Montag, 31. Januar 2011

Von Respekt und Eisbergsalat

31. Januar - Melbourne - 36°

Heute gibts nicht viel zu schreiben. Ich hab das Diary mal wieder auf neuesten Stand gebracht, war etwas Schigges essen, hab die Leute in der Schule besucht und versuche mit meinem Ex-Lehrer Chris an ein geiles konzert zu gehen... Irgendwann mal. Passt! Heute ist es sooo tüpig. Unfassbar. Es klebt alles. Es macht einen so richtig Lustlos. Aber das ist nicht schlimm... so komm ich mal etwas zum lesen. Hab ja immer noch den "Sieben Jahre in Tibet" zu vollenden. Ach, der Heinrich, das war schon ein eindrücklicher Mensch. Am liebsten würde ich auf seinen Pfaden wandeln... Ich muss endlich mal meine Angst ablegen und mich auch sowas getrauen. Zur Zeit dümpelt es vor sich hin. Ich hab zwar einige Pläne aber zum Beispiel für NZL nichts wirklich festes... Oder wie ich Tibet bleibend erleben kann. Oder obs möglich ist, wie Vinayak eine Pilgerwanderung von Dheli aus, über die Indische Grenze nach TIbet um den Kailash zu machen... ich habe ihm mal eine Mail geschrieben. Mal sehen ob er antwortet. So viele Ideen. Ich habe schon etwas Respekt davor, nicht den Mum zu haben, sowas zu machen - oder einfach auch die Connections dafür nicht zu finden. Ich möchte nicht auf der Touristenmeile enden! Dafür bin ich nicht losgegangen. Aber ein bisschen Angst ist schon gut, dass lässt einem aktiv werden!

Einen hab ich noch: Ich hab heute zum Abendessen einen Fertig-Salat mit Heim gebracht und in die Kühle gestellt. Fay sah dies, stellte ihn in die Mikrowelle und rief zum Essen...

p.s. noch ein kleiner Nachtrag zur späten Stunde. Es ist schon unfassbar, wie man ein Land so vermissen kann auch wenn man keine Leute kennt. Es ist die Magie dieses Flecken Erde, wo alles harmoniert, wo die Menschen Kultur sind und ihrem Grunde nah und die Natur das schönste, was ich je gesehen.  Es arbeitet in mir. Ein unbeschreiblich Intensives Gefühl ist in da, wenn ich das tu - Musik verbunden mit Erinnerungen an das, was wirklich befriedigt im Leben. Du wirst mich altern seheb - Island, ich will zurück.




Sonntag, 30. Januar 2011

Its getting hot.

30. Januar - Melbourne - 41°

Heute war der bis jetzt heisseste Tag seit meiner Ankunft in Australien. Auf 41° Grad sollte das Thermometer steigen. Grandios. Meine Haut war vom Anti-Allergicum schon geschwächt und es war der Tag des Bigdayout.com, einem grossartigen Festival.
Die Medizin hat im übrigen grossartige Dienste geleistet und mich über Nacht von allen Symptomen befreit, so war ich immerhin endlich mal wieder Gebrechensfrei. Jedoch hielt sich meine Motivation ans BDO zu gehen ziemlich in Grenzen. Es werden Leute Sterben bei der Hitze, dachte ich mir. So kam es dann auch fast. In den Nachrichten hörte man von mehr von kollabierten BDO-Besuchern als vom Anstehenden Ausstralien Open Final! Ich hatte recht getan, spontan zu entscheiden und meine Tickets vor dem Eingang zu verkaufen. Mein Hauptgrund für dieses Festival, die Band „TheBlackKeys“ hatten nämlich abgesagt. (Nicht nur in Australien, gell Nina, Noemi, Nadine!) So gab es für mich nicht mehr allzuviel in die Waagschale zu werfen. Bereits morgens um acht, waren es 35° und ich stand in der prallen Sonne mit meinem Notizblock, auf den ich hilfesuchend „2 Tickets 4 sale“ geschrieben hatte.  Nach fast 2 Stunden entdeckte ich zwei Jungs, die sich fast in die Hose machten vor lachen. Ich sprach sie an und erfuhr dann auch wieso! Hatten die Hühner doch Tickets fürs Pferderennen nächste Woche gekauft und nicht fürs BDO. Sie waren dann dankbare Abnehmer meiner 2 Karten. Phu, Glück gehabt! Sie teilten mir dann auch noch am Rande mit, dass das Kaufen von Karten von illegalen Verkäufern, wie ich einer war, verboten sei.  So beugt man dem Schwarzmarkt vor, dachte ich mir.  Das Gesetz kommt für mich etwa gleich, wie dem Fluch-Verbot in der Metro. Am Abend habe ich zwei Beamte entdeckt, die einem Fussballfan aus England eine Busse gaben, weil dieser in herrlichstem British-Accent am Bahnhof herumgeflucht hatte. *schmunzel*

Ich verbrachte den Rest dieses absurd heissen Tages mit meinen Swiss-Fellows Nathi, Patrick und Leo am Strand in St Kilda, wo wir dank der kühlen Briese und des erfrischenden Nasses, dann auch ziemlich gut zu Recht kamen. Am Abend gönnten wir uns auf Big Screen am Federation Square dann noch das Australien Open Finale, was dank Federers Ausscheiden nur minder spannend war. Aber Nathi hatte ihre helle Freude am starken Spiele Djokovics und dass darf ja auch mal sein. So ging ein heisser Tag zu Ende und ich bin wirklich gespannt, wie „zwäg“ ich dann in China oder Indien sein werde, wenns dann mal 50° wird. Ich wage kaum, daran zu denken. 

 

Allergic Reaction

29. Januar - Melbourne

Es kam, wie es kommen musste. Die Allergische Reaktion wurde über Nacht stärker und ich fand auch den Übeltäter. Ein Australischer Hardcore-Moskito hat sich an meinem Rücken gelabt und mir zum Dank einen Ausschlag, der seines Gleichen sucht, beschert. Nun ja, naiv, wie ich manchmal bin, dachte ich, das geht schon weg. Ein bisschen Fenistilin und das passt. Denkste! Durch den Tag war ich dank meine Arbeit schon etwas abgelenkt, aber es drückte doch auf meine Motivation raus zu gehen. So hatte ich den Ausschlag nun auch im Gesicht. Roxi begleitete mich in die Apotheke, die zum Glück hier alle bis um 10 geöffnet hatten. So kriegte ich mein Antihistamin (von Sandoz – Hello Switzerland). Leider durfte ich dann keinen Alkohol mehr trinken. Jedoch hatte Roxi eine Idee zur Alternative und zerrte mich schon fast zum Vietnamesen, wo ich ihren Lieblingsdrink probieren sollte. „4 Colors“ hiess der. Klingt gut! Also, zwei Mal bitte sehr. Aber was wir dann geliefert bekamen, verschlug zumindest mir fast die Sprache und später auch den Appetit. ich fands einfach nur schrecklich. Obendrauf Eis. Die Zweite Schicht war grün. „Was mag dass wohl sein?“ dachte ich und nahm einen herzhaften Schluck... Es waren Gummibärchen. Aufgequollen durch das geschmolzene Eis. Igittigitt... als dann in der nächsten, roten, Schicht noch Bohnen zum Vorschein kamen, wars für mich gelaufen. Auf die letzte Schicht, die ich beim besten Willen von aussen nicht identifizieren konnte, verzichtete ich getrost *würg* Roxi, die etwas korpulentere Dame hatte ihren Heidenspass an dieser Kalorienbombe. Nach dem letzten Schluck gab sie dann noch einen gesättigten Laut von sich: „Happy!“

P.S. mit Fay kam ich im übrigen überein, dass ich eine Woche noch hier bleibe, zu ihrem Tarif. Nachher werde ich zu John ziehen, einem Studenten aus der Schule. Er hat zu der Zeit sturmfrei und wird mich für 5 Tage aufnehmen. Ne richtige Jungesellenbude wird das. „Happy!“

Fay sollte mal ein bisschen weniger Wein trinken.

28. Januar - Melbourne

Zu früh gefreut. Warum? Ich mag ja Fay sehr. Aber die Frau hat irgendwo in ihren Gedanken einen Missing-Link. Legte sie mir heute morgen doch stinkfrech eine Rechnung von 500 Dollar (!) vor, die sie gerne für meine zwei weiteren Wochen haben würde. Aber wir haben doch gestern...? Nun ja, das lässt sich wohl nichts machen. Aber akzeptiert hab ichs nicht. Nach etlichen Preisvergleichen in der Stadt, wäre es mir möglich gewesen für 140 Dollar die Woche ein Hostelzimmer mitten in den Stadt zu beziehen. Mit gratis Internet noch oben drauf, was ich für meine freizeitlichen Geldbeschaffungsarbeiten dringend benötige. Ich konnte mir nämlich einige kleine Aufträge angeln, mit denen ich die Zeit hier in Melbourne gut überbrücken kann und meine Reisekasse etwas auffüllen kann. Ich merke aber, ich muss langsam weg aus diesem Haus. Mal sehen für welchen Weg ich mich entscheide. Aber sicher nicht dafür, 500 Dollar für zwei Wochen zu bezahlen.

Am Mittag war ich dann mit Leo essen. Ich musste meine Sorgen ja irgendwie los werden. Ansonsten ist es nämlich immer umgekehrt. Es ist schon lustig, wie ich hier im Ausland schnell zum Seelendoktor von vielen Mitstudenten, egal welche Nationalität, wurde. Das zeigt mir doch, dass ich auch zu Hause oft ich selbst war und dass meine art zu Denken Anerkennung findet. Das ist ein sehr schönes Gefühl.

Als wunderbarer Abschluss dieses Freitages, hob ich nach getaner Arbeit an meinen Projekten (mehr dazu später, wenns fertig ist) doch noch meinen Hintern und verbrachte meinen ersten Rotweinabend in Australien. Jawohl, ein bisschen Routine von zu Hause muss man doch beibehalten. Mit Bruna sass ich auf dem Balkon ihres Hauses in den Hügeln vor Melbourne und wir klönten was das Zeug hielt, auf Englisch wohl gemerkt. Die wunderbare Aussicht auf die Skyline Melbournes machte diesen Moment komplett. Leider trübte mir der Verdacht auf eine Allergie etwas die Stimmung. So musste ich mich dauern Kratzen und bekam etliche Rötungen am ganzen Körper. Da war ich endlich das Sodbrennen los, kam schon das nächste Ungemach.






Ich weiss, schon wieder ein Nachtbild. Aber ich mag die Dinger einfach. Und es ist mein Blog. MEINS! :D

Mittwoch, 26. Januar 2011

Heartburn am Aussie-Day

25-26. Januar - Melbourne - 20°

Was hier so grossartig klingt, ist nichts weiteres wie das Sodbrennen, das mich seit einigen Tagen quält. Es ist halt schon so, dass es mir sehr wahrscheinlich an Vitaminen und Eisen fehlt, was ich auf meine Lebensart hier in Melbourne zurückführe. Es ist mühsam, kann ich doch kaum anständig essen oder trinken ohne dass mein Magen über zu schwappen droht. Ich hoffe, dass es bald bessert. Spass macht es nämlich keinen.
Gestern hat sich der Lukas mal wieder ein paar Bierchen verdient. Leo und ich hatten ja schon vor langer Zeit Viertelfinal Tickets fürs Aussie-Open gekauft, ohne zu wissen, wer dann auch wirklich spielt. Es kam wie es kommen musste. Roger Federer (SUI) spielte gegen Stanislas Wawrinka (SUI). Was für ein Spiel, was für eine Affiche - und unsere Tickets waren für diese Spiele nicht gültig! Lukas rannte zum Ticketschalter und versuchte seine Tickets zu verkaufen und gleichzeitig neue fürs Schweizer Spiel zu kriegen... im letzten Moment hat das dann auch geklappt und Leo und ich genossen mal wieder Tennis vom feinsten und waren bei diesem historischen Spiel dabei. Für alle, die das Turnier auch mal besuchen wollen: Ihr braucht die Tickets nicht im voraus zu kaufen, ohne zu wissen wer spielt. Es hat bis zum Viertelfinale (!!!) immer noch genügend Karten vorhanden. Am Abend gings dann noch mit Leo und Bruna (BRA) ein Glässchen Rotwein schnabulieren. Die Tuffbar an der Svanston Street - Kann ich sehr empfehlen. Allgemein fällt mir auf, dass es in den Trinklokalen sehr viele Separés gibt, wo man sich mit seiner Gruppe vom Rest abschotten kann. Sowas hätten die Schweizer bei sich zu Hause sicher auch gerne :p


Heute war Aussie-Day. Sowas wie der 1. August für uns Schweizer. Überall wurde gegrillt und gechillt. Das kam mir sehr entgegen, war ich mit meinem kaputten Bäuchlein sehr für einen ruhigen Tag. Wenn das nicht bald besser wird, muss ich tatsächlich das erste mal zum Aussie-Doctor. Der mir dann wohl mit seinem Crocodile-Dundee-Messer den ganzen Magen rausreisst und durch einen Krokodil-Darm ersetzt oder so. Apropos, gestern habe ich ein Mädel getroffen, dass in Brisbane von einem Krokodil angegriffen wurde. Zum Glück wars ein Baby-Kroki, so war ihr Arm noch drann... Später am Tag war ich mal wieder ein paar Strässchen weiter bei Patty, meiner Lieblingsspanierin zu Hause. Da tummelten sich etwa 30 Leute, die frisch drauflos grillten. Ich hatte mir noch etwas an Schweinswurst gekauft, war dann aber total enttäuscht, dass sich das Ding auch nach exzessivem abgriliieren immer noch weich wie Hackfleisch anfühlte. Ich tat dass dann meinem Magen nur reduziert an, aus Angst, er würde bald explodieren. Am Abend gabs dann noch mal eine Portion Tennis im Stadion. Nadal gegen Ferrer, ein Spanisches Duell. Leider war Raffa etwas verletzt, was ihm keine 100% Leistung zuliess. Sehr schade... aber David Ferrer machte ein gutes Spiel... mal sehen wie er sich im Halbfinale gegen Andy Murry schlägt :D Für uns war es aber das letzte mal Live-Tennis. Ab jetzt wirds einfach zu teuer. Am späteren Abend konnten wir vom Tennis Zentrum her noch das Feuerwerk anlässlich des Aussie-Days beobachten. Es war zwar toll, aber das Brugger Jugendfest hat da mehr zu bieten. 


Zum Schluss dieses Tages gibts noch ne freudige Nachricht. Ich habe Fay gefragt, ob ich noch etwas länger bei ihr wohnen darf, weil das für mich einiges angenehmer sei, als in eine Wohnung zu ziehen. Sie sagte zu meiner Überraschung sehr erregt ja. (Sie hatte wohl ein schlechtes Gewissen, wegen unserer Essenszeitplanungsunfähigkeit.) Ich werde also noch bis am 10. Februar hier bleiben. Sehr schön. Morgen ist mein letzter Schultag... Jetzt fangen die Ferien dann richtig an. Ferien? wie wärs mit Fidji? Nur ein Gedanke, wenn ich doch schonmal in der Gegend bin *hihi*



Sonntag, 23. Januar 2011

Büro-Büro

24. Januar - Melbourne - 25°

Heute beschäftigte ich mich endlich mal wieder ausgiebig mit Büro-Büro. Es ging darum mich zu entscheiden, was nach dem 29. Januar geschehen soll. Folgendes ist Fakt: Jenna, meine Freundin aus alten Isländer-Tagen, trifft am 8. Februar in der Heimat ein. Das es sich dabei um Geelong, nur 100km südlich von hier handelt, ist purer Zufall. Sie hat mich am 10.2 zu sich geladen. So bleiben mir 10 Tage zu überbrücken. Alice Springs war ein Thema oder Tasmanien. Ihr werdet es nicht glauben, aber ich hab mich für nichts von beidem entschieden! Meine Wunsch, noch etwas Zeit mit den neu gefundenen Menschen hier zu verbringen, hat die Oberhand errungen und so werde ich mich ab sofort nach einer Wohnmöglichkeit für diese Zeit umsehen und in Melbourne bleiben. Wer hätte das gedacht – Ich nicht! Aber es hat auch der Gedanke mitgespielt, viel Geld für etwas auszugeben, was mich nicht interessiert. Und nach genauem Studium der Möglichkeiten, ist das für meinen Geschmack die beste Lösung. Ab dem 10.2 geht’s dann mit Jenna auf die Grand Ocean Road und nach ca. 1 Woche, also so am 17. oder 18.2 nach Sydney und von dort aus hoch nach Brisbane, von wo aus dann am 8. März mein Flieger nach Auckland rüber geht. Jetzt liegt es daran das ganze in etwa zu Planen und zu fixieren. Zudem werde ich meinen Geburtstag in Neuseeland feiern. Ein schöner Gedanke. Heute geht’s vielleicht noch spontan ein bischen raus, entweder nach Fitzroy (Indie-Viertel) oder nach St-Kilda (Strandviertel). Mal sehen. Das Klima ist wieder bei ca 25° und angenehm. Schön =)

P.S. Ab jetzt hab ich ein Notizbuch, in das ich alles einschreibe, um nix mehr vergessen. Fürs baldige Traveln unverzichtbar und auch um den, mir inzwischen sehr wichtig gewordenen Blog, auch detailliert weiterführen zu können, sollte mal kein Internet vorhanden sein.

Alltag zwar, aber was für einer.

17-23. Januar - Melbourne

Es kam wie es kommen musste. Ach was bin ich doch für ein Schusselchen. Da denkt man sich, jaja, man machts morgen und dann übermorgen und schlussendlich hat man vergessen, was man eigentlich schreiben wollte =) So ist es mir jetzt gerade passiert. Ich versuche für euch für die lieben Leser meines Blogs, die letzte Woche zu rekapitulieren. Es ist aber halt schon so, dass hier etwas der Alltag eingekehrt ist. Aber was für einer dass ist, das beschreibe ich euch gerne.

Es war eine aufregende Woche. Sie bestand aus ganz viel Tennis, Bier, Tennis und noch mal Bier, dann aus einer Handvoll guten Gesprächen, viel Schule und dann aber auch dem Gedanken, wie es weiter gehen soll und der dazugehörigen Informationsbeschaffung. Zudem gab es auch noch ein bisschen Arbeit für mich, mit der ich mir erhoffe, die Reisekasse etwas aufbessern zu können. Es arbeitet also nicht nur in mir, auch mein Körper braucht mal wieder etwas zu tun. Leider habe ich mein Training der ersten Tage etwas vernachlässigt und mein tolles mini-Sixpack ist schon wieder dem Tenpack im Kühlschrank gewichen – einem Tinnies, wie die Aussies auch zu sagen Pflegen. (Kommt ja nicht auf die Idee in nem Restaurant in Neuseeland ein Tinnie zu bestellen. Dank Ruby, meiner tollen Kiwi-Englischlehrerin weiss ich jetzt nämlich, dass ich dafür einen Joint bekommen würde. Nice to know. *huch*

Aber jetzt, schön der Reihe nach. Tennis macht süchtig. Wirklich süchtig. Ich hette nie im Leben gedacht, dass ich einmal so viel Geld ausgeben werde um die Stars dieses Sportes zu sehen. Aber die Australien Open hier in Melbourne sind ein so spannendes Turnier, so sympatisch und gut organisiert, dass es einfach Spass macht, daran Teil zu haben. Die Premiere erlebte ich dann bereits am Mittwoch. Es standen die Spiele von Stanislas Wavrinka und von Roger Federer auf dem Programm. Ich dachte ja immer, ich müsse die Tickets 3 Monate im Vorhinein buchen. Umso erstaunter und glücklicher war ich, als ich zu merken begann, dass dies überhaupt nicht nötig ist. Auf jedenfall für die ersten Runden gab es noch massig Tickets und man konnte ohne weiteres auf die Veröffentlichung des Tagesplanes warten und dann im Internet oder am Schalter Tickets kaufen. So kauften wir (Nathi, Patrick, Bathury und ich) uns, neben den Viertelfinal-Karten, die wir ja schon besassen, ein Ticket für die unfassbar ruhmreiche Rod Laver Arena, wo sich dann der Roger mit Giles Simon in 5 hochstehenden Sätze lang alles abverlangte. Das ganze mag sich langweilig anhören, aber man gewöhnt sich ziemlich schnell daran, einfach im Stadion zu chillen und bei mehr oder weniger Emotionen sich dem Spiel hin zu geben. Ich bin ja schon lange ein Fan dieses Sports, aber dass es mich so life packt, hätte ich dann auch nicht gedacht. Jedoch sollte man bei übermässigem Konsum der Spiele in den nicht sonnengeschützen Aussenanlagen nicht schämen, das T-Shirt auszuziehen... Das gibt böse und lustig aussehende Abdrücke, die bei aller Ausredesucherei einfach nicht sexy sind und einem die Kollegen dann gern dran aufziehen. Weiter geht es morgen (Dienstag) Wo wir hoffentlich den Schweizer Viertelfinal von Wavrinka gegen Federer erleben dürfen. Das wäre schon riesig. Ein historischer Moment, und wir (Leo und Ich) wären dabei.

Der Freitag stand ganz im Zeichen des ersten richtig exzessiven Ausgangs hier in Australien. Zusammen mit ein paar deutschen Mädels, die Patrick kennengelernt hatte, ging es nach Brunswick, der Ausgangsmeile im In(die)-Viertel Fitzroy. Gegen meiner Erwartung landeten wir aber in einer 90ties Disco. Uff. Na gut. Nach guter Mine zum bösen (Musik-) Spiel ward der laden immer voller und die Stimmung besser. Schlussendlich fanden wir alle unseren Spass am Tanzen und freuten uns ab der Offenheit der Australier. Zudem tauchten noch ganz überraschend Bruna und ihr Freund Alberto auf, die ebenfalls die Ability Language School besuchen. Alle hatten ihre Freude, ausser Leo, der ein bisschen mehr Toleranz aufbringen musste, wie andere. Als der Laden dann um 3 Schluss machte und wir uns schon wieder in der Studentenlounge wiederfanden, durfte Leo dann zu knackigen Housebeats sein Füdli dann auch noch bewegen. Wie ein Fitnessinstruktor fegte er über die Tanzfläche. Sehr hatte an ihm die Zeit ohne seine Lieblingsmusik an ihm genagt. Ich nutzte die Zeit um noch einige Biere zu trinken und den herrlich angeheiterten Patrick zu beobachten. Es war herrlich und endete mit einem Mangel an Schlaf und anständiger Nahrung ca. morgens um 8. Die Nachwehen spür ich heut noch. Man ist halt auch nicht mehr der Jüngste *lach*

Am Sonntag gaben wir uns einem weiteren Highlight der modernen Australischen Kultur hin. Zusammen mit unserem immer noch unfassbar günstigen Koreanischen Touroperator ging es ins Yarra Valley (Was für ein Name) um dort einige Weinhersteller zu besuchen und auch deren Produkte ausgiebig zu testen. Für mich war der Tag leider nicht so geniessbar, litt ich unter mühsamem Sodbrennen (Woher das wohl kommt...). Ach wie gern hätt ich doch ein Rennie dabei gehabt. Kennt ihr Rennie? Rennie räumt den Magen auf! Aber nicht in Australien und schon gar nicht in meinem Reisegepäck. Das Mischen von etwa 20 Weinsorten, Ciders und sogar Brandys, machte das ganze dann auch nicht wirklich besser. Erst heute (Montag) merke ich Besserung. Das ist sehr beruhigend, denn ich möchte nicht wegen Sodbrennen zum Arzt rennen. Das reimt sich ja sogar – Und was sich reimt, ist gut, HAHA! Hurra!


Dienstag, 18. Januar 2011

Philipp Island National Park

16. Januar - Melbourne, Philipp Island - übers Wetter schreibe ich nicht mehr, 
sonst wird diese Zeile zu lang. 

Das Leben als Koala, frei nach Aboriginies: „Tier, das nicht trinkt“, kann schon hart sein. Da bist du knapp 4 Stunden am Tag wach und dann gibt’s da weder Weibchen, noch bist du sicher ob du überhaupt wieder aufwachst, weil du zu allem Übel wärend des Schlafes vom Baum geschossen wirst. Nun ja, es sind zwar nur noch Einzelfälle, die tun aber es gibt sie. Hauptsächlich gejagt wurden die Kletterbeutler wegen den Fellen. Wer einmal eins berührt hat, der weiss wie weich so ein Tierchen sein kann. Sie ernähren sich von Eukalyptus Blättern, was die Aufzucht in ausländischen Zoos schier verunmöglicht. Heute gab es mal wieder einige dieser 60-80cm grossen Tiere zu bestaunen. Eigentlich eher überraschend, denn ich wusste nicht, dass unsere Tour nach Philipp Island, die für ihre Population der kleinsten Pinguine der Welt bekannt ist, auch in einem Tierpark halt macht. Für viele kam das überraschend, was die Freude in keinem Falle schmälerte. Für mich war es ja nun schon das zweite Mal und ich nahm mir somit die Zeit, das ganze ein bisschen intensiver aus der sicht meiner Kamera Linse zu betrachten. Mir sind einige ganz gute Aufnahmen gelungen, finde ich.

Mick, unser Busdriver, war ein sehr angenehmer Geselle. Er nahm durch seine lockere Art sämmtlichen Stress aus dem engen Terminplan und wusste so einiges zu erzählen. Wie ihr oben lesen könnt, hab ich sehr gut zugehört. *stolz*. Nach unserer Ankunft im Hauptort der Insel, gab es erst mal Pizza. Auch in diesem Fall merkte man die Erfahrung Micks, hatte er doch schon die eint oder andere Pizza in seinem Leben gegessen...*hihi* Hier kommt richtig Urlaubs und Reisestimmung auf. Mit einer Gruppe unterwegs mit dem Auto, das ist halt schon etwas, was mir gefällt. Sven sei dank! Die hidden Spots, die schönen Strände und Aussichtspunkte. Es war sehr Eindrücklich und wunderschön anzusehen. Das Highlight stand ja jetzt aber noch an! Die Pinguin Parade! Es ist schon verreckt! Seit gut 80 Jahren kommen die kleinen Vögel an der ein und der gleichen Stelle an Land und purzeln den Hang hinauf zu ihren Höhlen, wo sie geboren Wurden um zu rasten, den Nachwuchs zu stillen oder um schlicht und einfach zu schlafen. Dies geschieht so regelmässig nach Sonnenuntergang, dass man dort Tribünen (!) gebaut hat, wo man gegen Eintritt das Spektakel beobachten kann. Es war schon extrem gspässig, fast schon gespenstisch, wie die Menschen auf die Offene See gestarrt haben, als käme bald eine Flutwelle und es gäb keinen Platz sich zu verstecken. Aber es kam kein Wasser, es kamen doch tatsächlich, als wären sie bestellt, nach Sonnenuntergang die 30cm hohen Frackträger aus dem Wasser und suchten sich ihren Weg nach oben. Gott sei Dank war Fotografieren verboten, sonst würden die Tierchen ja erblinden! Auf dem Weg zurück zum Ausgang watschelten dann die Pinguine quackend hinter einem Zäunchen, dem Fussweg entlang, in die Büsche... Mei, was war das süss!!!

Dann war auch schon 10 Uhr abends und wir fuhren noch gut 2 Stunden wieder zurück in die Stadt. Eine willkommene Gelegenheit sich schon mal vorzustellen, wie sich das Bett daheim jetzt anfühlen würde. Für alle war das ein super Tag. Nur für Leo, ja der hats Abonniert, endete er noch mal Teuer, weil sein letzter Zug soeben abgefahren war. Wir nehmens inzwischen mit Humor - Er eher weniger.

So ein Ausflug ist eine super Abwechslung zum inzwischen fast zum Alltag gewordenen Stadtleben. Wir gingen viel Essen, spielten erneut Fussball auf dem Gefängnis (Kunst-) Rasen und gingen unseren, inzwischen nicht mehr so motivierten, english studies nach. Ebenfalls kommt in mir langsam der leichte Drang mal zu planen wie es im Februar weiter geht. Alice Springs ist ein Thema, mal etwas die Wüste sehen. Oder Tasmanien – Es wird ein Münzentscheid. Ich werde wohl alleine los machen, denn die Meisten bleiben noch in Melbourne oder fliegen nach Hause. Aber das ist schon okay so, auch wenn mir die Leute doch langsam ans Herz wachsen. I shouln't get used to them.







Samstag, 15. Januar 2011

Ready for blues explotion?

16. Januar - Melbourne - 35°


Herrlich :D was war das für ein Freitag abend. John Spencer Blues Explotion live im Hotel Esplanade. Wenn das mal nicht gut klingt. Saftiger Blues-Rock mit einer gehörigen Portion Dreck. Natürlich, da geht’s hin! Leo begleitete mich, was ich toll fand, weil er sich eher in der House-Szene sieht. So weit so gut, hatte ich aber nicht die Rechnung mit Fay gemacht, der ich nicht glauben wollte, dass sie keinen Drucker besass, womit ich meine Im internet gekauften Tickets hätte ausdrucken können.  Dat glääääbste ja nischt :D (Grüsschen an Flurina) So ergab sich folgende Ausgangslage: es war 19 Uhr. Türöffnung war um 20 Uhr – Und ich war noch daheim. Hände unter die Füsse und ab die Post an den Bahnhof. Von Armadale nach South Yarra, dort umgestiegen und zurück südlich Richtung Windsor. Dort sollte es einen Kopierladen haben, der noch geöffnet hat. 19:30: Laden gefunden, rein und wieder raus. Dürfen die doch tatsächlich keine Fremden Email-Accounts öffnen. Ich brauchte aber Zugriff auf meine Google Mails um wiederum auf die Tickets zugreiffen zu können.  Sie dürden nur E-Mails drucken, die sie an ihre offizielle Geschäftsadresse erhalten. Was nun? Ein PC mit Internet muss her damit ich meine Tickets weiterleiten kann.  Strasse rauf, Strasse runter. Alles geschlossen und die, die einen Computer besassen, hatten kein Internet. 20:00: Schon fast damit abgefunden, dass ich die 50 Dollar für die Tickets nie mehr wiedersehe und eine der geilsten Blues-Rock-Bands der Gegenwart verpasse. Das gleiche galt auch für Leo, der sicher schon auf mich wartete. Tappst da doch tatsächlich eine junge Französin in den McDonalds, in dem ich mir nen Frustburger gönnte. Woher ich weiss, dass sie Französin ist? HA! Angesprochen hab ich sie.  Erspeiht hab ich nämlich ihren Laptop und gleich neben ihr das Schild: Buy a Burger and get Free Internet. Ein grosses Lob an diese Dame, die einen hundeblickenden Mann ihren PC benutzen lässt um eine E-Mail weiter zu leiten. Die Hoffnung war zurück. Aufgestanden, zurück zum Kopierladen gerannt, Ticket gedruckt und das Taxi, dass ich nicht bestellt hatte, stand auch schon da – 20:30: Ankunft in St. Kilda Beach – Esplanade Hotel – Direkt am Strand, die letzten Strahlen der Sonne verschwinden hinter dem vom Meer bedeckten Horizont. Schweissgebadet aber geschafft! Leo war auch gar nicht sauer, nachdem ich ihm ausser Atem die Geschichte erzähle. War ja auch egal, hatten wir doch jetzt unsere Tickets und unser erstes Bier. Alles nochmal gut geganen *phu* 


Das ESPY ist echt ne Perle. Der Laden ist herrlich nach Black-Sixties eingerichtet, ohne das Flair eines Pups zu verlieren und somit genau mein Geschmack. Ja, dass hätte auch euch gefallen – denn so was gibt’s daheim nicht. WOW!  Um 3 Uhr ging ein Super Abend zu Ende. Auch Leo hats gefallen – Er tat auf jeden Fall so *hehe*

Nun ist es Samstag nacht, 1 Uhr und ich beende diesen Eintrag mit einem guten Gefühl. Ich war von Patty und Camillo (Spanisch und Kolumbianisch) zum „Jederkochtetwasausseinemland-Abend eingeladen. Unsere zwei neuen Schweizer, Ueli und Andy waren auch zugegen. Andy hatte Kartoffel ngekauft und so gab es Rösti :D Ach, wie war die lecker. Kartoffeln, Zwiebeln, Salz und Butter – So einfach kann gutes Essen sein. Meine beiden Latin-Klassen-Kameraden wohnen in einem mehrheitlich von Working Travellers bewohnten Haus, welches 30 Zimmer auf Wochenbasis vermietet. Eigentlich siehts mehr aus wie eine Mischung aus Hippiebude und Motel – Die ständig wechselnden Bewohner haben ihre spuren hinterlassen. Nach einem Abend mit vielen Gesprächen blieb mir vor allem eines in Erinnerung. Mit einer jungen Schwedin  war es mir das erste Mal möglich ein etwas tieferes Gespräch zu führen.  Das tat sehr gut. Ich mag ja die Leute hier alle, aber aufgrund der sprachlichen Differenzen fehlt mir einfach der Tiefgang... bis heute.  *Jibbi!* Sie hat mir mit ihrem Nehkästchenplaudern sehr viel Mut gemacht und mir erlaubt, mich auf das was kommt noch viel mehr zu freuen und das was ist, etwas bewusster wahr zu nehmen und etwas aus der Seifenblase, in der ich mich immer noch befinde, zu lösen. Zusätzlich wäre so zu Wohnen für mich ebenfalls eine Option. Hätte ich das gewusst, dass das hier so einfach ist etwas zum wohnen zu finden, dann hätte ich auf den teueren Homestay verzichtet. Ein guter Ratschlag für Traveller: Sicherheit muss nicht immer kosten.

Bevor ichs vergesse: Wir haben uns Australien Open Tickets gekauft. Für 250 Dollar gibt’s zweimal Nightsession Viertelfinal. Auch wenns teuer ist, bald wird für mich ein grosser Traum in Erfüllung gehen. Mein erstes grosses Ziel dieser Reise erreicht sein.

So, jetzt muss ich aber definitiv ins Bett. Hab schon wieder viel zu lange mit euch geplappert. Morgen geht’s nach Philipp Island, Pinguine gucken. Jetzt noch etwas von Björks Vespertine, ja, dass passt. 




Mittwoch, 12. Januar 2011

13. Januar - Melbourne - 20-27° in der Nacht und tüpig wie ne Sau

In diesen Tagen gibt es nicht allzuviel zu schreiben. Ach was? Wird er schon schreibmüde? NEIN, natürlich nicht *Schulterklopf* aber zur Zeit gehts in der Schule heiss her und es gibt viel zu lernen. Zudem regnets andauernd. Inzwischen Regnets auch wirklich - nicht nur das kleine Nieseln, was die Aussies hier in Melbourne als Springflug bezeichnen. Die sollten mal nach Brisbane schauen. Zur Zeit ist nix mit Ostküste. Selbst Robin, der Sohn der Gotte meiner Schwester *uff* musste umplanen und geniesst jetzt Tasmanien anstatt Byron Bay. Mal sehen wo es mich dann (achtung: Karlauer) hintreiben wird. Heute hat mir Jenna bestätigt, mit mir die Grand Ocean Road zu fahren und hat mich auch gleich an ihr Willkommens-BBQ eingeladen. Jetzt gehts aber mal richtig los hier mit den Aussies. Nun gut, Jenna ist für mich kein typischer Aussie. Kennengelernt haben wir uns damals im beschaulichen Vik in Island. So sieht man sich wieder. Das ist schon was feines, das Reisen. Heute war ich noch etwas draussen fotografieren. Mal bisschen was inder Nacht, ich hoffe es gefällt und sonst: Bieberkacke. 




Dienstag, 11. Januar 2011

The City of Devorced

10-11. Januar - Melbourne - bewöllkt, 23°

Heute widme ich mich einem Thema, dass mich schon seit längerem beschäftigt. Seit meiner Ankunft in dieser Stadt, viel mir auf, dass die Menschen hier anders sein müssen, wie in anderen Städten. Aus den vielen Gesprächen fühle ich langsam heraus, dass viele meiner Mitschüler und andere Studenten eine Geschichte mit sich tragen. Es ist eine Gruppe, wild zusammengewürfelt. Aber alles hat einen Zusammenhang. So vermute ich, dass es etwas mit der Stadt zu tun hat. Melbourne ist nicht so hip wie Sydney. Melbourne hat keine Harbour Bridge oder Opera. Diese Stadt hat tiefe. Die Leute in meiner Klasse sind älter. Im Schnitt 27 Jahre. Die Bilderbuch Polin, meine Banknachbarin. Eine Klassefrau, ist verheiratet und macht den Kurs um mit ihrem Mann in Australien immigrieren zu können. Camillo, der Columbiaer, war beinahe verheiratet, sah aber dass da mehr war. Seine Beziehung hielt nicht, als er ins Ausland ging. Patty, die liebste Dame aus Barcelona sah ihr Glück in der Ferne. Ihre Partner sah das anders. So ging’s auseinander.  Mit Luciana war ich heute spontan an ein Brasilianisches Geburtstagsfest im Casino geladen. Weisses Hemd hervorgekramt, los gings. Während der ausgelassen Stimmung, kamen wir auf das Thema. Lovely Lucie kommt aus Brasilien, ist geschieden und ihre hier gefundenen Freunde nennen sie unter Freunden die „devorced ones“. 
Ich weiss ja nicht, ob ich mich täusche, aber solche Geschichten habe ich aus anderen Städten dieses Landes noch nicht gehört. Es scheint mir, als wäre Melbourne ein Magnet für Leute, die entweder liiert sind oder eine harte Zeit hinter sich haben. Es herrscht keine „Jeder fickt jede“-Stimmung. Jedenfalls nicht bei uns. Ob’s nun die Stadt ist oder der Zufall... Es ist hier etwas sehr spezielles, was mich auch zu folgender Aussage leitet:

„ When you’re abroad, your friends are your family“

Behandle sie, als wären sie deine Brüder und Schwestern. Denn sie sind die, die dein Leben machen. Es ist selten die Stadt, die dich berührt, sondern die Menschen darin. Ich bin in der glücklichen Situation, einige gute Seelen um mich zu haben, die auch in meinem nicht tiefgehenden Englisch verstehen und nachfühlen können. Sie sehen was ich durchmache und stehen mir bei. Es geht ihnen ja nicht viel anders.  Das ist ein schönes Gefühl – Mein Gefühl von Melbourne.

Ich glaub mich tritt n Kangaro

9. Januar - Melbourne - bewöllkt, 25°
sadsad
So, ein bisschen Australienfieber muss her. Es ist ja kein Geheimnis, dass ich den Lorbeeren gegenüber diesem riesengrossen Land nicht viel abhaben kann. Inzwischen macht sich aber durchaus Interesse breit und gegen einen sonntäglichen Ausflug in den Wildlife Park von Ballarat war somit nichts einzuwenden. Morgens um 10 war ich mit Roxi und Rachel verabredet. (Der Lukas und die Frauen wieder. Ich weiss nicht, worans liegt, aber Männer können manchmal so was von überflüssig sein). Das wir den Zug dann doch noch schafften, war schon fast eine Ueberraschung, waren die zwei Hühner noch am Frühstück kaufen, *hua* als der Zugführer schon zur Eile mahnte und wild mit seiner Kelle herumwedelte.

Es war das erste Mal für mich, dass es aus der Stadt ging. Sofort machte sich dieses scheue Kriebeln im Bauch bemerkbar. Natürlich niemals so stark, als würde ich grad im Flieger nach Island sitzen, aber das ist nicht schlimm.  Füsse hoch, ein wenig plappern und sich auf das freuen, was kommt. Ballarat liegt etwa 120 Kilometer ausserhalb von Melbourne und sieht auf den ersten Blick aus wie eine alte Goldgräberstadt. Nach dem Bestaunen der ziemlich realitätsverzerrenden Touristenbroschüre wurde das auch bestätigt. Als wir ankamen, war natürlich unser Bus gerade eben abgefahren. Wäre ja nicht schlimm, wäre das nicht bereits der letzte gewesen. Diese ÖV hier in Australien sind ja schon ne Wucht. Uns Schweizern geht’s einfach zu gut daheim *hehe*

Wir habens dann trotzdem zum Park geschafft. Der Eintritt mit 24 Dollar war an der Grenze aber wir wurden dann auch ausgiebig dafür entschädigt. Dieser Zoo hatte das, was der Tourist sucht. Kangurus und Koalas bis zu abwinken. Diese Ficher sind echt knuffig und sich an die vielen Menschen so sehr gewöhnt, dass sie einfach überall herumspazieren und sich füttern und kuscheln lassen. Wenn sie dann genug gefressen und geschmust haben, liegen sie in der Sonne und schlafen. Was für ein leben. Das wär doch was für den alten Lukas? *Chch* Was mich etwas bedenklich stimmte, war das Tropenhaus, wo das Terrarium des Krokodils etwa so lang war, wie es selber. Das gleiche mit den Fischen und Schlangen.

Im Grossen und Ganzen war dieser Park eine gute Sache und ich kanns jedem ohne schlechtes Gewissen weiter empfehlen, der mal ganz Nah bei diesen schönen Tieren sein möchte.

Zum Schluss noch etwas Gossip:
Der Wetterbericht meint, dass es die nächsten 2 Wochen regnerisch sein wird. Nicht euer Ernst, oder? Hoffentlich fallen die Australier nicht in ein Loch, nehmen sie doch schon bei dem, was wir knapp Nieseln nennen, schon ihre Monster-Regenjacken hervor. Bei Anhaltenden Temparaturen um 25° hat das doch eine Komik. 
In den letzen Tagen fällt mir immer mehr auf, wie oft ich an Island denke. Obwohl ich dort kaum jemanden mehr kenne, so gibt mir dieses Land an sich genug um es still zu vermissen.  Wer weiss, vielleicht trägts mich ja mal wieder nach Reykjavik? Dabei wollte ich doch mit dem stechen des Tattoos damit vorerst mal abschliessen...
Am 15. Januar kommt Marijela von Sydney rüber  nach Melbourne. Herrlich! Ne Dame mit Pfupf im Füdli. Wir haben kurze Zeit zusammen in Turgi Mixed-Volley gespielt und uns damals fürn Bier in Australien verabredet. Das halten wir jetzt auch. Ihr Volleyballer von der Insel, haltet eure Bälle fest :D



Samstag, 8. Januar 2011

Lazy Saturday

8. Januar - Melbourne - Morgens 36° abends 20 und Regen

Heute ist Samstag. Und ich hab bis 3 Uhr geschlafen. Und ich hab kein schlechtes Gewissen, neinnein =) Heute sah ich zum ersten Mal die neuen zwei Studenten, welche Fay ab jetzt neben mir noch beherbergt. Wahrscheinlich war ich einfach zu umgänglich und zu selbständig (Hör sich das mal einer an), so dass sie dachte, da verdien ich doch noch ein bisschen mehr Geld und stell die anderen Zimmer auch noch zu. Abdulah aus Kuwait und Amadeus aus Indonesien. Mal sehen wie die zwei sich machen. Beide sind 17 und mit ihren Eltern hier und noch ziemlich unter Beobachtung. Schon bei meiner Abreise hab ich gemerkt, wie verschieden und intensiv Eltern reagieren können, wenn die Kinder flügge werden, oder noch viel besser: Flügge werden müssen. Im Falle dieser zwei Jungs ist Fay wohl diejenige, die unter dem Kulturschock am meisten leidet. Die Arme.  Mein Tag heute wird ein ganz Ruhiger sein. Später werde noch etwas Spielen, Lernen und vielleicht noch etwas an Bildern bearbeiten. Gerne möchte ich mich mal daran versuchen, die Melbourne Skyline etwas Vintage aussehen zu lassen. Je nachdem ob am Ende dieses Artikels ein Bild hängt oder nicht, zeigt den Erfolg oder Misserfolg dieser Aktion.  Morgen geht’s dann in den Zoo., Känguruhs gucken und nächstes Wochenende versuchen wir nach Philipp Island zu kommen, wo es Pinguine gibt. Das finde ich super, weil das sicher zum Australienfeeling einiges beitragen wird. Das Wetter heute ist nach dem heissen Tag gestern  etwas gemässigter. Ein angenehmer Wind blähst durch die Palmen und anderen Bäume und gibt mir so etwas an Sonntagsstimmung, obwohl heute erst Samstag ist. Inzwischen weiss ich wenigstens wieder, welcher Wochentag gerade ist. Wollte ich doch ganz Frech am Freitag in die Schule, hatte ich doch total vergessen, das Freitag war, wo ich ja frei hab. *Hua*






Suburbian Exploration

6-7. Januar - Melbourne - ca verdammt heiss!!!

Die letzten Tage stand vermehrt etwas Büro-Büro auf dem Programm. Einerseits hab ich mir endlich einen Block gekauft – nach 5 papierhungrigen Tagen, in denen ich alles vollschrieb, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Weiter brauchten wir (Leo, Patrick und ich) endlich eine lokale Sim-Karte, damit wir für die Welt auch wieder im finanziell möglichen Bereich erreichbar waren. Als kleiner Tipp für angehende Traveller: Immer Preise vergleichen. Beinahe hätten wir uns auf einen Anbieter eingelassen, der uns beim genauen Betrachten mehr berechnete, wie wenn wir hier unsere Schweizer Abos benutzen würden. So entschieden wir uns für „Go-Talk“. Ein sehr dubioses, aber günstiges Abo, das wahrscheinlich für Asiaten gedacht ist (Sogar die Combox-Ansage hat einen Chinesischen Slang). Unser ewige Pechvogel Leo hatts natürlich mal wieder geschaft, dass seine Karte als einzige nicht aktiviert wurde. Als, nach anfänglicher Panik, dann doch noch das Freischalt-SMS eintraf, war die Konfusion komplett. *Chch* Plötzlich hatte er 30 Dollar Guthaben, anstatt die gekauften 20. Die spinnen, die Chinesen. Inzwischen können wir aber davon sprechen, keinen schlechten Deal gemacht zu haben. Wir sind auf dem Vodaphonenetz unterwegs und haben gute Abdeckung. Habe sicher schon 30 Minuten meinen Liebsten Telefoniert und hab immer noch ganz viel Geld drauf *juhui* Erstaunt bin ich aber einmal mehr ab Skype, bei dem die Sprachverzögerung doch einiges geringer ist! Schon ne Sache für sich, das Telefonieren.

Am Freitagabend sollte es dann mal richtig Raus gehen. Raus aus der Innenstadt, in die Suburbs und die Orte wo der Bär tanzt und nicht die Asiaten. Wir hatten Spass. Und wie wir das hatten. Begleitet von der schönsten Koreanerin auf der Insel, wollten wir uns alle um 20.30 Uhr in Windsor treffen. Windsor ist ein herrliches Quartierchen an der Chapel-Street – der bösen Strasse, wo sich all diese Bottle-Smashing-Tattoed-Hash-Smoking-Bastards die Klinke in die Hand geben. Genau mein Ort *jarrrrr*. Die Website täuscht etwas. So siehts nur im Norden aus, im Süden, da sind die Biker und Trash-Hipsters. Love it, würde der Richu jetzt sagen. Schöne grüsse an dieser Stelle ins Mocca nach Thun. Jaja, zums anschauen und geniessen hatte ich auch genügend Zeit, weil meine lieben Freunde es wohl mit der Australischen Pünktlichkeit schon Schweizerisch genau Namen und in regelmässigen Abständen zwischen 21.00 und 23.00 Eintrafen. Ich nahm es mit meiner neu erworbenen Australischen Gelassenheit. Der Abend ward trotzdem super ausgelassen und auch ein nächtliches Bad im Meer liessen sich Patrick und ich nicht nehmen. Danach gings noch in St Kilda in nen Klub bis dieser Morgens um drei dann ganz Spontan das Gefühl hatte, er müsse jetzt schliessen.  Das war noch das kleinste Übel. Wir hatten die Rechnung ohne den öffentlichen Verkehr gemacht. Nix ging mehr. Zu unserer grossen Überraschung war der letzte Zug schon um 12 PM gefahren – Natürlich ohne uns. So blieb  doch tatsächlich nichts anderes übrig, als wieder zum Strand zu tschalpen und uns dort noch ein bisschen zu verweilen. Die anderen waren nicht so Fan dieser Aktion, wollten sie doch nach Hause, aber kein Geld fürs Taxi ausgeben. Mir gefiel das ganze aber sehr gut. Der Sand war warm, die Luft auch und das Wasser erst recht. So schön und gemütlich habe ich noch nie eine Nacht durchgemacht. Gerne wieder – Oh ja. 


Donnerstag, 6. Januar 2011

Fuck, ich bin in Melbourne!

5+6. Januar - Melbourne - ca 20°, ohne Wind 35°

Dieser Blogeintrag wurde geschrieben, nachdem in der Studentenlounge 1.5 Litter an Bier in Lukas’ Magen geflossen sind. Für etwelche skurilitäten und anstössige Nebeneffekte übernehme ich keine Verantwortung. DENN: Gerade eben war der Moment, als sich in meinem Bauch die Anspannung löste. Auf der Wiese vor der Library of Victoria sitzend, liegend, wie auch immer, kommt es doch einfach so hoch. Es bahnte sich den Weg vom Magen durch die Lunge, rauf durch die Luftrühre, an den Stimmbändern vorbei, über die Zunge, aus dem Mund: FUCK!!!! ICH BIN IN MELBOURNE!!!! Ja, jetzt ist's gut. Emotionsumschwung und ein Gefühl der Sicherheit. Sicherheit im Sinne von, dass heute schon der letzte Schultag für diese Woche war, dass ich selbst mit Menschen warm wurde, mit denen ich es mir nicht hätte vorstellen können (Brasilianer, Franzosen) und dass wir doch tatsächlich schon planen, mal irgendwie aus der Stadt rauszukommen. Ich muss ja nicht erwähnen, dass wir von Melbourne selber ja noch nicht soooo viel gesehen haben. Aber das ist auch nicht so schlimm, denn Melbourne, der Hauptort von Viktoria, ist halt einfach ne Sache für sich. Es hat hier keine Sydney-Opera, keine Chinesische Mauer und auch keinen Matschu-Pitschu. Diese Stadt lebt eindeutig vom Vibe der Menschen und nicht von den Foto-Motiven. Es erstaunt mich sehr, wie auf den ersten Eindruck all diese Asiaten (50%) mit den Einheimischen auskommen. Ich weiss echt nicht, warum es hier so viele hat, aber nach kurzem überlegen... Wie würde es wohl aussehen, wenn die Schweiz 100 Millionen einwohner hätte? Dann währe hier alles voller Schweizer! Die, die hier waren, wissen von was ich spreche.

Um mal kurz auf die Schule zurück zu kommen, es ist schon ein hartes Stück Arbeit. Mit meinen blos zwei Jahren Englischunterricht, die zusätzlich bereits bald 10 Jahre zurückliegen, kann ich im Thema Grammatik noch gar nichts reissen. Es bleibt also ne Fleisssache. Aber ob ihrs glaubt oder nicht, ich steh jeden Morgen um spätestens 7 Uhr auf und mache dann mindestens eine Stunde Hausaufgaben. Ich denke, das wird’s schon bringen. Heute, am 6. Januar, merkte ich aber bereits das erstel Mal etwas Ermüdung. Permanent in einer Fremdsprache zu sprechen und denken ist sehr anstrengend, so fiel ich in meiner Müdigkeit doch ab und an mal ins Deutsche, auch wenn mein Gegenüber Brasilianer war. *uuups*

Gestern Abend (5. Januar) feierten wir Leos Geburi. Leo ist einer der Ersten, mit denen Ich Kontakt hatte. Er gehört zur Schweizerbande, die ich vor meienr Fehleinteilung am Dienstag Morgen traff. Er ist ne gute Seele und so war es eine Ehre mit ihm und Patrick, ein weiterer Schweizer hier in Melbourne, seinen höchsten Tag zu feiern. Jedoch erwies sich die Suche nach einem gscheiten Italiener dann ziemlich mühsam. Wir kannten die Stadt noch nicht und irgenwie war jedes eins komma zweite Restaurant Asiatisch. Schlussendlich landeten wir im für uns zu edlen Restaurant „Europe“ und gönnten uns Europäische Küche auf Spitzennivau. Nicht nur preislich. Als wäre das nicht genug, bestellte Leo noch ne Flasche Wein für 60 Dollar, die, wie sich herausstellte, vom Marchesi Weingut in der Toscana stammte. Das war dann doch etwas strange :D

Der edle Tropfen tat sein übriges und schlussendlich fanden wir uns vor der Library wieder, mit ner Papiertüte ums bier und sprachen über die Daheimgebliebenen. Es war ein super Abend und ein würdiger Geburstag für Leo. Der ganze Augenblick liess mich auch vergessen, dass ich mir am Nachmittag beim Tschutten mit der halben Französischen Nationalmanschaft, gespickt mit einigen Brasilianern und Chinesen, eine saumässig häftige Blotere am Fuss hohlte, die mich kaumlaufen lässt. *Autsch* Dass ich am daruaffolgenden Morgen mit Rudolph in der Schule begrüsst wurde, lassen wir auch mal weg. Ab jetzt gibts Daylong-Prävention.

So, ich leg mich mal ins Bettchen und geniess den Abend. Morgen versuche ich Australien Open Tickets zu ergattern und das Wochenendprogramm ins laufen zu kriegen. Seid gespannt!

Mir sind in den letzen Tagen endlich einigermassen gute Bilder gelungen, welche die Stadt in etwa so widerspiegeln, wie ich sie im Moment erlebe.



Mittwoch, 5. Januar 2011

First Schoolday - My name is Lukas and i am from Switzerland.

4. Januar - Melbourne - ca 20°

Die Ausgangslage war durchaus spannend. Boalingua schrieb: Deine Schule ist an der Londsdale Street 203. Faye meinte, dass laut ihren Unterlagen das ganze sich „etwas“ weiter hoch an der Londsdale Street 900-irgendwas befindet. Ihr seits ja lustig. Dank meines Jetlag bedingten tiefen 20 Stündigen Schlaf, war mir das aber so ziemlich Egal und ich entschied, einfach etwas früher los zu gehen. Fay, meine Hostmum, ist eine herrliche Persönlichkeit. Mehr zu ihr später. Auf jeden Fall machte sie mir heute ein wunderbares Sandwich zum Lunch und die Anderen in der Schule waren schon etwas neidisch auf mein tolles Tupperware, gefüllt mit einem Apfel und einem Toastsandwich. Viel kitschiger ging es natürlich kaum, aber es war süss. Jedoch geht nichts über die Tupperware’s von Zuhause, aber man nimmt, was man kriegt, oder? ☺

Mir lag es heute besonders am Herzen, einen guten Eindruck zu machen, um es mir nicht gleich am ersten Tag mit meinen Mitlernenden zu verscherzen. So machte ich mich eifrig daran, gleich Anschluss zu finden. So traff ich vier Schweizer. Ach wie lernfördernd... aber egal, die waren mir halt einfach einiges sympatischer, wie die Spanier und Brasilianer, die zwar super nett sind, aber durch ihren feiertagsbedingten Hangover nicht so kommunikativ waren. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Spass hats auf jeden Fall gemacht. Wir (ich und die Schweizer, die leider (oder zum Glück?) nicht in meine Klasse gehen) wollen morgen noch etwas die Stadt unsicher machen und etwas billigeres Bier suchen gehen. Unser Premierenbier kostete stolze 8 Aussie-Dollar und das ist mir für die Zukunft dann doch etwas viel. Jedoch war es super temperiert und perlte in seinem Glas nur so vor sich hin. *Mmmmm* Ein Crown Lager wars, für die, dies Interessiert. =)

Zur Schule bleibt noch zu sagen, dass ich zuerst in einen falschen Kurs eingeteilt wurde. Es hiess: „Alle mitkommen“. Wenn man so was sagt, dann muss man auch damit rechnen, dass alle mitkommen. Ja mei. So sah sich der überraschte Teacher mit einer Klasse von 20 Leuten konfrontiert und endete seinen aufgrund der Tatsachen sehr verwirrenden Unterricht erst, als die Rektorin reinstürmte und meinte, da sei etwas schief gelaufen und entfernte diskret zwei Drittel der Klasse. So wurde ich anschliessend, nach einem kurzen Test, in die Upper-Indimediate-Klasse eingestufft. Das ist die zweitbeste Stufe. Da bin ich grad ein bisschen Stolz. Nun ja, morgen geht’s weiter. 8.30 Uhr, Melbourne City Center, direkt beim Federation Square auf der Touri-Meile, an der ich mich nun offiziell nicht mehr als Tourist fühle, weil ich ja Student bin. *Hua*

Ich muss sagen, obwohl mir die Leute zu Hause schon sehr fehlen, macht mir das im Hause Blau immer noch fehlende Internet noch nicht so viel aus. In meinem Kopf geht gerade so viel vor, es ist gut, etwas allein zu sein und ein wenig am eigenen Gehirn rumzuspielen. Es geht mir gut. Ja, das tut es.



Ich bin dann mal weg

1-3. Januar - Zurich - Dubai - Melbourne - ca -2° bis +20°

Es war Samstag und der Tag der Abreise war gekommen. In dieser Woche kam ich nicht mehr zu viel, aber das wenige war sehr Sinnvoll. Ich nutzte die Chance nochmals mit meinen Liebsten eine gute Zeit zu haben. Es war mir sehr wichtig, denn hatte sich in dieser heissen Phase ziemlich krass herausgestellt, welches die Guten und welches die Boesen waren. 

Als sich die Diskussionen darum drehten, wie und wann ich an den Flughafen gehen wuerde, wollte ich eigentlich nichts anbrennen lassen und sagte allen: ich geh allein. nun ja, so einfach war dass dann nicht, wie es sich herauszustellen begann, als Nina als erste anrief und fragte, ob sie nicht doch noch kurz an den Flughafen kommen koenne. Angela folge ihr so gleich und total ueberraschend tauchten auch noch Sven, Sandra und Melanie auf. ach ihr seid doch Arschloecher *hua* nichts wars mit einem emotionslosen "ich bin dann mal weg"-Abschied. Ich musste mich wirklich losreissen. Am liebsten haett ich aber den Moment so gelassen, wie er in dem Moment war und auf ewig genossen. Doch so brachten mir meine Liebsten einen wunderbaren Abschied, bei dem ich auch meinen Vater, Bruno erwaehne, der einen wunderbaren Job gemacht hat. Ich danke euch von ganzem Herzen.

Der Flug sollte lange dauern. Wie lange, das verdraeng ich jetzt mal. 6 Stunden nach Dubai und von da an nochmal 12 oder gefuehlte 20 nach Melbourne. Der Emirates FLug nach Dubai entwickelte sich zu einem Partyflug. Es ist schon erstaunlich, wieviele junge Menschen in der Maschine sassen, die von Dubai aus, irgendwohin in die Welt unterwegs waren. Neben mir sass Ben, ein Basellaender, supersympatisch und in der selben Scheisse wie ich sitzend. Er fliegt fuer ein halbes Jahr nach Auckland und ich werde ihn im Maerz besuchen. Wer weiss, vielleicht feiern wir sogar meinen Geburtstag? Wir genossen noch 2 Ferien-Bierchen miteinander und amuesierten uns bestens mit dem Boardcomputer und dem herrlich kitschigen Sternenhimmel, den Emirates in all Ihre Flugzeuge einbaut. Auch speziell zu erwaehnen, sind die unglaublich schoenen Dresses der Flight-Attendants... unbedingt mal googeln.

Nach dem Atemberaubenden Dubai, ging es erneut mit Emirates weitere 10 stunden weiter nach Melbourne. Also, wenn ich mal eines sagen darf, auf der ganzen Reise waren der Lande -und Startflug in Dubai das eindrücklichste. So kennen wir doch höchstens die Palmeninseln und das Punsch el Arab, oder wie das heisst, Hotel. *hihi* Aber der Anblick der Skyline dieser Stadt in der Wüste, zusammen mit dem Höchsten Hochhaus der Welt... wow - das sucht seines Gleichen. Ich freue mich schon, wenn ichs dann doch noch zu Dani nach Bahrain schaffe, dann werd ich nämlich in Dubai eine kurze Pause einlegen und mir das ganze aus der Nähe gönnen. 

Kaum in Melbourne gelandet, der Flug war aufgrund eines besserisserischen, alten Kiwis neben mir furzlangweilig, machte ich mich auf den Weg zu meiner Hostmum. Ich hatte extra keinen Flughafen-Pickup gebucht, wollte ich doch selbständig mich durch die Stadt schlgen. Jetzt gings aber richtig los. Wie gebucht fuhr ich auf dem Weg nach Armadale, wo sich meine Residenz befinden sollte, schonmal durchs City-Center und am Arthur Ash Stadion vorbei, wo in wenigen Tagen die Australien Open beginnen. Boa, was möcht ich dabei sein. Mal schaun, vielleicht ergibt sich da ja was. 

Nun, als Abschluss von dieser langen, anstrengenden Reise, bleibt noch zu sagen, dass ich das innert der nächsten Zeit nicht mehr tun werde und gleich nach Ankunft bei Fay, meiner Hostmum ins Koma sank und bis am nächsten Morgen nicht mehr erwachte. Jetlag hallo!. 

Gefühlsmässig regt sich in mir noch nicht so viel... ich realisiere noch nicht, was in den letzten Stunden passiert ist, weshalb mein Text auch relativ sachlich ausfällt. Ich bin hier, am anderen Ende der Welt und fühl mich wie im Europapark. Es ist total strange und ich bin echt Platt - ja sowas von Platt. Wie Carsten Alex in seinem Buch "zeit zu entdecken" herrlich beschreibt: Ich bin froh, mit dem Schiff nach Australien gekommen zu sein. So konnte ich Abschied nehmen und mich wärend dieser langen Reise vorbereiten, auf das, was jetzt kommt.











Einige Handyfotos von Dubai - Melbourne