Sonntag, 30. September 2012

Szenen einer Hängematte

29. September 2012 - Clay Caulker




Noch gestern Abend kamen bekamen wir ganz überraschend Besuch! Die Andrea und Celine, meine Freunde von zu Hause rufen laut gestikulierend über den Zaun. Nach mehr wie 8 Wochen ist es endlich so weit und wir können uns umarmen und freuen endlich hier zu sein! Die Beiden sind von Costa Rica hoch gereist und machen sich nun auf den Weg wo ich herkam - Cancun. Wir werden die nächsten Wochen zusammen reisen. Natürlich haben wir sie gleich in die Rum-Tradition eingeweiht. Andrea und Maya zogen spät Abends noch los, während Céline und ich es vorzogen heute mal richtig durch zu schlafen.


Szenen aus der Hängematte oder: Hängematte ist geil. 

Maya: ähm, weisst du was ich mir überlegt hab?
Lukas: dass du gerne ein Nacktfoto von mir hättest?
Maya: Ne, eigentlich nicht - aber ich würds schon nehmen. 
Lukas: Was hast du dir denn überlegt?
Maya: ähm, scheisse, ich habs vergessen! :D

Und während ihnen das Chill aus sämtlichen Körperöffnungen quillt, kommen die beiden auf die Idee diese Geschichte auf zu schreiben. 

Maya: Das Gespräch ist auch nur für uns lustig!
Lukas: Ja, aber ich finds auch lustig!
Maya: du bist ja auch dabei!
Lukas: ahja, stimmt :D

Maya: du kannst die Namen ja auch noch dick machen. Ach ne, ist doch n riesen Aufwand. Aber wir haben ja Zeit.
Lukas: *tippt* Kursiv gefällt mir besser. 
Maya: jetzt wirds unheimlich. Schreib mal!
Lukas: *tippt* mal 

Beide lachen. 

Lukas: Eigentlich müssten wir noch ein Bild von uns in der Hängematte hinzufügen
Maya: Meine Kamera ist drin...
Lukas: MMMNääääääh!









Samstag, 29. September 2012

Arr Arr !!!


28. September 2012 - Clay Caulker

Leinen los und Kiel hohlen! Holde Maid Maya Swann und Kapitän Luke Sparrow stechen mit ihrem Piratenpack in die Südsee.
Doch was sind wir auch für Halbtaxpiraten! 
Weil keine Britischen Kronschiffe im ganzen Gewässer sind, beschäftigen wir uns lieber mit der Welt unter dem Bug. Unser schlauer Kapitän Blaubär (Ja, bei uns gibts mehr wie einen Kapitän) hat uns eine Maschine gebaut. Eine mit der man unter Wasser schauen kann. Die Crew findet Spass daran und geht freiwillig über Bord.

Dieser völlig neue Blick ist fantastisch. Wir können es kaum glauben.
Von flinken Fischen und Dingen umgeben, die dich umbringen wollen bzw könnten, wenn sie denn wollten. Angelockt vom frisch verfüttertem Fisch schwimmen sie um uns herum, ohne sich um uns, die grösste Beute im Wasser, zu scheren. 

so stellte sich heraus, dass einige Möchtegernpiraten doch mehr Landratten sind und der feste Boden unter den Füssen nach dem aussteigen, für sie fleissig weiter schaukelte. 

Wir wären keine echten Piraten, würden wir uns zur Feier des Tages nicht mit Rum begiessen. 
Zudem sind wir Süsswasserpiraten. 
Süsswasser aus dem Hahn, zur Reinigung unserer Seele. Um uns von unseren Sünden rein zu waschen... Harr, wir schwelgen in Erinnerungen und finden es köstlich wie damals unserem Ex-Kapitän Hook von einem Krokodil die Hand abgebissen wurde. Und jetzt sind wir auf Caye Caulker von Ihnen umgeben! 16 Fuss lang, hätten wir damals Hooks Dilemma nicht mit eigenen Augen beobachtet, könnten wir es kaum glauben...Da wird es einem doch mulmig, wenn man ins Wasser geht. 
So tragen wir weiter den Piratenduft auf uns. 
Sand. Rum. Und Sonnencreme :)

Arr Arr!






Donnerstag, 27. September 2012

Encantrar - und das alles am ersten Tag.

25. September 2012 - Cancun


Miguel ist ein tatteliger Mexikaner, ich schätze in seinen 50ern. Er ist Schriftsteller und arbeitet an einem Buch über die Geschichte Cancuns. Sein Vater war einer der Stadtplaner damals und sein Sohn trägt das Erbe als Aufrechter, ehrlicher Arbeiter. Früh morgens traf ich ihn noch das Sandmännchen in den Augen. Wir hatten sofort einen guten Draht zueinander und tranken unseren Morgenkaffee zusammen, den er abwechselnd mit einer Zigarette, genüsslich zwischen seine zwei verbliebenen Zähne schiebt. 

Wir sprechen und er schlägt mir vor, doch zusammen das Frühstück einzunehmen. Ein richtig Mexicanisches Frühstück, da kann ich nicht nein sagen, vorallem weil mein Magen bein Gedanken an Cessadillas förmlich schreit! Es fällt mir jedoch schwer Miguel zu trauen. Aus Asien weis ich, dass es manchmal in die Hose gehen kann und man schlussendlich für alles zahlen muss. Aber Miguel wollte einfach nur dass ich sein Gast bin. Wir haben fantastische Tacos gegessen mit Hünchen, Kohl, Guakamole. Als ich zum Chili griff, war er mehr als überrascht, weil das Gringos nie täten. Was darauf folgte war ein tolles Gepsräch über seine Zeit als Auslandkorrespondent für eine grosse Mexikanische Zeitung, die ihn als kleinen Mann überall hin in die Welt bracht und er nicht nur über Murmeltier-Alpaufzüge berichten musste. 

Ich muss zugeben, ich hatte riesigen Respekt vor diesem Ort. Aber Menschen wie Miguel, die dir das Leben zeigen, dir beibringen, was und wie dus tun sollst, sind Gold wert und ich fühle mich so willkommen, wie noch selten irgendwo auf der Welt. Mann darf ja nicht vergessen, dass ich ja eigentlich nur auf der Durchreise nach Belize bin, wo ich Freitags die Andrea und Céline treffen werde. Ich hab gedacht ich bleibe bis dann wohl alleine und verlassen, aber nein, es kommt anders. 

Die nächsten Zwei Tage wird sich das Wetter hier in Cancun nicht ändern, die Strände sind gesperrt und die Stadt nass. Maya tauchte heute plötzlich bei mir im Hostel auf und schlug vor, dass wir doch morgen zusammen auf eine Insel im Norden Belizes fahren. Von da aus könne ich ja dann das Wassertaxi nach Belize Stadt nehmen. Sie hätte ein super Örtchen gefunden, direkt am Meer. In meinem Kopf reisse ich mir bereits die Kleider vom Leib und springe frei à la Baywatch in die Fluten. 

Miguel trat in den Raum und freundete sich gleich mit Maya an. Er half uns beim erstehen unserer Busfahrkarten und lud uns dann spontan für den Abend zu seiner Familie ein. Ich kanns einfach nicht fassen. Da bin ich mal kurz paar Stunden in Cancun und erlebe was ich NIE, NIE erwartet hätte. Auch wenn ich mein Daheim bereits etwas vermisse, die Welt hat mich wieder. 

Leider war Miguels Familie nicht zu Hause, was ihm sehr leid tat. Wir haben ihm zum Glück beibringen können, dass er sich nicht zu schämen braucht, immerhin hat er es uns gesagt und ist nicht fern geblieben. Somit bleibts heute bei ein paar Bier (endlich) und Mexikanischer Musik. Stark. 

Auf nach Belize

26-27. September 2012 - Cancun - Clay Caulker (Belize)




Es ist schon spannend, was passieren kann, wenn man sich treiben lässt. Spontan bin ich Maya gefolgt, sie hatte die Idee nach Belize zu fahren und dort per Wassertaxi nach Caye Caulker weiter zu reisen. Nun sitzen wir hier auf dem Steg vor unserem Hostel, direkt am Türkiesblauen Meer und können es kaum fassen, dass wir es hier her geschafft haben. Wir sind Piraten! Piraten der Karibik :D Es wird dunkel und die Nacht bricht herein. Wir trinken die Flasche rum noch leer und singen Lieder, die wir eigentlich gar nicht kennen. Die Warme Biese weht uns um die Ohren, als wolle sie uns von unseren Sünden reinigen. Wir bleiben sitzen und palavern, bis wir vom Regen geweckt werden und uns die 20 Meter in unsere Betten begeben.

Diese Insel ist eine der letzten Hippyhochburgen unserer Welt. Alles ist bunt angemalt und versprüht einen easy Vibe. Die Einheimischen sind hauptsächlich Afrikanisch stammend und tragen zum Karibikfeeling bei. Überall Palmen und Strand, es ist wie im Bilderbuch. Maya hat seid wir Cancun verlassen haben ein permanentes Grinsen im Gesicht. Es ist schön mit jemanden zu Reisen, der die Wichtigkeit ihres Namens zu schätzen weiss. Wir erwischen uns wie wir mal wieder vor uns hin zeufzen, so schön ist es an so einem Platz der Welt zu sein. 

Wie wir hergekommen sind, ergab sich aus dem Risiko das wir genommen haben. Von Chetumal in Mexico gab es eine Direkte Bootsverbindung. Wie, wo und wann, wussten wir aber nicht. Deshalb fahren die meisten auch über Belize City, weil diese Verbindung im Lonely Planet steht, jedoch locker 8 Stunden länger dauert. Bereits an der Bushaltestelle von Chetumal wurde uns aber dann diese "Kreuzfahrt" angpriesen. Ab ins Taxi und an den Hafen. Wir staunten Bauklötze als wir erkannten, dass es sich dabei nicht um viel mehr als ein grosses Speedboot handelte. Die Mexikanische Armee liess es sich dann nicht nehmen unser Gepäck auf Herz und Nieren zu checken und schon waren wir unterwegs und der Fahrtwind blies uns ins Gesicht. Mehr und mehr wurde aus der Schwarzen Brühe das Kristallklare Wasser aus dem Reiseprospekt. 

Dieser Ort ist bereichernd und Inspirierend. Die Leute stimmen ebenfalls. Wir haben spontan entschieden hier bis Montag zu bleiben. Morgen wollen wir schnorcheln gehen. Zum Glück habe ich Leute mit Tatendrang dabei, weshalb ich nichts organisieren muss und so zur Ruhe zu kommen kann.







Dienstag, 25. September 2012

Von einer Welt in die Andere.

23. September 2012 - Untersiggenthal - Cancun



Das Condor nicht Emirates ist, hab ich ja gewusst. Tradition wird hier grossgeschrieben, so schreit mir jedenfalls die Bordbroschüre entgegen. Das ziehen sie auch knallhart durch. Neben den Retro-Servietten sind auch die Stuhllehnen vor mir reichlich altmodisch und gänzlich ohne Homeentertainment. Bin ich denn etwa in vergangenheit so verwöhnt worden oder sitze ich im einzigen Langdistanzflieger der Welt, der über keinen Bildschirm verfügt? Zudem haben sich jetzt gerade meine Kopfhörer verabschiedet womit ich meine Musik nun auch noch selber singen darf. Zum Glück habe ich noch Hape Kerkelings Buch dabei in dem er seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg beschreibt. Herrliche Geschichte und der Hape schreibt einfach erquikend. 

Vielleicht ist das aber ganz gut. Ich glaube ja immer wieder an Zeichen. Dass ich im Flieger weder mit meinen restlichen Schweizer Franken, noch mit den Frisch gewechselten Mexikanischen Pesos das natürlich kostenpflichtige Bier bezahlen kann, wundert mich weniger, als dass ich überrascht bin, noch nicht Abtrockendienst in der Küche leisten zu müssen. Mein Sitznachbar in Bankreihe 39 bestellt sich stinkfrech schon das dritte, im Wissen, dass ich keines haben kann, weil ich konkret die Stewardesse danach gefragt habe. Schon ein bisschen frech. Ich hätte wahnsinnig gerne ein Bier. 

Um wieder auf die Zeichen zurück zu kommen, ist das vielleicht Absicht von Oben, das jetzt gar nicht mehr so weit weg ist oder einfach Unvermögen meinerseits, nicht daran zu denken aller Herren Länder Wàhrung mitzu nehmen ;-) Auf jeden Fall gibt es mir die Möglichkeit mir über die letzten Tage Gedanken zu machen. Das finde ich bitter nötig, denn ich war ziemlich verwirrt und uninspiriert, als würde ich auf den Funken warten. Gegenüber meinen Freunden und Familie war ich sogar fast etwas Gefühlstod weil ich irgendwie nicht recht damit klar kam, dass ich jetzt weg geh. Woran das liegt, weiss ich nicht. 

Vielleicht liegt es daran, dass ich keine genaue Vorstellung habe von was mich erwartet oder das ich wieder den Trott der Schweiz angenommen habe, der ja so tödlich für jegliche Lockerheit und Leidenschaft sein kann. Bin ich zurückgefallen? Ach die Wolken sind wunderschön und erinnern mich an Zuckerwatte! Spätestens seit Urs' Geburtstagsparty, auf der ich im Schuppen eine alte Maschine entdeckte habe, mit der man solche Schleckerein selbst machen kann, weiss ich ganz genau, wie solche aussehen. Cancun reichlich Zuckerwatte weg. 

Dabei hätte ich schon fast hierbleiben müssen. Geschlagene 20 Minuten mussten die Zwei Damen bei der Ticketkontrolle in Frankfurt prüfen ob ich jetzt ohne Rückflugticket nach Mexico reisen dürfe. Das scheinen wohl nicht viele mit mir im Flieger zu tun. Völlig ungestresst wirkend, versuchte ich einen kleinen Psychotrick um sie davon zu beeinflussen, dass ich kein Rückflugticket brauche, weil es auch vor mir noch NIEMAND gebraucht hatte. Ich strengte meine Hirnwellen an und sandte sie über die Theke in ihr Gehirn. Siehe da, sie winkt mich durch! Servicewüste Deutschland die Zweite. 

Erst jetzt wird mir eigentlich richtig klar, dass ich mich gerade eben aus der Welt daheim verabschiedet habe und wieder in die andere Welt übertrete. Als ich heute morgen noch die Jenny an den Bahnhof brachte, wurde mir das zum ersten Mal wirklich bewusst, dass wir uns jetzt lange nicht mehr sehen. Die Tränen in ihrem Gesicht haben mich paralysiert und wie ein Roboter schritt ich von Dannen. Mein Körper hat wohl in den Selbstschutzmodus geschalten, damit ich nicht in Emotion die Notbremse des Zuges reisse. Meine Jenny ist die beste, schönste und stärkste. Eine Schande so einen Menschen stehen zu lassen.  

Bevor mir jetzt die Batterie des Laptops absäuft, mache ich hier Schluss und beschäftige mich weiter mit Hapes Reise auf dem Camino und versuche die Dame vor mir nochmal Mit Gedankenübertragung so zu beeinflussen, dass sie sich nicht noch weiter nach hinten legt, was meinem Bauch zu wenig Platz für geregelten Sauerstoffzufluss geben würde. 

Senior, une cerveca por favor! Er hats sich tatsächlich noch ein Bier bestellt.  Er hats schon wieder getan!

Nachtrag 22 Uhr Lokalzeit: Es ist als wär ich nie weg gewesen. Wir sind um ca 6 Uhr Abends in Cancun gelandet und draussen war es bereits dunkel. Ich hab mich spontan mit Maya, der einzigen anderen Backpackerin im ganzen Flieger zusammengetan. Ein Hippy aus Mannheim. Passt. Dass meine alten Handel-Skills noch nicht eingerostet sind, konnte ich dann gleich beim Taxifahrer beweisen, der uns schlussendlich für einen Drittel des Preises uns direkt vor die Tür der jeweiligen Hostels brachte. Wir kannten die Stadt nicht und haben viel gehört, was uns dazu veranlasste zu beginn die sichere Variante zu wählen. Wir waren nun beide gegen die 24 Stunden wach und so hielt uns nichts davon ab heute früh schlafne zu gehen. Es regnete draussen in Stürmen und somit hielt sich die Motivation noch gross in der Nacht in Mexico wie blöd rumzurennen vorerst in Grenzen.


Kurzer Turnaround

23. September 2012 - Matt Flanders - Untersiggenthal

Der Heutige Tag gehörte ganz meiner Familie und dem packen des Rucksackes.  Ich dachte mir noch, ich könne einfach alles aus dem Regal zaubern und jetzt bete ich nur, nichts vergessen zu haben :) Als Highlight habe ich alle Flaggen der meiner bisher besuchten Länder, Naddel und Faden eingepackt um meinen Rucksack gebührend zu verzieren, bevor er mir von der Mafia geklaut wird. ^^ Morgen um 9 geht mein Flug über Frankfurt nach Mexico. 

Montag, 24. September 2012

Die Nacht des Propellers

22. September 2012  - Kolding - Matt Flanders


Noch gestern Nacht stürzte ich mich schwer wankend in die Nachtbahn Richtung Kopenhagen, von wo aus mein Flug nach Basel geht. Mein kleiner Freundebesuch geht in der Heimat weiter, genauer gesagt in den Bergen. Der Ort ist so abenteuerlich Bäuerisch, dass es mir als Flachländer schwer fällt, ihn aus zu sprechen und ich ihn von nun an Matt Flanders nenne. Die 170 Einwohner werden es mir wohl nicht übel nehmen. 

Die Elodie gab sich bereits in Basel die Ehre und wir stellten fest, dass die Nicole, die in Chur zusteigt, zur Heldin aufsteigen wird, weil sie bereits eine Flasche Jägermeister bei sich trägt. =) Die Gruppe komplettierte meine Lieblings-Flightattendant Beni und die Dame, die mein Herz trägt, Jenny. Langsam schlängelt sich der Zug durch die Berge und ich bekomme Respekt vor der Höhenkrankeit, komme ich doch von Meereshöhe. Warum wir alle diese Gefahren auf uns nehmen? Die Ladina hat Geburtstag!

Die Ladina ist Teil der alten Zürcher Mädchen-WG und hat uns alle an ihr Fest in Flenders (oder so) eingeladen. Tief im Bündnerland werde ich unsanft von meinem Träumen erweckt und aus dem Alpenglühen wird ein Vorglühen. Die Bündner wollen trinken! 

Das Fest zog sich weit in die Nacht hinein, was einigen von uns nicht gut kam. Da stellt sich die ewig währende Frage, was denn bitte gut sei? Ich auf jeden Fall fands richtig drollig, die Beni und die Elo den Berghang runterrollen zu sehen bevor ich mich selber laut gröhlend dreckig machte. Der Sieg im "Werkenntladinaambesten"-Spiel muss auch gebührend gefeiert werden. Ich für meinen Teil vollführte einen perfekten Propeller mit zwei kompletten Umdrehungen. Selten lag das sich zum Affen machen und zum stillen Helden zu werden so nache zusammen :D





Rockstar

21. September 2012  - Arhus - Kolding

Wenn man eine Rockband überraschen möchte, muss man sich etwas einfallen lassen. Was liegt da näher, als  an einem unscheinbaren Freitagnachmittag vor einem unscheinbaren Konzert einfach in den Backstage zu marschieren, den Rucksack hinzuschmeissen und mir, als wäre nichts, ein Bier aus dem Kühlschrank zu nehmen. :D

Damit so ein Unternehmen gelingen kann, braucht es Vorbereitung. In der Bahnhofstoilette legte ich alle meine Kleider aus. Ich brauchte schliesslich nach rock and roll auszusehen, um unter all den Mitarbeitern, Rowdies und Rockstars nicht aufzufallen. Ich hängte ich mir einen alten Konzert-Badge um den Hals, den ich im T-Shirt versteckte, so dass man nur noch den Bändel sehen konnte. Noch etwas die Haare wild gestylet. So, das sollte genügen um nicht aufzufallen. 

Meinen Rucksack deponnierte ich im Gebüsch und machte mich auf die Erkundung des Einsatzgebietes. Der Haupteingang war vorne, doch den brauche ich nicht. Die Band war beim Soundcheck, so gab es keine bekannte Gesichter, die ich gleich anhauen konnte. Um die Ecke standen einige Lieferwagen, das mussten die Bandautos sein. Noch einmal um die Ecke fand ich diverse Ziegarettenstummel am Boden liegen. Aha, das muss der Ort sein, wo die Leute rauchen gehen, was wiederum heisst, diese Tür wird offen sein. Ich hatte schon die Hand ausgestreckt, öffnete jemand die Tür vor mir. Erschrocken zog ich zurück und griff in meine Hosentasche. Ein Techniker des Lokals gönnte sich eine Rauchpause und ich spielte so, als könnte ich meine nicht finden. Ich wollte ein gespräch anzetteln und möglichst viel erfahren .

Das klappte dann auch sehr gut und ich verkaufte mich als der T-Shirtverkäufer von Blue Van. Normalerweise sage ich, ich sei ein Freund, aber weil ich nicht angekündigt war, war mir das Eisen zu heiss. Auf jeden Fall war ich drinn. Durch das gespräch wusste ich wo der Backstageraum war und schlich mich mit aufgeblasener Brust, die Selbstvertrauen symbolisieren sollte, durch eine Masse von Technikern und anderem Personal und atmete tief aus, als die Tür zum Backstage hinter mir in die Angel viel. PHU!

Als die Band nach einigen Minuten vom Proben kommt und den Raum betrat, erntete ich meine verdienten verdutzten Blicke :D WIN!

Es wurde ein wunderbarer Abend mit Guter Musik und Gesprächen, wie ich sie hald nur mit Rockstars führen kann. The Blue Van, das Neue Album erhältlich Montag, 24. September auf Itunes oder im gut sortierten Fachmarkt :D

Arhus im Regen

20-21. September 2012  - Arhus



Wenn man eine Stadt besucht, dann erlebt man sie mit jedem erneuten Besuch anders. Das liegt vielleicht daran, dass man in einem anderen Stadtteil schläft, die Freundin ne andere ist. Arhus lustigerweise ist nicht so. Ann ist die Beste. Sie hat mich vom Bahnhof abgeholt und führt mich durch die Stadt in ihre Wohnung. 

Bereits unterwegs macht sich in meinem Zwerchfell ein wohliges Gefühl breit, denn mir kommt diesmal alles bekannt vor. Zwar hängen dunkle mit Regen gefüllte Wolken über dem Ort, aber die typisch skandinavischen Häuser und der Backsteindom, der etwas wie mein altes Dorf-Schulhaus aussieht, lassen all die Erinnerungen aufkommen. 

Es ist das dritte Mal, dass ich in der Stadt bin. Zum ersten Mal mit meinem Kumpel Sven auf unserer Ego-Dänemark Reise, auf der wir auf Frauen sowas von geschissen haben (Auf die Zuhause ;-)). Wir erinnern uns gerne an das tolle Männergespräch in einer Bar voller Masken und Schrumpfköpfen. Das Zweite Mal war ich mit Mel und The Blue Van hier, mit denen wir damals einige Tage auf Tour verbracht haben. Highlight, die gut aussehende und gut betrunkene Frau, die einfach auf mich zukam und mir ihre Lippen aufdrückte -  "Abschleckte" wäre wohl der bessere Ausdruck - um mir danach zu gestehen, dass sie eigentlich Lesbisch ist, ich aber so süss sei :P

Ann selbst ist gut gelaunt und Schüttelt ihr Pudelnasses Haar aus. Sie scheint mein Blog gelesen zu haben und so sitzen wir schnurstracks in einer Bar bei ihr um die Ecke. Ich musste mich kurz umsehen, denn das Interieur der Bar fand ich faszinierend. Natürlich musste der Lukas auch mal Pinkeln gehen und dort wurde mir klar - hier hab ich schonmal hingemacht :D Das ist ja die Schrumpfkopfbar :D Was haben wir diesen tollen Ort das letzte mal gesucht und jetzt wohnt die Anne stinkfrech  um die Ecke. Ich denke an Sven und versuche ihn am Telefon zu erreichen. Irgendwie bin ich bereits wieder so weit, dass ich vergesse, das normale Menschen um die Zeit arbeiten und ich erwischte ihn auf dem falschen Fuss ^^. 

Anne zeigt mir in den nächsten Tagen die Gegend - So gut es geht, denn es regnet  hier in Arhus nur einmal - DAUERND! :D Eine kleine Hafentour und ein Waldspaziergang lagen dann aber locker drin. Zudem betätigte ich mich an ihrem Volleymatch als Balljunge und zeigte ganz neue hin und her rollende Talente. Anne spielt in der 2. Dänischen Liga, ich war somit bestens beschäftigt. Aber um das ging es mir hier nicht. Ich wollte nochmals das Skandinavische Lebensgefühl aufsaugen. Die Lockerheit und Offenheit dieser guten Menschen und an ihrem Leben Teil haben. Zudem sind die Frauen immer noch eine Augenweide. Halleluja! :D 

Nichts hat sich verändert in Arhus, gar nichts. Und das ist gut so.

Am Freitag Nachittag mache ich mich auf nach Kolding, wo The Blue Van am Abend ein Konzert spielen, das ich mir gönnen werde. 


Donnerstag, 20. September 2012

Die Bahnhexe


19. September 2012  - Hamburg - Arhus


So, jetzt bin ich also unterwegs nach Dänemark. Der ICE 380 holpert zwar zu beginn noch ein bisschen und ich bin überrascht, dass er sich nicht gleich aus den Geleisen verabschiedet und von diesem riesig grossen und langen Bahndamm rutscht, der kurz vor Redsburg kommt. Ich bin etwas sauer auf die blonde Hexe am Bahnschalter, die mir so eindringlich klar gemacht hat, dass ich unbedingt einen Platz in der Bahn reservieren müsse, damit ich auch ja nicht die 5 Stunden stehen muss. Entweder war die Frau da neu oder sie ist selbst noch nie Zug gefahren, denn hinter mir im Wagon gähnt die Leere nur so vor mich hin und ich wünsche mir mich an die Servicewüste Deutschland im richtigen Moment erinnert zu haben. ;-)

An der Grenze wechselt dann auch der Zugführer und herrliches Dänisch kommt aus dem Lautsprecher. "Willkommän in Dänemork, bin der Dänische Sugfürä - holten sie ihre Fährkärte berait, bitte." Köstlich! Erst jetzt fällt mir auf, dass das vor mir im Netz steckende Bordmagazin Dänisch ist. Hat das heimlich jemand ausgetauscht? Dann manage ich die Fahrkartenkontrolle mit meinem fliessenden Dänisch und freu mich richtig darüber. Auf jeden Fall bin ich wieder hier, in Dänemark auf dem Weg zur Ann-Kristin, die damals in China sich den Arschknochen gebrochen hat beim Sprung von der Drachenbrücke. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich sie heute noch hochnehme =)

Gestern war ich beim tippen der Blogzeilen noch leicht verwirrt und irgendwie in einem anderen Universum, was auch den komischen Text erklärt. Klar, man lässt auch nicht jeden Tag ein funktionierendes Leben zurück und die SMS von Jenny, bei denen quasi eine Hand aus dem Display kommt, die mir durch die Haare streicht, machts nicht einfacher. Zum Schluss bleibt  zu sagen, dass meine Zeit dort wirklich fantastisch gewesen ist und Two and a Halfmann immer noch funktionieren. Mit Ulla hab ich auch nochmal über die ganze Sitiuation gestusst. Sie hat des Lukas Aura auch wargenommen und ist total fasziniert. Schön, dass sie in der Schanzen-WG nun freunde gefunden hat und dort auch willkommen ist. So soll es doch sein, alle zusammen sollen sie sein, meine Hamburger Freunde. Selbst die Ine, die ja nur ein Tag da war, konnte sich einen Wehmütigen Blick nicht zurückhalten. Danke an alle, ihr seid einfach mal stark. 

Zudem hat Ulla mir zwei wunderschöne Hüte geschenk, die sie selbst gehutmacht hatt! Eine Blaue Dachmütze und eine dunkelblaue Schlumpfmütze. Herrlich, hab doch immer gesagt, ich hab ein Hutgesicht. Nun lauf ich also gesponstert von www.rotkäppchen-designs.de durch die Welt und zeige denen den tollen Anker, den sie extra noch drauf genäht hat, der mich von nun an an meine Zeit in Hamburg und die guten Menschen erinnert. 

Gestern Abend habe ich dann zum Abschluss meinen Onkel Fred Eitel Willers besucht. Bei ihm und meiner Familie herrscht vermehrt Funkstille und auch ich hatte länger keinen Kontakt, gut ich war ja ein Jahr weg und hatte mit niemandem Kontakt. Fred war schon immer ein spezieller Bock. Einer mit Ideen, die er oft zum Unmut seines Umfeldes dann auch umgesetzt hat. Mal wars ne Idee fürn saugfähiges Stoffmaterial, das zwar zum Riesenflop wurde... oder dass starke Stück, wo er die idee hatte etwas in nem Holzstamm zu verstecken und dieses dann wieder so zu verschliessen, dass man keine Spuren sah. Das hatt ihn dann auch mal 2 Wochen Vollzeit beschäftigt. Aber so ist er halt, mein Onkel Fred. Bei ihm Fühle ich mich wohl, weil er einer der wenigen in der Familie ist, der gegenüber mir nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Wir schnacken dann vor uns hin, ich erzählte von meiner Reise und er von seinem Leben und wir freuten uns. 

Ann-Kristine, oder Annki, wie sie ihre Freunde nennen, wird mich dann am Bahnhof auflesen und so wie ich die quirrlige Dame kenne, wird sie den Wikinger in sich heraufbeschwören und mich walkyrisch durch die Bierkeller der Stadt führen. Mir wird zwar beim Gedanken daran schon schlecht, aber ich hab natürlich meine Gastgeschenke alle in der Schweiz liegen gelassen, womit aus dem Geschenk ein geschänke werden wird. Prost. 

Joa, etz bin ich dann schon bald da und der Zug vibriert weiter vor sich hin. Die Schalterhexe hat mich wohl auch noch in die Massageabteilung gebucht. Brrr-brrrr.

Die Bilder stammen von einem Free-Tibet Protest, der gestern hier in Hamburg stattfand. Es sind einige tolel Bilder geworden, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Spannend war die Affiche, dass die Demo legal war und die Tibeter durch ein Theater den Passanten die Situation glaubhaft schilderten. Ich war beeindruckt. 






Dienstag, 18. September 2012

Unterwegs bei Freunden

14-18. September 2012  - Hamburg






Wenn man loslegt, dann sollte man das richtig tun. Da wo ich hingehe, ist auf den ersten Blick nicht das, was mir entspricht. Nicht das, was ich mag, denn es ist mir unbekannt. Es ist kein Lhasa, dessen Stadtplan ich auswendig kenne. Wir werden in eine Gegend fahren, wo jeder Baum und jedes Haus eine Geschichte hat, es exotische Pflanzen gibt und Menschen, die anders sind wie wir. Das ist meine Motivation. Ich habe bereits viel gelernt, trotzdem bin ich noch nicht da, wo ich hin will. Genau deswegen und aus keinem Andern Grund geht es wieder los. Die Reise um bei mir selber anzukommen, die Blockade im Daheim zu lösen - ein Schauspiel mit der Welt als Bühne. Leinen los!

Um das zu verstehen zu lernen, bin ich hier, in Hamburg. Ich war schon öfters hier bei meinen Verwandten Väterlicherseits. Ich Reise nach Hamburg, weil die Menschen hier nicht auf die Schnauze gefallen sind und dir in your Face, direkt sagen, was sie denken. Nix kompliziert, nix schwierig. Hinsetzen, zuhörn.

Ich treffe die Ine, eine gute Freundin der Stephanie (Der nette Rücken im letzten Blogeintrag) Sie wohnt bei ihrem Freund und gibt mir Asyl, als ich total erschlagen und erkältet nach einer Nacht im Permafrost des Basler Flughafens verbracht habe. Herzlich kümmert sie sich um mich und macht mir heisses Wasser für Pretuval C. Es ist mir noch ein bisschen suspekt hier unterwegs zu sein. Ich trage nämlich einen Wollpulli und ne Graue Lederjacke und könnte locker als Penner durchgehen, wäre da nicht mein schönes Gesicht. Oder - Wer ist hier wem suspekt. =)

Auf mich wartet die Ulla. Die beste Hutmacherin der Welt, die ich damals in Riga kennenlernte. Nach all den Jahren sehen wir uns wieder und sie zeigt mir ihr Hamburg, dass Nachts am Elbstrand noch viel schöner ist als sonst. Dann gehts zum Lukas. Lukas Halfmann. Mein grosser aus China. Wir sind zusammen nach Tibet gefahren. Diese Erinnerung bleibt für immer als wir uns sehen, stellen wir fest, dass wir zwar in einer Anderen Szene unseres Lebens stehen, wir uns um die Freundschaft aber keine sorgen zu machen brauchen. =)

Die nächsten Tage standen im Zeichen von Feiern, viel Bier trinken und dem Leben frönen. Von Karo über Schanze, in die Katze schnurren und am Elbstrand Schiffe gucken. Wir könnens noch. wir müssen Übermenschen sein, den nicht jeder überlebt son Fest. Ich schlafe mal bei Ine, mal bei Lukas, mal bei Michael, meinem Cousin. Auf die Jungend! So ganz Nebenbei hab ich Zeit für mich und meinen Kopf um mich Geistlich auf den Trip der kommt vorzubereiten. Es ist kein Urlaub, es ist ne Reise!

Gestern Abend hat dann der Halfmann zum essen gerufen. Und wenn der Lukas callt, dann kommen sie alle zusammen. Die Ulla trifft die Ine und beide treffen Lukas. Ich grinse, als im Laufe des Abends die Leute sich verstehen, auch Nummern getauscht werden, weil z.b. Ulla die Frau ist, die Lukas den Hut schneidern kann, den er seit Jahren sucht. Die Ine kann der Jana, Lukas Freundin, beim besorgen eines Macbooks helfen. Meine Puzzleteile in Hamburg haben eben zusammen gefunden. So wars gedacht und so ists schön :)

Ich selbst such mir jetzt ein Plätzchen, wo ich diesen Text schreibe und hole mir meine Fahrkarte nach Arhus in Dänemark. Dort besuche ich die Ann-Kristin, die sich damals beim Sprung von der Drachenbrücke den Arschknochen gebrochen hatte. ^^ Mal sehn, wies ihr geht und ob sie wieder sitzen kann.

Auch wenn ich mein Daheim bereits vermisse, es war gut, hier her zu kommen.