Donnerstag, 29. September 2011

Patan, die Schöne.

29. September 2011 - Kathmandu - Patan - Kathmandu

Wir leben ein entspanntes Leben zur Zeit. Die intensive Zeit in China hat an den Kräften gezerrt, so dass wir hier schön zur Ruhe finden lassen.
Gegen Nachmittag schnappten wir uns ein Taxi und fuhren nach Patan, ein früherer Stadtstaat, der wegen seiner Schönheit ein Geschenk für die Götter ist. So sehen es die Nepalesen und auch wir waren angenehm überrascht vom alten Städchen und dem Durbar-Square in seinem Zentrum. Wir schauten uns die Tempel genau an und entdeckten auch einige sehr frivole Kunstwerke in den Gebälken, die für Kinder unseres Alters nicht geeignet sind.

Als wir den Square verlissen, entdeckten wir eine weitere Tempelanlage versteckt in einem Hinterhof. überall brannten Lichter und die Menschen badeten in den heiligen Wassern und huldigten Gott Kali zum Anfang ihres wichtigsten Festes des Jahres.

Die Eröffnung des Opferfestivals strahlte trotzt seinem Blutdurst der kommenden Tage erstaunlich viel an Ruhe und Wärme aus. Die Menschen strahlen und verspüren Vorfreude, schon fast Euphorie, wenn man sie daruaf anspricht. Wir überliesen die Betenden sich selber und zogen uns in die tiefdunklen Seitengassen zurück, welche uns zurück zum Hauptsatz führten. Wir mussten langsam zurück.

Wir waren am Abend mit Jallal verabredet. Ein sehr, sehr arabsich aussehnder Deutscher, den Lukas in Chengdu kennengelernt hatte. Er reist zusammen mit einer Israelin, ebenfalls in Chengdu aufgelesen und hat ein ganz anderes TIbet erlebt, wie wir. Wir werden die nächsten Tage sicher noch einiges zusammen unternehmen.

Als wir dann später im Lhasa-Club auftauchten, war das Gesprächsthema ähnlich, wie bei uns den ganzen Tag. Gestern Abend vergassen die Besitzer die Party um 23 Uhr aufzulösen, wie es hier neu Gesetz ist. Als dann der Club um 12 immer noch voll war, wurde die Gesellschaft von der Polizei aufgelöst und jeder, der sich wehrte (das waren einige) fanden sich über Nacht bei der Polizei wieder. Erfreulicherweise, waren alle Gesichter, Nepalesen wie Westler, wieder anwesend. :)







Mittwoch, 28. September 2011

Can a Man do Kathmandu?

28. September 2011 - Kathmandu

Nun, wir sitzen hier im Zimmer des Lukas. Hören von seinen Boxen und Ipod gute hamburger Musik vom fffeinsten. Kathmandu hat uns aufgesogen. Diese Stadt ist intensiv, wuselig, geschäftig und die Frauen sind richtig, richtig schön.

Der Monkey-Temple war den Spaziergang reglich wert und wir haben viele Affen gesehen. Ja, Mel, ich habs jetzt auch mit den Fiechern. Hab sogar ne Monkey hört nix, seht nix und sagt nix-Statue gesehen. War aber hässlich. Dafür hat sich ein kleiner Homosapiensvorgänger angeschlichen und wollte Lukas Beutel klaun. Da wurden wir böse. Sehr sehr böse. Das weis jetzt auch der Affe.

Nun, wie schon gesagt, diese Stadt saugt einem auf. Auch wenn ich vom Albert (damals in der Mongolei) höre, dass sie nicht so angetag waren, kann ich nicht bestätigen. Come on, gestern waren wir in der Freak-Street. Das Ueberbleibstel vom Ende des Hippytrails. Da hängen immer noch einige Grau-Langhaarige Hippies, die wohl seit 30 Jahren hier sind. Opium gibts da auch noch, aber nur noch versteckt. Ich denke auch an das Videospiel Unchartet 2, das hier spielt. Es ist gar nicht so anders. Der Blick über die Häuser von der Terasse macht echt Spass. Nach der gestrigen Nacht und viel Spass mit der Nepalesischen Rockband, die scheissegut waren,

uff, ich nehm hier den Hamburger an. Na gut, ist ja auch ein Teil meiner Familie... also Digga, lass uns das mal geniessen, nach all dem Stress der letzten Tage. Zuherzlichst, Lukas hoch 2.






Dienstag, 27. September 2011

was haben wir eins gelacht.

26. September - Grenzdorf - Kathmandu

Es war schon gestern Nacht, als ich vornehmlich das Badezimmer betrat mit dem Ziel jetzt ein schönes Häufchen zu generieren, versuchte ich die Tür hinter mir zu schliessen. Letzendlich scheiterte dieses Vorhaben kläglich an der Intelligenz, oder wie Lukas sagen würde: "Mensch, sind die Dumm, Kackchinesesn!" Leider war das Lavabo zu gross, so dass sich die Tür nicht mehr schliessen lässt. Was haben wir gelacht :D

Dies ist eigentlich das perfekte Beispiel für wie ich China erlebt habe. Eine Hassliebe sondergleichen. Trotzdem habe ich so viel Zeit da verbracht. Die Leute machen den Ort. Two and a Halfmann. Im Moment nur noch Lukas im Quadrat. Rockt!

Die Grenzüberquerung war ziemlich straight forward. Was dann aber überraschend war, dass die Chinesische Grenzkontrolle jedes Gepäckstück kontrollierte und Tibet-Bücher konfiszierte... Ich meine, hallo? Beim einreisen hat uns niemand kontrolliert, beim Ausreisen aber, nehmen sie dir alles weg. Wir hätten so viele Dalai-Lama Bilder verteilen können, wären wir aber Ausgereist... Mal wieder ist die Logik fern... :D

Nun kam der Moment des Abschieds. Nach dem wir über die Friendshipbridge gelaufen sind und das Nepalvisa besorgten (Das war mehr ein Bazar, wie ein Zollgebäude, herrlich *Schmunzel*), trennten sich die Wege unserer Reisegruppe. Das ist auch gut so. Allerdings wird uns die Wai ein bisschen fehlen. Sie hat sich in den letzten Tagen als coole Sau rausgestellt. Sie fliegt zurück nach Hongkong, wo sie lebt.

Nach hartem Handeln, bestiegen wir einen direkten Bus nach Kathmandu, die Nepalesische Hauptstadt. Die Natur fesselt uns und gibt uns einen Vorgeschmack, auf das was kommt. Eine der impulsivsten Städte der Welt, dann das Shanti-Shamanenfestival, einen Kajak-Kurs... Vielleicht sogar noch etwas Bungie... was fühlen wir uns erleichtert, als wir am Nachmittag die Stadt erreichen.

Zum ersten Mal habe ich mir keinen Dorm, sondern ein Einzelzimmer genommen. Nach den intensiven Monaten fühlt sich das wie ein Paradies an. Innert 5 Minuten waren alle meine Sachen auf dem Boden verteilt :D Mein eigenes kleines Reich für die nächsten Tage. 4 Franken die Nacht. Wir sind direkt in Thamel, dem Backpackerdistrikt und jetzt gehen wir mal schauen, wie sich der Gin Tonic hier so mischt.

Höhenkrankheit.


25. September 2011 - Everest Base Camp - Grenzdorf. 

Nandah war noch immer nicht zurück. Wir wissen jetzt auch warum. Wenn man schläft, passiert es, dass der Körper aus Gewohnheit die Atmung verlangsamt. Hier auf dieser Höhe kann das fatale Folgen haben, weil der Körper nicht mehr genügend Sauerstoff erhält, was wiederum die Durchblutung  hindert. Das kann bis zum Tod führen.

Nandah hatte in der Nacht erste Erscheinungen von Höhenkrankheit und Jack reagierte sofort und brachte ihn mitten in der Nacht in ein 1000 Meter tiefer gelegenes Dorf. Was waren wir erleichtert. Es geht ihm gut.

Nun, der Everet, da war er nun, so Nah. Nur wenige Kilometer weg von uns... und hing komplett im Nebel - Nichts, gar nichts war zu sehen. Das war erneut ziemlich nicht lustig - aber hald auch nicht beeinflussbar. So entschieden wir uns früh wieder aufzubrechen. Das wars denn also. Mein Traum vom Sprungfoto vor dem Höchsten Berg der Welt bleibt ein Traum.

Ich versuchte mich mit guter Musik zu beruhigen. Und mit etwas Schlaf. So fand ich meine Freude wieder im Betrachten einer gewaltigen Bergwelt, die sich wie im Kino vor mir bewegt. Wir sind im fucking Himalaya.

Wie heftig und gewaltig hier alles ist, merkt man auch beim passieren des Friendship-Highways, der Verbindungsstrasse zwischen Tibet und Nepal. Genau bei einem Dorf, dass soviel heisst wie: In die Hölle *g* gehts dann auch los. Nur noch Nebel und ein Fehler unseres Drivers und wir fliegen 300 Meter ungebremst in di Tiefe. Alle Fünf Minuten passiert etwas, entweder fahren wir unter einem Wasserfall durch oder die Hälfte der Strasse fehlt. Einmal ging hinter uns eine Erdrutsch runter... zum Glück nur ein kleiner. Das war dann ziemlich viel für unsere Nerven.

Gegen Abend erreichten wir unser Tagesziel, nahe der Nepalesischen Grenze. Mir passt das ganz gut. Lange war ich jetzt in China und habe vieles gesehen und erlebt. Doch jetzt ist gut. Am Abend gibts noch ein letztes Lhasa Bier und das in Shigatse gekaufte Feuerwerk wird gezündet. Wieviele Erdrutsche wir wohl damit ausgelösst haben :)








WTF???


24. September 2011 - Shigathse - Everest Base Camp

Jetzt gehts aber richtig los. Dachten wir, bis wir merkten dass zur abgemachten Zeit, morgens um Sieben kein Bus da stand. Wir erfuhren, dass er in der Nacht abgelegen ist. Super. Da sitzen wir also, machen Terror bei der Agentur um ein Ersatzgefährt zu kriegen. Hätten wir nicht Initiative ergriffen, wären wir in Shigatse hängen geblieben und hättens nicht zur richtigen Zeit zum EBC und Nepal geschafft. Was für eine erneute Enteuschung nachdem wir gestern schon Gyatse auslassen mussten, weil der Bus nicht wollte.

Das ganze Endete dann so, dass wir einen neuen Bus gekreigt haben, der schon in Shigatse war. Die darin reisende Gruppe kriegte einen Tag mehr "geschenkt" :D Mit anderen Worten, euer Bus ist jetzt unser Bus. Ich fühlte mich nicht so wohl dabei, wollte aber auch nicht noch mehr verpassen.

Mit auf die Fahrt nahmen wir noch eine Kiste Böller gekauft. Wenn wir China dann verlassen, dann bitte schon mit Feuerwerk :D

Die fahrt entpuppte sich als anstrengend, aber Wunderschön. Nach 8 Stunden erblickten wir zum ersten mal die Himalaya-Range... Was für ein Atemberaubender Anblick von 5280 Metern Höhe... Ich wollte noch etwas höher laufen, habs auch geschafft auf 5350 zu kommen, aber mir ist fast das Herz explodiert.... Der Ausblick hat sich dann gelohnt. Leider hatten mich kleine Tibeter entdeckt und wollten mir ihre Souveniers andrehen. Ich hab dann tatsächlich auch was gekauft. Nämlich eine Fossilie. Der Himalaya war ja früher ein Meer, daher findet man die Dinger hier zu Hauf. Trotzdem haben sie die Stimmung seht getrübt... aber was willst du machen.

Immerhin erhaschten wir einen Kurzen Blick auf den höchsten Berg der Welt... den Mt. Everest, bevor er wieder in den Wolken verschwand....
Hoffentlich wir das morgen besser... weil dann sind wir im Basecamp, direkt am Fusse des Höchsten Berges der Welt. Soeben höre ich, dass wir sogar heute noch ankommen. Spät zwar, aber wir werden eine Nacht dort verbringen... auf 4800 Meter über Meer.

Mitten in der Nacht bemerkte Voitec, dass Nandah verschwunden ist...





On the Road to Nepal


23. September 2011 - Lhasa - Gyatshe - Shigatse

Gerade eben hat Lukas gemerkt, dass er bei unserem stürmischen Aufbruch aus Lhasa (Wir haben verschlafen) seine gewaschenen Kleider hängen gelassen hat. Was ansonsten mein Talent ist, scheint jetzt auf ihn über zu gehen. *g*

Unser Gefährt schlängelt sich nach Startproblemen (zwei Platte Reifen) über die Topmoderne Strasse de Berg Hinauf. Ziel, der auf 4700 Meter gelegene )(???-see), einer der heiligen Seen, von dem ich mir mehr erhoffe, wie vom Namtso gestern. In der Tat, der See kommt imposant daher und die Farben sind herrlich türkies. Während er an meinem Fenster vorbeizieht, versuche ich diese Zeilen zusammen zu kriegen und gleichzeitig einige gute Shots zu machen. Weil wir aber unter Zeitdruck stehen (unsere unglaublich erfahrenen Reisekollegen haben hinter unserem Rücken die Tour um einen Tag verkürzt, was wir erst jetzt erfahren. Das heisst, keine Palastbesichtigung in Shigatse) und weil sie so Müde sind möchten sie auch heute ein Kloster auslassen. Dann dürfen sie halt wieder auf mich warten :) Klar, ich würd mich auch langweilen, wenn ich den ganzen Tag schlafen und die herrliche Aussicht verpassen würde. Ich wüsste gar nicht um was es geht. Inzwischen haben wir auch die diversen Baustellen der Tibet-Bahn gesehen. Eine Zugstrecke von Lhasa, bis an die Nepalesische Grenze um das ganze noch mehr für den Massentourismus zu erschliessen.

Später werden wir noch die Grösste Stupa Tibets (35 Meter) und das dazugehörige Kloster besuchen.

Lieber nutze ich den Platz um mich bei Sonam zu bedanken. (Woah, soeben sind wir durch die Wolkendecke gekommen und unter uns ein riesen Meer aus Wolken. Herrlich) Wir hatten gestern Abend ein langes Gespräch, in dem sie mir ausführlich über ihr Leben berichtete und über die vor und Nachteile der Tibeter in Lhasa und im ganzen Land. Vieles, was man so hört, all die Bösen Geschichten... so schrecklich es klingt, sie sind leider wahr. Zum ersten Mal hatte ich ein offenes und gutes Gespräch mit einer Tibeterin, die noch nicht von Chinesischen Handys und Nachtklubs bezirzt wurde. Ich werde in meinem Buch mehr darüber erzählen.

Nun, auf jeden Fall haben ich soeben erfahren, dass wir ganz Gyantse auslassen müssen. Wir waren zu langsam, was an den zwei Platten Reiffen lag und an anderen Dingen. Ich war bitter enteuscht, als ich das Wunderschöne Kloster/Schloss, auf einem Hügel gelegen, vorbei fahren gesehen habe. Wir fuhren durch bis Shigatse und hätten dann noch fast ein anders Problem bekommen...

Nachdem Jack die letzten Permits des Tages ergattern konnte, steht unserem Trip zum höchsten Berg der Welt, Mt. Everest nichts mehr im Wege. Pornomässige 8848 Meter geilen Steines warten darauf von uns erobert zu werden. Heureka! Nun, Unsere Mitreisenden haben keine Ahnung und sind zu nichts zu gebrauchen. Nein, so schlimm ist es nicht, aber es würde mich nicht wundern, wenn sie morgen im Everest Base Camp an Sauerstoffflaschen hängen, während Lukas und ich vor dem höchsten Berg der Welt jubeln.

Story 6: Das Atom
Eine der ersten Einrichtungen Chinas auf Tibetischem Boden war in den 60er Jahren die Atom-Forschungsanlagen, mehrheitlich unterirdisch im Norden des Landes. Noch heute wird diese Gegend streng bewacht und ist für Westliche Touristen unzugänglich. Deutschland bot in den 80ern an, viel vom Atommüll abzunehmen, weil dieser einfach in irgendwelche Ausgrabungsorte verbuddelt wurde, ohne das Fachwissen richtiger Entsorgung. Viele Nomaden der Gegenden wurden "unerklärlich" krank. Das unterfangen wurde dann nach heftigem Protest in Deutschland aufgegeben. China aber hat eine erstaunlich offene Kommunikation über Atomtests. Ich nehme an der Abschreckung wegen. Das die Atome hier noch anders eingesetzt werden ist wiederum eine Spekulation.






Heiliger See


22. September 2011 - Lhasa - Namtso Lake - Lhasa

Lukas und ich haben fast verschlafen. Ich meine, wie lange ists her, dass wir um 6 Uhr aufgestanden sind? :D Nach gemütlichem Frühstück und kurzem Schwatz mit Sonam, der Tibetischen Rezeptionistin, deren Computer ich gestern repariert habe (Für 3 Freibier, Muahahaha), gings los.

Unser Bus schlängelte sich über Stunden den Berg hoch mit dem Ziel Namtso Lake, dem höchsten Salzsee auf Erden. Tibet ist echt ein Land der Superlativen. Auf dem Weg fällt uns dann auch zum ersten Mal der unglaublich gute Zustand der Strassen auf, die sich durchs Gebirge schlängeln.

Der See selber war dann eine herbe Entäuschung. Eigentlich sollten da Tibeter hinpilgern, Koras machen, Gebetsfahnen aufhängen... doch wie ist es? 1. Ueberlaufen von Han-Chinesen, die alle Sprungfotos vor dem See machen (das ist MEIN JOB) und Bettlern, Händlern, die ersten richtig Nervenden in Tibet, und wenn du aus versehen eines der weissen am Seerand stehenden Yaks fotografiert hast (was, sollte man ein Bild vom See wollen, unumgänglich ist), kommt gleich jemand angerannt und möchte seine 10 Yuan Gebühren. Been there, done that. Was essen und ab in die Hotsprings.

Die hatten es dann auch in sich. Nicht im entferntesten hätte ich gedacht, da ein Geothermales Kraftwerk zu entdecken. Tibet ist schon ne Wundertüte. Man merkt leider, Lukas und ich schon länger unterwegs sind, wie unsere Reisegruppe, die nur für 2 Wochen hier ist. Der eine isst kein Streetfood, die anderen sind dauernd Müde, meckern über alles, was anders ist, wie zu hausue... richtig schade eigentlich. Trotzdem sind sie nette Personen und ich mache das Beste draus. Bin halt etwas sensibel, wenn andere Leute in meinen Lebenstraum Pfuschen.

Natürlich sind ihnen die 128 Rmb für die Hotsprings zu teuer um ein Becken mit dreckigen Chinesen zu teilen. Da habe ich mich zum ersten Mal richtig genervt. Jawoll, es ist viel Geld, aber das sind alles gut verdienende Menschen, die wirklich nicht auf den Batzen schauen müssen. Da bin ich inzwischen anders gepolt. Dementsprechend durften dann auch alle 2 Stunden draussen warten, bis unser Guide Jack (der frei reinkommt) und ich mit unserem Spa-Rundgang fertig waren. Es war herrlich sage ich euch. Natürlich war der Pool chinesische Architektur und nicht mit einem Vals zu vergleichen, aber die Aussicht vom Aussenpool auf mehrere Siebentausender hat mich richtig gepackt, während sich die andern draussen 2 Stunden lang vor Händlern und Bettlern flüchten mussten. Selberschuld. =)

Story 5: Klöster
Soeben wurde ich von Tiziano Terzanis "Das Ende ist mein Anfang" (Yap, ixh habbei dem vielen Schreiben auch noch Zeit zum leseb Ddaran erinnert, das in den 0ern alle Klöster zerstört wurden, was mich wiederum daran erinnert, dass uns das beim Besuchen vom Sera-Monestary nicht auffiel. Aber das ganze Ding lag damals in Schutt uns Asche und wurde rein für Tourismuszwecke wieder aufgegbaut. Weil die Besucher keine leeren Mauern sehen wollen, darf eine Limitierte Anzahl Mönche praktizieren. Limitiert um die Kontrolle zu wahren und die Mönche nicht zu stark werden zu lassen. Unter Anderem gib es dort genauso viele Überwachungskameras wie überall, wo die Tibeter leben. In den nächsten Tagen entdeckten wir am Wegrand immer wieder Klosterruinen. Es soll heute wieder 3000 Klöster geben in Tibet... Wieviele es wohl damals waren?





Das Sprungfoto.


21. September 2011 - Lhasa

Es sollte der zweite Sightseeing Tag hier in Lhasa werden. Niemals hätte ich gedacht, so lange in der heiligen Stadt zu residieren. Aber es gefällt mir hier. Lukas nutzt die viele Freizeit und das fehlen hübscher Frauen fürs Nachholen von nötigem Schlaf.

Unsre Potala-Zeit war 12 Uhr. So viele Touristen wollten da rein. Da muss man Reservieren und bekommt dann eine Stunde Tibetische Hochgeschichte. Mehr nicht. Dann kommen die Nächsten. Es war eindrücklich, die Stufen hoch zu gehen. Genau wie erwartet, kamen die Emotionen. Dies ist einer der wenigen Spots der Erde, wo ich alles ganz genau kenne. Aus Büchern, aus Filmen, vom Hörensagen. Das lässt Platz für Intensität, was ich beim erklimmen der 500 Stufen hoch zum Eingang spürte.

Am meisten bewegten mich das Privatgemach vom 14. Dalai-Lama, kleiner wie mein Zimmer zu Hause. Und die Grapstupa des Grossen fünften Dalai Lama. Einen Goldwert von 220 Millionen Dollar und eine Höhe von neun Metern. Gerne würde ich euch Fotos zeigen, wird man aber dabei erwischt, wird einem die Karte zerstört und eine Geldbusse aufgehalst. Das ist wahr, wir habens gesehen. Nichtsdestotrotz, kein Gebäude auf der Welt hat mich je so in den Bann gezogen und so gehts vielen. Wie er über der Stadt auf dem Berg sein Egofest feiert. Hoffentlich kommt bald mal die Chinesische Flagge runter. Arschwixer.

Nun, seit Tagen versuchen Lukas und ich mein wichtiges mit dem Potala zu schiessen. Ich war aber nie zu frieden. Heute war der Tag der letzten Chance. Da drückte ich spontan unserer Mitreisenden Uhaey den Fotoapparat hin. Die Dame packt zu und haut den besten Shot raus, den ich seit Tagen gesehen habe - Mein Sprungfoto. Heureka!

Story 5: Touristenkontrolle. 
Die Bösen Geschichten sind alle war. Wir werden kontrolliert. Wohin wir gehen, was wir tun. Ohne Guide darfst du dich nicht bewegen oder eine Sehenswürdigkeit betreten. China möchte den Westen aus seinem Business raushalten um den Frieden auf dem Plateau zu wahren. Die Zimmer, in denen du absteigen darfst, sind verwanzt. Jedes Wort im Internet gegengelesen und Polizisten dürfen nicht fotografiert werden und Gespräche mit Locals sind für beide Seiten gefährlich. Viele Menschen verschwinden nach dem Kontakt. Bilder und Gespräche über den Dalai-Lama sind verboten und Emails mit sensitiven Wörtern kommen nicht an. Das ist Fakt.







Lhasa Sightseeing


20. September 2011 - Lhasa

Endlich gins los mit dem Sightseeing. Zusammen mit unseren neuen Travelmates aus Polen und Singapur (Wai, Eva, Vanessah, Carol, Nandah und Voitec) trafen wir unseren Guide Jack, der uns die nächsten Tage durchs Land führen wird. Wir mögen ja keine geführten Tours, aber hier ist es als Ausländer nicht anders möglich, weil uns ja alles verboten ist. Immerhin kriegen wir von der Agentur das Geld für die Guides zurück. Wuuuhu. Doch noch was Gutes in der Story.

ALs erstes besichtigten wir den heiligsten aller Tempel in Tibet, den Jokang Tempel im Herzen von Lhasa. Lukas und ich kannten das ganze ja schon recht gut, waren aber noch nicht drin. Dieser Tempel ist sehr eindrücklich. Aus dem ganzen Land pilgern die Menschen dahin um die Kora zu machen und die mächtigen Gottheiten im Tempel zu huldigen. Speziell war auch das bringen und nehmen von Butter. Man schüttet Butter in eine Butterlampe, die im Tempel brennt und kann, wie Weihwasser, auch einen Teil davon mitnehmen. Das Gebäude ist Wahnsinn und so viele schöne Tibeter sind da drinn, mit ihren Charakteristischen Gesichtern und den hohen Wangenknochen. Nomaden, Bauern, Geschäftsmänner, alles mischt und schubbst sich durch den Tempel. Vom Dach gabs dann einen wunderschönen Blick auf den Potala.

Nach dem Mittagessen besuchten wir das zwei grösste Kloster Tibets. Es gehört der Gelupa-Sekte an (Geldmützen) und befindet sich leicht ausserhalb Lhasas und beherrbergt zur Zeit 400 Mönche. Früher waren es über 500. Um den Tibetern nicht ihren Glauben zu nehmen und trotzdem grosse Macht zu verhindern, gibt es diese Limite. Zudem ist es für die vielen Touristen interessanter keine leehren Klöster vorzufinden. Erstaundlicherweise werden in ganz TIbet viele neue religiöse Bauten erstellt. Meistens neben einer Kaserne, aber trotzdem.

Wir verstehen uns alle sehr gut. Am Abend gabs noch ein (zu teures) Bierchen in der Another Place - Bar. Wir spielten Jenga und das Namens-Errate-Spiel - Ihr wisst schon, dass mit dem Postit auf der Stirn. Es war ein guter Tag und wir freuen uns auf morgen, wenns endlich zum Potala geht und später noch ins Deprung-Monastery.

Story 4: 
Jedes Tier könnte deine wiedergebohrene Grossmutter sein. Bereits Heinrich Harrer hatte damals Probleme mit seinen vom Dalai-Lama gegebenen Bauaufträgen Probleme gehabt, weil die Arbeiter aus jeder gehobenen Schaufel die Regenwürmer und Käfer aussortierten. Der gelebte Buddhismus hat bewirkt, dass in Tibet die Bodenschätze unangetastet sind. Ein Grund für China die Menschen zu desensibilisieren und so ohne Gegenwehr an die unangetasteten Reserven zu kommen.







Norbulinka


19. September 2011 - Lhasa

Wir müssen mal etwas klar stellen. Wir sind sehr unzufrieden mit der Organisation unserer Reiseagentur. Es ist obligatorisch, dass wir für jeden Tag einen Guide bezahlen, auch wenn wir ihn nicht brauchen. Dann erwarten wir aber, dass, nachdem uns schon niemand abgeholt hat, doch immerhin im Hotel auftaucht. Gestern nicht und Heute nicht. Wir wurden ziemlich sauer, wären wir gerne aus der Stadt gefahren um das Geburtskloster der Bön-Religion und Mönchshölen zu besichtigen, was jetzt natürlich nicht mehr möchlich war. Eigentlich wurde uns versprochen, dass heute Morgen um 10 Guide und Karren hier steht. Nix wars.

So schlenderten wir erneut durch Lhasa, unfähig was zu tun, weil uns nichts erlaubt war. Gegen Nachmittag dann tauchte aber tatsächlich jemand auf. Wir haben der Agentur sturm geleutet und mit schlechten Reviews gedroht. Tatsächlich ging dann was. Es stellte sich raus, dass sie uns einfach vergessen haben. Immerhin konnten wir noch den Norbulinka besichtigen, den Sommerpalast des Dalai-Lama.

Das war sehr eindrücklich. Es ist ein schöner Garten, heute mehr als Relaxplatz für Tibeter gebraucht. Trotzdem lassen sich darin die Privatgemächer von Tensin Gyatso, dem Aktuellen Dalai-lama besichtigen. Mehr oder weniger so, wie sie damals waren, als er von genau diesem Palast ausser Landes floh. Auch faszinierend waren die alten Radioempfänger. Mann weiss ja dass der Dalai-Lama ein Technik-Freak war. Da wurde man zum ersten Mal damit konfroniert. Nicht spektakulär, aber eine Ehre, da zu stehen, wo dieser Mann aufwuchs.

Wir haben uns schon etwas gewundert, wer unsere Reisefreunde sein werden. Unsere Tour werden wir mit 6 anderen teilen. Als wir auf unserer Odysee durch die Stadt heute 6 Westliche Menschen aus einem Shuttle-Bus steigen sahen, war uns gleich klar, das sind sie. Wir haben uns nicht getäuscht. Nach unserem Rotweinabend, der uns beide sehr Nachdenklich über unser SOzialleben machte, setzte sich Lukas in die Lobby und traf sie promt. Sie sein total easy drauf, meinte er. Sweet :D





Shambala? Die Eindrücke

18. September 2011 - Lhasa

Was für ne Ankunft gestern. Aus dem Bahnhof gekommen, wurden alle abgeholt. Nur wir nicht. Unser Guide tauchte nicht auf. So mussten wir einen Taxifahrer bestechen, damit er uns in die Stadt mitnimmt. Es ist nämlich für Ausländer (ausser Chinesen, die können hier machen, was sie wollen) verboten, den ÖV zu benutzen.

Die Frage aller Fragen: Wie ist Lhasa heute? Ums vorweg zu nehmen, Lhasa ist eine der modernsten und saubersten Städte, die ich bisher in China angetroffen habe. Die Regierung macht hier ein Touristenparadies für Chinesen und möchte das die auch bleiben. So sieht man ausserhalb der Stadt ein riesen Strassennetz, wo aber noch keine Gebäude dazwischen stehen. Es gibt heftige Discos alles, was der Chinese braucht. Man sagt ja, dass die angesiedelten Chinesen (die einen Finanzbonus kriegen, wenn sie aufs Plateu ziehen) zusammen mit dem Militär inzwischen mehr sind, als Tibeter. Alle Häuser leuchten durch Neon... nun ja. Das ist NEU-Lhasa.

Unser Hotel Hotel befindet sich in der Altstadt und da siehts dann grad ganz anders aus. Wunderschöne Häuser, eine unglaubliche Zahl an Militär, Sicherheitskameras und Mikrofone sorgen einerseits für Sicherheit. Andererseits stechen sie halt schon sehr ins Auge und ich weiss noch nicht recht, wie ich mich fühlen soll, wenn mich ein Scharfschütze vom Dach eines Wohnhauses im Visier hat. Aber damit muss man leben und die Tibeter tun das auf den ersten Eindruck zur Zeit sehr gut.

Trotzt allem ist Lhasa eine extrem angenehme Stadt und die vielen wunderschönen Menschen in den Strassen um den Bankhor (Jokang-Tempel-Kora) sind nicht satt zu sehen. Alle kommen sie hier her, zu einem der heiligsten Tempel des Landes. Wir leben nur grad um die Ecke und kriegen alles mit. Auf dem Weg ins Restaurant oder Bar haben wir die Kora (im Uhrzeigersinn drumherum) nun bereits sicher 10 Mal gemacht. Die Chance auf hohe Wiedergeburt stehen also gut :D

Uns gefällt die Stadt. Wir haben noch immer keinen Guide, was Sightseeing unmöglich macht (Ausländer dürfen nur mit Guide in z.B. Potala). So bleibt uns die Möglichkeit das Stadtleben völlig in uns Aufzusaugen und das tun wir auch. Es ist wunderschön hier. Und der Potala... Ja, der sagenumwobene Potala ragt über die Stadt, gefesselt von neu geteerten Strassen und einem Riesenplatz mit Springbrunnen, wo früher die Pilgerhäuser waren. Das tut seiner Majestätischen Aura nichts an und ich war den Tränen nah, als wir ihn das erste Mal bestaunten.

Auch wenn Lhasa nicht mehr das Gleiche ist wie früher, diese Stadt ist ein wunderbarer Flecken Erde mit viel, viel Tiefe. Man spürt seine Geschichte auf Schritt und Tritt und die aufkommenden Emotionen berühren jeden. Noch nirgends hab ich mich dem Himmel so nah gefühlt wie hier. Ich bereue nicht, hier her gekommen zu sein.

Am Abend hatten wir noch eine nette Begegnung in der Music-Bar mit einem Deutsch sprechenden Chinesen. Er war vor 24 Jahren bereits schon mal hier und hatte viel zu erzählen. Was für eine Bereicherung.

Story 2: Die müssens ja wissen. 
In den Schulen wird den Han-Chinesen gelehrt, dass Tibeter ein dreckiges Volk sind. Das ist nach westlicher Feststellung nicht richtig. Böse Zungen behaupten das Umgekehrte. Aber es lässt sich halt nichts dagegen machen, dass der Han-Chinesische Way of Life der einzig wahre erstrebenswerte ist... Steht auch im Buch und auch, dass der Chinese 2020 auf dem Mond landet. Die scheinens zu wissen :D








Its a fine day


17. September 2011 - On the Train - Lhasa

Das Zugfahren mit Chinesen endet immer gleich. in benebeltem Zustand weckte ich Lukas, der definitiv später in die Koje kroch. Sichtlich überrascht vom draussen liegenden Schnee, genossen wir zwei Kaffee und fragten uns, wie blöd man sein muss, hier den Flieger zu nehmen. Das macht Sinn, wenn man von Kathmandu her kommt über den Himalaya, aber nicht hier. Es ist einfach zu schön. Als wären die Fenster grosse Flatscreens.

Lukas sprach von der besorgten Chinesin, die ihm mitten in der Nacht beim Stopp in Goldmud vom Rauchen abriet. Sein wir doch auf 3000 Meter. Ist doch gelacht. Wir unsere Siegeszigarre schon auf 4700 angezündet. Akklimatisierung rockt.

Trotzdem verspüre ich leichte Kopfschmerzen beim passieren des höchsten Punktes der Strecke, wos auch eine Haltestelle gab. In den Bergen gelegen heisst sie Tangu-La. Hätt ich mal meine langen Hosen angezogen. Brr. Kalt. Schneeblind. Okay, ausser Atem bin ich auch, hier auf 5072 Meter über Meer. Hoch wie nie! Einige Chinesen machen von der Luftversorgung gebrauch, die der Zug bereit stellt.

Den ganzen Tag sitzen wir am Fenster, hören Musik, schauen einen Film auf dem Laptop und lassen die Sechstausender vorbei ziehen. Einige sind höher, andere tiefer. Die Weite der Landschaft lässt sie majestätisch dastehen, ihre Schneekappen blenden und die Glätscher klammern sich in die Täler. Wenn mich das hier schon beeindruckt, wie wird dann der Himalaya sein?

Its a fine day. Its come to be a fine day tonight, its come to be a fine night, its come to be a fine day tomorrow, its come to be a fine night tomorrow.

Story 1: Ausgangslage
Free Tibet? Eine der wichtigsten Fragen der "Tibetproblematik" betrifft den persönlichen Positionsbezug. Die westlich propagierte "Free-Tibet"-Politik gegen die Chinesische Entwicklungspolitik. Eine harte Frage, die meiner Meinung nicht eindeutig zu beantworten ist. Ich frage: Wer rebelliert? Es sind die Mönche und die Westlich beeinflussten Tibeter. Warum die Mönche? Sie haben damals als Staatsführer die Macht verloren und möchten sie zurück. Warum die Westlich beeinflussten Tibeter? Sie kennen den Westen und die individuelle Freiheit und dass es möglich ist gegen die Unterdrückung zu kämpfen. Dagegen steht: Was will der Normal-Tibeter? Der Nomade? Der sich nicht kümmert? Das ist immer noch ein Großteil der Tibeter und wird immer mehr. Ich sage: Der ist zufrieden mit seinem Handy, mit seiner Hippen Frisur vom Chinesischen Frisör, Zigaretten und mit seinem Einkommen und dass er nicht mehr Hungern muss wie in früheren Jahren und somit mehr Lebensqualität geniesst. Wäre Tibet so geblieben wir früher, währe es vielleicht ursprünglicher, aber in manchen Situationen mit Nordkorea zu vergleichen. Ich weiss da klingt hart, aber für mich ist es nach meiner Zeit hier nicht mehr möglich eindeutig Position zu beziehen. Würden der Westen sich zurück ziehen, würde in Tibet Ruhe einkehren. Würden die Chinesen sich zurück ziehen, früher oder später ebenfalls. Die Entwicklung lässt sich aber sowieso nicht mehr aufhalten. Ich bitte diesen Gedanken für die nächsten Storys zu beachten um den objektiven Blick zu behalten.