an.

Als uns dann der Bus in Phnom Penh rausschmiss, war ein Französischer Truckerfahrer damit nicht einverstanden. Er meinte wir seien Ausserhalb und Provozierte den Fahrer so lange damit, uns alle zur Bushaltestelle zu fahren, bis wir mit dem lieben, sich über uns lustig machenden Fahrer bis ins Busdepot fahren durften. Es war herrlich. Wie eine Horde asiatischer Touristen standen wir da und wussten nicht wie weiter. Keine Tucktucks und wir waren ausserhalb der Stadt. Danke schön, hättste mal die Fresse gehalten du Franzose. Wäre da nicht der Chef des Fahrers gekommen und hätte der ihm nicht die Leviten gelesen, wären wir da gestrandet. Es war schliesslich mitten in der Nacht und wir sind ja Touristen die nur dumm rumlaufen wie Schafe. So schiens es mir jedenfalls.

So brachte uns der liebe Fahrer zurück und beendete die Zusammenarbeit mit einer ruckhaften Bremse, die das sonst schon malträtierte Fahrzeug (Stossdämpfer, halloooo?) zum Stillstand brachte. Wir nahmen dann ein TuckTuck, dass uns für wenig Geld zum Hostel brachte. Das Capitol. Eine Institution in dessen Café immer Westler seien. Pustekuchen. :D Aber egal, 6 Dollar fürs Zimmer (3 Dollar each) und viel Leben um die Ecke. Phnom Penh, hier sind wir.

Lustig ist, wie hier der Dollar als Zahlungsmittel gilt. Du zahlst in Dollar, aber alles was unter einen Dollar fällt oder ungerundete Zahlen, werden in der Landeswährung Riel erledigt. So kann jeder Händler durch den Wechselkurs noch was dazu verdienen. Sweet.




Donnerstag, 25. August 2011

been there, don det

24. August 2011 - Don Det

Es gefällt mir hier sehr. Der Rhythmus ist ein anderer wie noch in Vang Vieng und es wird hier massig weniger getrunken und Party gemacht. Dafür gibts auch hier wieder ganz ganz viel Happytime. Happy Pizza, happy Shake... Alles was man mit ein bisschen Pilzen oder Gansha aufpeppen kann.

Ein gutes Beispiel ist die Happy-Bar. Es war ein herrlicher, als wir mit Chris und Jordan heute da auftauchten. Nur Rastas oder sonstige offensichtliche Anzeichen des Willens nach Fröhlichkeit. Total friedlich und so mancher gönnte sich vom Balkon einen erfrischenden Sprung ins Wasser. Chris und Jordan, auch wenn mans ihnen nicht ansieht, scheinen dieses Leben zu mögen, haben sies auch schon in Vang Vieng gesucht. Wir halten das ganze in Grenzen, nicht unsere Zielgruppe, aber ein bisschen Fröhlichkeit muss dann halt auch sein (nur für Lukas).

Auf jeden Fall tut es gut, mal nen Tag die Füsse hochzulegen, ab und an ein kühles Getränk und einen guten Film in Adams Bar. Erstaunlich, wie viele Westler hier hängen geblieben sind und neben den Einheimischen ihre Bars betreiben. Komischerweise sind dies nicht die teueren Spots.

Den Sunset haben wir heute wieder in vollen Zügen genossen (auch wenn die Spaghetti zum Abendessen gar wenige waren) und begaben uns auf dem Flusspfad zurück zu unserem Bungalow, wo wir in Hängematte liegend "Hotel Rwanda" schauten. Ein harter Brocken, aber gut hatten wir die Zeit dafür. Nun liegen wir im Zimmer, ein Tropensturm ergiesst sich über uns und macht einen Heiden Lärm. Hoffentlich ist er morgen früh vorbei, weil dann verlassen wir dieses Paradies wieder... bei Boot natürlich.

Wir haben zur Zeit ein ziemliches Tempo drauf... und haben uns ein neues Ziel gesetzt. Ein Highlight wirds werden und wir freuen uns drauf. Mehr dazu bei Gelegenheit.



Jede brucht si Insle.

23. August 2011 - Vientiane - Don Det (4000 Islands)

Eigentlich wollten wir ja ein wenig in Pakse bleiben, entschieden dann aber spontan direkt weiter zu fahren. Irgendwas zog uns in die 4000 Islands, genauer die Insel Don Det. Zuerst gings mit dem Bus weiter an die Kambodschanische Grenze, von wo aus dann mit einem simplen Holzbötchen Gepäck und Gepäckbacker hinüber auf die Insel gebracht wurden.

Im Lonely Planet 2007 noch als Geheimtipp erwähnt (Es soll nur teilweise Strom von Generatoren geben) hat sich dann aber doch entwickelt. Sogar unser Bungalow direkt am Mekong kostet uns pro Zimmer 2.5 Franken die Nacht. Leider hat auch der normale Backpacker (gehören wir da auch dazu?) seinen Weg auf die Insel gefunden, was ein Verlangen nach Strom, westlichem Essen und natürlich mehr Bungalows und sogar Internetcafés mit sich brachte.

Obwohl wir etwas müde von der Reise waren, mieteten wir uns ein Velo und fuhren damit die Insel ab. Der Grösste Wasserfall Südostasiens sollte hier sein und eine der Raresten Flussdelfinarten (noch gut 200 Stück) gibt es hier auch zu sehen. Dafür fuhren wir wieder mit einem Holzboht durch den durch Regen erstarkten Mekong auf eine Plattform. Diese befindet sich eigentlich ja schon in Kambotscha, aber so genau schauen die da nicht drauf, wens darum geht, Geld für die Erhaltung (der Plattform) zu verdienen.

Obwohl wir etwas gereizt waren (gibts manchmal, nach so langer Zeit on the Road) hatten wir genügend Zeit uns über Lukes Seekrankheit zu amüsieren. :D Nein, nicht auf dem Schiff, auf der Plattform hats mich erwischt!!! Da fährt mann durch eine der schönsten Gegenden der Welt und sieht nix anderes als den Holzboden des Schiffes :D Delfine haben wir auch gesehen.

Wie so oft in unserer Zeit in Laos, trifft man alte Bekannte wieder. Chris und Jordan, seine Freundin, die schon mit uns im Bus von Kunming nach Luang Prabang waren, sind auch wieder hier. Irgendwie komisch. Aber die Touristenpfade in Laos sind schmal, wenn man so durchrusht, wie wir das gerade tun.

Und hei... ja, es wars Wert her zukommen. Der Sonnenuntergang am Nordende der Insel ist... Atemberaubend.


übermüded

21. August 2011 - Vang Vieng

Boah, wer will an so einem Tag schon aaaaaufstehen. Wir werden langsam faul, liebe Mel :D Auf dem Weg zum Frühstück, äh Zmittag, scho fascht z vieri, stolperten wir über den Joel, der heute Morgen aus dem Hotel getürmt war. Seine Mitbewohner sind ausgezogen und er hätte für das ganze Zimmer bezahlen sollen. Das hat ihm der Besitzer dann auch handgreiflich klar gemacht. Joel hat spontan entschieden gar nicht zu bezahlen.

So, was machen wir heute? Tuben? NOOIn, nicht schon wieder trinken. Was kulturelles? In Vang Vieng? Machst du Witze? Da bleiben noch die Höhlen und die davorliegende Blaue Lagune, wie es sie im wunderschönen Karst-Gebirge zu Haufe gibt. Die Laoten verstehen es ziemlich gut, den Touristen für alles zur Kasse zu bitten. Motorrad Miete: 30000 Kip (Heruntergehandelt von 40000), Brückenzoll für Westler: 10000. Eintritt zur Höhle: 10000. Cola: 10000. Stirnlampemiete: 10000. Alles in allem fast 10Fr. was für Laotische Verhältnisse ziemlich heftig ist.

Auf dem Weg dann, mussten wir uns in Acht nehmen bei den vielen ausgeschilderten Blauen Lagunen auch die richtige zu erwischen. Auch hier ist es wie in China. Hast du eine Idee, hat sie dein Nachbar kurz darauf auch.

Die Höhle an sich war spektakulär und in den verschiedenen Kammern und Zitadellen liessen sich antike Buddhastatuen finden. Ein Feeling von Tomb Raider kam auf. Ausser für Mel, denn sie wartete draussen.

Dies sind ihre Emotionen in chronologischer Reihenfolge:
1. Angst um Lukas und Joel (Berechtigt, nach Lukes Höh(l)lenabenteuer in Neuseeland)
2. Langeweile
3. Hunger
4. Angst vor Regenfall, weil steiler Abstieg

Wir sind dann auch gestorben, verlangweilt, verhungert und wegen Regen den Hang runtergestürzt, als wir zu Hause ankamen und nach einigen Episoden Friends ins Land der Träume wanderten.


Reifengeplantsche im Nicht-Mekong (by Mel, edited by Luke)

20. August 2011 - Vang Vieng

Der Wecker klingelte um 9 Uhr. Als wir die Augen aufschlugen und die Ohren spitzten, merkten wir, dass es in Strömen regnet. Da dachten wir noch, dass wir das Tubing absagen müssen - wenige Stunden später sassen wir aber doch im TuckTuck, auf dem Weg zur ersten Station.

Für die, die's nicht wissen: Beim Tubing kriegt man einen übergrossen Schwimmreif, mit dem man den Fluss runtertubt und bei wilden Bars Halt macht. Mich überfiel ein wenig die Angst, als ich merkte, wie schnell der Fluss eigentlich war.

Zum Glück brachte uns zuerst ein kleines Boot zur ersten Bar, damit wir uns Mut antrinken können. Bier, Bodyspray, Briten, Ballspiele, Bierpong... das kann ja heiter werden! Wir blieben da schon 1,5h hängen, bis wir uns endlich auf den Weg machten, natürlich mit Schweizern im Schlepptau.
Überhaupt nicht überraschend fiel ich das erste Mal ins Wasser, bevor ich es fertig brachte, mich in den Tube zu setzen. Ich sag euch, das ist manchmal gar nicht so einfach! Und gefährlich ist es auch, denn gesamthaft sind schon über 70 Menschen ums Leben gekommen - ertrunken oder auf Steinen erschlagen.

Zusammengefasst: Den Joel haben wir verloren, die Britin wieder gefunden, Schweizer Ärzte kurz zur Ekstase gebracht, wild zu lauter Musik getanzt und dabei erst noch Spass gehabt!

Heute ist uns aufgefallen, dass in gut 50 Prozent der Restaurants und Bars hier Flatscreens stehen auf denen nur eines läuft: Friends!!! :D Kaum vorstellbar, dass die Laoten noch kein Augenkrebs davon haben, aber die Kundschaft lässt sich dadurch recht gut aus dem Hotel in die Bar bewegen und auch dort zu bleiben. Noch eine Episode... und noch eine :D

Samstag, 20. August 2011

Zwanzig Stunden (by Mel)


19. August - 2011 - Somewhere on the Road - Vang Vieng

So lange brauchte unser Bus von Luang Prabang nach Vang Vieng.
Nachdem zweimal der Keilriemen gerissen war, stoppten wir ca. um 10.30 PM irgendwo zwischen Luang Prabang und Vang Vieng. Die Ursache für unser 12-stündiges Warten war ein Erdrutsch, welcher Stau auf beiden Seiten verursachte. Wir mussten also warten, bis die Bagger alles weggebaggert hatten.

Als ich die Augen um 8 Uhr morgens aufschlug (ja, ich habe durchgeschlafen und praktisch nix mitgekriegt), schlenderte der Lukas mit einem Bier (!) zurück in den Bus. Eine gewisse Verwirrung in mir machte sich breit, da ich dachte, dass wir immer noch ein Keilriemen-Problem hätten. Der Lukas erklärte mir dann alles und ich ging mir das Ganze mal anschauen. Unbeeindruckt fand ich den Weg zurück in den Bus, wo ich dann schön weiterschlief.

Endlich in Vang Vieng eingetroffen (16:00) versuchte ich ein WLan-Netz zu finden - leider war keines da. Also doch ins TuckTuck und zu einem Hostel fahren, wo ich dann wörtlich nach WiFi schrie. WiFi gefunden - Prüfungen bestanden - Mel happy :D

Viel mehr passierte heute nicht mehr, wir assen gemütlich zu Abend mit netten Leuten und gingen schlafen.

Freitag, 19. August 2011

Ode an Sven (By Mel & Luke)

18. August 2011 - Luang Prabang - Vang Vieng

Es gibt so Tage, da sitzt man im Bus. Weiter vorne versuchen zig Laoten unter gütiger Mithilfe von Touristen, den Weg irgendwie frei zu kriegen. In der Nacht ist der Hang heruntergekommen und hat den ganzen Weg mit Schlamm überhäuft.

Der Tag fing eigentlich ganz gut an. Nach etwas Ausspannen und gemütlichem Essen am Mekong, haben wir uns entschlossen, nach Vang Vieng zu fahren. Natürlich mit einem VIP Bus.

Der VIP Bus ist natürlich gar nicht so VIP. Die Klimaanlage funktioniert nicht, die Sitze sind unbequem, und das Klo schweinehässlich. Aber nett gedacht, für geplante 5 Stunden. Nicht aber für mehr als 13 Stunden. Wir haben uns aber nun angefreundet, denn wer weiss, wie lange wir noch hier sitzen müssen - Bis die Chaoten-Laoten sich endlich organisiert haben.

Schon die erste Stunde Busfahrt mussten wir immer wieder an den Sven denken. Dreimal stoppte der Bus abrupt und alle fingen irgendwie an, am Hinterteil des Busses rumzubasteln. Bei Sven hätte es auf Anhieb geklappt und in der selben Zeit hätte er uns noch mit einer Turbo-Aircon beglückt.

Sven - Wo bist du, wenn man dich WIRKLICH braucht?!

Mittwoch, 17. August 2011

Life it Lao-Style

17. August 2011 - Luang Prabang

Wie anders es sich doch hier anfühlt. Das verleiht Flügel. Wir haben uns heute ein Motorad gemietet. Zum ersten Mal auch mit manueller Schaltung. Natürlich hatt niemand von uns den Führerschein, aber wer kratzt das schon, bringt das doch genügend Touristendollars in die Kassen.

Es ging erstaunlich gut vorwärts und die Mel ist mir nicht gleich wieder abgesprungen :D Unser Ziel war ein Wasserfall. Natürlich erwischten wir kurz vor dem Ziel nen Plattfuss. Zum Glück gibts hier in jedem Dörfchen einen Motorradmechaniker. So mussten wir nicht allzuweit schieben :)

Der Wassefall dann war späktakulär. Und das schöne, man konnte darin Baden! Die Laoten haben sogar einen Swing installiert, der einem wie tarzan durch die Luft wirbelt, bevor man im Pool landet. Traumhaft sag ich, traumhaft.

Auf dem Weg zurück vermissten wir plötzlich Julie und Taka, die bis dahin immer hinter uns fuhren. Wir machten ne Pause und warteten auf die Beiden, die dann gut 10 Minuten später auftauchten. "We may had a crash" und hush, waren sie an uns vorbei. Mel und ich haben uns angeschaut und dachten... was bitte war dass jetzt? :D

Noch als Taka und Julie später doch noch von ihrem Crash erzählten, erblickte ich durch die Bäume einige Jungs auf einem Betonplatz mit einem Ball spielen. Diese Sportart ist in Asien sehr verbreitet und nennt sich *Böweissdochauchnicht* Auf jeden Fall ist es wie Volleyball aber mit dem Fuss gespielt und gesmasht wird durch einen Rückwärtssalto wobei man mit dem Fuss so hoch wie möglich kommen sollte. Das war ziemlich beindruckend und es endete dann auch in einer Probelektion für mich, in der ich kläglich scheiterte :D

Das Highlight dann aber war das zusammensitzen mit den Laoten nach dem Match. Wir tranken Bier, assen komische Sachen und waren angenehm überrascht über die Freundlichkeit unserer Gastgeber. Auch wenn sie den ganzen Tag als Tucktuckfahrer unterwegs sind und gerne mal sagen, dass sie Zimmer vermieten, blieb es beim Bier und bei einer Freundlichen Konversation. Lao-Style eben.

Weiter gings ins Utopia und was erblickt mein müdes Auge da? Ein Beachvolleyballfeld :D Während die anderen noch mehr tranken, betrieb ich Sport und genoss das Gefühl mal wieder einen Ball übers Netz zu smashen auch wenns manchmal nicht so fair war... :P Der Abend endete dann bei ner Partie Bowling.

Was für ein Tag!



 


Welcome to Laos

16. August 2011 - Lao Border - Luang Prabang. 

Uff, zum Glück sind die Dai ausgestiegen :D Innen gleich taten es viele Chinesen vor der Grenze. So gab es genügend Platz für alle. Im Bus waren noch die Julie und der Taka, die mit ihren Chinesisch Skills sehr hilfreich waren.

Der Grenzposten ist ein herrliches Beispiel für den Chinesischen Grössenwahnsinn. Da kommen pro Tag vielleicht an die 200 Leute über die Grenze. Das hält die Chinesen nicht zurück einen prunkvollen und natürlich grossen Zoll-Palast zu bauen. Danach fährst du 2 Kilometer durch Niemandsland, bis dann der Laotische Grenzposten kommt. Zwei Container mit 4 Angestellten. Reicht doch oder? :D

Angenehm war dann auch die Ueberraschung dass wir als Schweizer für 15 Tage kein Visum benötigen. Wir bezogen genüsslich unseren Stempel und huschten kichernd an den Menschen vorbei, die sich gerade Dumm und Dämlich zahlten. Wir haben an die 35 Dollar gespart :D Sweet :D

Danach gings zurück in den Bus. Es war wirklich erstaunlich einfach. Inzwischen funktionierte auch die Aircon, was das letzte Teilstück nach Luang Prabang erstaundlich angenehm machte. Ich war zwar ziemlich muffig und nervte mich über alles. Aber hei... ihr habt auch nicht gesehen, wie wir geschlafen haben :D Wir haben  unser Ziel gegen 8 Uhr abends erreicht.

Der erste Eindruck von Laos ist Wahnsinn. Wir fahren durch dichte Wälder und der Bus kurvt durchs Gebirge, als gäbs kein Morgen mehr. Wir fahren durch kleine Dörfer, wo die Häuser aus Holz und auf Stelzen sind. Ja, wir sind in einem armen Land. Aber Reichtum besteht auch aus Lächeln.

Kein Spuken, kein Schnuddern, kein alles auf den Boden schmeissen... Jeder Mensch auf der Welt hat mehr Anstand wie Chinesen. Wie froh sind wir, davon mal ne Pause zu haben.





Hardcore-Sleeperbuss-Experience


15. August 2011 - Kunming - Border to Lao

Nun, eigentlich hat ja alles geklappt wies sollte. wir sind zur Bushaltestelle, die weiter draussen war, wie der Flughafen und haben unser Ticket nach Luang Prabang gekauft für rund 50 Dollar. Den Rest des Tages haben wir mit Kartenspielen und Nudelsuppe essen tot geschlagen. Als wir dann im Bus waren, traf uns fast der Schlag. Wir hatten die Betten in der letzten Reihe, wo 5 Leute auf engstem Raum nebeneinadner schlafen. Ich hab die Mel schon vorgewarnt, dass wenn mich der Chinese mitten in der Nacht zu löffeln beginnt, hier hinter der Teufel los ist :D

Richtig super wurde es dann, als noch spontan eine Familie von der Dai-Minderheit hinzugeladen wurde. Dummerweise waren das 3 Erwachsene und 4 Kinder, was schlussendlich in einer "Jeder-liegt-über-jedem" Schlaforgie ausartete - Wir mittendrin. Ich hab kein Auge zu gemacht und der Mel gings auch nicht viel besser. Auf jeden Fall waren wir endlich unterwegs, durchquerten ganz Sud-Yunnan wo wir dann gegen Morgen an die grenze kamen.

Ebenfalls etwas anstrengend sind die ewigen Pausen, die der Bus macht. Wir sind zweimal über eine Stunde einfach irgendwo gestanden und nix passierte.
Egal, wir werdens schaffen :)

Salvadors - this is it!


14. August 2011 - Kunming

Wenn man reist, kommt das gute Essen oft zu kurz. Nudelsuppe im Zug und oftmals trash unterwegs, dass oft Durchfall zur Folge hatt. So ist unser Tripp zum erstaundlich gemütlichen Kunming auch erstaunlich gemütlich geworden. Es war gestern auch ziemlich viel vom bösen, bösen Alkohol. Mal wieder... Also was liegt da näher als zurück dahin, wos gut war?

Einen herrlich guten Burger mit Pilzen und Zwiebeln für mich und einen Corn-Burger für Mel. Danach etwas schoppen in der erstaundlich hippen Studentenmeile und zurück zu einem göttlichen Hibiskus-Honig-Tee natürlich on the Rocks. Dabei schauten wir voraus auf unseren Trip nach Laos und liessen den Kater ausklingen.

Zurück in Hannas Wohnung entschlossen wir uns denn alle zusammen, weils doch so gut war, ins Salvadors zum Abendessen zu gehen. Spaghetti mit gedörrten Tomaten, Spinat und nen Schuss Weißwein und Olivenöl. Herrlich. Morgen gehts dann endlich Los mit dem Bus 25 Stunden nach Luang Prabang in Laos... falls wir einen Platz bekommen. Das ist ja hier in China immer so ne Sache.

Sonntag, 14. August 2011

Night Out in Kunming


13. August 2011 - Kunming

Es ist nicht das erste Mal, das wir uns fragen, was die Hannah hier her treibt. In eine Chinesische Grossstadt auf 1800 Metern über Meer, irgendwo im Zentralen Yunnan. Es gibt hier nichts zu sehn und wenig zu tun. Alles ist ausserhalb. Warum also hier ein Jahr leben und dann nochmals zurück kommen?

Mel hat jetzt die Haare schön. Hannah hat durch heftigstes Googeln herausgefunden, wie man "Fransen" und "gestuft" sagt, damit sie nicht wie ne Beijing-Mama nach Hause kommt.

Wir waren also bereit aus zu gehen. China scheint verschlossen und strickt. Wird es aber dunkel, dann kommt die dreckige Seite zu Tage. Laute Musik dröhnt, im Rush des Adrenalins auf der Überholspur durch die Stadt. In Europa unvorstellbar. Alles geht so schnell. Die Band spielt 20 Minuten ohne Pause und der Drummer will noch mehr. Alle sind dabei und doch irgendwie für sich auf der Suche nach was weiss ich was. Ein Mikrokosmos aus schmutzigem mit vielen Asiaten und Westlern, ertränkt in den Wasserlöchern mit mehr wie nur Tsingtao. Daheim um sechs, nach einem Imbiss beim Muslimen. Es ist angenehm kühl.

Nun, wir haben schon einige Menschen getroffen, die hier gestrandet sind. Und alle haben irgendwie nen Flick weg, was es möglich macht, in einer solchen Gesellschaft zu leben. Ein Leben auf der Achterbahn mit dem geheimen Suchen nach dem Exzess und dem treiben lassen. Dazu gehört auch die Hannah. Und das ist gut so. Auch wenn ich langsam zu verstehen beginne, was sie hier findet, bin ich immer noch schwer beeindruckt.

Weisheit Nr. 6: Alkohol ist völkerverbindend.


Freitag, 12. August 2011

Monkey-Shit (by Mel)

12. August 2011 - Yangshuo - Kunming 

Nachdem wir uns gestern in der Kaya Bar in Yangshuo ziemlich abgeschossen hatten, erwachten wir heute in unserer eigenen Scheisse. Wortwörtlich.

Das Bad in unserem 4-Bed-Dorm lief über, weil irgendein Trottel (Franzose) Klo-Papier in die Toilette geschmissen hatte. Das passierte aber schon gestern, worauf Lukas das dem Staff mitgeteilt hatte, die es dann aber irgendwie nicht reparieren konnten. Unfähiges Chinesen-Lumpenpack!
Gestern war es zum Glück nur im Bad, im Verlaufe der heutigen Nacht (oder des heutigen Morgens) verteilte sich die Wasser-Kacke jedoch im ganzen Zimmer. Geschlafen wurde auch nicht gut, da unser Ventilator den ganzen Gestank im Zimmer verteilt hatte. Unser Tag fängt auf jeden Fall schon mal super an!
Natürlich ertrank Lukas Rucksack in dieser überaus wohlriechenden Sülze und wir wurden dann auch mal angriffig gegen das Personal. Als Ersatz kriegten wir lächerliche 100 Yuan, mit denen wir dann auch ziemlich schnell das Monkey-Shit verliessen. Auf jeden Fall werden diese Scheisser keine guten Reviews kriegen.

Heute ist der unvergessliche Tag, an dem Lukas Meinung über den Durchschnitts-Chinesen auf mich überging.

Angepisst machten wir uns auf den Weg zur Busstation, weil wir doch heute nach Kunming fahren werden. Oder das sollte zumindest unser Plan sein. Das Problem war nur, dass wir die Tickets nicht auf sicher hatten.
An der Busstation in Yangshuo flossen dann auch ein paar Tränen, da wir uns von Albert und Raquel verabschieden mussten. Doch wir wissen alle, auch wenn es dieses Mal eine Weile dauern wird, das war nicht das letzte gemeinsame Morgenessen im McDonalds ;)

In Guilin versuchte Lukas dann unsere Tickets abzuholen, wir mussten aber bis um 16:00 Uhr warten - und der Zug fährt um 16:50 Uhr. Doch unser Risikospiel entpuppte sich als den richtigen Weg, um nach Kunming zu gelangen. Der David von der Travel Agency kam pünktlich um 16:00 Uhr mit zwei Hard-Sleeper Tickets zum Bahnhof. Das hat definitiv ein bisschen unseren Tag gerettet!
Aber unser Highlight von heute war definitiv ein Kaugummi-Zwischenfall. Da gabs an der Zugstation einen chinesischen Jungen, der die ganze Zeit laute, komische Geräusche von sich gab. Als wir dann beim Boarding hinter ihm standen, wollte Lukas seinen Kaugummi auf den Boden "husten", und wie es der Zufall so wollte, hatte der Junge den danach an seinem Bein. Wir haben Tränen gelacht und die Chinesen verstanden die Welt nicht mehr.

So sitzen wir jetzt im Zug nach Kunming, voller Vorfreude auf Hannah, bei der wir dann schlafen werden. Schon lustig, das wir praktisch an keinen Ort mehr hinfahren, an dem wir niemanden kennen. Kunming wird auch unser Anfangs- und Endziel von unserem Trip nach Laos sein.
Hach, wie wir uns auf eine Chinesen-freie-Zeit freuen: Tschüss Chinesen, Hallo Laoten!!!

PS: Schon komisch, dass immer ich die "Scheiss"-Geschichten erzählen "muss" ;)

Weisheit Nr. 5: Lächeln und Winken öffnet Türen in China.

Bier, Bier, Bier. (Und etwas Radeln)

11. August 2011 - Yangshuo

Bikes gemietet und hoppsassa gings los. Dazu stiess noch Arthus, ein Freund unserer Chinesen. Er war bestimmt schonmal auf einer dieser Chinesischen Urlaubs-Bus-Touren. Andauernd fragte er voll enthusiastisch wohin es denn als nächstes geht, bevor wir überhaupt da waren. Herrlich :)

Wir fuhren bis zum Moon Hill, eines der Aushängeschilder der Gegend um Yangshuo. Es sieht schon ziemlich heftig aus und der Berg mit Loch ist ein Zeichen dafür, das hier mal ganz ganz viel mehr Wasser war, wie heute. Das Wasser ist nicht nur historische Grundlage für das Entstehen der Limestone-Berge, es war auch das Thema des Tages. Am Nachmittag gönnten wir uns eine Flussfahrt auf dem River Li, tief in die Bergkette. Als dann spontaner Regen einsetzte, hatten wir auf der einten Seite einen doppelten Regenbogen und auf der anderen einen wahnsinns Anblick im Gegenlicht. "In sieben Monaten werden wir Glück erfahren!" fügt Alice erfreut hinzu.

Es war schön anzusehen, wie speziell es für die Chinesen war, mit uns zu reisen. Oder: Wer reist hier eigentlich mit wem?

Als Highlight gönnten wir uns noch einmal die lokale Spezialität schlechthin. Bierfisch. Das ist ein typisch Chinesisches Mischmasch an Gemüse und brauner Sauce, worin man einen Fisch findet, der in Bier (säg etz..) gekocht wurde. Natürlich durften wir den Fisch vorher selbst auswählen. Die anderen blieben gerne im Restaurant, als Jory und ich draussen unserem Abendessen in die Augen schauten.

Der Abend endete nach exzessivem Würfel- und Jengaspielen mal wieder erst bei Sonnenaufgang... wo das Erwachen dann nicht so schön war...

Weisheit Nr. 4: Man sollte nie in seiner eigenen Scheisse schlafen.

In the Shadow of the Monkey


10. August 2011 - Yangshuo

Wir residieren im sagenumwobenen Monkey Jane's. Famous für seine Rooftop-Bar und die vorherige Besitzerin, Monkey Jane. Sollte man sie im Bierpong besiegen, erhält man als Trophäe ein Sieger-Shirt. Bierpong? Nichts anderes, wie mit einem Tischtennisball gefüllte Bierbecher zu treffen, die es dann zu trinken gilt. Wer als erster kein Bier mehr hat, hat verloren. Und Die Jane ist verdammt gut.

Dieser Kult gibt hier einen ganz speziellen familiären Vibe. Die Leute bleiben nicht nur 2 Tage sondern oft eine Woche oder länger. Jeder hat jeden schonmal gesehen und früher oder später verschlägts jeden hier her.

Gegen Mittag ist dann der Albert aufgetaucht. Ein herzliches Wiedersehen. Ich muss zugeben, ich bin gerne mit den Zweien unterwegs. So tolerante, gut eingestellte Reisende trifft man selten. Inzwischen scheint hier eine wirkliche Freundschaft zu entstehen und die Mel ist da mehr wie nur dabei.

Mit im Schlepptau haben sie zwei Chinesische Teenies, die ihren Eltern gesagt haben, sie fahren ins Klassenlager nach Guangzhou und nun alleine durch Yunnan reisen. Das ist sehr beeindruckend für die sonst schüchternen Chinesen und zeigt auch, dass die junge Generation vermehrt Interesse zeigt  am individuellen Reisen und dem Tiefgang der dahinter entsteht. Jory und Alice, wie sie sich in Englisch nennen, sind echt der Hammer. Illegale Bücher über Tibet auf den Handys, eine politische Übersicht, wie sie den Westlern in nichts nachstehen und ein reges Interesse, mit Menschen aller Nationen die Pfade zu kreuzen - und unser erster Kontakt mit richtigen Chinesen, wo aufgrund der Sprachkenntnisse auch wirklich Tiefgang entstand - zur totalen Freude beider Seiten.

Albert und Raquel sind mit ihnen von Guilin hier her gekommen. Das ist wirklich speziell, dass sich Chinesen westlichen Reisenden anschliessen. Allerdings überrascht mich das bei dem Herz und Offenheit, der unser Spanier Albert und seine Freundin Raquel an den Tag legen, irgendwie dann doch nicht so. Wir fahren morgen zusammen los. Moon Hill und ein Li River Cruise stehen auf dem Programm.

Weisheit heute:
3. Hast du ne Idee, hatte dein Nachbar die selbe.

Mittwoch, 10. August 2011

Fahrrad im Fahrradland

9. August 2011 - Yangshou

Mel und Anne-Christine sind gerade in der Manicure (!) Das ist der Moment für mich zum Blog aufarbeiten. Heute war so ein toller Tag, das muss festgehalten werden :D

Früh Morgens, um 11.30, haben wir uns versammelt um mit Bikes den Fluss hoch zu fahren. Natürlich nicht im Fluss, nebenan aufm weg, Hirnis. Nach einigem Herumirren, brachte Lukas, seit drei Jahren unterwegs, die Idee, dass wir doch zur Dragonbridge radeln könnten. Kommt mir natürlich gelegen :D Wir stellten dann auch fest, dass diese Brücke nicht in Yangshou selbser ist, sondern eine Stunde mit dem Rad ausserhalb. Aber der Ride war die Strapazen absolut wert. Wir durchquerten kleine Dörfer und mussten aufpassen, dass wir vor lauter Gaffen nicht in die Reisfelder plumpsten.

Obwohl uns dauernd Touristnebusse überhohlten, waren and er Brücke erstaundlich Wenige. Mehr dafür auf dem Fluss, wo tausende von Bambusflossen mit gelangweilten Chinesen vorbeischipperten. Wie kann man in den Ferien gelangweilt sein? :D Das geht gar nicht. Lukas und Lukas entschieden sich so etwas für Unterhaltung zu sorgen und machten die ersten Sprünge von der gut 8 Meter hohen Brücke. Boa, was hab ich mir eins in die Hosen gemacht, bin ich doch gar nicht geschaffen für solche Sachen. Als Highlight des Tages, sprang auch noch die Anne-Christine und kam zitternd wieder aus dem Wasser. Das Adrynalin hat doch seine Spuren hinterlassen :D

Ich muss zugeben es macht Spass, die lieben Chinesen zu erschrecken, in dem man einfach aus dem Nichts neben ihnen im Wasser aufschlägt :D

Wir genossen ein kühles Bier (natürlich) und freuten uns ab dem schönen Wetter und der wunderschönen Landschaft, die wie schon erwähnt trotzt des tourismus ihre Macht und ihren Charme nicht verloren hat. Yangshou, definitiv mein Highlight in China bisher.

Anne-Christine und Lukas reisen Morgen leider bereits ab. Dafür werden Albert und Raquel ihren Weg hier her finden. :D Unglaublich, wie sich die Wege immer wieder kreuzen. So, Mel ist zurück und hat schöne Nägel und jetzt gets weiter in die oberste Etage, Bier und einmal mehr, einer der schönsten Ausblicke, die man sich vorstellen kann. Prost.

Weisheit heute:
2. Du bist Westler. Du brauchst entweder ein Taxi, Bus oder Hotel, also verfolge ich dich, bis du ein Taxi, Bus oder Hotel hast.



Ich bin ein Dollarsack mit Beinen

8. August 2011 - Guilin - Yangshuo

Es kam dann auch wie es kommen musste. Ausserhalb des Bahnhofgebäudes erblickten wir an die 20 Ticketagenturen und wir wissen was das heisst: An den offiziellen Ticketschaltern werden Westler mal wieder keine Fahrkarten erhalten. Das funktioniert so: Sobald die Fahrkarten auf den Markt kommen, gut 10 Tage vor der Reise, rennen alle Agenturen an den Schalter und kaufen die Karten für die Overnight-Trains auf, um sie dann gegen Gebühr an die Reisenden weiter zu verkaufen. Es blieb also nichts anderes übrig, als uns für einen der dubiosen Händler zu entscheiden und bei ihm ein Ticket zu reservieren. Du machst ne Anzahlung und er wartet dann bevor der Zug fährt auf dich um dir die Karte zu überreichen. Ohne Garantie und ohne andere Möglichkeit. Mel regte sich zum ersten Mal so richtig über die Chinesische Bürokratie auf. Willkommen in China, du Geldsack mit Beinen *Schmunzel*

Der Rest des Tages funktionierte dann Reibungslos. Wir fuhren mit dem Bus weiter nach Yangshou und schafften es dann auch jegliche weitere Abzocke zu verhindern. *chch*

Yangshuo ist ein wahnsinns schönes Fleckchen Erde. Gelegen in mitten von Limestone-Bergen sieht es aus wie bei Star Wars oder noch besser: Bei Super Mario :D Natürlich ein Paradies für mich als frequenter Hüpfer. :D Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit Recherche und auschecken, was man hier so tun und machen kann. Die Stadt ist sehr touristisch, hat aber ihren Charme nicht verloren und liegt wunderschön im Delta des Li Rivers, dessen Wasser auch erstaundlich klar ist. Ueberall sieht man Reisfelder und Wasserochsen. Das ist China, wie es mir gefällt. Leider konnten wir beim ersten Spaziergang die Dragon-Bridge nicht finden. Die ist berühmt, weil da gerne mal Touristen runter ins Wasser springen :D

Wir haben auch sofort Anschluss gefunden und haben mit Anne-Christine, Dänemark und Lukas (haha), Deutschland, wunderbare Gespräche geführt. Der Lukas reist zur selben Zeit wie ich nach Tibet und wir haben eine ähnliche Einstellung gegenüber vielem. Der Einzige Unterscheid sind die Rastas, die seinen Kopf zieren. Ja, hier lässt es sich Leben. Auf der Rooftop-Bar, die Stadt überblickend mit den Bergen im Hintergrund... Die Strapazen warens wert. Wir werden 4 Tage bleiben.

Von heute an gibts am Ende des Blogs eine Weisheit von Konfuzius Luke.
1. Chinesen erfinden nicht, sie kopieren.




Sonntag, 7. August 2011

In der Not frisst der Teufel Fliegen

7. August 2011 - Hong Kong - Shenzhen - Guilin

Weil heute nicht viel mehr auf dem Programm stand, wie die Reise von Hong Kong über Shenzhen und Overnight-Train nach Guilin, hat die Mel eine weitere Geschichte bereit, die eigentlich tief in den Analen der Gezeiten verschwinden sollte...

Erinnert ihr euch an unsere fröhliche Zeit im Sims Cozy in Chengdu mit den Pandas? Ja, so fröhlich war es dann doch wieder nicht. Diese paar Zeilen sollen euch zeigen, was ich manchmal mit dem Lukas durchmachen muss...
Nein, so schlimm ist es dann doch wieder nicht, aber geschockt war ich trotzdem. Gemütlich sassen wir auf der Dachterasse in unserem tollen Hostel und genossen ein bisschen Ruhe, musste der Lukas mal wieder ganz dringend. Viel zu erzählen gibt es hier leider nicht, darum ganz kurz: Mein Lonelyplanet vermisst seither 6 Seiten. (Lukas zu seiner Verteidigung: Papier kann in China Gold Wert sein :D)

Bild: Nudelsuppen sind schaaaaaaaaarf.


Suspicous Minds

6. August 2011 - Hong Kong

Wenn man lange durch Asien irrt, dann trifft man immer wieder auf schräge Leute. Da ist der Holländer im Hostel, der seine Reisekasse durch Betteln (sehr erfolgreich) füllt oder der hässliche Deutsche, der jeden Abend mit einer neuen (heissen) Dame an der Hand nach Hause kommt.

So war ich etwas verdutzt, als ich aus dem Haus trat und die Mel mit einem etwas schrägen Typen sprechen sah. Er war Dunkelhäutig, trug einen Zylinder  und war etwas Wackelig auf den Beinen. Wir sinds uns auch gewohnt, das die Mel immer angesprochen wird, sollte ich mal 2 Minuten wo anders hinsehen.

Bernett war sein Name und er war auf dem Weg nach Macau wo er einige Shows spielen wird. Ich glaubte ihm nicht. Was macht der Kerl im CHunking Mansion und warum isst er bei McDonalds? Auf jeden Fall verabschiedeten wir uns und gingen Googeln.

Und tatsächlich: David Vanderveer Burnett. Sänger bei den Ohio Players, Grammy Gewinner und Millionen verkaufte Funk-Soul-Scheiben. Jetzt auf Solotournee hier im Asiatischen Raum. Warum so eine billige Absteige und McDonalds? Er wird wohl sehr Genügsam sein und er hat vorallem mich eines Besseren belehrt.


Samstag, 6. August 2011

A Magic Day

5. August 2011 - Hong Kong

Ferne Erinnere ich mich zurück, wie damals Wald Disney Jr. bei Wetten Dass auf der Bank sass und über seinen neuen Vergnügunspark bei Paris erzählte. Welches Kind unserer Generation ist nicht mit den Geschichten von Simba, Mogly oder Aladin aufgewachsen? Wessen Traum ist es deshalb nicht, einmal so einen Park zu besuchen? Für uns wurde es heute Realität.

Mit der Metro gehts direkt in den Park und da startet die Magie. Von überall erklingt Musik und lichter Blinken. Die Charaktäre geben sich ein Stelldichein und die 4 Themenbereiche sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Uns viel aber schnell auf, dass die Rides alle etwas kurz geraten sind und für Action Fans wie mich es genau den Space Mountain zu bewältigen gab (der es aber durchaus in sich hat). Wir sind durch Tarzans Haus geklettert, haben mit Stich einen Planeten zerstört und sind mit Buzz in die Unendlichkeit und noch viel weiter geflogen. Das absolute Highlight war aber die Lion King Show. 30 Minuten Tanz, Gesang und alle Figuren aus dem Film traten auf. Von Emotionen der Lieder zu Tränen gerührt, wollten wir gar nicht mehr raus aus der Halle... Bis wir uns dann entschieden haben die Zeit zum Feuerwerk über dem Cindarella Castle mit einer unheimlich leckeren Waffel zu überbrücken.

Es ist schon beindruckend, wie krass die Disney Verkaufsmaschine rollt. Das beginnt bei den Ticketpreisen. 400 Dollar basic (40fr) Will man sich bei den Rides nicht lange anstellen, kauft man sich einen VIP-Pass für gut das Doppelte. Der bewirkt, dass man sich bei langen Schlangen einfach vordrängeln darf. Das ergibt dann eine Art Zweiklassengesellschaft, die unserer Meinung nach nicht in einen Vergnügungspark der Marke Disney gehört. Als nächstes sind da die überteuerten Souverniershops, die in ihrer Zahl höher sind wie die Attraktionen. Dann sind da die Gebüsche, in denen befinden sich neben den Disneymusik spielenden Boxen auch noch Duftspender, welche einem so alle 2 Stunden das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Wir hätten dauernd Essen können und die versalzenen Pommes mit überzuckerter Cola herunterspülen können, die uns grad wieder durstig machte. Disney ist ein Meister seines Fachs. Aber für jeden der dahinter sieht, schätzt, was er zum Beispiel am Europapark hat. Denn da fühlt es sich nicht so an, als würde dir jeder mögliche Euro aus der Tasche gezogen.

Obwohl, die Waffeln waren ihr Geld wirklich wert :D Mjummy







Donnerstag, 4. August 2011

Ein Nickerchen um zu denken.

4. August 2011 - Hong Kong

Den Tag verbrachten wir am Strand. Es war mal wieder traumhaft. Die South Bay Beach hats uns angetan. Das beste war dann aber die Taxifahrt zurück in die Stadt. Auf so nem ride erkennt man auch die kleinen unterschiede. Wo in China einfach mit Zirkel und Massband (wenn vorhanden) ne Strasse quer durchs Land gezogen wird, so denkt man hier über alles was man baut. Intelligent angelegte Parkanlagen ziehen vorbei und die Autos fahren massiv weniger halsbrecherisch. Man schaut nach draussen, der Wind berührt das Gesicht, während man von Aberdeen herunter ins Happy Valley fährt, wo man in die Häuserschluchten eintaucht, die nur durch bewegen des Kopfes ganz wahr zu nehmen sind. Die untergehende Sonne spiegelt sich in den Häusern  während mann mit der Fähre von Island nach Kowloon schippert. Man kann das Wasser riechen und es riecht gut. Die Doppelstöckigen Trams rattern durch die Strassen und berühren beinahe die unzähligen Neonröhren, die jedem Werber die Haare direkt ergrauen lassen. Hong Kong wird von Tag zu Tag schöner und wir schätzen, was wir hier haben.

Marcos hat heute im übrigen meine Befürchtungen niedergeschlagen, als er heftigste mit einer Dame flirtete :D

Lustig ist auch, dass man die Chinesem von weitem her erkennt. Viele Touristen Strömen in die Stadt, weil grad Semesterferien sind. Man erkennt sie, weil sie es sind, die auf der Strasse fast überfahren werden, die schlecht gekleidet sind, auf den Boden spucken und andere hässliche Geräusche von sich geben, schlecht riechen, wie ein Rudel Lemminge durch die Strassen irren und sich in der Reihe vordrängelt, weil er meint er müsse sonst verhungern unds von zuhause nicht besser kennt. In Hong Kong sind auch sie Touristen. Kehrt man das ganze um 180, hat man die Hongkonger gut beschrieben.

Liebe Leute. China ist überbewertet. Falls ihr dahin reisen möchtet, bereitet euch gut vor um der Touristenmeile zu entfliehen. Macht euch gefast das nur die Minoritys, wie die Uiguren, Tibeter, Kasachen und Mongolen noch Kultur haben. Damit meine ich zu Beispiel Statuen in Tempeln. Die Chinesen selber... kennen das nicht mehr. Im Shaolintempel stehen die gleichen Instant-Geländer wie bei der Chinesischen Mauer. Dabei gibts ausser leere oer verschlossene Räume nichts zu sehen.

Ich erwarte einiges vom Zweiten Teil unseres Trips. Land, Leute, Berge und gute Luft. Denn ab Sonntag gehts Richtung Westen - Da wo die Welt noch in Ordnung sein soll. Erste Station: Yangshuo und morgen gibts etwas ganz besonderes worauf ich mich riesig freue: Ach ihr sehts dann morgen :D


Chunking Mansion's

3. August 2011 - Hong Kong - Perfekte 30 Grad. 

Nun es ist wie befürchtet: Es gibt auch hier keine Zug oder Busfahrkarten irgendwohin. Die Flüge sind zu teuer und so bleibt uns nichts anderes übrig als die erste Möglichkeit zu packen, dies gibt - Sonntags! Wir sind also wieder mal gestrandet. Da kann dir jede Auskunft noch so sagen, es habe immer Plätze, wenn wir kommen, gibts nichts mehr. Ich weiss nicht, was die anders machen, aber wir kriegens nicht hin. ;-) Immerhin konnten wir ein neues Hotel finden. Die Stadt ist beinahe ausgebucht. Wir hatten für einmal Glück.

Immerhin gibt es schlimmere Orte um gestrandet zu sein, wie Hong Kong.
Am Morgen habe ich meine Visumformalitäten erledigt und mal wieder ausgeschlafen, während die Mel mit Albert und Raquel den Giant Buddha besichtigen ging.

Wir leben im Chunking Mansion. Wenn alles andere Ausgebucht ist oder du in einer der teuersten Städte Asiens nicht mehr wie 10 Dollar für ein Bett zahlen möchtest, endest du hier. Hier hats immer Platz. Der Groundfloor gehört den Indern, die zu wissen glauben, dass jeder Weisse Hasch, Sex oder gefälschte Uhren sucht. Es ist nicht möglich sich auch nur 10 Sekunden ungestört da sein Bier zu trinken, ohne ernsthaft bedrängt zu werden.
In den Guesthouses leben die ganz Dubiosen. Gestrandete, alte Whitetrash Hippies. Dazu gesellen sich Jelaba tragende Islamis, wo man sich nicht vorstellen kann, das die hier Urlaub machen. Und Tamiltigers die nicht verstehen, dass du jetzt dein Bier fertig trinken möchtest, ohne dass er es haben kann. Das hier ist ein Mikrokosmos von Drogen, Mafia und ganz viel komischen Menschen. Genauso auch das Managment des Komplexes, das nicht verstehen kann, warum sein Ruf so schlecht ist. Hier tauchen wir ein. Ins dreckige Backpacken, wie man es aus den Filmen kennt. Mel lässt sich nichts anmerken, ist sich das wohl gewohnt :)

Spät Abends mussten wir unseren Durst stillen. Raus aus dem Mansion. Glücklicherweise ist in Wan Chai jeden Mittwoch Ladiesnight. Free Drinks für alle Frauen. Leider war das für uns schon ziemlich früh vorbei, weil die Bar gemerkt hat, dass die Drinks auch an uns Männer weiterflossen :D Die sind hier halt smarter wie daheim. Es wurde dann auch mal wieder etwas später und dass ist gut so.




Mittwoch, 3. August 2011

Strandwetter

2. August 2011 - Hong Kong

Der Blick nach draussen verrät es - Schönes, traumhaftes Wetter. Kein Smog in der Luft nur blauer Himmel mit angenehmen 30 Grad Celsius. Wow, was für ein Tag. Endlich mal wieder kein Leider und der Duft der Pflanzen erreicht unsere hart geprüften Riechkolben. Was wäre das für ein wunderbarer Strandtag. Auch über Mels Erkältung lies sich so gut hinweg sehen. Sie darf auch gar nicht krank sein. Morgen ist schliesslich ihr Geburtstag.

Ich habe nicht schlecht geguckt, als ich per Facebook von Albert eine Nachricht erhielt, der sich mit seiner Freundin Raquel zufälligerweise im gleichen Gebäude in einem Hostel aufhielt. Mit ihnen haben die Emma und ich damals in Ulan Baator zusammen gewohnt. Wir verbrachten spontan alle den ganzen Tag zusammen.

Zuerst fuhren wir auf den Victoria Peak um die herrliche Aussicht zu geniessen. Schon der Weg dahin zeigte mal wieder wie gross das Labyrinth Hong Kong eigentlich ist. Durch Häuserschluchten, über und Unterführungen, Parks und Shoppincentren bahnten wir unseren Weg. Der Ausblick war fantastisch bei dem Wetter. Man merkt echt, wie einem das fehlt.

Nach dem Abstieg trafen wir Marcos. Ein Spanier, Bekannter von Albert, führte uns zum Essen aus und zeigte uns seinen Lieblings-Strand, South Bay Beach. Wir konntens kaum fassen. Unsere Träume scheinen heute alle in Erfüllung zu gehen. Ausserhalb der Stadt lag dieser Strand. Genügend Lifeguards und die üblichen überdimensionalen Sicherheitsstandards... und viele Gays. Wir begannen etwas über Marcos nachzudenken... chch. Wir haben nun auch Einladungen für die nächsten Tage. Wow, so machts spass :D Auf jeden Fall war es ein super Tag. Leider merkte ich auch, dass mein Knie immer mehr nicht so will, wie es sollte. Sogar beim Schwimmen. Ich hoffe, dass das nicht noch übler wird.







Dienstag, 2. August 2011

Während die Schweiz feiert...

1. August 2011 - Chengdu - Shenzshen - Hongkong

... die Biere zapft und die Würste grillt, stehen wir früh Morgens auf und machen uns zum Flughafen auf. Das Tagesziel war Hong Kong, das wir über Shenzhen, die neue Chinesische Megacity an der Grenze zu Hong Kong, zu erreichen versuchen. Die Mel fühlt sich nicht so fit. Jetzt wos mir wieder gut geht, gesellt sie sich in die Leere unseres Lazaretts.

Es ist üblich, das viele Reisende das billigere Shenzhen bevorzugen und dann mit Bus oder gar zu Fuss über die Grenze gehen. Die Infrastruktur ist dementsprechend gut, Passkontrolle kein Problem. Von all den Grenzüberschreitungen war das die Einfachste. Wir bekamen einiges von der Stadt zu sehen, die mich überraschte. In den letzten 10 Jahren quasi aus dem Boden gestampft, hat sie jetzt bereits über 14 Millionen Einwohner. Ein Phänomen und schön noch dazu. Auch weil die Sonne scheint und von Smog weit und breit keine Spur war. Nein - den haben wir in Chengdu gelassen (Siehe Foto).

Am Abend in Hong Kong haben wir uns die Symphony of Lights angesehen. Die Lightshow im Hafen, wo man mal sieht, wohin der Strom fliesst. Mel gefällt die Stadt sehr. Ich bin gespannt auf die Pläne der nächsten Tage - und wie schlimm sich die Erkältung entwickelt.

Ich persönlich muss manchmal auch schon weiter denken. Tibet ist das Thema. Ich habe viel nachgedacht. Soll ich? Soll ich nicht? Wie lange? Wie intensiv? Es ist nicht so einfach. Man wird von überall her beeinflusst und meine radikale Einstellung zum Thema Free Tibet und Dalai Lama sehe ich inzwischen als post-pupertierende Aussagen eines Nichtwissenden. Meine Position ist sehr neutral und die Suche nach dem "richtigen" Tibet hat dadurch sehr an Reiz verloren, auch wenn ich die Ortspläne inzwischen auswendig kenne, ohne je da gewesen zu sein. Eine genaue Abhandlung über das Thema werde ich aber erst verfassen, nachdem ich, sollte es doch noch möglich sein, auf dem Plateau war.