Montag, 28. Februar 2011

Auf der Touri-Meile

28. Februar – Cairns – Airle Beach

Oh mein Gott. Greyhounds sind toll. Was hab ich eins gut geschlafen in diesen Sesseln. Ich kann es wirklich nicht verstehen, warum man einen teureren Flug und eine doofe Hostelnacht einer Greyhoundreise vorziehen kann. Ich sitze nun hier, auf dem Balkon des YHostels und geniesse die Aussicht auf den Pool, den niemand benutzt, nachdem wir aus dem Dorf zurückkamen, in dem niemand gewollt Party machte (auch Annina und ich nicht). Nun sitze ich auf dem Balkon, wünsche mir ein Bier herbei und schreibe diese Zeilen.

Wir waren heute fleissig. Airle Beach wurde ausgekundschaftet. Nachdem wir erst im Nomads gebucht waren, haben wir das ziemlich schnell verworfen. Was für ein Drecksladen und keine Möglichkeit das Gepäck wegzuschliessen – schon gar nicht, wenn wir auf Boots-Tour sind. Jawoll, Luke geht wieder aufs Schiff. Aber dieses Mal richtig. 3 Tage und 3 Nächte geht’s ab auf der Wing. Hinaus in die Withsundays, dem schönsten Spot in Australien, wenn man der Werbung Glauben schenkt. Ich hab inzwischen Tabletten und freue mich sehr darauf. Es ist das letze, dass ich mir in Australien gönne in der Hoffnung auch etwas dafür zu bekommen. Die Erfahrung Australien bleibt jedoch, was ich befürchtet hatte. Es ist toll, aber sehr, sehr touristisch und kein Ort, wo ich zurückkommen werde. Airlie Beach hatt wie Cairns einen herrlichen grossen gratis Pool. Ich denke es ist eine Kompensation dafür, dass es hier keinen bebadbaren Strand gibt. Die Quallen sind so verbreitet, dass man sich ohne Wet-Suit nicht ins Wasser wagen sollte. So hat der Staat hier eine grosse, gratis Badi eingerichtet. Eine gute Sache.

Man merkt aber, dass das hier ein Sprungbrett für all die Touren sind, die einem hier an den Kopf geworfen werden. Was schätze ich inzwischen Melbourne, das einem alles gab, was man brauchte, aber einem nicht mit Flyern zugepappt hat. Ich bin echt gespannt, wie das travellen an den andere Orten hier im Osten funktioniert. Ansonten muss ich mir sehr schnell etwas überlegen.

Zur Zeit merke ich, dass mein Handy sehr zur Nebensache wurde. Ich habs zwar eingeschalten, aber es ist weder Credit drauf, noch habe ich das Beduerfniss, etwas zu schreiben oder zu telefonieren. Facebook ist der Dreh - und Angelpunkt. Eine spannende Entwicklung, habe ich doch daheim immer eine Rechnung um die 200 Fr. gehabt. =)

Nun gehe ich schlafen. Müde. Die 6 Bier waren zuviel. Schlaft gut. 

Sonntag, 27. Februar 2011

Cairns?

27. Februar – Cairns - Regen

So, heute Nacht (0.20) fährt unser Bus weiter nach Airlie Beach. 11 Stunden im Greyhound. Endlich komm ich zu meiner Buspremiere und dann gleich so heftig hehe. Ich konnte Cairns leider gar nichts abgewinnen. Aber das lag an meinen Motivationslöchern und dem Wetter. Zudem war heute Waschtag. Du kannst hier nix trocknen! Alles wird draussen nur noch feuchter und so kam es so, dass ich alles Waschen durfte, weil alles so unfassbar ecklig nach feucht stank *igittigitt*
Ich musste herzhaft lachen, als ich feststellte, dass ich nun zwei identische Badehosen besitze. *wat, wie dat denn?* das ging so: Wir packten in Alice Springs unsere sieben Sachen und beim raus laufen entdeckte ich meine Badehosen auf dem Stewi! OMG, was machen die dort? Ihr müsst wissen, ich hab grad wieder eine meiner: Ich-vergess-das-Shampoo-in-jeder-dusche-und-ich-verliere-meine-Sonnenbrille-jeden-zweiten Tag-Phase. So packte ich das Ding und stopfte es in mein Gepäck. Ich schaute dann nicht schlecht, als aus dem Tiefen meines Rucksackes heute ein zweites Paar hervorkam.  =)

Mehr gibt’s zu heute nicht zu erzählen. Annina rennt noch ein bisschen durch die Stadt und ich lieg hier in unserem herrlichen Hostel und genieße es riesig einfach nix zu tun und Cairns Cairns sein zu lassen ohne das Gefühl, etwas zu verpassen. Ich denke sich so was einzugestehen ist etwas Wichtiges beim Reisen. Es könnte sein, dass man sonst sehr schnell, sehr müde wird. Annina hat damit kein Problem. Die hats kapiert.

Im übrigen möchte ich mich an dieser Stelle mich bei allen bedanken, die diesen Blog lesen und mir auf meiner Reise folgen. Es ist ein ganz spezielles Gefühl, das ich spüre, wenn ich von jemandem Feedback erhalte oder auch mal im Facebook treffe. Ich bin gerne und viel am Computer um zu den Menschen, die ich liebe den Kontakt zu wahren. Noch mal ein grosses Dankeschön für eure Unterstützung, Begeisterung und Toleranz. Ihr motiviert mich diesen Blog fort zu führen.

 


Great Barrier Reef

26. Februar – Cairns - Regen. Immer nur Regen.

Hier in Cairns ist zur Zeit Wet-Season. Alles ist Nass. Die Kleider werden Nass und werden wegen der Luftfeuchtigkeit nicht (nie) mehr trocken. Zwar ist es keine 37° mehr aber trotzdem fühle ich mich wie im Kochtopf. Wir fanden es aber trotzdem nötig, dem Wasser von oben auch noch Wasser von unten zu addieren und fuhren am morgen früh mit der Ocean Free in die Nähe von Green Island, ein Eiland direkt auf dem Reef. Ach, was hab ich mich gefreut und was war ich genervt, als ich nach 30 Minuten feststellen durfte, dass mein ganzes Gesicht an Farbe verloren hat und ich nicht mehr happy Seemann spielen wollte. Diese  Zustand änderte sich dann aber gleich nach dem ersten Sprung ins Wasser – um nach 10 Minuten auf offenere See schwimmend noch viel schlimmer wieder zu kommen und mich um mein Frühstück zu erleichtern. Das war mein Morgen. Nix wars mit alter Seebär. Was war ich frustriert.

Annina hatte ein bisschen mehr Spass. Obwohl durch das Wetter die Sicht am Reef katastrophal war und vieles unter Wasser sehr, sehr in Mitleidenschaft gezogen war, ging sie tauchen. Sie hat da schon einiges an Erfahrung und stand ihrem Tauchguide mit Rat und Tat zur Seite. Ob das so gedacht ist?

Am Nachmittag bekam ich dann eine Pille gegen Seekrankheit und habe beschlossen mich dann auch für den Segeltörn in den Withsundays vor zu bereiten. Ich hatte hier nämlich nur bedingt Spass, auch wenn ein zweiter Schnorchelgang am Nachmittag meinen Tag gerettet hat. Auf dem Nachhauseweg war es auf dem Bot nur noch schweinekalt. Die Crew versorgte uns zwar mit Wein und Proviant, aber an Decken mangelte es dann gewaltig. Manche schlüpften wieder in ihre Wet-Suits um der Kälte vor zu beugen. Es war ein Anstrengender Tag, der nicht das gebracht hat, was wir erwartet hatten für das Geld. Aber man kann nicht immer gewinnen. Hoffentlich sind wenigstens die Unterwasserbilder etwas geworden. Morgen Abend bringen sie uns die DVD. Ich bin sehr gespannt.

Allgemein hemmt mich das feuchte und regnerische Wetter hier ein bisschen. Ich verspüre nicht die Motivation gross raus zu gehen und Cairns zu erkunden. Und irgendetwas hält mich davon ab, eine Regenjacke zu kaufen. Ich glaub das hat auch mit dem Volumen meines Rucksacks zu tun, der immer Grösser wird, obwohl ich immer wieder Sachen zurücklasse und nix neues kaufe. Wir sind dann am Abend noch ins Kino gegangen. Einige fragten uns noch, ob wir mit ihnen ausgehen möchten, aber uns fehlte es an Lust und Energie. So verabredete ich mich mit Laura und Michi, zwei Deutschen, in Auckland. Wir werden nämlich am gleichen Tag da ankommen. Vielleicht ist der Benji (mein Sitznachbar von Zürich nach Dubai) ja bereit uns rumzuführen?



Donnerstag, 24. Februar 2011

Büro-Büro und ganz viel Wolle

25. Februar – Cairns

Alle haben uns davor gewarnt. Von allen gehasst und troztdem geht jeder hin. Das Woolshed in Cairns. DIE Backpackerbar. Jesses Maria =)
Annina und ich wollten noch nicht ruhen. Wir wollten tanzen und Bier trinken. Also ging es gestern Nacht spontan los und ja, was war das einzige, was auf hatte? Das Woolshed. Wir konnten nicht anders, wir mussten es tun. Wir wollten wissen, warum da jeder rein geht – und schon waren wir drin *lach* Ironie. Was für ein übler Laden. Als Frau brauchst du einen Selbstverteidigungskurs um dich gegen all die Männer verteidigen zu können und als Mann ist es furzlangweilig, wenn du nicht entweder besoffen oder rattig bist. Beides traf auf uns zuerst nicht zu – und ich kann euch sagen, es änderte sich nur der erste, der oben erwähnten zustände. So viele unschöne Menschen auf der Suche nach Frischfleisch hab ich ja noch nie gesehn. Annina und ich rockten den Dancefloor und zeigten denen, warum wir sexy sind und sie nicht, was in einem absoluten Alkoholdilemma endete und uns bereits kurz nach ein Uhr nach Hause torkeln lies. Haha. Nie mehr Woolshed. Nie mehr, aber wir waren da. YES!

So blieb der heutige Tag doch einer der ruhigeren mit ausschlafen und ein bisschen, aber nur ein bisschen daran denken, wie es weiter gehen soll. Nach einem feinen Indischen Curry und durchsehen von gefühlten Tausend Prospekten steht nun ein wager Plan für die nächsten Tage. Meine Zeit in Australien endet ja am 8. März mit einem Flug ab Brisbane. Morgen geht’s mit dem Schiffchen raus aufs Great Barrier Reef. Ach ich freu mich ja so. Wir haben sogar extra eine gute Unterwasserkamera gemietet, deren Bilder euch Pippi in die Augen jagen werden.

Ebenfalls gebucht habe ich meinen Flug von Mackay nach Brisbane. Mackay? Ja, Luke gibt sich die volle Dröhnung und geht in den Withsundays segeln! Es ist schon nicht so mein Ding, so weit voraus zu Planen, waren die letzten Wochen doch immer sehr spontan, aber wie schon gesagt, meine Zeit in Australien wird kürzer und alles muss am Schluss aufgehen.

Heute wird nicht mehr viel gehen. Ich bin immer noch etwas krank und „verhocket“ um Morgen den Tag auch geniessen zu können, gönne ich mir heute etwas Ruhe. Zudem Regnet es seit gestern ununterbrochen und und eine Pause muss auch mal sein, oder? Hab ja hier keine Wochenenden, denn Reisen ist ein Full-Time-Job *lach*

Wir residieren übrigens im Dreamtime Hostel. Wieder einmal ein Volltreffer. Mitten in der City und es sieht aus wie im Jungle. Echt! Die haben hier überall Palmen und Farne gepflanzt und vor unserem Zimmer balzt eine Kröte. Wie geil ist das denn :D

Alles Andere als unschuldig

24. Februar – Alice Springs – Cairns

Was für ne freude! Da komm ich doch von der Rock Tour zurück und wen treffe ich? Anina. Wie lustig!  Sie cancelte ihre Tour nach Adelaide. Mir solls recht sein, denn wir haben uns gleich dazu entschlossen zusammen weiter zu reisen. Wohin war dann auch schnell klar: Ab nach Cairns ans Great Barrier Reef!!! Ach, was freu ich mich darauf, in den Fischchen hinterher zu schnorcheln. Am Abend sassen wir dann auch schon im Flieger und winkten einer tollen Zeit in Alice hinterher, das uns gut behandelt hat. Das ist besonders zu erwähnen, Alice ist nämlich kein unschuldiges Pflaster. Die Kriminalität zwischen Aboriginies und den „Einheimischen“ und Touristen hat in den letzten Wochen ein ungeahntes Hoch erreicht und es wird einem geraten nach Einbruch der Dunkelheit nur noch per Taxi nach Hause zu fahren. Und das selbst wenn der Weg nur einige hundert Meter weit ist. Naiv, wie ich nun mal bin, störte mich das überhaupt nicht und mir ist auch nichts passiert. So war ich geschockt, als ich zu hören bekam, dass vor ca. 2 Wochen eine Gruppe von vier Backpackern mit Messern angegriffen wurde und alle mit schweren Verletzungen im Krankenhaus gelandet sind. Als Höhepunkt durfte ich dann noch erfahren, dass zwei meiner Tour-Kollegen auf dem Nachhauseweg vom Tour-Nachtessen blutig geprügelt wurden. Warum? Einige der Abo’s hatten einen riesen Streit. Ich hörte auf meinem Weg zurück ins Hostel ein riesen Geschrei aus der Richtung des Todd-Rivers, wo sie sich viel aufhalten. Ihren Frust liessten sie dann an meinen zwei Kumpels aus. Sie werden beide keine Anzeige erheben.
Das ist ein grosses Zeichen für die sozialen Probleme dieser Stadt, die gekonnt verdeckt werden um die wichtigste Einnahmequelle, den Tourismus, nicht zu gefährden. Desshalb: Nie alleine Nachts herumlaufen. Immer in Gruppen oder gleich das Taxi nehmen. Ich hatte nie Probleme. Stehts war ich freundlich und Grüsste. Macht man das nicht, steigt die Gefahr einer wilkührlichen Gewallthandlung, weil sie dich dann als Objekt sehen und nicht als Mensch – So wie die Siedler es damals auch getan haben. So kommt es zurück. 

Mittwoch, 23. Februar 2011

The Rock Tour 3

23. Februar -Tag 3:
Uluru / Ayers Rock

Okay, okay, dass war jetz aber echt früh. 4:15 klingelte Rachelles Wecker, was auch gleich alle anderen zum Aufspringen brachte. Noch eine so kurze Nacht. Wie die Gruppe das wohl verträgt? Wir hatten im übrigen eine bunt zusammengemischte Truppe. Ehepaare, Hippies, Hippsters, genervte Deutsche und ich. Niemand, wo ich jetzt für immer Freund sein möchte, aber um die Tour zu geniessen, war es allemal okay. Meine Nase hatte sich zurück gemeldet. Sie war nahe am Abfallen und immer noch verstopft. Ich habe mich aber inzwischen daran gewöhnt. So ist es jetzt halt – und hier kann niemand zaubern.
Wir fuhren mit dem Bus direkt zurück in den Park und erlebten einen wunderschönen Sonnenaufgang am Ayers Rock. Jeder kriegte seine Fotos und ich trank noch mein letztes Bier vom Vorabend. Dies war schon das essentielle dieser Tour, so musste ich mich für die anstehende Umrundung (10 kilometer) schon etwas motivieren. Da kam mir die Idee! Ich hatte ja noch etwas Akku auf meinem Natel und dieser reichte genau um mich 2 Stunden lang mit The Dead Weather und the Kills zu beschallen. Ich sag’s euch, was bin ich eins um den Stein gedüst. Nach 2 Stunden war ich da und hatte gut 30 Minuten Vorsprung auf die Nächsten. *harr* Trotzdem liess ich es mir nicht nehmen, einige Gedanken über diesen Felsen und seine Touristische Vermarktung zu machen. Das land ging ja 1985 zurück an die Aboriginies mit der Klausel, es für 99 Jahre an Australien zurück zu verpachten, die nun 100 Jahre lang mit dem höchsten Heiligen den grossen Reibach machen. Fotografieren ist an den meisten Orten verboten. Das hat damit zu tun, dass wenn die Aboriginies zu Männern werden wollen, werden sie von ihren Vätern auf Wanderung geschickt, von der sie Jahre nicht zurückkehren. Als Höhepunkt dieser „Pilgerreise“ besteigen sie den Uluru – Ayers Rock. Stellt euch mal vor, ein Abo-Junge googlet „Ayers Rock“ und findet ein Foto wie es oben aussieht. Was für ein Schlag in die Fresse! Warum 5 Jahre Wandern, wenn die Erleuchtung im Internet finden kann? Ein weiteres Indiz dafür, wie gut funktionierend ihre Zivilisation war und wie schlimm es endet, wenn sie mit unserer aufeinander trifft.  Ich kenne mich ja kaum aus, aber was mich ebenso fasziniert ist , dass man durch die Wanderungen die Inzucht umgeht. Man weiss ja, wie es in Europa einigen Adelsfamilien ergangen ist, die sich ja quasi tod-geheiratet haben. Die Aboriginies haben dass verstanden. Wir wurden auch noch mal darauf hin gewiesen, die Aaboriginies in Alice nicht als Beispiel anzusehen. Es leben immer noch Tribes an allen Orten des Landes in sehr ursprünglicher Art und Weise. Die hier sind im westen gestrandet und seinen Reizen erlegen.

Als Fazit der letzten 3 Tage muss ich sagen, dass sich die Rock-Tour-Company sehr viel Mühe gegeben hat, einem für das Geld etwas zu bieten. Rachelle hat sich ausgepowert um alle bei Laune zu halten und hat erst noch den Wagen sicher zurück nach Alice gebracht. Aber was freu ich mich jetzt auf mein Bett. Oh ja, schlafen – im Alice Secret, zurück in Alice.




p.s. falls ihr Besitzer einer Schweizer Kreditkarte seid, nehmt euch in Acht! Als ich meinen Flug nach Alice Springs buchen wollte, erhielt ich lange keine Bestätigung, weil die Swisscard AG Quantas als gefährlich einstuft hatte und die Transaktion nicht tätigte. Das ich nicht lache. Erst ein Telefonat in die Schweiz regelte das Problem. Sicherheit ist ja gut und recht. Aber mein dubioses Websitetool konnte ich letzte Woche ohne Probleme kaufen... komische Welt manchmal. Lächeln und Winken. 

The Rock Tour 2

22. Februar - Tag 2:
Kata Tjuta / The Olgas

Die Sterne standen immer noch am Firmament, als uns Rechelle in vollem Morgenelan aus den federn holte. Sogleich Auch zeigte sich wieder, dass es sich hier nicht um eine bessere Kaffeefahrt handelte, sondern um eine Aktiv-Tour. Schuhe geschnallt und los! Leider war mein Schnupfen nicht besser geworden. Meine Nase war rot und schmerzte !Sie glich eher einer Bushtomate, wie einer Nase. Daran, sie als Atemwerkzeug zu benutzen, war nicht zu denken. Hätte ich doch meinen Nasenspray dabei. Mist, wie wird das nur beim laufen? Das kanns doch nicht sein, ich hab 300 Dollar bezahlt und will das geniessen ;-) Heute ging es ins Tal der Winde... Eine sehr eindrückliche Steinformation in der Nähe des Ayers Rock – Wie dieser ebenfalls durch Erosion über Jahrmillionen entstanden, war schon etwas ganz Spezielles. Die Farbe des Steines zusammen mit den herrlich grünen Bäumen war wunderschön und die Grösse kaum mit Kameras fest zu halten. Trotzdem ergab ich mich meine Sucht und knipste mal wieder was das Zeug hielt. Echt ein Geheimtipp dieser Ort und die Walks waren sehr fordernd. Jedem Touristen, der mehr möchte, wie vom Bus zur Aussichtsplattform zu tschalpen, sehr zu empfehlen. Vorallem weil es dort, wie könnte es auch sein, sehr viel windet und diese besser duften, als die eurer Freunde. Am Abend fuhren wir zum ersten Mal zum Ayers Rock. Rachelle erzählte einiges über die Dreamlines, die Kunst des Lebens der Aboriginies und was diese mit ihrem Meka, dem Rock, verbindet. Aus der Distanz erlebten wir den Sonnenuntergang vor dem Felsen, mit einigen Bieren, bevor wir uns auf dem Camping eine herrliche Wasserschlacht lieferten. Geschlafen wurde wieder unter dem freien Himmel. Ich frage mich, warum ich das zu hause so wenig mache? Warum trinken wir Coca Cola, wenn es doch Pepsi gibt?



The Rock Tour 1

21. Februar 2011 - Tag 1:
Kings Canyon

Es war noch dunkel, als mich der Bus vor dem Hostel abholte. Ich war schon gespannt auf meine erste geführte Tour seit wir damals in Norwegen eine Flam-Bahn-Tour machten. Haha, das waren noch Zeiten! Rachelle, der zierliche Tourguide packte meinen schweren Rucksack und schmiss ihn mit überraschend viel Schwung in den Kofferraum. Sichtlich verdutzt ab dem Kraftakt stieg ich in den Bus. Wer so wirklich an Bord war, , konnte ich nicht recht ausmachen, schliesslich war es dunkel und die meisten schon wieder eingeschlafen. Dies änderte sich schlagartig, als die Bässe aus den Boxen zu dröhnen begangen. Jawoll, geile Musik und eine gute Stimmung morgens um 6. Das kann ja nur gut kommen. Zu meinem Leidwesen, hatte ich mir in der Nacht einen Schnupfen geholt... Für die, die mich nicht kennen: wenn ich schnupfen habe aber keinen Nasenspray, dann ist an schlafen und manche Hirnfunktionen nicht mehr zu denken.
Den ganzen Morgen verbrachten wir mit fahren. Sämtliche Attraktionen lagen um die 450km weit von Alice entfernt. Als erstes Besuchten wir den Kings Canyon, das Australische Pendant zum Grand Canyon in den USA. Ich habe diesen zwar nur von Bildern gesehen, was ich aber hier auf dem 10km Hike erleben durfte, war schon faszinierend. Felsklippen an die man rangehen konnte, Wasserlöcher zum drin Baden und eine Aussicht, wow! Was mir besonders gefiel, war, dass man hier nicht einfach mich dem Auto hinfahren konnte, nein, man musste sich die gute Aussicht verdienen und den Heart-Attack Hill besteigen. Das waren mal kurz 200 Höhenmeter den Berg hoch bei 37°C. Heart-Attack, Ihr seids ja lustig. Wir wurden angewiesen, mindestens 3 Liter Wasser pro Wanderung dabei zu haben. Jetzt versteh ich warum. Wir waren hier auch in der Wüste. Viele Touristen unterschätzen das völlig und denken sich, wenn was passiert, da kommt schon wer und holt mich ab. Nun ja, kommen tut ja schon wer, aber erst, wenn man sie gefunden hat und bis dann sind sie meistens schon tod.

Gegen Abend stiegen wir geschafft aber Glücklich zurück in den Bus. Unser ziel war der Bsuh! Juhu! Bushcamping! Erinnerungen an die Zeit mit Jenna kamen hoch. Was diesmal jedoch anders war, wir schlieffen unter freiem Himmel. Keine Wolken, kein Licht das störte. So ergab sich mir etwas vom Schönsten, was ich je sehen durfte. Ein Himmelszelt, so hell und klar wie noch nie zuvor. Hunderte von Schnuppen ergänzten die Sterne, die Galaxien. Wäre ich nicht vor Müdigkeit irgendwann in den Schlaf gefallen, ich hätte die ganze Nacht in den Himmel gestarrt. 





Sonntag, 20. Februar 2011

Snake-Pack

20. Februar - Alice Springs - ca 37° 

Es ist Sonntag. Mir geht es gut. Lange geschlafen, dank AirCon bei angenehmer Temparatur. Nachdem Annina und ich nach dem gestrigen Schock über gemeinsame Bekanntschaften in der Heimat  überwunden hatten, planten wir heute zusammen das Reptilien-Reservat hier in Alice Springs zu besuchen. Es ist schon spannend, wie wir hier den Touristenpfaden folgen. Aber dieser Mini-Zoo hat es wirklich in sich. Da kräucht und fläucht es, was das Zeug hält.  Für blos 10 Dollar durften wir rein und schauten uns all die Lyzards und Schlangen an. Das war super. Zum Schluss durften wir dann sogar noch eine Schlange halten. Eine Olive Phyton um genau zu sein. Das war ein Wahnsinnsgefühl, auch wenn sich das Fiech so ungeschickt anstellte, dass es sich mehr wie ein Rucksack anfühlte, denn eine Schlange, die um einem kriecht. Was mich aber sehr entäuscht hat und das nicht zum ersten Mal hier in Australien, ist das Krokodilgehäge. Dieses Bestand mehr oder weniger aus nem simplen Bassin, wo sich das monströse Tier weder drehen noch wenden konnte. Das ist bestimmt keine artgerechte Haltung?

Morgen geht’s los mit der Tour . Ich freue mich sehr, auch wenn das mal wieder Abschied nehmen heisst. Annina ist mir schon recht ans Herz gewachsen und wir hatten eine gute Zeit. Sie geht weiter nach Adelaide und ich plane nach meiner Tour nach norden zu fahren. Am liebsten mit dem Zug. Fix ist aber noch nichts. Es bleibt mir nichts anderes übrig als am Mittwoch nach meiner Rückkehr gleich Nägel mit Köpfen zu machen.

So, es ist schon spät, ich muss morgen früh raus und die Sonne hat mich mal wieder geschlaucht. Das war der dritte Tag mit über 37° Ich sag euch... das geht ans Eingemachte. Ich habe mir für die kommenden Tage inzwischen Elektrolyten-Ersatz aus der Apotheke geholt. Ich hoffe das bringt was, weil sonst, muss ihr ehrlich zugeben, werden das happige Tage werden.

Nachtrag, ca 23 Uhr: Das darf ja nicht wahr sein. Jetzt sitz ich hier, mitten in der der Wüste. Ein Ort, an dem es wenn es gut geht, ein mal im Jahr regnet – und das ist genau jetzt. Manchmal gibt es hier Jahre lang keinen Tropfen und es herrschen strickte Wasserrationierungen – und was tut es, es regnet weiter fröhrlich weiter und macht alles herrlich Grün. Ein weiteres Beispiel für die Wetterkapriolen ist Darvin. Da erwarten sie erneut einen Zyklon. Es ist ja nicht so, dass ich eigentlich dahin wollte. Es ist einfach ein strubes Jahr hier Down-Under.



Samstag, 19. Februar 2011

Die Spring der Alice

19. Februar – Alice Springs

Lange schlafen is nicht, hier in Alice. Bereits um 7 Uhr Morgens brennt es mit 30° vom Himmel um gegen Nachmittag zu unerträglichen 37° anzusteigen. Bereits um 9 waren wir hell wach. Wer hatte die AirCon abgestellt? Dieser Bastard. Annina und ich haben beschlossen, heute den 5 Kilometer Walk hinauf zur Telegrafenstation zu machen. Der Lonely Planet meinte, wir müssten dem Fluss folgen und dan kämen wir von Selber dort hin. Nun ja, Fluss folgen ist ja hier schon mal ziemlich Relativ, weil man den Fluss nur durch die plötzlich auftauchenden Brücken in der Landschaft erkennt. Im Sommer führt der Todd River nämlich kein Wasser. Na gibt’s denn so was. Was hätte ich für einen Sprung in kühles Nass gegeben. Jedes Krokodil hätte ich eigenhändig erwürgt für ein bisschen Erfrischung. Als wir nach einer Stunde Trek über Stock und Stein an unserem Ziel ankamen, waren wir gezeichnet. Ich hab ja schon nach dem Trek mit Jenna gemotzt, aber was hier mit uns ab ging, war ausser Konkurrenz. 1.5 Liter Wasser haben wir getrunken, Kopfbedeckung und Sonnenbrille getragen und trotzdem waren wir so ausgelaugt, wie noch nie. So kam uns der kleine Kiosk wie eine Oase in der Wüste vor, wo wir uns an einem Eis labten. Inzwischen war uns die Besichtigung der Telegrafenstation eigentlich so ziemlich egal geworden. Wir wollten nur ins Kühle. Trotzdem liessen wir es uns nicht nehmen, einige Infotafeln zu lesen, woraus wir erfuhren, dass sich gleich hinter uns die eine weitere Historische Stätte befand. Quasi die Quelle des Ursprungs. Todd fand ein Wasserloch, essentiell fürs überleben in der Wüste. Das Loch benannte er nach seiner Frau - Alice. Herrlicher Satz, Lukas. Anyway, so erhielt die Stadt ihren Namen, Alice Springs. Haha. Ich hab noch einen: Loch ist Loch, sagte der Koch und Nudelte ein Hörndli. Danke Annina :P Für den Rückweg haben wir uns dann mit einem älteren Pärchen aus England zusammengetan und ein Taxi geteilt. Den Weg zu Fuss zurück wollten und konnten wir uns nicht mehr antun. Aber es war toll und ich bin doch fast ein bisschen stolz, dass wir als einzige zu Fuss da oben waren und nicht einen auf Weichei-Ichfahrmitdemautohoch gemacht haben. Ich wird hier noch ein richtig harter Kerl :D

Im übrigen haben wir heute festgestellt, dass wir in der Schweiz gemeinsame Freunde haben. Einen lieben Gruss an Steffi! Was das mal wieder für ein Zufall ist :D

Heute habe ich mich noch für eine Tour eingeschrieben. Wenn ich schon mal hier bin, oder? Ayers Rock, Kings Canyon und the Olgas stehen auf dem Programm. The Olgas? Hab ich auch noch nie gehört, aber ich bin mir sicher, dass es nix mit Klibi und Karoline zu tun hat :D Die 320 Dollar dafür taten aber schon fast ein bisschen weh. Am Montag geht los. 3 Tage wildes Outback. Ich freue mich jetzt schon richtig doll darauf. :D

Das Hostel, Alice’s Secret Hostel ist im übrigen ein absoluter Gewinner. Ruhig gelegen, Pool und freundlicher Staff um den Scheff Rossco lassen es mich hier sehr geniessen. Absolut zu empfehlen. 





Auf dem Weg ins Red Center

18. Geelong – Alice Springs

Es gibt einige Dinge, die ich am Reisen hasse. Dazu gehört ganz bestimmt das ewige sich verabschieden. Doch so gut es bei den Husons auch war, muss meine Reise weiter gehen. So war ich ab 5 Uhr Morgens das erste Mal so richtig auf mich allein gestellt. Das Travellen hat begonnen. Von jetzt an gibt’s keinen festen Wohnsitz, keine Bekannte oder Verwandte. Nur noch mich und die weite Welt *lach* So war dann auch die Busfahrt an den Flughafen Melbourne ein ganz intensiver Moment. Das erste Mal sah ich den Australischen Sonnenaufgang. Orange wie im Bilderbuch und riesig war sie, die Lichtkugel. Richtig riesig. Der Flug erwies sich als sehr angenehm, wenn auch etwas komisch. Irgendwie ging alles so schnell jetzt. Unter mir erbreitete sich das Red Center von Australien. Hunderte Kilometer von wilder Natur. Steppen, Wüste und auch kleine Wälder. Das war schon eindrücklich.

Alice Springs war früher einmal nicht mehr als ein Telegrafenhäuschen. Mr. Todd, nach dem hier vieles benannt ist, war dafür verantwortlich eine direkte Telegrafenlinie von Darwin nach Adelaide zu bauen, was die Übermittlung von Nachrichten von mehreren Monaten auf wenige Stunden verkürzte. Als dann in der Gegend Gold gefunden wurde, wuchs die Stadt schlagartig. Heute lebt die Stadt grösstenteils vom Backpackertourismus. Das sich die Einwohnerzahl stehts um die 25000 bewegt, hat damit zu tun, dass es für Ausländer, die sich hier ansiedeln einfacher ist, an ein Permanentes Visum zu kommen. Clever! Und heiss ist es hier. Unfassbar heiss. Die Sonne brennt, es ist ja auch Hochsommer. Der Stadtausflug am Nachmittag erwiess sich als Tortur. Zum Glück hat mein cooles Hostel einen Pool und allgemein ist hier alles sehr relaxt. Bei der Hitze geht halt wirklich nicht viel. Man muss sich auch unfassbar gut präparieren um nicht in der Sonne kläglich zu verbennen. Die vielen Aboriginies, die hier leben haben da weniger ein Problem damit. Ihr Problem ist viel mehr die Parallel-Gesellschaft die hier lebt und sich kaum miteinander interagiert. Warum ich das alles erwähne? Ich habe in vielen Gesprächen die Erfahrung gemacht, dass viele Leute diesem Örtchen nicht viel abverlangen können. Das ist sehr schade. Klar sind die Aboriginis viel betrunken und duften nicht allzu gut und die Kriminalität unter ihnen ist auch sehr hoch. Aber hei, wer ist dran schuld? Ich mag diesen ruhigen Fleck Erde. Und wieder mal gibt’s alles, was man braucht! Am Abend haben Annina, ein Mädel aus Graubünden und ich BBQ gemacht, zwei Flaschen weissen Fusel mit Sprite gekillt und anschliessend im Saloon mit allem und jedem gestusst und getanzt. Morgens um drei gings dann noch mal in den Pool um die Sterne zu beobachten. Life is made of Chocolate. Mann muss es sich nur nehmen. 


Donnerstag, 17. Februar 2011

Mein Haus in Geelong

17. Februar – Geelong

Gut, es ist nicht wirklich mein Haus, aber ich geniesse mein Zimmer und das Internet und versuche verzweifelt die Operation aktuell zu halten. Zudem habe ich heute ganz Spontan meinen Flug nach Alice Springs gebucht. Jawoll. Kein Strand mehr, es geht ab ins Red Center. Der Wetterbericht kündigt 37° C an und ich hab noch nicht mal einen Sonnenhut :D Das wird mir ja was. Um 6 Uhr in der Früh geht der Bus von hier direkt an den Flughafen. Jenna steht extra auf und bringt mich an die Haltestelle. Ebenfalls habe ich heute mein Gepäck reduziert. Es hat jetzt alles, inklusive Daypack in meinem grossen Rucksack Platz. Das ist fürs weitere Reisen sicher ein Vorteil. Jedoch tut es mir schon weh, mich z.B. von meinem Wolfmother T-Shirt zu trennen. Aber es ist etwas zu klein und desswegen habe ich es noch nie getragen. Also hat es in meinem Rucksack keinen Platz und bleibt hier. Uff, das war schon ein spezieller Schritt, so viele Dinge hier zu lassen – und es nie wieder zu sehen. Mal sehen, ob ich etwas davon vermissen werde... 

Great Ocean Road 4

16. Februar – Lourne – Geelong

Eine herrliche Nacht war das. Leider war es die letzte im Zelt, habe ich mich doch inzwischen sehr an diese Art der Nächtigung gewöhnt und es hat mir schon recht zusagt. Die Dame war mal wieder fleissig und als erste wach. Jenna ist zuverlässig und schnell in dem was sie macht. Ich bin halt inzwischen schon etwas lazy geworden und geniesse es ein Stündchen länger zu schlafen. Sie trägt das mit Fassung und sehr erstäundlich viel Verständnis. Heute ging es aber trotzdem früh los. Noch einige Blicke von der Küste erhaschen, bevor es über Anglesea und Torquay zurück nach Geelong ging. Unterwegs trafen wir auf einen verwirrten Koala der  dort einfach die Strasse entlang stolperte. Zum Glück sind die Aussies sehr vorsichtige Autofahrer sonst hätte das Tier seinen Ausflug sicher nicht überlebt. Es ist immer wider spannend, wie nahe in dieser Gegend Mensch und Natur sind. Wenn du nach Australien fährst und keinen wilden Koala siehst, dann hast du wirklich etwas falsch gemacht.

Bei den Husons wurde ich dann herzlich willkommen geheißen. So lernte ich endlich Jennas Eltern kennen. Viel habe ich von ihnen gehört, war ich doch mit zweier ihrer Töchter unterwegs gewesen. Geendet hat das ganze in einem Rotweinbesäufniss, dass seinesgleichen suchte. Ach, ich mag sie doch, die Australier. Unt betrunken sind sie erst noch viel lustiger. Mickey, der Vater, war sehr sehr lustig und wir unterhielten uns übers Tischtennis. Wie ich, war er einst ein Weltklasse Spieler und kennt auch die Földy-Familie; ein grosser Name in der Schweizer Szene. Das war mal wieder ein Zufall. Ebenfalls zum Thema kam die Apartheid welche ihn und seine Frau als Spitzensportler damals von allen Internationalen Bewerben ausschloss. Mit ein Grund, warum sie Südafrika damals verlassen haben. 

P.S. Ich stelle immer mehr fest, dass diese Surfgepeinigte Gegend nichts für mich ist. Es gibt dinge, zu denen findet man einfach keinen Link. Für einige ist es Fussball und für mich - Surfen. Ich muss mir das mit Byron Bay noch mal genau überlegen.


Great Ocean Road 3

15. Fenruar – Lourne

Es entwickelt sich langsam zum Runing Gag, das ich nicht aus den Federn komme. Dafür durfte ich dann büssen. Noch im Halbschlaf jagte mich Jenna gleich mal in den Wald. Sie kannte sich hier bestens aus und zeigte mir einen Spot, wo sie als Kind mit einer Plastiktüte als Instrument über die Wasserfelsen hinunter rutschten, als wäre es eine Schlittenbahn. Weil wir aber heute noch die Erskie-Falls besuchen wollten, ging es aber sogleich zurück. Beim Eingang des Campingplatzes staunte ich dann nicht schlächt, als wir ein älteres Paar beim Kakadu füttern trafen. Jawoll, Kakadus. Die, die es bei uns nur im Zoo gibt. 5 Stück. Auf Schulter, Frühstückstisch und Caravandach. Was für ein Anblick. Ich liess es mir nicht mehmen, selber etwas Brot in die Hand zu nehmen. Ich war nicht schlecht überrascht, als sich plötzlich ein Vogel auf meinen Arm setzte, als wäre es ein Ast und das Brot mit dem Schnabel aus meiner Hand (-und später Mund) pickte. Er könnte mir meine Finger Abbeissen oder die Augen auskratzen, aber nein, dieses wilde Tier, sass inzwischen auf meiner Schulter und genoss es sichtlich, nicht viel für sein Essen tun zu müssen.  Als wären dass noch nicht eindrücke Genug, entschlossen wir uns für den langen Weg zu den Falls, was für uns hiess mal kurz zwei mal zehn Kilometer durch den Wald zu laufen. Dass hatte es in sich. Durch Bush und Dickicht, Hang hinauf, Hügel hinunter, Fluss überquert und die Schuhe vom Wasser befreit. Was waren wir kaputt, aber nach gut 2 Stunden waren wir oben. Die Falls selber waren nur noch Nebensache, Jenna, wieder sehr wortkarg, in ihrem Element und erklärte mir, dass für sie bei so einem Treck der Weg das Ziel sei. Na da hörste mal besser hin. Der Abstieg ging sichtlich leichter, hatte ich mir bei den Falls zum Mittag ein Bier gegönnt. Den Rest des Tages verbrachten wir faulenzend am Strand und gönnten uns eine Flasche Shiraz zum Abend-BBQ. Guter Laune gingen wir zu Bett.


Great Ocean Road 2

14. Februar – Port Campbell  - Lourne


Jenna hatte echt an alles gedacht. Mir war ja klar, dass die Frau weiss, wo der Hase läuft, aber troztdem überrascht sie mich immer von neuem. Um es gleich einmal geklärt zu haben, nein wir haben keinen Sex. Ich weiss, dass das Thema von andersgeschlechtlichen Freundschaften immer wieder „hochkommt“. Jenna und mir ist es nicht klar, warum die leute das nicht verstehen und schon gar nicht selber leben können. Wir geniessen und sehen den gegenseitigen Respekt als ein Geschenk an unseren freien Geist.

Nun gab es alle 5 Minuten etwas zu sehen. Da ein Schild mit „Sceenic View“ oder „london Bridge – 300m“. Mensch, da kommste ja kaum vorwärts, so viel gibt’s hier zu sehen. Für Fels-Fetischisten ist dies hier ein Paradies. Auch mich faszinieren die Felsen, wie sie hier ins Wasser ragen. Gegen Nachmittag wurde dann das Verkehrsaufkommen höher und die Tourikleinbusse mischten sich mit den Wickedcampern und unserem Mitsubishi. Bald war mir auch klar wieso. Wir näherten uns dem Highlight der Great Ocean Road. Den Twelve Apostles. Ob es auch mein Highlight wird? Die Fotos waren schnell gemacht. Aber irgendwie ist es wie mit allen erreichten Zielen, sobald man da ist, muss man sich gehen lassen können. Aber auf dieser Touristenaussichtsplattform ging das irgendwie nicht so recht. Jenna ist ein sehr natürlicher Mensch. Beim Wandern durch den Wald und auch beim Autofahren wird sie manchmal sehr lange sehr ruhig. Ich fühle, dass das mit ihrer Naturverbundenheit zusammenhängt und sie das draussen sein, so richtig geniesst und in ihre eigenen Gedanken versinkt. Ich war mir dem ganzen aber nicht sicher, kannte ich sie ja kaum. Vielleicht hatte sie mich ja auch satt? Auf jeden Fall brachte uns ihre Spürnase hinunter zum Strand. Hier verweilten wir, abseits vom Zeitdruck der anderen Touristen, die schneller wie gewollt zu ihren Bussen zurück mussten. Ruhig und in sich gekehrt schaute Jenna aufs Meer. Nicht verstehend, weil nicht wissend schaute Lukas zu Jenna und hoffte, dass es ihr gut ging. Unser Tagesziel war Lourne. Ein Ferienort, wo sie als Kind sehr oft wahr. Also ging es weiter. Auf halbem Weg durchquerten wir die Otney-Wälder, wo es den berühmten Tree-Walk zu bestaunen gab. Hier wurde auch ich ruhig und jedes sinnlos geplapperte Wort erschien mir zuviel. Es ist erstaunlich, wie diese Wälder hier funktionieren. Vom buschartigem Gefilde, muss sich nur die Bodengegebenheit etwas verändern und schon schiessen die Bäume huntert Meter in die Höhe. Noch einmal einige Meter weiter wachsen die Farne, als wäre man im Regenwald. Diese Erfahrung war für mich das Highlight des Tages – und die 22 Dollar allemal wert. Gegen Abend checkten wir im Camping von Lourne ein und gönnten uns Fish und Chips am Strand. Hier fragte ich Jenna auch, wie es ihr geht und ob alles klar sei. Sie sagte ja und erklärte mir in kurzen, prägnanten Sätzen, dass sie total in Gedanken versunken sei und daher eine stillere Gangart fährt. Ich Rüpel aber auch. Die Frau kommt mehr oder weniger direkt aus Island, hat ihre Familie kaum gesehen und fährt mit mir an Orte ihrer Kindheit. Was erwarte ich eigentlich? So lernen wir uns kennen.



Great Ocean Road 1

13. Februar – Halls Gap – Port  Campbell

Nun ja, der Lukas hats mal wieder nicht aus dem Bett geschaft. Kläglich gescheitert sind alle Versuche Isobels, die es sich wohl zum Hobby macht, mich um 7 Uhr zum ersten Mal aus dem Schlaf zu reissen. Die Nacht war diesmal extrem kalt. Bis ich realisiert hatte, dass die Kälte nicht von oben, sondern von unten kam, war es dann auch schon morgen und so gönnte ich mir diese zusätzliche Stunde, denn wie ich die Familie Huson inzwischen kenne, würde es heute wieder viel zu tun geben. Bereits am Vormittag gings zurück in den Hells Gap National Park wo wir uns das Aboriginies Museum anschauten. Wie an vielen Orten in Australien, war dieses Museum gratis. Das ist eine sehr gute Sache, denn Bildung ist ein Luxusgut, das kein Geld kosten konnte. Es war dies meine erste Auseinandersetzung mit dem Thema. Tracy erinnerte mich daran, dass ihre Familie aus Südafrika stammt. Die Apartheid ist für sie ein sehr emotionales Thema. Ihre Familie war, als weise Afrikaanssprechende, direkt davon betroffen. So war ich ganz Ohr, als sie mir ihre Meinung geigte. Ein ganzes Violinenkonzert war das. Die Frau ist nicht nur ein Hippie, sie weiss ganz genau, wovon sie spricht.  Bald hiess es aber abschied nehmen. Jenna und Ich hatte noch einige Kilometer vor uns. Jawoll, es war so weit. Die Great Ocean Road rufte nach uns. Nachdem ich zum sicher zehnten Mal auf der Lenkradseite einsteigen wollte, *ichwerdsnielernen*, drückte Jenna das Gaspedal durch und wir fuhren über herrliche Überlandstrecken über Hamilton nach Warnambool, von wo aus dann weiter nach Port Campbell ging. Ich genoss die Autofahrt mit etlichen Stunden an Musik hören, Fenster runterschrauben und den Kopf raus strecken. Es erinnerte mich sehr an das Reisen mit Sven und seinem VW-Bus Gabi, mit dem ich immer gerne vergleiche. Ja, das kam dem ganzen schon sehr nahe. Bereits kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir die ersten Felsformationen am Meer, besichtigten einige Touristenspots und bauten unser Zelt dann in Port Campbell auf, wo wir uns nach ausgiebigem BBQ einige Bierchen gönnten. Leider nicht am Strand, denn Alkohol in der Öffentlichkeit ist hier nicht. Jenna ist da auch sehr strickt und das musste ich respektieren. Das war ein guter Tag mit vielen Kilometern unter den Rädern und einem schönen Australien vor der Windschutzscheibe. Leicht beduselt und nicht recht fassend, was grad abgeht, schlief ich ein. 



Dienstag, 15. Februar 2011

Ab in den Bush

12. Februar - Halls Gap - The Grampians

Kinder, Kinder,  ist das früh! Um 9 Uhr weckte mich Jenna durch klopfen an die Tür meines Kämmerchens. Seit Wochen ging ich nicht mehr so früh los. Es hatte über Nacht stark abgekühlt und die warme Dusche war eine Wohltat. Nach dem ich mit Tracy endlich eine Köchin von gutem Porridge gefunden habe (Weder die Finnen noch Fay brachten es fertig, dass es nach mehr wie Wasser schmeckte) lernte ich Sammy näher kennen. Der kleine Kokatoo ist echt eine Attraktion. Auf Kommando kam er aus dem Käfig, hüpfte auf Tracys Finger ,von wo aus er auf den Tisch flatterte und aus einer eigenen Schale und manchmal aus Tracys, Porridge naschte. Neben Porridge interessierte sich der Vogel auch brennend für meine Halskette. Weil die so glänzte *hihi* Viel Zeit zum Plauschen blieb aber nicht. Wir hatten schliesslich Pläne! Was für welche? Ich hatte immer noch keine Ahnung *lach* Daheim war mir immer ziemlich wichtig, dass ich über alles den Überblick hatte. Aber hier ist mir das eigentlich total egal. So hab ich keine Erwartungen und kann mich überraschen lassen. So lange mindestens Jenna weiss wos lang geht. Wobei, mit mir könnte man wohl im Moment einfach stundenlang rum fahren und ich würds geil finden. =)

Nach einem kurzen Besuch des Umzuges des Jazzfestivals und viel Eiscreme für die Kleinen, ging es mit dem Auto weiter in den naheliegenden National Park. Die Gegend nennt sich „Grampians„ und ist ein Naturparadies mit vielen Wäldern, Treks und Bergen mit tollem Panorama, die es zu besteigen gibt. Oder besser: Gab! Aber hier wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, wie heftig die Regenfälle der letzten Wochen hier, weit ab von Queensland, wirklich waren. Von etwa 100 Trails waren nur 3 geöffnet. Alles andere wurde während der Unwetter vernichtet oder mit meterhohem Schlamm bedeckt! Es ist fast nicht zu begreifen, wenn man es nicht vor Ort sieht. Wasserfälle, seit fast einem Jahrhundert eine Attraktion der Gegend - gibt es nicht mehr. Wanderwege, eine alte Eisenbahnstrecke – weggespült. Crazy. So beschränkten wir uns auf einen kleinen Bushwalk zu einem Wasserfall. Für Isobel und Miles war der Wald ein einziger Spielplatz und die Strecke auch nicht zu weit. Beeindruckend waren auch die vielen schwarzen Stellen im Wald, letzte Überbleibsel des Black Saturday, der Tag des grossen Bushfeuers vor 2 Jahren, wo viele Menschen ums Leben kamen. Schon heftig, wie gebeutelt der Boden ist, auf dem ich mich befinde. Jenna und ich konnte es nicht lassen und suchten uns anschliessend einen eigenen, leicht illegalen Weg zu einem der Hügel und schauten als Einzige dieser Tage von gut 700 Metern auf die weit unter uns liegende Landschaft herab. Einige herrliche Fotos sind dort entstanden. Jenna und ich verstehen uns sehr gut. Das ist wunderschön hier einen Local zu kennen, der von vielen Dingen ähnliche Ansichten hat und gerne mal was riskiert. Es war herrlich und ansträngend. Aber jeden Schritt und den Muskelkater am Abend wert.  Aber ich brauche definitiv Wanderschuhe. Eigentlich wollte ich mir die Sachen erst im billigeren Thailand oder China besorgen. Aber wenn das hier so weiter geht, geben meine lieben Boxfresh bald den Geist auf. Ein herrlicher Tag geht gerade zu Ende. Morgen fahren wir die Grand Ocean Road. Ich kanns kaum erwarten.  

Ach ja, ich bin heute Auto gefahren. Links, selbstgeschaltet, gute 30 Kilometer weit über Schotterpiste. Ein kleiner Colin McRay bin ich. Jawoll! Hast du gehört, Fatma?







Willkommen in Australien!

11. Februar: Melbourne – Geelong – Halls Gap

Unendliche Weiten, raue Landschaft und wilde Tiere. Auf meinem Weg im V-Line Zug nach Geelong, ca. eine Zugstunde südlich von Melbourne, zeigte schon ziemlich schnell zwei Dinge. Erstens: Hier hat der Sturm richtig heftig gewütet. Zweitens: Hier geht’s ab aufs Land. Geelong ist die zweitgrösste Stadt in Viktoria, wobei ich noch nicht wirklich eine Stadt ausmachen konnte. Es ist mehr eine Ansiedlung von Häusern, die entlang einer Hauptstrasse ihre Wahren anpreisen und unmittelbar dahinter beginnt der Vorort Wenn Australier von Grossen Städten sprechen, dann meinen die definitiv die Fläche und nicht die Einwohner. Und: Habt ihr gewusst, das Australien nach den USA das Land mit den meisten Fettleibigen ist? Ich auch nicht! In den Städten sieht man das nicht. Aber aufm Lande, ja da hockense. Der Zug hätte nicht überbucht sein dürfen, weil die meisten Insassen zwei Sessel benötigten.

Am Bahnhof hat dann auch alles bestens geklappt. Jenna und der Nils, der Bruder des Mannes ihrer Schwester war auch dabei.  Wir unterhielten uns angeregt über alles, was die Herzen von Travellern und Locals derzeit kreuzen und fuhren dabei ca. 3 Stunden über Land. Jenna hatte nämlich so ihre Pläne mit mir. War ich doch noch der Meinung wir würden nach Geelong fahren, ging es direkt zu ihrer Schwester aufs Land. Mei, das war ein Spass! Endlich mal in einem Auto sitzen, Scheibe runter und den Wind spüren, der einem richtig fühlen lässt, dass man unterwegs ist. Ja, in diesem Auto fühlte ich mich bereits nach wenigen Stunden mehr in Australien, als während der ganzen Zeit in Melbourne. Nicht, dass ich diese Stadt nicht mag, aber es ist gut, geht’s jetzt langsam los.

Das Ziel war ein Ort namens Hulls Gap. Vom Ort aus gings dann noch mal gut 10 Minuten durch den Wald. Das erwähne ich nur, weil meine Mutti immer sagt, dass sie in Australien mit dem Auto zur Schule müssen. So auch die kleine Isobel. (5 Jahre), die zusammen mit ihrem Bruder Miles (2 Jahre) und Ihren Eltern Tracy und Gjult in diesem wunderschönen Haus mitten im Bush lebten. Ein herrliches Anwesen. Der Garten ist gross und ich fand andauernd neue Dinge in ihm, wie einen alten VW-Käfer oder kleine Steinstatuen, im hohen Grass kaum zu erkennen. Und immer wieder fand ich in einer Ecke neue Tiere. Hier gibt’s Hühner, Hunde, Katzen, Gänse und einen kleinen Kokatoo namens Wily. Ein wahres Paradies und für mich ein absoluter Glücksfall, denn wir blieben hier.  Handy funktionierte nicht und Internet gibt’s hier kaum. Aber das stört mich im Moment auch gar nicht. Endlich hab ich wieder ein Plumpsklo. Seit wir diesen Sommer in Finnland schon solche Dinger benutzten, bin ich ein echter Fan dieser Art der Kompostproduktion geworden. Tracy  erklärte mir, dass sie erst vor kurzem eingezogen sind und es ihr Längerfristiges Ziel sei, sich selbst zu versorgen. Ich staunte nicht schlecht darüber. Wieder stussten wir stundenlang über Dies und Das und neben dem dass ich herausfand, dass ich hier auf sehr links denkende, naturliebende Menschen getroffen bin, stellte ich fest, das mein Englisch inzwischen so sattelfest war, dass ich mich ohne Probleme den ganzen Abend eingeben und mit diskutieren konnte. Für Jenna und für mich ist es das erste Wiedersehen, seit wir uns damals in dieser kleinen Hütte im Isländischen Winter getroffen haben.  Um so erleichterter war auch sie, dass ihre Familie mich so gleich integrierte. Ja, was Gastfreundschaft betrifft, habe ich langsam aber sicher echt das Gefühl, das wir Schweizer hinter vielen Nationen stehen.  Ich freue mich sehr darüber. Mal sehen, was für Morgen geplant ist. Nils sagte was von einem Jazz-Festival. Langsam fühl ich mich echt wie der Herr Carsten Alex. Rannte er doch in seinem Buch immer wieder den Jazz-Kaffees hinterher. Ausser, dass ich in Australien etwas mehr Spass habe, wie er. 




Spontanchillen

10. Februar - immer noch Melbourne

Ich habs dann heute morgen doch nicht aus den Federn geschafft. Nachdem es allen lieber war, dass ich noch nen Tag hier verweile, ist mir das ebenso recht. So konnte ich schlafen, noch etwas gamen, gut essen und noch mal einigen Nasen Auf Wiedersehen sagen. Habe mir im übrigen angewöhnt nicht mehr "Good Bye" zu wünschen. Ich finde, das ist so was definitives. Ich werde dich nie mehr sehen! Das ist zu hart und vor Allem: Sag niemals NIE! So bleibts bei nem lockeren CYA. Das tut weniger weh und ist so wieso schöner.

Abschied nehmen

9. Februar - Melbourne

Endlich ist es erledigt. Ich habe meinen Auftrag abgeschlossen. An meinem letzten Tag hier, habe ich mir die Zeit noch nehmen können, um endlich fertig zu sein. Jetzt muss nur noch der Informatiker in der Schweiz das Teil aufschalten, dann ist die neue Website von Ferienhotel-Waldhaus.ch fertig. Ich bin sehr stolz, hätte ich nämlich nicht gedacht, dass dieses Projekt so gut über die Bühne geht. Aber Daniela, meine Auftraggeberin, hat eine tolle AVOR geleistet. Als Fazit ziehe ich daraus, dass es erstaunlich praktisch ist, dass in der Schweiz alle schlafen, wenn ich arbeite. Am morgen können sie  sich dann das Gemachte anschauen und Feedback geben. So kann ich gleich weitermachen, wenn meine Nacht vorbei ist. Wie praktisch ist das denn =)

Wie schon gesagt, es ist mein letzter Tag hier in Melbourne und ich werde doch langsam etwas sentimental. Aus den geplanten vier Wochen sind sechs geworden und inzwischen bin ich so angekommen, dass es ohne Aufwand noch weitere hätten werden können. Aber nein, ich habe Pläne. Grosse Pläne. Deshalb muss es jetzt weiter gehen. Ich will ja auch bald mal wieder was schlaues zu schreiben haben *hüstel*

Melbourne als Stadt hat viel zu bieten und jede Subkultur hat ihren Platz. Was aber einige meiner Mitstudenten lernen mussten: du musst dir deine Unterhaltung selbst holen.  Es wird dir nichts nachgeworfen. Ich finde wir sollten das geniessen, denn in anderen Städten, wie Bangkok wird das definitiv anders sein und wir werden uns nach der Ruhe sehnen.  Was mich in Zukunft am meisten an diese Stadt binden wird, sind die vielen Menschen, die ich kennenlernen durfte. Wir waren zur selben Zeit am selben Ort und haben uns eine Zeit des Lebens geschenkt. Ich werde nicht mehr hier her zurück kommen, weil ohne diese Menschen, es nicht mehr das gleiche sein würde. Melbourne, ein Spielplatz für Menschen, die gerne denken, wenn sie leben. Alle anderen: Ab nach Sydney.

Heute Abend organisierte ich spontan ein kleines BBQ. Das Ziel war es, alle, die wir am ersten Tag unser Hello-Melbourne-Bier getrunken haben, noch mal zusammen zu bringen.  Es war super, denn es kamen Leo, Patrick, John, Bruna, Nathi und ihre Freundin Kerry. Somit waren wir fast komplett. Es war ein super toller Abend an dem wir viel über unsere Zeit hier geredet und vor allem gelacht haben. Als Suplement gab es sogar Kangoroh vom Grill!  Um allen Gerüchten ein Ende zu setzen: Nein, es hüpft nicht vom Teller – Denn es ist Tod! Totes zuckt nur noch, aber hüpfen is nicht! :D

Morgen steht noch mal Waschen und Packen auf dem Programm, bevor es dann mit dem Zug nach Süden geht. Geelong ist das Ziel. Da bin ich ja mal gespannt. Jenna holt mich vom Bahnhof ab.  Was für ein Leben. =)


Black Swan

7. Februar - Melbourne

Wenn Johns Host-Father wüsste... Die heutige Nacht verbrachte ich mit tiefem Schlaf in seinem Bett. Meine Lust auf Sofas hielt sich doch beachtlich in Grenzen *hihi* Ich habe diese lange Nacht sehr genossen. Fies, wie ich manchmal sein kann, war ich doch sehr gespannt, wie viele der gestrigen Party-Victims es heute Morgen zur Schule geschafft haben.  Die Quote war nicht schlecht. John hat’s gemacht, obwohl er als einer der Letzten schlafen ging und ebenso Patrick, der eigentlich vom auf Leo aufpassen mehr Spuren hätte davon tragen müssen. Bruna und Leo verbrachten aber einen freien Montag im Bett, was ihnen auch nicht zu verübeln war. Ich begab mich am Nachmittag in die Schule, um das gratis Internet zu nutzen und checkte mal wieder Mails und brachte meinen Auftrag zu Ende. Sobald ich von meinem Auftraggeber grünes Licht hab, werde ich euch ausgiebig darüber berichten. Am Abend lud mich Bruna zum Pizza-Essen zu sich nach Hause ein. Daniel und sein Boyfriend waren auch da und wir gingen nachher spontan ins Kino. Wir sahen „Black Swan“. Ein Drama über eine Ballettänzerin, gespielt von Nathalie Portman, wo es darum ging, Erfolgreich zu sein, in dem man sich gehen lässt und auch mal seine Dunkle Seite zeigt. Das Filmerlebnis war sehr intensiv. Der Ton war laut, die Bilder fast nur Close-Ups und auch einige Schockelemente machen zusammen mit einer nicht alltäglichen Story diesen Film zu Erlebnis. Zudem war es mein erster Kino-Besuch hier. Die Untertitel vermisste ich jedoch nicht. Ich glaube sogar, dass das Fehlen dieser, das Ganze noch mal intensiver machte. Selten war ich so fokussiert auf eine Kinoleinwand. Ich werde ab jetzt auch DVD’s nur noch in Englisch schauen und zwar ohne Untertitel.

Soeben habe ich das erstel Mal von Jenna gehört. Sie sitzt in der Quantas Lounge in London Heathrow und wartet auf Ihren Flieger nach Melbourne. Sie wird sich melden, sobald sie hier ist.  Jetzt wird’s ernst. Mein Umzug nach Geelong steht kurz bevor. Ich freue mich sehr, diese Dame nach 2 Jahren wieder zu sehen – und sie sich auch.

Für den 8. Februar nehme ich mir eine kleine Auszeit vom Schreiben. Das wird ein Tag des Waschens, des Vorbereitens, des Duschens, des bisschen Arbeitens und des Blog-Updatens. Das kann ja nicht interessant sein *na wat biste faul* *schmunzel*

Zügeltag die Zweite


6. Februar - Melbourne

Nun bin ich also definitiv ausgezogen. In den letzten Tagen wurde es auch bitter nötig. Es arbeitete schon lange in mir und ich merkte wie mich das Haus und die Leute darin extrem zu nerven begonnen haben. Und dass, obwohl ich kaum mehr da war. Eine intensive Putzaktion später, liess mich Fay dann auch mit einer Träne im Auge ziehen. Ich frage mich zwar wieso und Antworte gleich selber, die Frau hat ne Meise. Und für das Geld, das sie mit mir verdiente, war sie definitiv zu unprofessionell.  Aber man soll ja keine schmutzige Wäsche waschen – Apropos schmutzige Wäsche: die durfte ich dann auch gleich mit zu John rüber zügeln, wo sie dann auch sogleich in die Maschine wanderte. Halleluja, ich habe wieder Unterhosen. Johns Place liegt in der oberen Mittelklasse von Melbourne. Geografisch gesehen wäre das South Yarra, direkt an der Hippstermeile Chappelstreet. Hier geht’s mir gut. Lockere Stimmung, fast wie in einer Junggesellenbude. Haha, ist es ja eigentlich auch. Erfreut stellten wir dann auch fest, dass wir uns viel zu erzählen haben und am Abend zur gleichen Party geladen waren. Nach dem eher intimeren Essen am Freitag schmissen unsere Brasilanischen Friends Bruna, Daniel, dessen Boyfriend extra aus Sydney angereisst kam und Aussie Renee, arbeiten alle am selben Ort, dem Pan Asian Restraurant an der Chappel Street, und wurden alle innert 3 Tagen 25! Zufälle gibt’s! Das Pan Asian wurde dann auch Schauplatz meiner bisher intensivsten Alkohol-Erfahrung in Down-Under. Das hatte nicht mit meinem Pegel zu tun, sondern eher mit dem der vielen anwesenden Gäste. Der Eint oder Andere meinte es dann auch sehr gut mit dem gratis Alkohol. Auch Leo und John gesellten sich fröhlich jodelnd zu den Trunkenbolden. Patrick und ich hatten so ab 11 Uhr die Aufgabe den Leo etwas im Zaum zu halten, was sich nicht immer als einfach herausstellte :P Es war ne super Party mit super Leuten und ich fühle mich einfach wahnsinnig geehrt, von diesen tollen Menschen, die ich erst seit kurzem kenne und vielleicht schon ziemlich bald nicht mehr sehen werde, zu einem der Intimstem Feste eingeladen zu werden.  Die Sause endete dann in Johns Garten, wo wir dann in den folgenden Tagen immer wieder Zigarettenstummel und Brechteile aus dem Rasen krümelten, damit sein Hostfather auch ja nichts merkt, wenn er aus dem Urlaub kommt =)

Zügeltag die Erste

5. Februar - Melbourne

Heute standen zwei sachen auf dem Program, na gut, eigentlich Drei. Denn die Nacht auf  Brunas Sofa erwies sich als einiges härter als gedacht und die Flasche Pinot Noir als Amboss für meinen noch immer nicht ganz fitten Körper. So war der Weg von Merri zurück in die Stadt dann etwas mühseliger als erwartet *jaaberwarumdenn*. Das schlimme daran war, dass heute ja eigentlich Zügeltag war. Ich musste bei Fay raus und rüber zu John. Dies viel jedoch im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der Regen hatte bei vielen Bahnlinien Spuren hinterlassen und einige Flüsse sind übers Ufer getreten. So war es praktisch unmöglich in einer annehmbaren Zeit von A nach B zu kommen – trocken!. Fay war so lieb und offerierte mir eine weitere Nacht, bis sich die Lage etwas beruhigt hatte. Sie versprach mir auch, nach energischem Nachfragen, für diese Leistung keine Rechnung zu Stellen. Mit ihren „Geschenken“ hatte ich bisher ja nur kostspielige Erfahrungen gemacht. Dankend nahm ich an und bereitete mich auf den Abend vor. Meine scheidende Lehrerin Kajal (sie zieht nach Sydney) hatte mich, als einen von zwei Studenten, zu ihrer Abschiedsparty geladen. Manchmal denke ich, was ich eigentlich anders mache, wie die anderen. Ich werde innert kürzester Zeit überall hin mitgenommen und eingeladen, angesprochen und integriert. Dinge, wovon die anderen Schweizer nur träumen können. Ich weiss nicht ob das vielleicht an meiner Art liegt, die den Aussies und Brazzis zu liegen scheint? Ich weiss es nicht – Vielleicht werde ich ja eines Tages schlau daraus. Jedenfalls verabredete ich mich mit meiner anderen Lehrerin (!) Ruby, die noch eine Freundin mit brachte. Wir hatten 45 Minuten Tramfahrt vor uns. Ruby dachte mit und brachte mit, einige Fläschchen mit Vodka Orange. Das Leben kann so schön sein. In diesem Rhythmus ging es dann auch weiter und ich erfuhr eine erstklassige Aussie-Homeparty, bei der ich mal nicht dauernd gefragt wurde, woher ich denn komme, was ich mache und wohin ich noch möchte.  Dieses dumme Traveller-Getue bin ich schon etwas leid. Ein Taxi brachte uns dann um ca. 4 Uhr zur Wohnung von Rubys Freundin, wo ich dann erneut meinem Ruf als Sofaschläfer erneut Nährboden gab. Was war das schon wieder für ein Fest. Heiterenfahnen. =)

Freitag, 4. Februar 2011

Es regnet.

4. Februar - Melbourne - 35°-25° - Nass

Ich konnts einfach nicht lassen. Nach 5 Wochen Abstinenz musste ich einfach. Es ging nicht anders. Es sollte so sein. Ich habe gespielt! Ja! Ein Videospiel! Und das auf meinem Mac! Schande auf mein Haupt. Aber es war doch nur Edna. Edna, die ausbricht. Da muss man mal ein bisschen tolerant sein hihi. Es scheint, als hatte mich gestern der Anblick all dieser MarioKart spielenden Kinder im Museum zu diesem Rückfall verleitet. Böse Kinder! Böse!

Schon ziemlich schnell ergriff mich dann aber der ernst des Lebens wieder. So begaben sich ich und mein Lonely Planet (auch sehr gut als Kopfkissen zu verwenden) in den Park und genossen das zuerst tropische Wetter. 35° und eine Luftfäuchtigkeit, wie ich sie noch nie erlebt habe. Was das beteuete, erfuhr ich dann am eigenen Leibe. Als hätten sie im Himmel alle Staudämme auf einmal gebrochen, platzte der Regen auf die Stadt herab. Auf das Pärchen neben mir, auf den roten Papagei im Baum, auf die Pro Asange und Anti Ägypten Demonstranten auf dem Federation Square und auf den gerade ankommenden Leo und mich. Innert Sekunden waren wir duchnässt. Das war aber noch das kleinste Problem. Melbourne bekam die volle Power des Tropensturmes Yasi ab und die halbe Stadt stand innert Minuten unter Wasser. Fahrzeuge und Menschen, in der Chapelstreet innert kürzester Zeit knieftief im feuchten Nass. Die meisten nahmen es mit Humor. Zogen ihre Schuhe aus und liefen zu Fuss durch die unpassierbaren Strassen. War es doch Freitag abend und alle hatten ihre Appointments. Wie auch wir, waren wir doch an Brunas Geburtstagsdinner geladen. Mit 45 Minuten Verspätung schafften wir es dann auch. Aber wir waren nicht die einzigen die zu spät waren. Jeder hatt es erwischt. Patrick, der Arme, musste zu Hause feststellen, dass er keine trockenen Kleider mehr hatte und musste fern bleiben. Wir hatten auf jedenfall einen Tollen, feuchtfröhlichen Abend und lernten viel Lebensfreude von unseren Brasilianischen Friends. Daniel und Alberto, beide als Waiters in dem Pan-Asiatischen Restaurant angestellt, wie auch Bruna, gaben alles um einen schönen, persönlichen Abend zu gestalten. Bruna hatte dementsprechen Freude und als sie von Vincent, einem Jungen von der Insel Réunion, ein Beatles Bildband geschenkt gekriegt hat, kamen die ersten Tränen. Das Bächlein stoppte erst, nach dem alle Telefonate in die Heimat getan waren. Bruna hat nicht viel. Arbeitet zu nem Hungerlohn und weiss was es heisst, etwas geschenkt zu bekommen. Das sind zum Teil Eindrücke, mit denen wir Schweizer, die wir doch alles haben, nur bedingt umgehen können. Ein toller Abend ging zu Ende. Etwas früh, aber jeder hatte etwas Respekt vor einem bösen Erwachen, könnte doch inzwischen das eigene Haus voll gespült sein. Ja, jetzt hatten auch wir ihn – den Cyclone. Danke Gott, war er inzwischen von 5 auf 2 zurückgestuft worden. Sonst würde man es hier nicht mehr so mit Humor nehmen.

Im übrigen schmiede ich nun Pläne trotzdem nach Queensland zu fahren, aber mehr im südlichen Teil zu bleiben, wo in kurzer Zeit wieder zur Tagesordnung übergegangen wird – Vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Mit ein Grund war für diesen Entscheid wäre, dass keine Menschen während den Unwettern zu physischem Schaden kamen. Ein definitiver Entscheid ist aber noch nicht gefallen. Es hängt alles von Jenna ab, die ich am 10. treffe. Wir werden sehn. Aber eins ist klar: es wird spontan.


Mittwoch, 2. Februar 2011

Cyclone Yasi

3. Februar - Melbourne - 22° und regnerisch.

Ich weiss ja nicht, warum ich heute morgen vom Stadt-Zentrum nach Armadale (wo ich wohne) gute 70 Minuten für eine Strecke brauchte, die der Zug sonst in 10 macht. War es das schlechte Wetter? Wir sind doch nicht in Queensland! Die haben in dieser Nacht den stärksten Cyclone über sich ergehen lassen müssen. Die ersten Bilder, die uns erreichen sind schrecklich. Ich bin froh, hier in Melbourne geblieben zu sein und von all dem verschont worden bin. Fast gespenstisch normal ist hier der Alltag, obwohl selbst Victoria sich noch im Auslauf des Cyclones befindet. Jetzt ist leider definitiv klar, dass ich nicht nach Nord-Queensland werde reisen können, was eigentlich mein Ziel war. Es war eigentlich das einzige, was mich ausser Melbourne an Australien wirklich interessierte. Aber um ehrlich zu sein, die werden dort noch lange mit den Aufräumarbeiten zu tun haben. Es wäre nicht angebracht dahin zu reisen und nahe am Katastrophentourismus, obwohl die Regierung rät, keine Buchungen zu canceln. Es heisst die Hotels und Ressorts würden normal betrieben. Ich bin mir nicht sicher, ob das nur ein Versuch ist, den totalen Kollaps des Tourismus in der Gegend zu verhindern. Mal sehen, wie sich die nächsten Tage entwickeln und ich bin guter Hoffnung, das die gut vorbereiteten Einwohner der Gegend keine grossen menschlichen Schäden davon getragen haben. Genaueres weiss man leider nocht nicht. Ein guter Grund heute Abend zum ersten Mal seit meiner Abreise in die Nachrichten zu schauen.

Der Komplettheit halber, erwähne ich gerne noch, dass ich gestern mit meinen deutschen Fellows Kathi, Susannah und Martin eine Ausstellung über die Geschichte des Filmemachens besuchte. War sehr spannend gemacht. Habt ihr gewusst, das Thomas Edison nicht nur die Glühbirne, sondern auch Filmprojektoren und Kameras erfand und eigene Filme produzierte? Das Highlight der Ausstellung war aber ein Raum mit einer Lasershow, wo wir uns Künsterlisch betätigt haben *hehe*






Dienstag, 1. Februar 2011

Wüstenwind und gute Musik

1. Februar- Melbourne - 38°

Sowas hab ich ja noch nie erlebt. Na gut, ich war auch noch nie in Australien, aber obwohl es heute "nur" 38° waren, so fühlte sich das alles viel heisser an, wie die 41° von Sonntag. Heute gesellte sich zur brütenden Sonne noch ein heisser Wind dazu. Sowas ist echt keinem Menschen zu zu muten. Sogar die Australier blieben heute daheim oder zogen sich in ihre zahlreichen, gut gekühlten Einkaufszentren zurück. Aus meinem Vorhaben heute etwas Sport zu treiben (Beachvolleyball am St Kilda Beach) wurde so leider nichts. So verbrachte ich den Tag, nach einigen Bierchen mit den Swiss-Friends, zu Hause und arbeitete an meinem Projekt weiter. Es handelt sich um eine Website für das Hotel von Daniela, das stolz auf der Bettmeralp sein Dasein pflegt. Es ist ein schöner Auftrag und ich versuche ihn mit allen mir möglichen Mitteln auf einen hohen Level zu bringen. Mir kommt das sehr entgegen, denn so kann ich etwas Geld verdienen und gleichzeitig die mir gegebene Freizeit sinnvoll nutzen. Es ist schon etwas schade, dass die Swizzies immer so viel lernen müssen. So gehen wir inzwischen selten am Abend oder nach der Schule weg. Für morgen habe ich mich mit Kathi verabredet. Jaja, der Lukas und die Frauen *huch* Eine ganz liebe Deutsche, die in ihrer Heimat ein dort wohnhaftes Patenkind unterstützt. Sie versteht es, dass man zuerst vor der eigenen Haustür kehren soll, bevor man in arme Länder für viel Geld Volunteeren geht. So kann nämlich mit viel weniger Geld, viel mehr erreicht werden. Ich bin beeindruckt! Sie hat morgen dickes Sightseeing geplant. Ich freue mich sehr darauf! Sie hat etwas von Botanischem Garten erzählt. Mehr hab ich dank der schlechten Handyverbindung leider nicht verstanden. Ebenfalls Nägel mit Köpfen habe ich in meiner Ausgeh-Planung gemacht. Ich möchte die letzte Woche hier in Melbourne noch ausgibig geniessen. Im Moment spielen hier so viele tolle Bands, ich kann sie gar nicht alle aufzählen. Als dürfe es in Europa keinen Winter geben, kommen die Briten alle hier her auf Tour. So habe ich leider The National verpasst, was ich sehr bedauere. Aber für Donnerstag habe ich mir endlich die Tickets für die Greenhornes geholt. Die gehören zum erweiterten Tross von Jack White, meinem absoluten Lieblingsmusiker. Das wird eine schöne und intensive Sache. Intensiv vorallem auch, weil ich mich seit meinem Island-Rückfall gestern Nacht noch viel offener und mehr bereit fühle, auch endlich all die Gefühle zu zu lassen, was ich mich irgendwie bisher nicht recht getraut hatte. Die Erkenntnis, das ich mit dem Land aus Eis viel mehr verbunden bin, als ich jemals gedacht hätte, gibt mir zusammen mit meinen hier gesammelten Erfahrungen eine gewisse Ruhe und Freude. Falls ich wirklich mal dahin ziehen möchte, weiss ich jetzt, dass dies ein durchaus machbarer Schritt ist. Ich verbringe hier meine Tage mit vielen Menschen, die einen Solches gewagt haben. Dann kann ich das auch. Aber vorerst geht meine Reise hier weiter und ich freue mich auf alles, was noch kommt und ganz speziell auf China, Indien und Tibet. Es war schön, zu diesem Anlass endlich mal mit Andrea zu telefonieren. Wir sind zusammen damals durch den Isländischen Winter gefahren und haben eine sehr gute Zeit gehabt, von der ich bestimmt auch einmal schreiben werde. Auch wenn ich sie etwas rau aus dem Schlaf gerissen habe, so war es für uns beide ein schöner Moment. So, jetzt genehmige ich mich noch den letzten Schluck aus meiner Getorade-Flashe und gehe zu Bett. Morgen wird ein guter Tag.