Dienstag, 31. Mai 2011

Okay, das ist jetzt krass

31. Mai 2011 - Saigon - Hong Kong

Wusaaaa!!! (Wie bitte?) Ich habs geschafft. Ohne grössere Unfälle bin ich zurück in Hong Kong. Inzwischen scheine ich den Vibe etwas raus zu haben. Hatte ich nämlich total verpasst, die Emma nach ihrem Aufenthaltsort zu fragen, bestieg ich am ein Taxi und fragte nach "Cheap Hotel, Nathan Road" Denn ich war mir sicher, sie hatte das auch getan - und ich lag doch prommt richtig. Wer winste mir überrascht entgegen, als ich aus dem Taxi stieg? Die Emma :D Hab ich sie! Rausgepickt aus ner Millionenstadt durch das stellen der selben Frage, die sie wohl am Abend zurvor auch gestellt hatte. Es war ein freudiges aber auch etwas scheues wieder sehen. Um ehrlich zu sein auch zurecht. Denn das einzige was wir von einander wissen, ist von dem Abend, mehr als ein Monat zurück in Nelson und das wir zusammen nach Tibet reisen. Es ist ne verrückte Idee und langsam werde ich mir auch bewusst, wie crazy das ganze eigentlich ist. Es grenzt an ein soziales Experiment. Ich werde den nächsten Monat mit dem selben Menschen verbringen. Klar, bei manchen Mitreisenden hätte ich mir das gewünscht. Bei einigen aber auch nicht. Zu welcher Sorte gehört Emma? Ich weiss es nicht - wir wissen es beide nicht.

Zum Mittagessen dann blieb mir fast der BigMac im Gaumen stecken. Plötzlich kam da doch der Patrick hereinspaziert!!! *haste töne* Der Patrick Lensker, mein Buddy von der Kung Fu Schule!!! Nicht zu fassen. Da sitzte in einer Siebenmillionen-Stadt und wen trifste im Meckes??? Den Patrick!!! Wir haben uns dann auch gleich für den nächsten Tag verabredet. Als wäre das nicht genug hatt er auch noch am zweiten Geburtstag! Okay, es wird ja viel über Zufälle auf Reisen gesprochen. Diese liegen oft daran, dass man auf den selben Pfaden wandert. Aber das hier, das ist ein wirklicher Zufall. Uff... Was tut ihr mir nur an? Kaum geschlafen, stinkend und dann soll ich sowas noch begreifen? :D

Kleiner Tipp an Hong Kong Reisende... Als ebenfalls einschlägige Reisewebsite, empfehle ich euch nicht in ein Hotel im Chung King Manssion zu ziehen. Ausser ihr mögt kleine Zimmer, stinkende, komische Leute, Tiere, Pilze, Die grösste in Hongkong ansässige Ansammlung von Indern vor dem Eingang, Drogen, Prostituierte und keinen Schlaf. Ein echtes Irrenhaus. Im Komplex hängen Memos mit der bitte dem Management doch die Reisebücher mit der schlechten Empfehlung zu melden. Liebe Leute, ihr führt so einen Komplex ihr habt so keine Ahnung? Es sind nicht die Bücher, da seit ihr nämlich nur beiseitig erwähnt, wenn überhaupt. Das Internet, Leute, es ist, das Internet! Tripadvisor, euer Tod! Sowas spricht sich rum. Ich hab die Emma umquartiert in das Hotel wo ich vor 2 Wochen schon war. Sie blühte sogleich auf wie ne Blume.

Scheisstag!

30. Mai 2011 - Dallat - Saigon

Es war ja lieb gemeint, aber hätte ich das von der Hausherrin offerierte Sandwich gestern Abend abgelehnt, wäre ich wohl nicht schon wieder, mich in Fieberkrämpfen wälzend, aufgewacht. Dann hätte ich nicht die ganze Tour von "links-umdrehen-rechts-umdrehen-schlottern-und-ab-auf-Toilette" durchgemacht. Es war der Dame dann auch nicht schlecht peinlich, als ich ihr am nächsten morgen beichtete, warum der Wasserspender in meinem Zimmer stand und nicht mehr vor dem Eingang :)

Ich musste heute nach Saigon zurück, kein wenn und aber. Normalerweise wäre ich einen Tag oder Zwei im Bett geblieben und hätte das ganze ausgestanden. Ich möchte ab hier nicht näher auf die Qualen eingehen, die ich während der acht Stündigen Busfahrt durchmachen musste. Falls jemand von euch den lustige Film Same Same but Different gesehn hat, der Vater der Braut wäre nicht stolz auf mich.

Die Nacht werde ich am Flughafen verbringen. Neben einer Toilette, für den schrecklichen Fall der Fälle, das mein Immunsystem Antikörper gegen Immodium entwickeln. Der Flug zurück nach Hong Kong geht morgen Früh um fünf... Immerhin komme ich zu etwas schlaf. Ich bin so müde und so geschafft... lass laufen alter.

Sonntag, 29. Mai 2011

Tashi Delek: meine Tibetreise

29. Mai 2011 - Dalat - Regen, 20 Grad

Die Zeit ist reif. Die Operation Rückenwind bewegt sich geradewegs auf sein bisheriges Highlight zu. Es war meine Grossmutter, die mir als kleines Kind sagte, dass man bis nach China fliegt, bis man ein alter Mann ist. Hätte sie gewusst, was sie damit auslösen würde, hätte sie es gesagt? Seither geht von diesem fernen Land ein unbeschreibbahrer Reiz aus. Mit dem Eselskarren nach Lhasa. Ja, das ist mein Traum. Etwas realistischer betrachtet, nehme ich auch gerne den Zug. Mir ist klar, dass Tibet seit der Chinesischen Invasion 1949 nicht mehr das gleiche ist und dort mehr wie nur ein geistiger Völkermörd vor sich geht.Vielleicht ist es aber auch genau das, was mich bewegt beide Seiten zu sehen. Die Chinesische und die Tibetische. Das ist das Ziel der nächsten Monate, wenn nicht meiner ganzen Reise. Dementsprechend sieht auch die Reiseroute aus. Es geht in die grossen, historisch belangenden Kloster, überland zum Mt Kailash, dem Heiligen Berg der Hindus und Buddhisten. Weiter in eine der abgelegensten Gegenden der Welt, das vergessene Guge-Königkreich nahe der Grenze zu Laddakh. Zurück zum MT Everest und ins Basecamp. Als Abschluss gehts auf dem Friensship Highway in die Nepalesische Hauptstadt Kathmandu. Die Tour ist obligatorisch vorgebucht. Jedoch werden nur die Emma Ohlin, unser Guide und ich an Bord sein. Intensiv, persönlich und gefährlich wegen dem vielen Anti-Chinesischen und Anti-Kommunistischen Gedankengut dass ich in mir trage.

Date   Day         Itinerary
10.6 - Day 01    Train from Chengdu 20:59
11.6 - Day 02    Riding the worlds highest railway.
12.6 - Day 03    Arrive in lhasa at 16:00.
13.6 - Day 04    Lhasa : free day for rest / acclimatization
14.6 - Day 05    Lhasa : visit Potala Palace, Jokhang and Barkhor
15.6 - Day 06    Lhasa : visit Drepung, Sera monasteries and Norbulinka.
16.6 - Day 07    Kayaking (Brahmaputra?)
17.6 - Day 08    Lhasa – Gyantse : 260 km, about 6-hrs via Yamdruk lake and Karola pass (5010m).
18.6 - Day 09    Gyantse - Shigatse : 90 km,
19.6 - Day 10    Shigatse - Sang Sang : 264 km, about 7-hrs scenic drive.
20.6 - Day 11    Sang Sang – Saga : 180 km, about 5-hrs scenic drive.
21.6 - Day 12    Saga - Paryang : 250 km, about 6-7 hrs scenic drive.
22.6 - Day 13    Pariyang - Manasorover lake : 270 km, about 6-7 hrs drive.
23.6 - Day 14    Manasorover lake – Darchen (4670m) : short drive and rest day.
24.6 - Day 15    Kailash Kora : DARCHEN - DHIRA PHUK (4800-M):
25.6 - Day 16    Kailash Kora : DHIRA PHUK-DZUTUL PHUK:
26.6 - Day 17    Kailash Kora : DZUTRUL PHUK-DARCHEN:
27.6 - Day 18    Thatapori – Tseprang : 250 km 6-7 hrs. view of Indian border of Ladakh.
28.6 - Day 19    Finally arrive at remote Guge Kingdom
29.6 - Day 20    Tsaprang – Manasarovar Lake : about 300 km, and it takes 7-8 hrs scenic drive.
30.6 - Day 21    Manasarovar Lake : rest day and explore around. O/N camping. Camping
01.7 - Day 22    Manasorovar – Paryang : drive back to Paryang.
02.7 - Day 23    Pariyang – Dongpa : 107 km, 3-4 hrs scenic drive and rest.
03.7 - Day 24    Mount Everest Base Camp - Rongbuk
04.7 - Day 25    Rongbuk - Zhangmu :
05.7 - Day 26    Zhangmu - Friendship bridge (Kodari border) - Kathmandu : 122 km, 4-5 hours


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Samstag, 28. Mai 2011

Der Held des Tages

28. Mai 2011 - Dalat

Es wird ja vieles über die Iren voraus gesagt. Genau, Irland, das kleine Land auf der Britischen Insel. Bekannt für seine Pubs und für seine Sprache, die keine Sau versteht. Der Collin mag ja ein toller Kerl sein, aber ich verstehe ihn einfach nicht. Das ist so schade, denn wir könnten tolle Kumpels sein. Es läuft in etwa so ab, dass die Engländerinnen mir sein Irisch übersetzen - so gut sie können. *chch*

Pünktlich um 8.30 Uhr Morgens wurden wir von unseren gestern Abend noch angeheuerten Easyridern abgeholt. Echt, wenn man etwas Geld hat und in Vietnam die ungeheure Freiheit auf dem Rücken eines Motorrades erfahren möchte, dann sollte man das mit diesen Jungs tun. Sie sprechen gutes English und wir verstanden uns gut. Ausser den Collin, den verstand niemand *kicher* Wir fuhren den ganzen Tag über Land von Tempel zu Aussichtspunkt, von Seidenfarm zu Blumen und Kaffeefeldern. Herrlichen Tomb Raider - ähnlichen Wasserfällen und dem berühmten Crazy House. Wir haben auch erfahren, dass hier ein Schweizer sehr berühmt ist. Leider konnte ich nur etwas von "Alexander" verstehen. Auf jeden Fall haben sie sogar einen Berg nach ihm benannt. In den 70ern machte er hier etwas ähnliches wie der Beat Richner in Kambodscha, was ihm die Menschen hier sehr hoch anrechnen. (Hinzugefügt von Andrea Schmitter über Facebook: Für deine Wissenslücke: Alexandre Yersin, Bakteriologe der den Erreger der Pest entdeckte! hat Schulen für medizinisches Hilfspersonal in Saigon, Hanoi und Nha Trang gegründet! und es gibt sogar eine Vogelart die wie yersin heisst! :) Wir sahen ein Dalang, wie wir es uns wünschten. Kein Hochzeitskitsch sondern pure Natur und eine Menge Regen. Leider erfuhren wir auch, dass es für den Norden und die Küste für die nächsten Tage ernst zu nehmende Taifun-Warnungen gibt. Daher in Vietnam jedes Jahr an die 300 Menschen wegen Tafuns sterben, bin ich jetzt doch froh, mich gegen eine Reise in den Norden entschieden zu haben. Happy End...

Es war eine lustige Truppe, vor allem die Driver, die sich gegenseitig und den Collin pisakten. Beim Mittagessen gabs dann auch genügend an Reiswein. Tollpatschig wie ich bin, rutschte mir mein Becher unter den Tisch. Beim Aufheben fand ich einen alten Fischerhaken. Wie herrlich. Ich hatte auf dem Weg nämlich mal eine Rolle Fischergarn aufgelesen. So bastelte ich mir in bester McGuyver-Manier eine kleine Angelrute aus Esstäbchen und versuchte mich im Angrenzenden Fluss... Es war nicht zu fassen! Nach 30 Sekunden hatte ich einen herrlichen Fisch am Haken zappeln. Plötzlich war ich im Mittelpunkt und alle wollten ein Foto mit dem Fisch haben. Die Locals waren hocherfreut über die gute Nachricht, weil der Fluss eigentlich seit Jahren keine Fisch mehr hat... Was ist dass den wieder für ein Schicksal. Kurzerhand wurde das gefeiert und jeder bekam noch mehr Reiswein und fürs Essen musste ich nichts bezahlen - Ich war ja schliesslich der Held :D Den Fisch habe ich im übrigen wieder dem Fluss zurückgegeben, tierlieb wie ich doch bin. Soll der ganz viele Babyfische machen.

Noch ein Wort zu meiner Reisebegleitung. Mann kanns ja gut treffen, wie mit der Frida und der Nina... Es geht aber auch anders. Die Briten... ja die Briten sind einfach nicht meins. Manchmal frage ich mich echt, wie die hier überleben. Und immer am Meckern. Entweder über sich oder über andere. Schlimmer wie die Deutschen :P

Heute Abend ist Championsleague Finale :D Sogar hier in Dalat sind alle Feuer und Flamme und tragen ihre Manu-Outfits. Ich werde mir irgendwo ein nettes Plätzchen suchen und mir das Spiel mit vielen Leuten anschauen, die ich nicht verstehe. Mal sehen wie Völkerverbindend Fussball wirklich ist. *lach*

Die Pläne für die nächsten Tage sehen so aus: Morgen bleibe ich noch hier und übermorgen früh gehts zurück nach Saigon. 8 Stunden Bus. Bäh. Von da aus nach Hong Kong und dann ab nach China. So grob gesagt. UND: Morgen präsentiere ich euch meine Tibetreiseroute. Macht euch mal auf was gefasst.





Von der Traufe in den Regen

27. Mai 2011 - Mui ne - Dalat

Schon früh morgens hiess es abschied nehmen von Nina und Frida. Es war ein trauriger Augenblick und es flossen, unter schelmischem Kichern des Busfahrers, die Tränchen. Ich sollte es mir doch echt langsam gewohnt sein. *alter Hase ich* Aber trotzdem hauen mich so Sachen immer noch um. Es freut mich sehr, zu wissen, dass die beiden ab sofort Teil der Operation Rückenwind sind und meinen Geschichten folgen. :)

Auch für mich geht es heute weiter. Dalat ist mein Ziel. Diese eher reiche Stadt liegt 4 Stunden wilden Busrittes im Norden. Wild? Oh ja! Zum ersten Mal habe ich gesehen und vorallem Gespürt, wie schlecht manche Strassen hier sind. Ich sass in einem Minibus, in dem man sich mal wieder sehr lieb haben musste. Der Fahrer kannte gar nichts. Es regnete in Strömen und auf den Bergstrassen kam alles herunter, was herunter kommen konnte. Dreck, Schlamm, Steine und Bäume. Alles lag da rum. Als wären die Schlaglöcher nicht schon schlimm genug. Ich hab ja schon vieles erlebt, aber diesmal war sich keiner der Insassen seines Lebens mehr sicher. Dass wir für die lieben Britinnen hinter mir zwei Kotzpausen einlegen mussten, erwähnen wir jetzt mal nicht :). Lustigerweise sind es genau diese Britinnen und ein Ire, der neben mir sass, mit denen ich jetzt abhänge und etwas über den Verlust des Morgens hinweg zu kommen versuche.

Apropos verloren... So wie es aussieht habe ich meine EC-Karte in Mue Ne im Automaten stecken gelassen. Anders wie in der Schweiz geben dir die ATM's hier zuerst das Geld und dann die Karte. Das ist für ein Gewohnheitstier wie mich wohl dann gestern wohl zu viel gewesen und ich bin zwar mit Geld aber ohne Karte davon gedüst. Super! Dafür testen wir jetzt mal den Karten-Ersatz-Service der neuen Aargauer Bank. Über Skype schaffte ich es dann meine zu sperren und mir eine neue zu bestellen, die in 10 Tagen nach Chengdu in China geliefert werden soll. Chengdu wird vor dem Tibet-Tripp meine Basis sein, von wo ich alles vorbereite... Bis dahin muss ich zusehen, dass mir zumindest meine Kreditkarte etwas Geld gibt. Komischerweise passieren mir solche sachen immer an Tagen des Abschieds. Mir bleibt auch gar nichts erspart. *grrr*

Dalat entpuppt sich als sehr sehr anders wie noch die Küstengegend. Hier auf 1600 Metern über Meer gibt es Nadelbäume (!) und ganz ganz viele Häuser in Westlichem Baustiel und es kommen einem plötzlich viele teure Autos entgegen. Die Stadt zirkelt sich um einen See, indem sich unfassbar kitschige Schwanen-Tretbote tummeln. Ich sags euch, es könnte irgendwo in den Schweizer Voralpen sein! Dementsprechend viele gut Betuchte Vietnamesische Touristen verlieren sich hier her. Die Meisten, um in diesem landesuntypischen Ambiente zu heiraten (Das erklärt auch den Schwanenteich). Auch sehr bekannt sind hier die real EasyRiders. Haha, wie lustig, nachdem ich die Blogs der letzten Tage danach benannt habe :D Das sind quasi Motorradtaxis, die einem überall hinfahren - Wenns sein muss auch international. Zudem sprechen sie alle Englisch und dienen somit als gute Guides. Wir, dass sind der Collin, die Charlotte und die Sarah, werden morgen ihre Dienste in Anspruch nehmen und mal die Gegend hier abchecken... Sofern meine Visa was hergibt, weil sonst sitze ich hier, im wahrsten sinne des Wortes, erstmal im Regen fest.

Freitag, 27. Mai 2011

Easy Rider 2

26. Mai 2011 - Mue ne

Den heutigen Tag liessen wir etwas ruhiger angehen. Das liegt einerseits daran, dass es bereits am Morgen früh mit 32 Grad vom Himmel schien und ich irgendwie schlecht geschlafen habe. Kanns geben. Trotzdem hatten wir noch nicht genug vom Motorradfahren und mieteten uns für den Nachmittag noch mal ein Bike. Eric, der Belgische Besitzer vom Red&Blue, empfahl uns eine Route der Küste entlang, die für uns machbar sein soll. Na dann los! Wir verliessen Mui ne und kamen nach einer etwa 20km langen Überlandstrecke in die nächste Stadt. Ein schöner und erfrischender Ritt. Wir wollten nicht stehen bleiben, denn die Hitze war zu stark. Nun folgten wir der Skizze, die wir von Eric erhalten haben. Dieser Eric. Wir dachten schon, dass der sehr homosexuell wirkt. Wir wurden dann auch bestätigt. Dieser zwei Meter Riese ist mit einem 1.60cm grossen Vietnamesesn verheiratet! Ein lustiges Paar sag ich euch :D Auf jedenfall war das Groggi nicht zu gebrauchen und wir verfuhren uns hoffnungslos. Die Locals waren auch keine wirkliche Hilfe, zeigten sie doch beim Thema Leuchtturm immer in eine andere Richtung und waren sich selbst nicht einig. Das wäre ja noch nicht so schlimm gewesen, wäre es nicht Rushhour gewesen. Hunderte, nein tausende von Motorrädern mischten sich mit halsbrecherisch fahrenden Autos. Uns wurde schon etwas mulmig. Als I-Tüpfelchen begann es dann auch noch, wir konntens nicht glauben, zu Regnen - und es hörte nicht mehr auf. Wie durchnässte Pudel resignierten wir und traten den Heimweg an. Dieser Eric... macht uns ein falsches Krokki. Oder sind wir einfach zu doof es zu lesen? Dieser Halunke. :D Gepeitscht vom Regen, schafften wir es mit letzter Kraft zurück nach Mue Ne. Trotz diesem Erlebnis blieb aber unsere Abenteuerlust ungebrochen und wir versuchten ein neues Restaurant. *lach* und dort gabs Pizza. Woa... uns sie war riesig! Nicht so wie all die Pizzas die man hier sonst kriegt... Richtig Gross. 33 cm!!! Was für ein Vergnügen.

Ich sah der Frida ein bisschen an, dass auch bei ihr das Abschied nehmen bereits im Hinterkopf ist. Nina und Sie reisen morgen zurück nach Saigon, wovons dann nach Hause geht. Der Lukas fährt weiter nach Dalat. Wir sind uns die letzten Tage im Geiste sehr nahe gekommen. Ich habe zuerst gedacht, es geht nur mir so, wurde in dem Moment eines besseren belehrt. Es ist der harte Alltag des Reisenden. Wir blieben noch lange wach und faselten über Gott und die Welt, bis meine Augen dann versagten. Kennt ihr die Momente, wo man nicht schlafen möchte, damit die Zeit nicht so schnell vergeht?

Donnerstag, 26. Mai 2011

Easy Rider

25. Mai 2011 - Mue Ne - 35 Grad

Nein, ich habe kein Autobillet und nein ich habe schon gar keine Töffliprüfung und ja, das Velo ist das einzige was ich laut schweizer Gesetz fahren darf. Das hat mich lange daran gehindert etwas zu tun, was hier in Vietnam alle tun - Ein Motorrad mieten. Ich musste schon ziemlich über meinen Schatten springen und war dabei zum Glück nicht der einzige. Es war dann auch dementsprechend lustig bei der Frage, wer das jetzt organisieren soll. Irgendwie wollten doch alle, aber der Respekt war dann schon zu riesig um die Mädels vom Alibi-Billiardtisch wegzulocken. Irgendwie war es, als ob man zum ersten Mal auf dem Zehn-Meter-Turm steht und springen sollte. Das kann sich dann schon mal in die Länge ziehen *schmunzel* Ich wollte es aber unbedingt tun, denn sollte ich mal nach Nordvietnam Nordindien kommen, wird mir diese Erfahrung einige Türen öffnen. Wo kriegen wir die Geräte überhaupt her? Wen fragen wir denn da? Am besten die Frau an der Theke dieser Bar. Ich musste schon fast ein bisschen lachen. Es ging keine 5 Minuten, standen 3 wunderbare 125er Automatik-Maschinen vor uns. Und noch schneller ging die Einleitung und schwupps, waren wir auf der Strasse mitten im Vietnamesischen Verkehr. Anfänglich merkte man unserem Fahrstil noch etwas die Angst an. Als mich dann die Frida zum ersten Mal mit saus und braus überholte, wars um die Angst geschehen. Wir fuhren kreuz und quer durchs Dorf um das Gefühl fürs Gerät zu kriegen. Dass das so einfach ist, hätte ich mir nie vorgestellt und selbst wir ungebildeten Europäer haben mehr Verkehrsverständnis wie die Locals hier. Was da alles rumfährt und vorallem "Wie" es rumfährt. Das wurde uns auch plötzlich bewusst. Die erste grosse Prüfung legten wir dann beim Durchqueren eines Marktes ab. Hunderte von Motorrädern wuselten durcheinander - und wir mittendrin. Ist doch alles kein Problem oder? *huch* Sehr unterhaltsam war auch, dass wir es jetzt mit ganz neuen Problemen zu tun bekommen. Zum Beispiel: Wo sollen wir überhaupt hin? Wo zum Teufel ist die Frida jetzt wieder hin gefahren? (Sie hat innert kürzester Zeit ihr Talent zum falsch abbiegen entwickelt) Kurzum, es war herrlich. Wie die Easyrider cruisten wir der Küste entlang und kehrten erst nach Sonnenuntergang wieder zurück. Wir sind die grössten :D Das musste natürlich gefeiert werden und so gaben wir uns einige Bierchen beim Belgier im Red&Blue, welche langsam aber sicher zu unserer Stammkneipe avanciert.





Von Sanddunes und bösen Kindern

24. Mai 2011 - Mue Ne - 33Grad

Nach dem Motto: "Nur rumsitzen geht dann doch nicht" nahmen wir uns gestern Abend noch vor heute in der Früh den Sonnenaufgang über den berühmten Sanddünen von Mue ne zu erleben. Dafür mussten wir um 4 Uhr in der Früh auf. Was für eine Qual!!! :D 4.30 Sollte uns der Driver abholen und dahin fahren wos schön ist. Doch leider tauchte de kein Driver auf... also schon, aber nicht unserer. *gibts denn sowas* Er hatte doch tatsächlich 20 Minuten Verspätung. Wir waren dann schon etwas enttäuscht, als wie doch schon bei Tageslicht die Dünen erreichten. Es war dem Driver dann auch nicht so recht. Allgemein muss man sagen, dass die Vietnamesen ein sehr pünktliches Volk sind. Leider fühlte ich mich nicht gut. Das viele Strandliegen bei der Hitze gestern hatte mich dehydriert und nach einigen Sprints über die Dünen, wurde mir so speiübel, dass ich mich erstmal hinsetze und ein Nickerchen machte. Das hatte auch seinen Charme, ich meine, wer macht schon auf ner Sanddüne ein Nickerchen :D *chch* Es gibt hier mehrere dieser Sandriesen. Eine Weisse und eine Rote. Und um ehrlich zu sein, hätten wir nach der Weissen nach Hause fahren können. Bei den nächsten Stopps wurden wir nur noch von Menschen überrannt die uns irgendwas verkaufen wollten und das richtig aufdringlich. Das sind wir uns nach der ruhigen Zeit im Hotel gar nicht mehr gewohnt *lach* So brachten wir dann auch etwas die Wirtschaft in Schwung und gaben dem lieben Menschen etwas, der auf unsere Schuhe aufgepasst hat, während wir in einem Fluss wateten. Ach leute, währed ihr doch nicht so offensiv, das reisen würde viel mehr Spass machen. Den Vogel abgeschossen haben dann unsere *Guides* - Kinder, die neben uns im Fluss wateten und dann 5 Dollar wollten, weil sie uns eine Pflanze gezeigt haben. So läuft das nicht meine lieben. Leistung gegen Bares, auch wenn ich für euch ein reicher Mann bin - so nicht meine Herren. Da könnt ihr mich noch so lange als Bad-Person beschimpfen, ich weiss dass ihr nämlich nicht versteht, was ihr sagt. *lach* Wenigstens sind sie anschliessend zur Schule gegangen. Pünktlich um 8 Uhr waren nämlich weit und breit keine "Guides" mehr. Das hat uns dann doch beruhigt. Bereits um 8.30 wahren wir wieder daheim, genossen das Frühstück und legten uns zurück an den Strand, von dem ich mich dann am Nachmittag mit einem Sonnenbrand wieder entfernte um weiter an meiner Tibet-Reiseroute zu arbeiten. Ich weiss gar nicht, ob ichs schon erzählt habe. Ich werde ja nach Vietnam zurück nach Hong Kong fliegen, mich dort mit der Emma treffen. Ja, wer ist denn jetzt die Emma schonwieder? Sie ist eine Schwedin, mit der ich trotzt nur kurzem Treffen damals in Nelson, NZL, in Kontakt blieb. Sie ist hell begeistert von meiner Tibet-Idee und wie wird mit mir mitreisen. Das finde ich super. So kann ich erstens weiter Schwedisch lernen *lach* und habe jemanden, mit dem ich das Abenteuer Teilen kann. Zudem lassen sich die Kosten ziemlich genau durch 2 teilen. Ich hoffe nur, dass es für sie nicht zu viel wird... Denn dieser Trip, das kann ich jetzt schon sagen, wird es in sich haben. Was ich eins im Mailverkehr stehe mit jeglichen Agenturen um den Perfekten Tripp zu gestalten. Mehr dazu dann zu gegebener Zeit.




Dienstag, 24. Mai 2011

Wie man hängen bleibt :D

23. Mai 2011 - Mui Ne

Jetzt ist es passiert. Wir haben es gefunden. Unser kleines Paradies in Vietnam. Das alles hat damit angefangen, dass ich feststellen musste, dass meine geplante Route hoch nach Hanoi nicht machbar ist. Zudem verspürte ich nach all diesen Großstädten ein Verlangen nach Ruhe. Richtiger Ruhe. Nicht nur im Hotelzimmer sitzen den ganzen Tag, sondern draussen sein, am Strand liegen. Ferien von den Ferien. Frida und Nina, die immer noch bei mir sind, geht es nicht anders. Sie werden bald zurück nach Göteborg fliegen und verspüren das gleiche. Mal wieder ein geregeltes Leben mit Frühstück um 9.30, Lunch um 14 Uhr und Abendbrot um 20 Uhr und dann ein Drink oder friedlich einen Film (z.B. Hair oder Apocalypse Now) auf dem Laptop schauen und dazu ein kühles Saigon trinken. Es ist schon ungewohnt so abzuschalten und ich spüre doch etwas die verwirrtheit, ist mein Körper doch so rastlos aber irgendwie auch Müde. Mit den Mädels gehts wieder Bergauf. Zudem teilen Frida und ich uns ein Zimmer, da Nina gerne alleine ist. Das passt sehr gut, sind wir nämlich nicht gerne nur uns selbst und so habe ich jemanden aus einem meiner Lieblingsländer zum Plappern, bis die Augen zufallen.

Mui ne ist ein herrliches Plätzen und wir haben auch schon unsere Lieblingsrestaurants. Inzwischen weiss ich auch, dass es hier nicht reicht nur einen Hauptgang zu bestellen. Es braucht mindestens noch eine Vorspeise um satt zu werden. Die Sonne scheint jeden Tag hell vom Himmel, lässt sich aber durch den kühlen Wind wunderbar ertragen. Ich spielte mit dem Gedanken einen Kitesurfkurs zu belegen. Jedoch haben mich die 600 Us-Dollar dann doch sehr davon abgeschreckt. Es ist locker möglich in Vietnam für 50 Dollar eine Woche zu leben. Mann kann aber auch ohne weiteres tausend ausgeben. Was für ein Kontrast hier im Paradies. Ebenfalls abgeschreckt von meinen abermals grossen Vietnamplänen haben mich Gespräche mit anderen Reisenden, die mir all die schönen Plätze geschildert haben, die sie mit dem Motorrad bereist haben, die ich in meinem Rush nie erreichen kann. Noch ein Argument hier zu bleiben und wer weiss, nach der Chinareise mit Melanie ergibt sich ja vielleicht die Möglichkeit auf dem Landweg nochmal einzureisen und den Winter in Südostasien zu verbringen? Mal sehen wohin der Rückenwind mich treibt. Auf Jeden Fall bleibe ich bis am 27. mit den Mädels hier und nutze auch die freie Zeit um meine Tibet-Reise seriös zu Planen.


Sonntag, 22. Mai 2011

Vietnam Rush Day 5 - Ab an den Strand!

22. Mai 2011 - Mui ne

Ich sitze ich auf dem Balkon, höre The Blue Van und schaue durch die Palmen den Kitesurfern auf dem Meer zu. Was für ein Leben gerade. Auch wenn sich solche Momente über die Zeit abnutzen... Für Relaxen bin ich zur Zeit immer zu haben.

Wir kamen gestern Nacht hier am Strip an. Mui ne ist nichts mehr, wie eine Reihe von Hotels am Strand, langgezogen über mehrere Kilometer um eine Sanddüne. Von daher war es nicht so schwierig Unterkunft zu finden, auch wenn wir wirgendwie wo anders ausstiegen, wie alle anderen. Für 16 Dollar die Nacht haben wir ein Luxushotel mit eigenem Strandzugang. Heute habe ich sogar gemerkt, dass dieses im Lonely Planet vermerkt ist. Somit ist alles geritzt. So genug geschrieben, jetzt joine ich meine Mädels am Strand. Adeos :)

P.s. Kleiner Tipp für Reisende mit Laptop: Um zu viel Gewicht zu vermeiden, saugt euch über Bittorrent die Lonely Planets s als PDF. Solltet ihr doch mal was auf Papier benötigen, so gibts in den Meisten Backpackervierteln Illegale Kopien für wenige Dollar.



Vietnam Rush Day 4 - Floating Market

21. Mai 2011 - Can Tho - Chao Do - Saigon - Mui ne

Soeben habe ich ein Buch fertig gelesen, das mir meine Nina damals am Flughafen in Zürich unter süssest kullernden Tränchen zusteckte. Veronika beschloss zu sterben um daraus neuen Mut fürs Leben zu schöpfen. Nina fügte auf der letzten Seite drei wunderschöne Worte hinzu, die ich nie vergessen werde. Mein unschlagbares Highlight des Tages.
Ja, das Leben zu Hause geht weiter. Auch ohne mich. Eine gute Freundin von mir, die ich letztes Jahr ans Trainingsweekend von meinem Volleyballverein geladen hatte, wird auch dieses Jahr wieder fahren - ohne mich. So schliessen sich Kreise. Irgendwann bin auch ich wieder da um an euren Leben Teil zu haben, meine Lieben. Bis dahin versuche ich mein Bestes, dass ihr auch an meinem Teil haben könnt. Für euch schreibe ich diese Zeilen.

Der Morgen kam viel zu früh. Der Nachteil an draussen sein, mag es noch so schön sein, ist die fehlende Aircondition :D Zum Frühstück gab es Rührei, Kaffe und *ichkriegdiekretze* Franzsösische Baguettes. Die Franzosen haben hier ja nicht viel schlaues gemacht ausser Kriegen anzuzetteln und komische Gebäude zu bauen. Aber etwas ist echt gut, das Brot. Seit meiner Abreise im Januar hatte ich kein so gutes Brot. Es war eine Wohltat. Jetzt fällt mir auch auf, dass dies nicht das erste Mal ist, dass ich das sehe. Wie kann mir sowas nur nicht auffallen? Was ebenfalls noch von den Franzosen übrig blieb, ist eine ältere Generation von Vietnamesen, welche in der Schule die französische Sprache lernten. So passiert nämlich am Nachmittag, als ich mit einem Mann ins Gespräch kam und wir erfreut feststellten, dass wir uns mühelos unterhalten konnten. Er erzählte mir von seiner Familie, wie sehr er die Franzosen hasst und wie fest er sich überwinden müsste, amerikanische Touristen zu akzeptieren. Er erntete mein vollstes Verständnis. Leider endete diese Eindrückliche Begegnung mit meinem neuen "Camerade" abbrupt, wurde ich von meinem Guide zurück in den Bus gezerrt. Meine Schwedischen Freunde waren mehr wie beeindruckt, *harr* :D

Wir besichtigten den wuseligen Floating Market von Can Thao und beobachteten das fleissige Treiben auf dem Wasser. Leider waren wir etwas spät dran, denn aufgrund der heissen Jahreszeit, waren viele der Händler schon vor Sonnenaufgang angereist und dementsprechend bereits fertig mit ihrem Handeln. So verkam ein weiteres vermeintliches Highlight zum Opfer einer schlecht organisierten Tour. So blieb die Zeit mit Diem unser Highlight, dass auch so sein Geld wert war. Das stellten wir dann auf dem Weg zurück nach Saigon eindrücklich fest. Der Bus war noch mal ein bisschen dichter gepackt und die Klimaanlage funktionierte gar nicht mehr.

Wir sind inzwischen etwas genervt von den Leuten in Saigon und haben spontan ein Busticket nach Mui Ne gekauft, wo wir die nächsten Tage ruhig am Strand verbringen wollen. Die Mädels sind müde und ich muss zugeben, ich merke es auch. Wir schweigen zur Zeit ziemlich viel. Das wird ne Wohltat, mal ruhig sein zu können und sich dabei nicht schlecht zu fühlen. *hihi*




Samstag, 21. Mai 2011

Vietnam Rush Day 3 - Into the Mekong Delta

20. Mai 2011 - Saigon - Can Thao


Nach den guten Erfahrungen der ersten Tour, buchten wir eine zweite. Es stimmt schon, was viele sagen. Egal, wo du buchst, du endest eh im selben Bus. Der einzige Unterschied ist dann, wie viel zu bezahlt hast. Mekong Delta mit ganz viel Bötchen fahren und eine Nacht in einer Vietnamesischen Familie. Das ist, was wir buchten. Alles für 25 Dollar. Das klingt gut, also auf gehts.

Leider hatten wir dieses Mal nicht so Glück mit unserem Guide, der leider nicht wirklich verstand, was er sagte. Zudem war der Bus hoffnungslos überfüllt und die Klimaanlage funktionierte auch nur bedingt. So fühlte ich mich hier mehr auf einer Kaffefahrt, denn auf einem Trip in eines der schönsten Gebiete des Landes. So erzähle ich auch nicht von den vielen Shops und Touristeninseln, die wir besuchten. Die Handtaschen und vielen Süsigkeitenstände vermiessten echt die Vietnam Erfahrung. Ich war schwer enteuscht. Wisst ihr was? Ich lasse das ganze Tagesprogramm weg *Wie weise, wie die Frida mich immer nennt* und erzähle einfach mal von dem Wahnsinnsschönen Gefühl mit einem Bötchen über den Mekong zu fahren, die bunten Häuser, manche französischer Bauart, einige im Art Deco. Lustig finde ich ja, wie mache Städe sich durch ihre Art-Deco bewerben. Zum Beispiel Napier in Neuseeland. Aber hier gibt es viel mehr, natürlicher und  in den meisten Fällen sicher auch unfreiwilllig. *lach* Von der Küste hallt herrlicher 90er Jahre Techno aufs Wasser und die Menschen baden oder Waschen im Fluss um nachher nur unwesentlich sauberer zu sein. Der Regenwald ist so richtig Grün und ja, hier gibt es diese kitschigen Palmen aus dem Reiseprospekt... kurz um es ist wunderschön hier. Wir waren sehr gespannt, wo wir unseren Homestay verbringen werden. Ich merke vorallem bei den Mädels eine gewisse Müdigkeit und es würde uns alles gut tun, einige gute und ruhige Momente mit nach Hause nehmen zu können.

Diem Nguyen hiess unser Gastgeber. Heissen hier eigentlich alle Nguyen? :D Er uns seine Familie leben an einem Nebenarm des Mekong und ihr Leben dreht sich ums Wasser. Weil sich davon nicht mehr gut leben lässt, gibt Diem ausländischen Touristen Unterschlupf. Das ist von den anderen Anwohnern nicht immer gern gesehen, gesteht er. Aber schlussendlich sei es auch gut, den alteingesessenen die Augen etwas zu öffnen. Als sich dann die Sonne hinter den Palmen zu verstecken begann, kam waschechtes Apocalypse Now feeling auf. Nina, Frida und ich mussten uns zugestehen, das dies einer der schönsten Flecken ist, auf dem wir jemals waren. Diem schien das zu merken (oder war er von den blonden Schwedinnen einfach so hingerissen?). Auf jeden Fall tischte er uns überraschenderweise herrlichstes, reinstes Mekong-Flusswasser auf, dass nach so einem heissen Tag natürlich seine Wirkung nicht verfehlte und einen ausgelassenen Abend brachte, in dem Viet dann auch seine Flirtkünste unter Beweis stellte, was von seiner Frau mit einer schallenden, ich sag euch, so was habt ihr noch nicht gehört, schallenden Ohrfeige quittiert wurde :D

So, ich springe jetzt noch kurz in den Fluss. Diem hat was von Flusskrokodilen erzählt... Ich glaube ihm nicht mehr, hat sich doch auch sein Mekong-Wasser als herrlicher Reisschnapps enttarnt :D






Vietnam Rush Day 2 Saigon Sight Seeing - The Girl in the Picture

19. Mai 2011 - Sai Gon

Uff, gestern war dann doch ein sehr anstrengender Tag gewesen und die paar Bier am Abend waren nach so einem heissen Tag zwar eine Wohltat aber auch nicht förderlich für einen Tag voller Programm. So wollte ich mir eigentlich einen langen Morgen im Bett gönnen. Leider waren die angestellten meines Hotels nicht mal ihre sieben Dollar wert und verlangen von mir morgens um 9 (!) das Zimmer zu wechseln. Warum habe ich zwar nicht verstanden, aber ich fügte mich, nachdem ich dem Jungen Mann der mich aus dem Schlaf riss (Todsünde) sicher 60 Sekunden ungläubig mit Gedanken des Mordes in die Augen schaute. Es half alles nichts.

Ich scheine irgendwie wirklich ein Talent zu besitzen, mich gut mit Mädels jeglicher Nationen anzufreunden. Mit Frida und Nina habe ich mal wieder jemanden getroffen, mit dem es Spass macht zu reisen. Sie sind bereits selber seit 3 Monaten unterwegs und haben etwa den gleichen Rhythmus wie ich, der sich nämlich seit der Abreise schon ziemlich verändert hat. Auch wenn ich Saigon noch nicht so mag, habe ich dank ihnen eine Motivation. Ich erinnere mich mal in Australien geschrieben zu haben, dass man seine Mitreisenden wie seine Familie behandeln soll. Eine solche Einstellung kommt an solchen Tagen zum tragen, denn es sind die Menschen, die dich auch vorwärts tragen.

Am späteren Nachmittag brachen wir auf ins War Museum. Ich hatte schon viele Bilder um Filme zum Thema Vietnamkrieg gesehen. Was dieses Museum einzigartig macht, ist die unzensierte Berichterstattung aus Vietnamesischer Sicht der Dinge - und das völlig ohne in Propaganda zu verfallen. Im Oberen Teil wird über den Hergang des Krieges berichtet, wärend der mittlere Teil komplett aus Bilddokumentationen besteht, die zum Teil sehr heftig sind und auch den "Agent Orange" nicht auslassen, die Operation, wo die Amerikaner mit Giftgas sämmtliche Wälder ihrer Blätter entledigten und wovon es heute bei der lokalen Bevölkerung noch Missbildungen gibt. Der unterste Teil zeugt von der Solidarität anderer Länder mit Vietnam.

Ungelogen, wir waren ziemlich angeschlagen, als wir diesen Geschichtsträchtigen Ort wieder verliessen. Als wäre Saigon ansich nicht schon genügend Anstrengend, so gab das Museum auch unserem Geist noch den Rest. Wit entschieden uns spontan etwas Kultur zu gönnen und besuchten eine der berühmten Water-Puppet Shows. Ja was denn, Puppen im Wasser? Jawoll, das geht und es ist total lustig :D

Etwas wunderbares passierte dann auf dem Heimweg. Erstens fanden wir ein Restaurant, welches und keine Touristenpreise abnahm und im Park wurden wir von lokalen jugendlichen angesprochen. Diese verbringen ihre freien Abende damit, Touristen anzusprechen und mit ihnen Englisch zu lernen. Das war echt mal eine Genugtuung, dachte ich doch bisher, dass jeder Vietnamese einfach nur Geld von mir möchte. So ergaben sich tolle kleine Gespräche auf limitierter Basis, die auch damit endeten, dass Facebook und Handy ausgetauscht wurden. Wir sind diesem Erlebnis echt dankbar, haben wir nämlich gemerkt, dass wir schon fast so weit waren, alle in einen Topf zu werfen. Es geht auch anders und das ist schön :)

Vietnam Rush Day 1: Cu Chi Tunnels - Caodaism Tempel

18. Mai 2011 - Saigon Umgebung

Nach  nur wenigen Stunden Schlaf ging es auch schon los. Wie der Lukas inzwischen so ist, setzt er sich im Bus neben die zwei hübschesten Mädels. Diesmal aus Schweden. Harr. Hinten dran setzten sich einige Australier, so war auf jeden Fall genügend Gesprächsstoff für die lange Fahrt vorhanden. Viet, unser Guide (ich glaube ihm immer noch nicht, dass er wirklich so heisst) machte einen guten Job und erklärte nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. So begaben wir uns auf unsere 6 Dollar Tagestour. Ich hasse ja eigentlich solche Touren. Aber meine limitierten Bewegungsmöglichkeiten lassen nichts anderes zu. In Tai Ninh bekamen wir einen Tempel der Caodismus-Bewegung zu sehen. Eine sehr spezielle Sache, wurde aus dem Christentum, Tao und Kunfuzismus das beste rausgenommen und zu einer neuen Lehre vereint. Das Ergebnis ist ein farbenfrohes Spiel von Skulpturen und Verzierungen am Tempel, der mit seinen drei Türmen die jeweilige Grundreligion symbolisiert. Ich muss mich mal ein bisschen da reinlesen. Nach einem guten Lunch und unendlich langer Busfahrt, die ich zum schlafen nutzte, traffen wir endlich am Ziel ein, den Cu Chi Tunnels. Diese Tunnels dienten den Vietnamesen als Bunker für Soldaten und Zivilisten, sollte im hart umkämpften Cu Chi- Gebiet mal wieder die Hölle los sein. Eindrücklich wurde uns demonstriert, wie man richtig Guerilla kämpft. Mir ward manchmal etwas schwindlig, wenn ich realisierte, auf was für Boden ich mich befand. Hier gingen Amerikanische Bomben auf Mann, Frau und Kind nieder, die sich geschickt in ihren Hölen versteckten, die so klein waren, dass kein Amerikaner rein passte. All die Fotos und Berichte, die ich über den Vietnamkrieg gesehen habe, manifestierten sich an diesem Punkt, so dass ich mich ein ums andere Mal setzen musste.

Als wir zurück waren und den Abend im Quartier verbrachten, wurden wir mal wieder von Schleppern überrannt. Ich war mit Frida und ihrer Freundin Nina (den beiden Schwedinnen) unterwegs. Auch wenn sie noch so lieb tun, für die Vietnamesen scheinen wir wirklich nur ein Geldsack mit Beinen zu sein. Noch nirgends auf meinen Reisen habe ich es bisher so stark erlebt, dass jemand, wenn er auch noch so freundlich ist, dich früher oder später bittet, sein Hotel oder Restaurant zu besuchen. Interesse an der Kultur des Anderen? Nicht vorhanden. Das ist kein Vorwurf aber doch sehr schade. Wie das wohl an anderen Orten des Landes ist?

Eines finde ich aber durchaus sympatisch. Haltet euch fest. In Vietnam gibt es keinen McDonalds und auch keinen Burger King. Warum nicht? Die Amerikansichen Grosskonzerne akzeptierten Vietnams Aufforderung zur Verwendung von Vietnamesischem Rind nicht und beharrten auf Import aus Argentinien. Daher Vietnam somit keine Neue Arbeitsstellen für die Bauern schaffen kann (Rinderzucht), sondern seinen Bürgern Arbeit wegnehmen würde (Ersetzen von lokalen Geschäften), entschied man sich dagegen, den grossen Reisen eine Lizenz zu geben. Auch wenn ichs noch so sehr mag, da könnten sich einige ein Vorbild nehmen... :D




Mittwoch, 18. Mai 2011

5 Minuten

17. Mai 2011 - Hong Kong - Saigon (Ho Chi Minh)

Fünf Minuten bis
- ich Ding Dong Millionär war.
- ich wusste wo es Drogen gab.
- ich wusste wo es die Prostituierten gab.
- ich mein Hotelzimmer hatte.
- ich meine Tour für den nächsten Tag organisiert hatte.

Was habe ich doch, meine lieben Freunde, per Facebook und andere Medien, meine lieben Mitmenschen zu Hause genervt durch meine Angst vor diesem Land, dem so ein schräger Ruf voraus geht und das so eine grosse Geschichte hat. Man braucht nichts zu suchen, es findet einem. Kurz zum erklären. Ich landete pünktlich um 10 Uhr in Ho Chi Minh. Ueber den Wolken genoss ich das flackernde Licht unter mir. Ein Gewitter mit zuckenden Blitzen, dass unter mir hinweg zog. Ich flog in einem JumboJet. 747. Zum ersten Mal in meinem Leben. Auch wenn es nicht mehr der grösste Vogel auf Erden ist, so war das etwas spezielles. Angekommen schnappte ich mir eines der Staatlichen Taxis und kam für einen guten Preis (150'000 Dong, 7 Dollar) ins Backpackerviertel. Dort rausgeworfen ging es ganz schnell. Minute 1: Der Mann im nächsten Hotel offerierte mir ein Dorm für 5 Dollar, schnappte sich meinen Pass und gab mir den Schlüssel. Minute 2: Reisebüro gleich nebenan, Tempeltour und Chu Chi Tunnels gebucht (6 Dollar) . Minute 3: Durstig, was zu trinken gekauft. Minute 4: von einer Prosituierten auf dem Roller um ein Happy End gebeten. Minute 5: Von einem Dealer Grass und Koks angedreht bekommen. Nichts gekauft, weil die Strafen dem Spass nicht entsprechen. Das geht ja schonmal heiter los.
Mein erster Eindruck von Saigon, wie es die Locals immer noch nennen, ist intensiv. War mir doch Bangkok schon hektisch und Hong Kong schon eng, so vereint diese Stadt schon beim ersten Eindruck alles in sich. Weil kein Platz für Autos ist, wird Motorrad gefahren. Teure aus Japan und billige aus China. One Motorbike and one for free... weil es eh bald in seine Einzelteile fällt. Der Verkehr ist selbstmörderisch. Auf 10 Millionen Einwohner kommen 4.5 Zweiräder. Was weiter auffällt sind die vielen kommunistischen Flaggen, an denen wir vorbei fahren. Ist Vietnam jetzt nicht sozialistisch seit der Vereinigung? Ich muss mich informieren. Das Wetter ist wie immer die letzten Monate... Feucht aber fröhlich bei 31 Grad Abends um 10. Ich bin müde vom mir selber aufgelegten Stress. Solange ich mit niemandem Mitgehe, der mich in eine dunkle Gasse zerren will, ist alles gut. Ich weiss, dass ich aufgrund meines Zeitmangels wohl oft auf der Tourimeile reiten werde. Ich bin gespannt, was sich ergibt.

Vietnam, zeige mir, was du zu bieten hast!



Montag, 16. Mai 2011

Doctor, Doctor!

11. Mai 2011 - Taining

(Keine Ahnung warum der Beitrag plötzlich hier kommt, eigentlih gehört er weiter nach hinten. Egal!)

Nun gut, soweit ich es verstanden habe, bin ich stolzer Besitzer von so etwas wie einer Muskelverhärtung. Das heisst so viel wie: ich darf nicht mehr trainieren und zwar für zwei Wochen! Das darf ja nicht wahr sein. Endlich ist das Ganze etwas in den Gang gekommen, dann diese Hiobsbotschaft. Im Internal Kung Fu ist es extrem wichtig, die Bewegungen richtig zu machen. Sollte man zum Beispiel die Five Fists im falschen Winkel ausführen, kann das für den Gegner unschädlich sein, für mich aber verheerend. Somit verstehe ich auch, warum mich mein Shifu nicht trainiren lässt. Ich würde mir nur weiter schädigen. Was nun? Ich bin sehr entteuscht.

Einer der Shifus hatt meine Traurigkeit gespürt und mir zur Aufmunterung zwei wunderbare Schriftrollen, die er selbst gemalt hat, geschenkt. Ich durfte aussuchen und habe mich für zwei Weisheiten aus dem Kung Fu Kodex entschieden. "Erklimme den Berg, aber frage nicht, wie hoch du bist." Die zweite: "Ein freier Geist hat ein freies Herz". Ich freue mich sehr über dieses persönliche Geschenk und werde es per Post umgehend nach Hause schicken.

Während die anderen trainierten, besetzte ich den Computerraum und habe Pläne geschmiedet. Ich bleibe auf keinen Fall hier. Der Tagesansatz ist 40 Dollar - ob ich nun trainiere oder nicht und so will ich das Geld nicht ausgeben. Mein Entschluss steht fest, ich werde die Rising Dragon Martial Arts Schule verlassen. Nach 8 Tagen, anstatt vier Wochen. Im normalen Gang beeinflusst mich meine Wade nicht, also kann ich Reisen. Wohin es geht, weiss ich noch nicht. Ich werde China noch nicht bereisen. Das werden die Melanie und ich dann zusammen machen. Also bleiben zwei Möglichkeiten. Entweder quer durchs Land, nördlich über Beijing Richtung Mongolei oder ich fange an, mir meinen grössten Traum zu verwirklichen... Ihr wisst, was das ist.


Ich bin nervös.

16. Mai - Hong Kong

Heute gabs mal wieder Büro-Büro. Bereits morgen geht mein Flieger nach Vietnam. Genauer nach Ho Chi Minh, dem alten Saigon. Gerne wäre ich dahin mit dem Zug gereisst, aber meine Visasituation mit China lässt das nicht zu. Das hat zur Folge, das etwas passiert, was ich zwar irgendwie mag, mich aber jedes Mal nervös macht. Eine komplett neue Welt, kultur und Millionenstadt erwartet mich innert Stundenfrist. Es hat nicht wirklich was von Entdecken, mehr von einer erneuten Reizüberflutung. Das bringt mit sich, dass ich nervös bin und irgendwie mal wieder alles geplant haben will, was ich eigentlich gar nicht muss. Das erste Mal aber habe ich mich durchgerunnen, kein Hotel im vorhinein zu buchen. Nein, ich werde mich mitten in der Nacht (24 Uhr) ins Getümmel stürzen, nur einige Anhaltspunkte besitzend und schauen, wohin es mich treibt. Die weitere Reiseroute wird dann innert 11 Tagen einmal komplett hoch und wieder runter sein. Ich freue mich sehr, ach wenn es wieder heisst: neue Währung, neue Kultur und vorallem neue Leute, die mein Geld haben wollen. Vietnam sei auf der Ebene der Touristenabzocke die Nr. 1 in Asien. Das kann ja heiter werden. Ich freue mich aber an diesen geschichtsträchtigen Ort zu reisen und hoffentlich das Eint oder Andere aufzuschnappen. Mekong Delta, Sanddünen, Kriegsrelikte und die wunderschöne Halong-Bay warten entdeckt zu werden. Uff. Das Visum habe ich ebenfalls in der Tasche, es kann also los gehen. Grosses Kino - und ich sitze in der ersten Reihe.

Sonntag, 15. Mai 2011

Flamboyant Hong Kong

15. Mai 2011 - Hong Kong

Es ist mal an der Zeit, ein Land zu würdigen, dass ich nicht erwartet hätte, dass es mich so fläscht. Klar, auch hier ist die Luft nicht so gut. Mann spuckt sich den Dreck aus dem Leibe und die Touristen husten die ersten Tage fleissig um die Wette. Dann aber kommt dieser Clash zwischen der Asiatischen Kultur und der Britischen Krone. Thomas und ich (Der Mark ist leider bereits abgereist) genossen seinen letzten Tag mit einem netten Essen in einem Lokalen Markt. Hünchen-Curry, wo man genau aufpassen muss, nicht irgend welche Knochensplitter zu verschlucken. Dafür kostete es mit getränk an die 2 Fr. In der Politik fürchtet man sich vor der Kluft zwischen Arm und Reich, die immer grösser wird. Der Vorteil für den Touristen lieft so klar auf der Hand. Man kann sein Leben so leben, wie man möchte. Das Geld lässt sich herrlich bei all den grossen Marken ausgeben und sogar bei H&M (Den Ersten, den ich seit meiner Abreise gesehen habe). Alternativ kann man sich die Nebengassen anschauen und die lokalen Märkte, wo man auch gern gesehen ist und dort für fast kein Geld sich alles beschaffen, was man sich vorstellen kann. Mein Tagesbudget liegt bei 20 Fr.  inklusive Schlafen. Es ist tatsächlich möglich, es einzuhalten, ohne etwas zu verpassen. Mann muss sich nur etwas bewegen. Durch das westliche Denken hier, dass ich bereits bei Jimmy gemerkt habe, muss man nicht nur dreist sein. Es ist fairer, wie im Resten Asiens. Dafür fühle ich mich zum ersten Mal richtig underdressed und im Vergleich zu den Asiaten hier schon fast hässlich, was mich vom ausgehen abhaltet.

Das Tagesziel lag eigentlich darin, auf der Pferdebahn unser Reisebudget aufzustocken. Leider haben wir es verpasst, dass es in Hong Kong mehr als einen Racecourse gibt *wie ungeschickt* und wir standen natürlich vor der falschen. Anstelle von Pferden saussten Fussballer über den Rasen. Fast aus Trotz kauften wir Tickets und genossen einen wunderbaren Fussballnachmittag mit Junioren von grossen Englischen Clubs und wir stellten auch fest, dass der Fussball hier in Hong Kong im Gegensatz zum Land nicht an die Chinesen überging. Briten überall. Aber es machte Spass.

Wer noch mehr über die Extravaganz der Stadt lernen möchte, der braucht nur Abend noch mal an den Fluss zu fahren, wo pünktlich um acht eine Lasershow startet. Zwar würde klassische Streichermusik das ganze massiv bombastischer erscheinen lassen, wie der echt miese Chinapop, aber trotzdem hat eine perfekt choreografierte Skyline doch etwas an sich. Blinkene Hochhäsuer, Laser im Himmel und Licher soweit das Auge reicht. Dazu eine Statue vom berühmtesten Hong Konger... Bruce Lee. Helene und ich waren beeindruckt. Ja, woher kommt denn die Helene und wo ist Thomas? Manchmal muss man etwas zusammenfassen, wenn ein Tag so Dicht wird, wie er es in Hong Kong sein kann *kicher*. Mit Helene war ich nämlich noch etwas ausserhalb Hong Kongs bei nem Grossen Buddha. Diesen erwähne ich aber nur kurz, weil das Ding so Touristisch war, dass es kaum erwähnenswert ist. Jedoch die Natur und die Berge und die Wandermöglichkeiten gibt man diesem Land, dass man doch nur als Stadt kennt, kaum. Strand, Berge, Citylive. Modern, Asiatisch und die wuselnd wie Bangkok. Ja, das ist ein Ort, an dem ich leben könnte - und sowas sag ich nicht oft.

Morgen werde ich mein Visum für Vietnam holen. Jawoll, ihr habt richtig gehört. Meine Pläne haben sich mal wieder geändet. Es musste so kommen, denn so wie es geplant war, geht es nicht auf. Am 18. Juli werde ich mit Melanie China bereisen. Wir haben Zwei Monate Zeit und werden uns eine wunderbare Zeit machen. Davor möchte ich das Land sogut wie möglich unangetastet lassen, damit es für uns nicht den Zauber verlieren wird. Zudem ist es für meine Visa-Situation einiges einfacher, jetzt noch nicht einzureisen und meine wertvolle Zeit mit rumsitzen in Chengdu zu verschwenden. Ich bereite natürlich weiterhin meine Tibetreise vor. Jedoch sind die Umstände zur Zeit so, dass man für jeden Schritt, den man in dem Land macht, einen Guide und/oder Driver braucht, was auf die Dauer sehr Kostpielig wird. Ich rede da von Tausenden von Franken. Daher muss ich das Ganze etwas reduzieren und genau Planen. Nicht mehr meine Art etwas anzugehen, aber es geht nicht anders. Juni und Juli sind Tibetzeit. Ich hoffe dass es klappt. Next Stop: Ho Chi Minh.


Samstag, 14. Mai 2011

MGMT

14. Mai 2011 - Hong Kong

Ich öffne die Augen. Wo bin ich? verdutzt schau ich auf und finde mich in einem kleinen Zimmer, in einem kleinen Haus am Boden liegend, auf dem ich geschlafen habe. Um mich herum Stapel von Büchern und Hippysachen. Bald entdecke ich den Thomas, Mark und die Vicky verteilt friedlich dösen. Wo sind wir? Ein Blick aus dem Fenster und ich beginne mich zu erinnern. Wir müssen los und zwar sofort! Schnurstracks reisse ich die Anderen aus dem Schlaf und wir rennen auf den Bus... Wie kam?

Es war gestern noch auf Bahn nach unten, wo wir die Vicky trafen. Ein Mädel aus Deutschland, in Peking bei Verwandten zu Besuch. Sie nutzte ihre Freizeit um sich Hong Kong anzusehen. Die Jungs schienen ihre Reiseletargie schnell abzulegen und Mark lud die Dame doch mit uns noch nach Soho eins Trinken zu gehen. Doch diese Stadt ist teuer. So endeten wir mit Dosenbier auf den Treppen, neben der Stairway, einer 800 Meter Rolltreppe, welche die verschiedenen Levels der Stadt verbindet. Die engen Gässchen, die Wand zum anlehnen und elend lange Hochhäuser waren unser Schauplatz. Wir vergassen die Stunden.

Die schwüle Hitze sitzt zwischen den Gebäuden und wir darin. Vicky meinte, sie war heute am Strand. Die Jungs meinten: Hier hats nen Strand? Lukas meinte: auf gehts! Im Rausche dieser Idee wurde ein Taxi gestoppt und um 1.30 gings ab quer durch die Schluchten der Betonriesen und raus aus dem Ballungsraum. Als würdne wir nur einmal leben, war auch das Taxi angesteckt. Wie ein Rennfahrer schoss der Fahrer um die engen Kurven und brachte gute 30 Minuten später das Gefährt zwischen Felsen  und einigen Hütten zu stehen. Da waren wir. 2 Uhr Morgens, am Strand. Es war so ein erfrischendes Bad und der Sandstrand wunderschön. Hinter uns einige Hütten wo im Garten ein riesen Fest zu laufen schien. Wir hatten schliesslich vom genug vom Baden und unsere Neugier führte uns soweit, dass wir uns in die Nähe des Hauses begaben. Auf dem Balkon wurde gefeiert. Fleisch lag auf dem Grill, vieles davon versteckt in Alufolie. "Hey, i am Jimmy!" stellte sich ein Mann vor. Lockeres Tanktop, kurze Hosen und Barfus stand er vor uns. Es begann das tüpische Gespräch von wegen woher und warum. Aber nur kurz. Wir erfuhren, dass es eine Geburtstagsparty war. Der 21. seines besten Kumpels. Dieser sass hinter uns in einem weissen Plastiksessel und schlief seinen Rausch aus. Dann wurde Bier gebracht. Wir schienen auch hungrig auszusehen und erfuhren die ganze Pracht der Gastfreundschaft. Von Steak bis gegrillte Muscheln wurde uns alles aufgetischt - geschweige denn Bier und Wein.

Auf einen Schlag wachten wir aus unserem Rausch auf. Wie kommen wir zurück? Die Vicky musste um 9 Uhr morgens ihre Fähre kriegen um ihren Rückflug nach Beijing nicht zu verpassen. An das hatten wir nicht gedacht. Die Party ging zu Ende. Hier konnten wir nicht bleiben... dachten wir. Jimmy auch. So beendeten wir einen perfekten - ich wiederhohle: einen perfekten Abend zwei Hütten weiter in Jimmys Garten. Als wären wir schon Vertraute, wurde die Runde immer kleiner und die Leute verzogen sich ins Haus. Als wir zu Zweit waren, begann der gute Mann mich aus zu quetschen. Er war kein normaler Hong Konger. Sein optisches hatte etwas von einem Ghandi in Flowerpower. Ich erfuhr, warum er im laufe des Abends immer wieder mit seinem Wissen über Europa beeindruckte. Er war Abgesanter Hong Kongs und vertrat im Anzug sein Land mehr wie einmal bei Internationalen Konferenzen. Mann hätte es ihm nicht gegeben und ich bin froh, dass es solche Menschen in der Politik gibt. Das lässt meinen Glauben daran wieder aufflammen. Die letzten Register wurden gezogen und Jimmy fragte mich über Tibet. Er ist ein belesener Mann und hat alle Bücher gelesen, die ich auf meiner Reise nun hinter mir habe. Vom Steppenwolf über Sieben Jahre in Tibet, zu viel tiefer gehender Materie über ähnliche Thematiken. Ich würde ihn als leisen Anarchisten einschätzen. Er war vorsichtig, gab nicht alles Preis, lies mich selber denken. Wir sind zu nah an China um laut zu sein. Es wurde 6 Uhr. Um sieben sollte ein Bus fahren. Irgendwann bin ich dann wohl eingenickt...





This is not China

13. Mai 2011 - Hong Kong

Es war die Aussage eines Dreikäsehochs, der seine noch kleine Schwester daruf hin wies, dass Menschen mehr wie nur eine Sprache sprechen können. Wir lachten darüber. Wir, das sind Mark, Thomas und ich. Wir trafen uns auf dem unfassbar langen weg von Zhenshen rüber aufs Festland. Teilten das Schlangestehen und nun auch das Hostel. Gute Jungs die gerade durch China gerusht sind und nun einige Tage in Hong Kong bleiben werden. Ich bin froh in dieser grossen Stadt nicht alleine zu sein. Eines habe ich ihnen aber voraus - mein Schlaf war tiefer und länger. Sie wirkten etwas gestresst, was sie vorallem aneinander ausliessen. Das störte mich nicht, war es doch nichts ernstes. Wir machten den Weg in die Stadt und fanden dann auch unser Hostel versteckt in einem riesen Hochhaus. Mein erster Eindruck von Hong Kong ist der gleiche, wie von dem kleinen Asiaten zu Beginn... This is not China. Hier ist es Modern, sauber, neu. Die Menschen sind hip und grau gibts hier kaum. Auch findet man hier Leute, die sich getrauen etwas auszusagen. Das finde ich beeindruckend, liegen zwischen diesen zwei Ländern nur wenige Kilometer.

Heute habe ich die Bestätigung erhalten, dass der totale Horror passieren könnte. Die Chinesische Regierung plant mal wieder die Grenze nach Tibet zu sperren. Das letzte Mal war das den ganzen April währen der erneuten Jährung der Aufstände gegen die "Befreier".  Sollte mich etwa das gleiche Schicksal ereilen, wie den Herrn Carsten Alex, dessen Reisebuch ich so gerne las, vor verschlossenen Grenzen zu stehen? Das wäre dann der absolute Supergau.

Hochgepusht vom Pulsieren dieser Stadt, zogen wir auch gleich aus. Ich beantragte mein neues Chinavisum, Thomas rannte auf die Vietnamesische Botschaft und am Abend nahmen wir die Metro richtung "The Peak". Dies ist, wie wir dann feststellten, eine hüpertouristische Angelegenheit. Aber die Aussicht auf die Stadt entschädigte für alles. Gegenüber allen Vorurteilen, haben wir es sogar geschafft, ein ruhiges Plätzchen zu finden, wo wir genüsslich unsere mitgebrachten Biere genossen. Wir verstehen uns sehr gut und ich bin froh, in dieser mal wieder grossen Stadt nicht alleine zu sein. Nach etlichen Stunden auf der Bergspitze hatten wir uns vollgesogen vom Blut der Lichter und es pochte durch unser Herz. Ja, heute gehen wir aus. Hier werden wir Spuren hinterlassen.


Freitag, 13. Mai 2011

Mein Weg geht weiter.

12. Mai - Taining - Hong Kong

Ums Kurz zu fassen: Ich habe ein Business-Visum. Dieses wird von der Schule wegen meiner Abreise nicht verlängert. Daher nur die Schule mein Visum verlängern kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als China zu verlassen und draussen ein neues Visum zu beantragen. Daher ich aber länger wie drei Monate in China sein werde, blüht es mir auch, dass ich dieses im Lande selber noch mal verlängern werde müssen, sollte ich kein 6 Monatsvisum bekommen, was zur Zeit öfters passiert. Hat nicht vor wenigen Tagen noch alles so wunderbar funktioniert? Und jetzt diese Scheisse. Zudem wurde ich zu Beginn fast nicht aus der Schule gelassen. Ich hatte natürlich nicht das ganze Geld auf mir, wie sollte ich auch, dafür ist mein Portmonaie zu dünn. Daher Scott dann begriff, dass ich nicht Zaubern konnte (Was erstaundlich lange dauerte) durfte ich los. Das Geld werde ich dann CG geben, die mich begleitet. Somit erklärt sich auch mein nächstes Ziel von selber.
Postoffice, Taining. CG half einigen Studenten und mir sich durch den Postpapierkrieg zu kämpfen und unsere Pakete nach Europa bzw. USA und England zu schicken. Uff, es würde mich nicht wundern, wenn ich des Kumpels gebrauchte Unterhosen bekomme und nicht meine schönen Schriftrollen :D Dankend nahm sie auch mein frisch abgehobenes Geld. Ich vermeinte Dollarzeichen in den Augen gesehen zu haben. Zu erwähnen ist auch noch die herrliche Art der Schalterfrau die Post zu verpacken. Das grenzte an Akrobatik. Mami, wenn ihr das Packet erhaltet, macht bitte ein Foto davon :D

Später: In meinem kleinen Bettchen liegend, ziehen draussen die Megacities des Sudostest vorbei. Was am Tag grau und trist erscheint, erleuchtet bei Nacht in den herrlichsten Farben. Künstler behaupten, es sei Kitsch. Touristen behaupten, es sei schön und Kritiker fragen ob man dafür wirklich hat den Yangtse stauen müssen? Bald interessiert mich das stimmungsvolle Bild nicht mehr und ich denke nur noch daran, wie ich morgen von Zenshen, der letzten Stadt auf Chinesischem Boden rüber nach Hong Kong komme. *gähn* Das wird schon gut gehen. *zzzZZZzzz*

Donnerstag, 12. Mai 2011

Hartes Training.

10. Mai 2011 - Taining

Am Nachmittag hatte ich dann einen Schreckmoment. Während mir erneut die Grundstellung zur Übung aufgetragen wurde, verkrampfte sich meine überstrapazierte Wade so hässlich, dass ich darauf hin nicht mehr in die Grundstellung konnte, ohne vor Schmerz zu schreien. Das harte Workout und das ständige Belasten des Muskels, hat ihn nun verkrampft. Ich musste das Training kurz vor Schluss abbrechen und mache mir nun ziemlich sorgen. Hoffentlich nichts Ernstes. Immerhin etwas positives - Ich habe die erste Form des Sun Tai Chi nun perfekt drauf. Ich schwebe wie im Wasser die Füsse sind im Schlamm und den Ball der Energie wird elegant geführt. ... so soll es sein. :D

Hier in der Schule ist ein regelrechter Güterumschlagsplatz entstanden. Weil das Essensangebot sehr reduziert ist und es uns Westlern besonders an Proteinen, Salz und Magnesium fehlt, werden Luxusgüter wie gesalzene Nüsse,  Trockenfleisch und Süssgetränke en Masse gedealt. :D Eigentlich wäre es gar nicht so schlimm, liegt der nächste Markt ja nur 10 Minuten Fussmarsch den Berg hinauf - Aber wer in Gottes Namen will das nach diesen Trainings noch laufen?

Montag, 9. Mai 2011

Tag der Entscheidung - Mein Chinesischer Name.

9. Mai 2011 - Tainin

Gestern Abend noch spielten mein Shifu (Meister) und ich eine runde Tischtennis. Er ist ziemlich gut und ich ja sowieso. ;-) Es war ein episches Spiel, wo wir beide zur Höchstform aufliefen. Ich verstehe mich sehr gut mit Lei, auch wenn er kein Wort Englisch spricht und wir uns mit Zeichnungen und Gesten unterhalten, so gut es halt geht. Anschliessend kam mir eine Ehre zu Teil, die ich nun überhaupt nicht erwartet hatte. Er zog sich zurück, kam wenige Minuten später wieder und überreichte mir einen Zettel. "Your Name, Your Name!" Ich konnte es nicht fassen. Als Shifu hat er das Recht seinen Schülern Chinesische Namen zu geben. "Sun Ho Kung" - Das wäre dann meiner. Was er genau heisst, habe ich noch nicht klären können, aber ich arbeite daran. Was ich aber inzwischen weiss, ist dass ich nun zur Familie der Sun gehöre. Meine Vermutung geht in die Richtung, dass es eine art Nachname ist und dann mit einer Eigenschaft verbunden wird. Auf jeden Fall... eine seltene Ehre.

Wie gestern erwähnt, probierte ich heute White Crane Kung Fu aus. Obwohl ich das ja lang und breit angekündigt hatte, war meine Internal Lehrer zu meiner grossen Überraschung sehr enteuscht über mein Fehlen. Es ist normal hier, dass die unschlüssigen Studenten, zu denen ich mich zähle, bei jeder Gruppe einen Tag mittrainieren und dann entscheiden, was sie tun. Als er dann nach der ersten Lektion mich aufsuchte und mir sagte, ich dürfe meinen Chinesischen Namen nicht mehr benutzen, bekam ich seine Enteuschung richtig zu spüren. Das White Crane Kung Fu ist sowas von hart. Der Morgen bestand aus 5 Km rennen, 3 Stunden Krafttraining, 1 Stunde Knochen härten und 30 Minuten Technik. Am Nachmittag wäre nochmal das Selbe angestanden. Und ich hätts richtig gerne gemacht. Aber nach diesem Eindrücklichen Erlebnis mit meinem Shifu, konnte ich nicht mehr. Ich liess den Nachmittag sausen und wechselte per sofort zurück in die Internal Kung Fu Klasse. Und dass ist, was ich die nächsten Wochen trainineren werde. Ohne Ausnahme. Ich bin froh, ist diese Entscheidung vom Tisch und ich kann mich locker und frei aufs Training konzentieren und mein Shifu mag mich auch wieder. Mein Ziel ist es auch, die 14 Formen des Tai Chi zu lernen. Halt dich ran Junge.

Sonntag, 8. Mai 2011

Hangover

8. Mai 2011 - Sanming - Taining

So, jetzt sitzen wir schon wieder im Bus und sagen Sanming lebewohl. Was war das für ein Ritt gestern Nacht. Und was habe ich gestaunt, als ich beim Schliessen des Fensters die Hauswand heruntersah. Nun ja, der Patrick hatt einen noch heftigeren Hangover. Trotzdem brachte er es noch fertig, am morgen zur Massage zu gehen. Hier kann man sich das ja leisten. Ich persönlich bevorzugte aber noch ein bisschen im Bett zu bleiben, drehte sich doch beim Gang zur Toilette alles ziemlich heftig. So schaute ich noch etwas Basketball und Tischtennis und döste vor mich hin. Es war ein guter Ausflug. Irgendwie hatte es was von Seemännern, die nach langer Zeit auf See mal wieder Land betreten *schmunzel*.

Heute geht nicht mehr viel. Es wird noch Abendbrot geben. Das Essen hier ist eigentlich gar nicht so schlecht und vorallem richtig Land-Chinesisch und nicht dass, was wir von den europäischen Chinesen kennen. Morgens gibts Nasses Brot und Reiswasser, dazu Ei mit Tomaten und fritierte Kartoffeln. Das wäre ja schon okay, aber es ist jeden Morgen das Gleiche. Selbes gilt für Mittag und Abendessen. Schüttel dein Haar für mich, denn es gibt Reis. Reis und irgendwelches Gemüste und Tofu für die Proteine. Fleisch findet man ab und zu versteckt im Gemüse. Es ist alles sehr sehr Basic. Was auch erklärt, warum wir eine dreistündige Reise für Fastfood auf uns nehmen. Nun ja, besser wie hungern. Und ich hab mir in Sanming noch einen Stock an Cookies, Crackern und Schokolade zugelegt. Auch etwas an frischen Früchten. Wenn ich Sport mache, brauche ich einfach ab und zu ne Zuckerbombe, sonst hauts mich um. Und morgen werde ich zudem noch einiges an Elektrolythen brauchen :P Nun gut, dann bin ich jetzt bereit für die erste volle Trainingswoche. Ich freue mich. Morgen werde ich einen Tag lang White Crane ausprobieren und mich dann definitiv entscheiden, was ich die nächsten Wochen trainieren werde.

One Night in Sanming

7. Mai 2011 - Taining - Sanming

Es war die Lust nach Junkfood, das Streben nach Wasser und das Verlangen nach Ausgehen, dass uns am frühen Samstag Morgen aus dem Bett trieb. Wir, das sind diesmal der Patrick, der das ganze einfedelte und meine Wenigkeit. Der Plan war irgendwie so, dass wir versuchen hier den Bus zu kriegen um nach Taining zu fahren und von da aus einen anderes Gefährt suchen, dass uns nach Sanming bringen sollte. Patrick hatte so in etwa eine Vorstellung, wie wir das anstellen werden, wo bei ich nicht wusste ob mich das jetzt beruhigen soll oder nicht. Ich bin halt immer noch neu hier in China und weiss noch nicht so recht wie das hier läuft. Den Patrick hat aber das Abenteuerfieber gepackt und das lies dann auch mich nicht kalt. Also, los gehts :D

Es sollte alles souverän klappen. in Taining konnten wir einen Bus vom Busterminal her nehmen, der uns in 2 Stunden nach Sanming bringt. Es war ein angenehmer Ride vorbei an Reisfeldern und kleinen Hügeln, bis ans Ziel. Es ist schon eindrücklich, wie viel hier gebaut wird. Die Berge sind durchlöchert von den fadengeraden Linien der Hochgeschwindigkeitszüge und Brückenpfähle schiessen aus dem Boden wie Unkraut. Als wir dann Sanming erreichten, war es dort nicht anders. Gleich zehn Wolkenkratzer schiessen nebeneinander aus dem Boden und dahinter ein neues Sportstadion. Investitionen scheinen sich zu lohnen. Der neue Reichtum von Chinas Mittelschicht macht sich bemerkbar und Sanmings 1.1 Millionen Menschen können sich mehr leisten. Wir bezogen ein gutes Hotel für 9 Fr. Ach ich liebe Asien. Es ist alles so günstig (noch!). Was war das für ein Gefühl. Eine Dusche! Wasser! Warm! Von oben! Wow, wie geil war dass denn. Die erste seid Tagen. Gleich anschliessend haben wir gesündigt. Nein, wir hatten nichts zusammen, aber das Gefühl war ähnlich. Patrick und ich gingen zu MCDonalds. Bigmac Nummer 63 - und es war der heiss Ersehnteste und Beste seit Langem. :D Anschliessend trennten sich unsere Wege. Der Herr gönnte sich eine Massage und ich ein Nickerchen. Ich liebe das Chinesische Pay TV. Sport rund um die Uhr und mitten am Nachmittag kommt gutes, altes Tischtennis. Was viele von euch wohl nicht wissen, ich war mal lizenzierter Spieler und mag den Sport noch heute. Die Chinesen fliegen auf Tischtennis, nicht wie die Thailänder auf Ping-Pong...

Der Abend hatte es dann in sich. Mir fällt auf, dass die Chinesen gerne unter sich sind, wenn sie weg gehen. So war dann unsere erste Adresse nicht was wir suchten. Es war ein Club mit vielen Separes, wo du dich bedienen lassen konntest. Nur für Gruppen geeignet. So gingen wir ins Pub neben unserem Hotel. Das hatte es aber in sich. Schon reichlich beschwippst, hatten wir doch im Hotel bereits ein Fässchen Bier geleert, wurden wir an ein Tisch gesetzt und da waren auch schon die ersten Biere, die in unsere Hand wanderten. Es sollten nicht die letzten bleiben. Oh weiah. Der Patrick zog nämlich s ziemlich alle Aufmerksamkeit im Laden auf sich. Es war mir noch gar nicht aufgefallen, aber jetzt dafür umso mehr. Er ist mit seinen 1.97 ein warer Riese im Vergleich zu den kleinen Chinesen. Und dann hatt er erst noch blonde Haare und blaue Augen. Das war für die Locals hier so speziell, dass wir von Tisch zu Tisch geladen wurden und mit den Jungs und Mädels immer ein Bier trinken mussten. Ich sage "mussten", weil dass nämlich nach dem sechsten oder siebten Tisch nicht mehr so gesund war :D Aber die Chinesen liessen es sich nicht nehmen, obwohl wir nur durch Zeichensprache kommunizierten, uns permanent einzuladen. Und noch eins und noch eins. Was waren wir Blau. Oh mein Gott, ich habe noch nie in meinem Leben so viel Bier getrunken. Dementsprechend reichte dann das Ankerwerfen im Bett nicht mehr und der Weg zur Toilette war auch zu lang. Da bot sich nur noch das Fenster. Schwupp geöffnet und raus damit :D So sah ich mein geliebtes Bier rückwärts wie es vom neunten Stockwerk seinen Weg durch die Luft ins Tal suchte. Möchte man das ganze in eine Skala setzen, so war das eine 9 von 10. Ach was war das für ein Abend. Einer dieser Momente a la Hangover, wo einem am nächsten Morgen die Digitalkamera die Wahrheit erzählt. :D