Sonntag, 31. März 2013

Das Ei versucht.

30. März 2013 - Isafjördur



Ostern fängt ja schonmal so an, wie es eigentlich sollte. Mit einer gross angelegten Suche versuchte ich die gestern verlorenen Hausschlüssel wieder zu finden. Doch auch über Nacht ist er nicht zurück in meine Taschen gekrochen. Das ist nicht angenehm. Couchsurfen und dann den Hausschlüssel verlieren. Als ich mich überwunden habe, den Jungs mein Ungeschick zu beichten und leicht gebückt vor ihnen stehe, meint Gümme: "Oh, den haben wir gestern gefunden!" Mir fällt ein Stein vom Herzen, der so schwer war, dass er gleich durch den Boden brach und im Keller landete. "Aber wo ist er denn?" Wir stellen lachend fest, dass wir das Kunststück fertig gebracht hatten ihn während dem Gespräch wieder zu verlegen. Ja, das ist Ostern, meine lieben Freunde. Robert hatte dann die grösste Spürnase und der Schlüssel steckt nun in Stéphs Tasche und bleibt von nun an auch dort. Sicher ist sicher =)

Es war so kalt gestern, ich habe mir glaube ich eine leichte Erfrierung an der Ferse geholt. Es handelt sich um einen roten Kringel, der einer Verbrennung ähnlich sieht. Wir kennen uns alle mit dieser Art von Verletzungen nicht aus. Aber es tut sau weh. Es war auch so kalt, dass wir auf dem Heimweg auch wirklich nur noch funktionierten, mehr nicht. Wir sind nicht krank geworden. Das ist typisch. Es hat hier kaum Erreger rumfliegen, die einem Krank machen könnten, sollte das Immunsystem down sein.

Wir wandern heute etwas durch die Stadt und versuchen deren Charme mit unseren Kameras fest zu halten. Wir spüren den gestrigen Abend noch in den Knochen, sind ja auch nicht mehr die jüngsten haha. So lassen wirs bei Besorgungen und Essen fassen. Hier gibt es wieder alles. Vom Supermarkt über Apotheke. Und viele kleine Häuschen, zum Teil noch von 1820. Entweder wird hier aus Holz oder Wellblech gebaut. Definitiv der Beweis, dass mit Wellblech schön gebaut werden kann, wenn man nur will - liebe Südamerikaner.

Heute Abend gehts wieder ans Festival. Auf der Strasse treffen wir doch promt noch Sandra. Sandra? Das war die junge Dame, die in Reykjavik damals bei meiner Ankunft so betrunken war, dass sie alle bespringen wollte. Ja, sie lebt noch und hats auch hier ans Festival geschafft. Jetzt wissen wir auch, wer im Zelt schläft, dass hinter der Bühne am Wegrand steht.

Apropos Festivalleichen, Gümme liest grinsend einen Zeitungsartikel vor, in dem steht, das sich gestern ein junger Mann in den Backstagebereich geschlichen hatte, um Autogramme zu sammeln. Während dieser Aktion ist er Abseits vom Geschehen ungeschickterweise in eine 5 Meter tiefe Jauchegrube gefallen und ist beim Sturz ohnmächtig geworden. Als er heute Morgen wieder aufwachte, konnte er um Hilfe rufen, die ihn dann mit einem Aufwand von 20 Männern und einem Kran wieder aus dem Loch gefischt haben. :D

Noch mehr Gossip zu später Stunde. Angeblich ist niemand Geringeres wie Skandalnudel und Superheld Charlie Sheen auf dem Weg hier her. Das wäre ja mal was. Jedoch denke ich, dass er bereits irgendwo bei ner Prostituierten hängen geblieben ist.











In the Video Today



I never went south

29. März 2013 - Holmavik - Isafjördur

So, gut geschlafen haben wir heute. Genau was nötig war um heute das letzte Teilstück nach Isafjördur in Angriff zu nehmen. Und wir sollten die Schlafenszeit nicht bereuen.

Bereits nach kurzer Fahrt wird uns klar, dass wir hier nicht im Kindergarten, sondern in Sub-Arktischer Gegend unterwegs sind. Die Strassen sind voller Schlaglöcher und oftmals nicht geteert. Dazu kommt darüber wehender Schnee, vereinzelte Glatteisstellen und später Nebel und Schnee, der ein vorankommen zu einem gefährlichen Unterfangen macht. Das liegt auch daran, dass die Strassen direkt der Küste entlang um die Fjords führen. Oftmals geht es rechts bis zu 50 Meter steil runter. Zum Glück haben wir das dringende Bedürfnis oben zu bleiben und erreichen nach gut 3.5 Stunden erschöpft das süsse Städchen Isafjördur, den Hauptort der Westfjords.

Spektakulär zwischen zwei steil abfallenden Bergen gelegen, hat der Ort erstaundlich viel Charme, obwohl er in der Extreme liegt. iWir suchen die Wohnung unserer Couchsurfing Hosts, die uns echt einen Bärendienst erweisen. Denn Schlafplätze hier während dem Musikfestival sind rar hier. So rar, dass manche sogar ihre Zelte aufgeschlagen haben. Unvorstellbar bei dem Wind und den Arktischen Temperaturen.

Zusammen mit unseren Hosts, den 24 Jährigen Gümme, Robert und Arthor gehts Abends dann los ans Festival. Aldrei for ég sudur. I never went South. Ein Phänomen weit ab der Zivilisation eingepfercht zwischen zwei steile Berge. Ein Mikrokosmos. What happens in Isafjördur stays in Isafjördur. And it happens a lot! Herrlich! Die Bühne steht in einer alten Fischerhalle und die Speaker klingen saumässig gut und laut. Und es ist kalt. Bitter kalt.

Noch nie in meinem Leben habe ich so gefroren. Die Füsse und Hände hab ich schon gar nicht mehr gespürt und auch meine Beine fingen an ihren Dienst zu verweigern. Obwohl es sich gut ignorieren lies, der Körper ist manchmal so faszinierend, den anderen ging es gleich, so liefen wir durch die 20 Minuten Eiseskälte in die Wohnung um wenig später mit drei Paar Socken und 3 Schichten mehr oben rum zurück zu kehren. Aber auch das hielt nicht lange ^^

Die Musik hat in mir alle Kanäle geöffnet. Endlich sehe ich Mugison spielen, in seiner Heimatstadt, an seinem Festival. Was habe ich alles gesehen und erlebt die letzten Jahre. Oftmals ist es an mir abgeprallt, weil mein Verstand so viel Informationen gar nicht mehr wahr nehmen konnte. Deswegen habe ich Island gewählt. Ich wusste genau, dass ich in dieser reduzierten visuellen Geometrie, im reinigenden Wind so abschalten kann, um diese verschlossenen Kanäle wieder zu öffnen. Alles fällt von mir ab, wie eine Schlangenhaut. Schlotternd stehen wir da mit dem Bier in der Hand und sprechen über diesen weiteren Schritt des Ankommens.

Es hätte besser nicht kommen können. Die letzte Band des Abends kennt ihr als fleissige Blogleser bestens. "Valdimar" spielten unglaublich stark und obwohl ich kein Wort von den Texten verstand, berührte mich die Musik so, dass es aus mir herausbrach und in der dichten Menschenmenge Rotz und Wasser heulte. Absolute Freudentränen der Erkenntnis, das ich jetzt bereit bin, nach Hause zu fahren. Ich habe alles gemacht, alles erledigt was ich mir vorgenommen habe um zu erkennen, dass ich doch eigentlich schon lange wusste, was ich brauche. Es ist nicht die Welt, nein, es ist das was ich schon immer hatte.

Das ist ein sehr bereicherndes Gefühl.









Freitag, 29. März 2013

Siggis Schätze

28. März 2013 - Holmavik

Hier im fernen Norden Islands ticken die Menschen ein wenig anders. Schon klar manifestiert sich hier eine gewisse Art der Emo-Szene. Das sieht man nicht nur den Menschen an, sondern auch den Steinen mit Sad-Smile-Faces untermalt von dem skurilen "ouuuuuuuuu" Geräusch, welches die von uns so benannte "Ouuuuuu-Ente" von sich gibt. Das hättet ihr hören sollen. Luke wollte Stéph gerade fragen, was ihr den weh tut, als wir feststellten, dass dieser ach so Leiden transportierende Laut nicht von ihr sondern aus dem Meer kam.

Obwohl der Tag als Geocacher mit 7 gefundenen Schätzen sehr erfolgreich war, kommentierten wir den schwer zu findenden Cache in einer Felswand gekonnt mit dem Entenlaut. So schlimm kann doch das leben hier oben nicht sein, dass sogar die Tiere es wiederspiegeln. Wir finden es hier eigentlich ganz toll. Noch viel toller, als wir in die Hügel hinter Homavik wandern um  laut lachend den Schnee bedeckten Hügel herunterzutrollen.

Apropos Trolle, Stéph schenkte Siggi eines ihrer raren Zigarettenpäckchen, welche dieser gestern so mochte. Ach Siggi, auch du bist irgendwodurch ein Emo oder einfach eine geile Sau. Du und dein Hexenmuseum. Ihr seid doch alle nicht ganz dicht. Dicht war aber der Wassertank, der die Stadt mit ratet mal, Wasser belifert, auf dem jemand ein Magisches Zeichen für den Schutz des flüssigen Goldes gepinselt hat. Erstaundlich, dass was wir im Museum gesehen habe, wofür Menschen verbrannt wurden, heute wieder frei genutzt und akzeptiert werden.

Auf unserem Weg um die Halbinsel, finden wir in unserem Tagesziel einen Badespass der speziellen Sorte. Vor einigen Jahren wurde hier eine Heisswasserquelle direkt am Strand entdeckt, welche die Einwohner zu 3 frei zugänglichen Jakkuzis umgebaut haben. Was für ein Ausblick. Was für eine Wohltat nach einem fleissigen Tag hier in den Subarktischen Westfjords. Der Schnee, die Lichtspiele, die Polarlichter, die wir dauernd Verschlafen und das heimelige Finnahotel, in dem wir heute ganz alleine sind.

Pha! Zu früh gefreut, es sind grad 6 komische Mädels eingezogen, die hmm... irgendwie komisch sind... Vorbei ist das traute Heim. Ich mag sie nicht.






In the Video today:
Petur Ben - Ill be there. Vom grandiosen Album "Vine for my Weakness"

Donnerstag, 28. März 2013

Gudruns Schönheit im Hexenmuseum?

27. März 2013 - Badardalur - Holmavik

Wahrscheinlich resultierend aus der, wenn auch abenteuerlichen, dennoch anstrengender Fahrt von gestern, stand uns heute der Sinn nach Genuss. Also taten wir es der sowohl schönsten, sowie auch klügsten Frau, die jeh auf Island gewandelt ist gleich, und badeten, so wie uns Gott geschaffen hat in einem natürlichen  Hot Top. Lukas findet er sei jetzt viel hübscher, danke Gudrun!

Liebe Freunde, Luke und ich sind zusammen gezogen. Unser neues zu hause heisst, Finna Hotel. Finna bedeutet finden auf isländisch und ist ein cleverer Schachzug von den neuen Besitzers dieses Hostels: Wenn jemand finde Hostels in Holmavik googelt.......

Unser nächstes Ziel ist das Sorcerer & Witchcraft Museum. Die Ausstellung ist neutral gestaltet, sodass jedem Besucher genug Platz für eigene Interpretation bleibt. Faszinierend jedoch: In Island wurde lediglich eine Frau auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Hier auf der Insel schien Hexerei und Zauber Mönnersache zu sein.
Die meisten Zauberspüche wurden dazu verwendet, Diebe ausfindig zu machen, oder um Tier und Hof zu schützen. Die Hexenverfolgung wurde in Island von Amtsmännern angetrieben, die in Hamburg oder Hannover studierten und so in Kontakt mit der restlichen europäischen Hexenverfolgung in kamen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der vor allem praktische Zauber ohne Risiko praktiziert.

Die Verfolgung kam zu einem Stillstand, nachdem aufgrund falscher Anschuldigungen x beliebige Männer auf dem Scheiterhaufen brannten, jedoch ohne die gewünschte Wirkung bei den Geschädigten zu erwirken. So verbreiteten sich ungewöhnliche Krankheiten weiterhin aus, auch wenn der "Schuldige" bereits lichterloh brannte.

Das wirkliche Unikat des Museums ist jedoch Sigurour Atlason und seine Katze Hyppothamus.

Nach aufschlussreichenden Gespächen über Hidden people, wovon auch seine Grossmutter Zeugin ist, und einzigartigen Opfersteinen der frühen Vikingerkultur erfolgte unsere einfache Frage nach dem local pub.

Es folgte ein einmaliger Abend mit Bier und dem Schnapps, den alle Isländer heiss lieben, dem Opal. Dazu gabs geräucherten red stomach fish, nur getrocknet sei er noch besser, ein Königssnack, meint Siggi.
Zu vorgerückter Stunde wurden unsere Gaumen dann noch mit Muscheln verwöhnt.

Unsere gemeinsame Begeisterung für Geocaching legte dann sogleich unser Tagesprogramm für den kommenden Tag fest. Siggi hat 10 von den 20 - hier in der Gegend versteckten Catches gelegt, die Vorfreude ist da!
Absolut zufrieden und in Begleitung von Hyppothamus machten wir uns gemeinsam auf den Heimweg...

...leicht schwippsig









In the Video today
Valdimar - Beðið eftir skömminni. Jan hat heute diesen Link durchgeschickt. DAS Lied, dass immer im Radio lief. Parallel Gensehaut.

Mittwoch, 27. März 2013

Natürlich Übernatürlich

26. März 2013 - Grundafjördur - Badardalur

Ursprünglich wollten wir eine zweite Nacht hier bleiben. Aber für eine Schlafsackunterkunft 70 Fr zu bezahlen geht uns nicht in den Kopf. Wir überlegen schon, ob wir uns nachts auf die Sofas schleichen sollen - stellen aber fest, dass wir gute Menschen geworden sind und das nicht tun werden. Schweren Herzens stimmen wir uns beide zu weiter zu ziehen ohne Die Wale gesehen zu haben - mit der Ausnahme, dass wir, sollten wir noch mal vorbei fahren, nochmal einen Blick in den Hafen werfen.

Wir fahren Richtung Osten, halten immer wieder, um uns die faszinierenden Strände, Klippen und Tiere anzusehen. Im Hintergrund fasziniert uns immer der Snaeffelsjoküll, der höchste Berg der Halbinsel, der ihr auch ihren Namen gibt. Majestätisch ragt er über Allem, leicht versteckt hinter Nebenkratern. Jules Verne sah in ihm den Eingang zum Mittelpunkt der Erde. Auch Stéph glaubt bei dem Anblick daran, dass hier der Eingang zur Unterwelt sein muss und sie spürt ein kribbeln, einen Vibe, sie möchte da höch. Doch es ist Winter und für Normalsterbliche extrem schwierig - schon zu oft hat der Berg seine Herausforderer geschluckt... oder haben sie den Eingang gefunden?

Wir erklimmen einen der Nebenvulkane und lassen uns vom Ausblick umhauen. Wir finden Spuren im Schnee. Aber nicht von Tieren, sondern von einem Schlitten. Witzig! Stéph zieht ihre Jacke aus und versucht auf ihr Runter zu rutschen. Dochd das funktioniert nicht ganz wie es sollte, haha. Ich leg mich in den Schnee vor lachen.

Stéphanie setzt den Blinker und biegt ab nach links, runter zum Hafen. Da stehen wir nun und schauen ins Wasser. Komisch, es herrscht eine Hektik hier, eine Nervosität, irgendwas liegt in der Luft. Was ist das? Da schaut etwas aus dem Wasser. Alle Vögel fliegen dort hin... Es ist... Eine Flosse. Ist das ein Orca?

Wir fahren näher dann und treffen auf einige Touristen. Hier muss etwas sein. Wir können unseren Augen nicht glauben. 20-30 Schwarz-weisse Free Willy Orcas schwimmen in der Bucht vor Grundarfjördur. Ich komme gar nicht mehr aus dem Staunen raus und versuche das auf Bild zu bannen. "Sie sind hier um zu jagen," sagt ein Einheimischer stolz, "ein Schwarm Heringe hat sich in unüblicherweise in die Bucht verirrt". So beobachten wir die stolzen Tiere und können sogar sehen, wie sie in Gruppen den Hering einkreisen und sich durch Klopfen der Schwanzflosse aufs Wasser Zeichen geben. Dann sticht ein Tier hinunter um mit offenem Mund durch den Schwarm zu schwimmen.

Danke Schöpfer, für dieses Erlebnis.

Somit können wir entspannt den Ort verlassen. Warte mal, entspannt? Mitten auf der Strecke zwischen Grundarfjördur und allem anderen, stellen wir fest, dass wir fast keinen Treibstoff mehr haben. So wenig, das Stéph sogar den Gang aushängt, wenn es abwärts geht.

Mit dem letzten Tropfen Benzin rollen wir den Hügel hinunter nach Budardalur und schaffen es gerade noch zur Tankstelle am Dorfeingang. UFF!!! Fährt es aus uns heraus. Das war knapp! Stéph sah uns schon bibbernd im Auto bei Munis 3 Grad eingepackt in alle unsere Kleider, irgendwo auf einer Schotterpiste mitten in Island... und ich muss zugeben, das war spannend.

Von verscheidenen Quellen haben wir gehört, das der Vulkan Hekla kurz vor der Erruption steht. Diverse Erdbeben hätten die Gegend erschüttert und die Alarmstufe erhöht. Während wir bereits über mögliche Flugausfälle reden, nehmen es die Isländer erstaundlich gelassen, sind es sich ja auch gewohnt. Haha, ihr müsst ja auch nicht weg, ihr Halunken :D

Heute im Video: 
Wenn die Erde bebt, kommt mir nur ein Lied in denn Sinn. Björks Mutual Core vom Biophilia-Album trifft das ziemlich gut, würde ich mal sagen. Kopfhörer zu Empfehlen.















Back to School, Baby.

25. März 2013 - Reykjavik - Grundarfjördur

Er ist gross, sein Bauch hängt über die Hose, er ist gay, hat zwei adoptierte Kinder aus Nigeria und sein Bruder ist der Aussenminister von Island. Ja das ist Magnus, der Inhaber und Dozent einer Schule - der Elfenschule.

Wir wollen nicht sagen, das es sich um einen Spinner handelt. Denn etwas muss man dazu verstehen. Islands Kultur ist noch immer fest mit "Fabelwesen" wie Trollen, Geistern oder Feen verwurzelt. Die Aufklärung kam hier erst viel später wie in anderen, weniger isolierten Kulturen, was die Geschichten heute noch leben lässt. Seit 30 Jahren sammelt Magnus Storys über Hidden People und anderen Kreaturen und hat inzwischen eine stattliche Sammlung von über 700, Tendenz steigend. Einige davon erzählt er uns begeistert im 4-Stündigen Seminar.

Wir hören so gebannt zu und jeder hat seine eigenen Gedanken dazu im Kopf. Trotzdem waren wir gute Studenten, was Magnus darin bezeugt, in dem er uns ein Diplom aushändigt. Wir sind nun offizielle Meister der Elfenkunde. Das macht sich sicher gut in meinem Lebenslauf. =)

Für Stéphanie und mich ist es nun Zeit für hit the road. Zu lange an einem Ort zu sein ist nicht unseres. Wir haben uns ja ein Ziel gesetzt und dieses ist ohne Umweg 400 Km weg von hier. Die erste Station wird Grundarfjördur sein. Jan erzählt, dass es dort in der Gegend einen Schwarm Orcas geben soll. Das allein ist schon Grund genug, der Halbinsel Snaeffelsness einen Besuch abzustatten.

Doch das mussten wir uns hart erarbeiten. Im Einkaufszender habe ich zuerst mein genesenes Handy vom Doktor geholt. Einmal quer durchs Gebäude, das selbst für nicht Isländische Verhältnisse richtig gross ist. Dann Schnapps einkaufen. Vinbud ist auf der anderen Seit. Hopp zurück. Und dann Essen. Essen gibts oben. Dann Lebensmittel, die es unten rechts gibt und dann noch die Zollfreibelege einlösen, was nur am Infoschalter geht und der liegt natürlich wieder auf der anderen Seite. Die rettende Zigarette am Ausgang bewahrte uns davor im Haus, das verrückt macht, den Passierschein A-38 zu verlangen. Asterix war ein starker Mensch oder Gott. Ich glaub er war ein Gott oder ein Halbgott, laut Film.

Die Strassen zu unserem Ziel waren in gutem Zustand. Jedoch fanden wir die Querstrasse, die uns nach Grundarfjördur ringen sollte nicht auf anhieb. Wer ähnliche Schwierigkeiten haben sollte, kann anhand des Nippelberges navigieren: Sobald der in Sichtweite ist, nehmt ihr die nächste Abbiegung rechts, wo euch freundlich von der Polizei zugenickt wird. Wenn ihr dann an der Küste ankommt und sich Robben drin tummeln, ja, dann seid ihr richtig, dann seid ihr in Grundarfjördur.

Wale konnten wir an diesem Abend noch keine erspähen. Wir hörten stattdessen, dass heute der erste Tag seid 2 Monaten war, an dem die Wahle nicht ins hübsche Städchen Grundarfjördur gekommen sind. Ob sie wohl weitergezogen sind?

Heute im Video: Seabear - Arms. Ein tolles Lied, dass wir gerne hören würden, hätten wir ein Kabel, um unsere Handys am Autoradio anzuschliessen. Eine der ersten Isländischen Bands, die ich kannte - und immer noch wunderschön.